Toyota Auris (Serie)

Alle Modelle mit Tests, Daten, Preisen und Kosten

Namentlich ging mit der Einführung des Auris für Toyota – zumindest in Europa – eine Ära zu Ende: Denn der Golf-Konkurrent aus Japan löste den Dauerbrenner Corolla ab, den es seit Jahrzehnten gegeben hatte. Allerdings war der Strategiewechsel des Herstellers im Kompaktsegment nicht ganz stringent. Für die Stufenheckvariante und eben die Märkte außerhalb Europas wurde der Name Corolla beibehalten. Fahrzeugtechnisch bietet der Auris vor allem beim Antrieb eine Besonderheit: Die Kombiversion gibt es als Vollhybrid – das bietet keine andere Marke.

Daten

Daten

Aktuell wird das Kompaktmodell, egal ob Steilheck oder Kombi, mit zwei Benzinern, einem Diesel (je Vierzylinder) und einer Hybridversion angeboten. Die Ottomotoren mit 1,33 Liter oder 1,2 Liter Hubraum kommen auf 99 PS oder 116 PS, sind 175 km/h oder 200 km/h schnell und stehen mit einem Normverbrauch von 5,5 Litern und 4,8 Litern im Datenblatt. Alle Motoren sind standardmäßig mit 6-Gang-Handschalter ausgestattet, nur der 1,2-Liter kann auch mit CVT-Automatikgetriebe geordert werden (1600 Euro extra). Der 1.6 D-4D mit 112 PS kommt ebenfalls auf 200 km/h maximal, verbraucht mit 4,2 Litern Diesel aber deutlich weniger. Hier wird er nur von dem 1.8 VVT-i-Hybrid mit 136 PS unterboten, der 3,5 Liter Sprit benötigt und maximal auf 180 km/h kommt.

  • schmales Motoren- und Leistungsspektrum
  • Voll-Hybrid-Variante
  • CVT-Automatik nur für einen Motor
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Test

Test

In Tests hinterlässt der Auris einen soliden Eindruck. Die Verarbeitung gilt trotz teils billigem Kunststoff im Innenraum als gut. Beim Platzangebot braucht sich der Kompakte hinter Konkurrenten nicht zu verstecken – das gilt vor allem für den Kombi, der 530 Liter bis 1658 Liter fasst und mit einem serienmäßigen Trennnetz ausgeliefert wird. Während das Alleinstellungsmerkmal des Hybridantriebs im Kombi immer wieder Beachtung findet, gelten die Verbrennungsmotoren als kultiviert. Ausgewiesen leistungsstarke Motoren fehlen zwar, doch schon der 1,2-Liter-Turbomotor gilt im Alltag als völlig ausreichend, auch dank eines früh erreichten maximalen Drehmoments von 185 Nm. Dem Fahrwerk wird angenehmer Komfort bescheinigt. Patzer finden sich nur in Details: Der Fenstereinklemmschutz funktioniert nicht zuverlässig, und die Kopfstützen im Fond sind etwas zu niedrig – ein Kompromiss angesichts der in vielen Autos eher schlechten Rundumsicht.

  • gutes Platzangebot
  • kultivierte Motoren
  • komfortables Fahrwerk
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Preise

Preise

Ab 16.490 Euro wird der Auris angeboten – zu diesem Einstiegspreis gibt es den 1.33-Liter-Benziner mit 99 PS. Der 1,2-Liter ist dann gleich mal um happige 6000 Euro teurer, ist aber auch das kräftigere und zugleich wirtschaftlichere Aggregat. Der einzige Diesel steht mit mindestens 25.140 Euro in der Liste. Damit ist er sogar teurer als die Hybridversion, die ab 23.490 Euro in der Liste steht. Der Kombi kostet je 1200 Euro mehr. Die serienmäßige Sicherheitsausstattung ist mit sieben Airbags, Kollisionswarmer und Spurhalteassistent recht umfangreich, für Extras berechnet Toyota durchschnittliche Preise. Zum Beispiel kosten LED-Scheinwerfer 950 Euro, ein Glasschiebedach 750 Euro und Lederpolster ab 850 Euro. Mit drei Jahren Neuwagengarantie bietet Toyota immerhin ein Jahr mehr als deutsche Hersteller.

  • Hybrid günstiger als Diesel
  • drei Jahre Garantie
  • umfangreiche Sicherheitsaustattung
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Beschreibung

Serienbeschreibung

Die Studie Auris kündigte auf dem Pariser Autosalon 2006 das Serienmodell an, das 2007 als Drei- und Fünftürer um ein paar Monate zeitversetzt zu den deutschen Händlern rollte. Der Auris war mit 4,22 Metern zwar drei Zentimeter länger, etwas weniger breit und einen Hauch höher als der VW Golf, der allein durch die Dimensionen als Hauptkonkurrent ausgemacht war.


