Seat Leon (Serie)

Alle Modelle mit Tests, Daten, Preisen und Kosten

Wer Spanien mag und Volkswagen auch, kann überlegen: Kauft er statt VW Golf einen Seat Leon? Aus technischer und finanzieller Sicht ist die Alternative eine Überlegung wert, denn das Kompaktmodell der Marke von der iberischen Halbinsel nutzt wie der Evergreen aus Wolfsburg den Modularen Querbaukasten (MQB) des Konzerns und ist damit ein enger Verwandter, dessen Preise allerdings etwas niedriger angesetzt sind. Einen markanten Unterschied gibt es allerdings. Der Leon ist im Zweifel das feurigere Auto, das in die schon legendären Cupra-Modelle immer wieder „stärkste Motoren der Unternehmensgeschichte“ eingepflanzt bekam. Die aktuelle Topversion reißt sogar die 300-PS-Marke. Aber auch Sparversionen sind im Programm.

Daten

Daten

In elf Motorenvarianten gibt es das aktuelle Modell: Die Benziner schöpfen aus Hubräumen von 1,0 bis 2,0 Liter 86 PS bis 300 PS. Kleinster Motor ist der 1.0 TSI mit drei Zylindern, der 115 PS leistet und bei einem Normverbrauch von 4,4 Litern Super sparsamer ist als der 1.2 TSI mit 86 PS, der nach Norm 5,1 Liter benötigt und mit einer Höchstgeschwindigkeit von 178 km/h auch der langsamste Leon ist. Am anderen Ende der Skala rangiert der 300 PS starke Cupra, der bei 250 km/h abgeregelt ist und mit 6,9 Litern Superplus im Datenblatt steht. Sparsamer sind naturgemäß die Diesel: Es gibt den 1.6 TDI mit 115 PS, der 4,0 Liter Sprit benötigt. Der 2,0-Liter-TDI wird in den beiden Leistungsstufen mit 150 PS und 184 PS ausgeliefert. Die Selbstzünder sind von 197 km/h bis 228 km/h schnell. Während der Allradantrieb 4Drive dem Kombi ST vorbehalten ist, wird der 110 PS starke TGI-Erdgas-Benziner in allen Varianten angeboten. Das Ladevolumen variiert von der Erdgasversion des Dreitürers mit 275 Litern bis 587 Liter im Kombi, wo es auf 1470 Liter erweiterbar ist.

  • weites Leistungsspektrum
  • Erdgasantrieb im Angebot
  • Allrad nur im Kombi
null
Test

Test

Beim Leon stehen die Fahrleistungen im Vordergrund – und die werden in aller Regel für gut befunden. Dank seines verkürzten Radstandes ist der Dreitürer SC noch einen Schuss agiler als die übrigen Versionen. Die beste Bodenhaftung versprechen die 4Drive-Versionen. Neben dem straffen, aber noch genügend komfortablen Fahrwerk, das teils mit adaptiven Dämpfern passgenaue Variabilität liefert, wird die präzise Lenkung gelobt. Schon der 115-PS-Diesel fährt sich sportlich genug. Bei den kleinen Benzinern ist der Dreizylinder 1.0 TSI gegenüber dem schwächeren 1.2 TSI mit vier Zylindern und höherem Verbrauch die bessere, aber auch teuere Wahl. Teilweise vermisst wird in Tests die Zylinderabschaltung wie im Golf und das digitale Cockpit. Raumangebot und -variabilität werden dagegen durchweg als gut befunden.

  • agiles Fahrverhalten
  • variabler Innenraum
  • präzise Lenkung
null
Preise

Preise

Der günstigste Leon ist der 1.2 TSI mit 86 PS, der mit 14.990 Euro den Basispreis markiert. Auf der anderen Seite der Preisskala steht der 2.0 TSI als Cupra mit 300 PS, für den Seat ab 34.280 Euro verlangt. Als günstigster Selbstzünder steht der 1.6 TDI mit 115 PS ab 22.510 Euro in der Liste, gegenüber dem 2.0 TDI mit 184 PS, der mit mindestens 28.430 veranschlagt wird. Wer den Leon als Lademeister möchte, muss jeweils mit 1500 Euro Kombi-Aufschlag kalkulieren, der Viertürer kostet ab 300 Euro extra. Den Allradantrieb gibt es nur im Kombi in Verbindung mit den leistungsstärkeren Motoren. Hier starten die Preise bei 31.510 Euro für den 1.8 TSI mit 180 PS in Verbindung mit einem sechsstufigen DSG. Die Sicherheitsausstattung ist recht umfangreich, Extras kosten so viel wie bei anderen vergleichbaren Herstellern.

  • günstiger Einstiegspreis
  • moderates Preisniveau
  • gute Sicherheitsausstattung
null
Beschreibung

Serienbeschreibung

Die Geburtsstunde des Leon-Serienmodells schlug auf der IAA 1999, als Seat das fünftürige Fließheckmodell gleich mit einer 180 PS starken Version dem Messepublikum präsentierte. Noch im Dezember des gleichen Jahres kam der Leon mit einer größeren Vielfalt unter der Haube in den Handel. Sieben Motoren standen anfangs zur Wahl, die übrigen Benziner neben dem 180 PS starken 20V-Turbo deckten eine Spanne von 100 PS bis 125 PS ab.


Vorderansicht - schräg
Der erste Cupra kam 2001 als 204 PS starker V6-Benziner.
Seitenansicht

Die Diesel, allesamt noch nach dem Pumpe-Düse-Prinzip arbeitend, rangierten zwischen 68 PS und 110 PS. Kurz nach Markstart kam noch ein weiterer 150-PS-TDI hinzu, 215 km/h schnell und mit 5,3 Litern Normverbrauch ein Spritsparer. Mit Ausnahme des Topmodells, ein Allradler, brachten alle Varianten ihre Kraft über die Vorderräder auf die Straße.

Der 4,18 Meter lange Leon ordnete sich unterhalb des 26 Zentimeter längeren Stufenheckmodells Toledo ins Markenportfolio ein. Als Konkurrenten sah man selbstredend nicht den Golf, sondern vergleichbare Import-Modelle wie Peugeot 306, Renault Mégane und vor allem den Alfa Romeo 145.

Am Motoprogramm wurde über die Jahre immer wieder gefeilt. Der erste Cupra (für Cup Racing) kam 2001 als 204 PS starker V6-Benziner, der im Frühjahr 2002 vom Cupra R mit 210 PS (später 225 PS) übertroffen wurde, der zwar einen 1,8-Liter-Vierzylindermotor hatte, den V6 mit einer Beschleunigung von 7,2 Sekunden auf 100 Stundenkilometer und einem Topspeed von 237 km/h aber noch knapp übertraf.

Leistungsspanne für Freunde der schnellen Fahrt wie auch für gemäßigtere Fahrernaturen

Auf dem Genfer Salon 2005 kündigte ein Prototyp die zweite Leon-Generation an, die dem Kompaktsportler vor allem Fortschritte in der Dieseltechnologie bringen sollte. Unbenommen davon weitete das Modell seine sportlichen Ambitionen aus – zu sehen allein am dynamischeren Äußeren mit der coupéhaften Silhouette und den markanten Seitenlinien und dem schnittigeren Gesicht, aus dem jetzt Klarglasscheinwerfer schauten, die durch einen größeren Kühlergrill ergänzt wurden.

Das Serienmodell mit serienmäßigem ESP, sechs Airbags und elektromechanischer Servolenkung stand schließlich auf der Internationalen Motorshow Barcelona – mit einem Größenwachstum in allen Dimensionen. Der Leon der zweiten Generation war auf 4,32 Meter gewachsen, ein bisschen breiter und mit einem längeren Radstand, was insgesamt für mehr Platz im Innenraum sorgte. In den Handel kam das Kompaktmodell im Spätsommer – wieder mit einer Leistungsspanne, die neben Freunden der schnellen Fahrt auch gemäßigtere Fahrer ansprach. Schließlich kam der etwas später nachgereichte Basisbenziner auf nur 85 PS, der schwächste Diesel leistete 105 PS.

Aber Seat wäre nicht Seat, wenn nicht schnell ein Cupra nachgereicht worden wäre, der ab 2006 zu haben war und 240 PS aus einem 2,0 Liter großen Benziner mit Direkteinspritzung zog und damit auch den kurz zuvor eingeführten FR (für Formula Racing) um 40 PS übertraf. Der FR, selbst schon ein extrovertierter Sportler mit großen Lufteinlässen und Doppelendrohr, wurde als 2.0 TFSI mit 200 PS sowie als 2.0 TDI mit 170 PS ausgeliefert. Auch der Cupra zeigte mit rotlackierten Bremssätteln, 18-Zoll-Leichtmetallrädern und Sportfahrwerk, dass er es eilig hatte: 6,4 Sekunden gab Seat für den Sprint auf 100 km/h an, die Endgeschwindigkeit des bis dahin „stärksten Serien-Seat“ lag bei 247 km/h. Übertroffen wurde der Cupra erneut vom Cupra R, der 2009 auf der IAA stand. Die nüchternen Fakten: 265 PS, 6,2 Sekunden, 250 km/h – aber ein Normverbrauch von 8,1 Liter (CO2-Ausstoß: 192 g/km). In Deutschland nicht vermarktete Sondereditionen leisteten sogar über 300 PS und rasten bis auf 270 km/h.