Vorderansicht - schräg
Das Temperament des Toyota Auris Hybrid ist eher gedämpft.
Seitenansicht

Dennoch nutzte Toyota seine Hybridkompetenz nicht für den Auris, um sich vom Wolfsburger abzusetzen. Zum Marktstart gab es das Kompaktmodell nur mit je zwei Benzin- und Dieselmotoren, die aus 1,4 bis 2,2 Litern Hubraum 97 PS bis 177 PS generierten. Damit war der Auris bis zu 215 km/h schnell. Schneller als jedes aktuelle Modell.

Später kam unter anderem noch ein 1,33-Liter-Benziner mit 101 PS hinzu, als erstes Aggregat mit einer Start-Stopp-Automatik und mit einem Normverbrauch von durchschnittlich 5,8 Litern (CO2-Ausstoß: 135 g/km) angegeben. Die Kraftübertragung bei den Selbstzündern geschah mittels 6-Gang-Getriebe, der stärkere Benziner konnte auch mit einem für japanische Hersteller typischen stufenlosen CVT-Automatikgetriebe und Schaltwippen am Lenkrad bestellt werden.

Dezentes Längenwachstum, frisches Gesicht

Sicherheitstechnische Besonderheit war ein Knieiairbag für den Fahrer – ein Novum in der Klasse. Serienmäßig an Bord waren auch ABS, Bremsassistent und das Stabilitätssystem VSC, das bei anderen Herstellern ESP heißt. Während die Klimaanlage ebenfalls keinen Aufpreis kostete, zog der Auris beim Kofferraumvolumen mit nur 354 Litern gegenüber dem VW Golf mit 380 Litern den Kürzeren. Allerdings hatte dafür der Innenraum viele Ablagen zu bieten.

Der motorische Sonderweg Toyotas zeichnete sich erst 2009 auf der IAA ab, als dort die Vollhybrid-Studie Auris HSD (Hybrid-Synergy-Drive) zu besichtigen war. Doch bevor das Tandem aus Verbrennungs- und E-Motor in den Handel kam, erneuerte Toyota das ganze Modell im Zuge eines Facelifts. Es bedeutete für das Kompaktmodell eine neu gestaltete Frontpartie und ein frisches Interieur. Technisch wurden lediglich Lenkung und Fahrwerk überarbeitet. Das nun etwas massigere Autogesicht brachte ein dezentes Längenwachstum auf 4,25 Meter.

Im Herbst 2010 konnten Kunden den 136 PS starken Vollhybriden mit der Antriebstechnik aus dem Prius erstmals erwerben. Zumindest laut Datenblatt verbrauchte der Auris HSD im Durchschnitt nur 3,8 Liter, was einen CO2-Ausstoß von 89 g/km bedeutete. Die Serienausstattung war umfangreicher und umfasste unter anderem Leichtmetallräder, ein MP3-fähiges Audiosystem und Klimaautomatik. Die höhere Variante Executive wartete mit Bluetooth-Freisprecheinrichtung, Regensensor, schlüssellosem Zugangssystem und Abblendlichtautomatik auf.

Bessere Raumnutzung, weniger Motoren

Auf dem Pariser Autosalon 2012 zeigte Toyota, parallel zum Golf, dessen siebte Generation auf der gleichen Messe präsentiert wurde, die Neuauflage seines Kompaktwagens. Generation Nummer zwei kam schnittiger gezeichnet und damit aerodynamischer daher, was in Verbindung mit einem gesunkenen Fahrzeuggewicht auch zu geringerem Spritdurst führte.

Obwohl in den Dimensionen kaum verändert, war die Raumausnutzung des neuen Modells besser: Der Kofferraum fasste nun mit 360 Litern immerhin 6 Liter mehr, auf der Rückbank saß man etwas luftiger. Die Neuheit schlechthin aber war der Touring Sports, der erste Kombi des Auris, der auch mit Hybridantrieb aufgelegt wurde und damit in der Kompaktklasse bis heute konkurrenzlos ist.

Dagegen litt der Variantenreichtum des Steilhecks: Der Dreitürer wurde aus dem Programm genommen, auch die Motorpalette wurde ausgedünnt. Es gab nur noch je zwei Benziner und Diesel mit einer Leistungsspanne von 99 PS bis 124 PS. Neues unter der Haube gab es erst zum Herbst 2015 im Zuge des Facelifts.

Umfangreiche Sicherheitsausstattung

Die Modellpflege brachte einen neuen Turbobenziner mit 116 PS aus 1,2 Liter Hubraum sowie einen 116 PS starken Selbstzünder der von BMW zugeliefert wurde. Die ganze Palette erfüllte nun die Abgasnorm Euro 6. Der Verbrauch der Hybridversion sank auf 3,5 Liter (CO2-Ausstoß: 79 g/km).

Statt wie üblich das Autogesicht wurde bei der jüngsten Überarbeitung vor allem der Innenraum renoviert, der nun einen größeren Touchscreen bot. Auch das Angebot an Fahrerassistenzsystemen vergrößerte sich um einen Kollisionswarmer und Notbremsassistenten sowie elektronische Helfer für Fernlicht und Spurführung. Totwinkel-Assistent und Müdigkeitserkennung sind jedoch nach wie vor nicht erhältlich.

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