Der Hybridantrieb schafft es nur in einen Prototypen

Dass ein Leon auch genügsam sein kann, zeigte die erste Ecomotive-Sparversion von 2008, vergleichbar mit den BlueMotion-Ausführungen im Golf. Eine neu programmierte Motorsteuerung, veränderte Getriebeübersetzung und rollwiderstandsoptimierte Reifen senkten den Verbrauch des 1,9-Liter-Diesel mit 105 PS auf 4,5 Liter (CO2-Ausstoß: 119 g/km). Ein Hybridantrieb schaffte es allerdings nur in einen Prototyp, der 2009 auf die Räder gestellt wurde. Die wichtigste motortechnische Neuerung zog mit dem Facelift im gleichen Jahr ein: Die Diesel wurden durch die Bank weg auf die effizientere Common-Rail-Einspritztechnik umgestellt.

Die dritte Generation des flotten Golf-Bruders feierte auf dem Pariser Autosalon 2012 Premiere – zeitgleich mit der siebten Generation des Golf. Beide Autos teilten sich erneut die technische Basis des neu eingeführten Modularen Querbaukastens (MQB). Das Baukastensystem brachte dem Leon ein Gewichtsverlust, was sparsamere Motoren bedeutete. Den Benchmark markierte hier zunächst ein 1,6-Liter-Diesel mit 105 PS, der bei einem Normverbrauch von 3,7 Litern lag (CO2-Ausstoß: 99 g/km). Zugleich war die Raumausnutzung besser. Obwohl das Auto um fünf Zentimeter auf 4,26 Meter leicht geschrumpft war, wuchs der Kofferraum auf 380 Liter.

Fortschritt bei den Fahrerassistenzsystemen

Versteht sich, dass der Neue auch im Design wieder etwas bissiger wurde. Wichtigste Neuerung aber war der Varientenreichtum beim Aufbau. Den Leon gab es ab 2013 erstmals als den Dreitürer SC, der mit verkürztem Radstand noch etwas besser um die Ecken kam. Ein paar Monate später reichte Seat den Kombi ST nach, der auf 4,54 Meter gestreckt ein Kofferraumvolumen von 587 Litern bot. Auch bei den Fahrassistenzsystemen machte der Leon Fortschritte: Verfügbar waren Verkehrszeichenerkennung, LED-Scheinwerfer, Multikollisionsbremse, Abstandsregeltempomat, Müdigkeitswarner sowie Fernlicht- und Spurhalteassistent, serienmäßig ESP, ASR, sieben Airbags und Reifendruckkontrolle, letztere mittlerweile Pflicht in allen Neuwagen. Ein adaptives Fahrwerk gab es zunächst nur für die 180 PS starke FR-Version, später auch für andere Ausführungen.

Auf mehr Öko-Bewusstsein wies indes die Erdgas-Version hin, die der spanische Hersteller ebenfalls 2013 in den Leon brachte. Das TGI-Aggregat mit 110 PS fuhr mit wahlweise CNG oder Benzin und versprach im Erdgasbetrieb eine Reichweite von rund 400 Kilometern bei einem Normverbrauch von 3,5 Kilogramm je 100 Kilometer an (CO2-Ausstoß: 94 g/km). In Sachen CO2-Ausstoß (87 g/km) noch niedriger lag der 1.6 TDI Ecomotive mit 110 PS, der laut Hersteller nur 3,3 Liter benötigte.

Während der Leon sich 2014 mit der allradgetriebenen und kunststoffbeplankten Variante X-Perience mit etwas mehr Bodenfreiheit der SUV-Mode annahm, weiteten die Ingenieure das Sportprogramm auf alle Karosserievarianten aus. Den auf bis zu 280 PS nochmals erstarkten Cupra mit 2,0 Liter großem Turbo-Direkteinspritzer, wahlweise als Handschalter oder mit Doppelkupplungsgetriebe ausgeliefert, gab es nun auch als Kombi. Er sprintete in 6,0 Sekunden etwas langsamer als der Zweitürer auf 100 km/h, war in der Endgeschwindigkeit mit max. 250 km/h aber ebenbürtig schnell.

Die aktuellste Variante des Leon kam mit dem jüngsten Facelift Anfang 2017 zu den Händlern – mit nachgeschärftem Design, sparsameren Motoren und mehr Technik, darunter ein Stauassistent, verbesserte Verkehrszeichenerkennung und einer jetzt elektrischen Handbremse. Und seit März steht auch wieder ein überarbeiteter Cupra daneben – jetzt 300 PS stark mit einem maximalen Drehmoment von 380 Nm. Und dazu ein Bonus für den Kombi, den es als einzigen der CUPRAcer auch in einer Allradversion gibt.

Wie hilfreich waren diese Informationen für dich?