Renault Captur (Serie)

Alle Modelle mit Tests, Daten, Preisen und Kosten

Der Renault Captur ist ein sehr auffälliger und verspielter Vertreter der neuen Trendgattung Mini-SUV: bunt, gedrungen und flott gestylt hat der seit Juni 2013 auf dem deutschen Markt fahrende Fünftürer kaum etwas mit seinem Vorgänger Modus gemein. Statt Mini-Van bietet Renault mit dem Captur einen sportlichen Crossover, der auf der Plattform des Clio IV produziert wird und mit Nissan Juke, Peugeot 2008 oder Suzuki Vitara konkurriert. Damit erschließt sich Renault sowohl die Kundengruppe der jungen Familien als auch der Singles. Dieser Erfolg schlägt sich in den Verkaufszahlen nieder: Zwischen Januar und März 2017 hat der französische Hersteller 5646 Einheiten in Deutschland verkauft. Zusammen mit dem Clio und dem Mégane ist der Captur damit für den größten Marktanteil von Renault seit 2003 verantwortlich.

Daten

Daten

Alle sechs Motor-Varianten, die Renault anbietet, sind leise und laufruhig. Weder die beiden 0,9- oder 1,2-Liter-Benziner mit 90 PS bis 118 PS noch der 1,5-Liter-Dieselmotor mit 90 PS und 110 PS reissen Bäume aus. Mit dem 118 PS starken Benziner und dem manuellen Sechsganggetriebe kann man aber immerhin in 9,9 Sekunden auf 100 km/h beschleunigen, mit dem 90 PS Diesel dauert das dann allerdings ewige 13,8 Sekunden. Alle übrigen Motoren bewegen sich zwischen diesen beiden Werten. Doch dafür sind sie als zuverlässige und sparsame Arbeiter bekannt, auch wenn sich das etwas träge schaltende Doppelkupplungsgetriebe schon mal zu Lasten der Beschleunigung auswirkt. Hinzu kommt, dass die Lenkung dem Fahrer nicht allzu viel Rückmeldung gibt. Weil die Federung anderseits zu viel Bewegung zulässt, greift das ESP zusätzlich in rasant angegangenen Kurven ein.

  • sparsame Motoren
  • leise und laufruhig
  • schwammige Lenkung
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Test

Test

Die Tester sind begeistert vom Renault Captur – zumindest in puncto Komfort und Eleganz. Vor allem die Vordersitze hatten es vielen angetan, auf der Rückbank ist der Kopfbereich jedoch etwas knapp bemessen. Weniger Freude machte den Fachleuten das allzu dominante ESP und das leicht untersteuernde Kurvenverhalten. Auch die Motorisierungen, die in allen Varianten zu wenig Kraft liefern, fanden kaum Beifall. Gerade die Diesel erreichten die 100-km/h-Grenze nur sehr mühsam. Immerhin attestierten die Tester dem Captur ausgezeichnet zupackende Bremsen, aus Tempo 100 braucht er nur 35 Meter, um zum Stehen zu kommen. Und auch aus dem Euro-NCAP-Crashtest ging der Captur mit der Fünf-Sterne-Höchstwertung hervor. Für Schmunzeln sorgte Renaults Idee, die Rückseite der Vordersitze nicht mit Taschen oder anderen Aufbewahrungsmöglichkeiten auszustatten, sondern stattdessen mit quer liegenden Expandern zu bestücken.

  • viele kleine Komfort-Extras (herausnehmbares Handschuhfach)
  • verschiebbare Rückbank
  • Navi bietet auch spritsparende Routen
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Preise

Preise

Zahlreiche Ausstattungsdetails und Extras machen das Studium der Preisliste zu einem interessanten Zeitvertreib. Der Grundpreis für den Basisbenziner mit 90-PS beträgt 15.690 Euro und steigt am Ende auf 24.590 Euro für die Top-Ausstattung Elysee mit 110 PS-Diesel. Ab der Ausstattungsvariante Life sind zahlreiche sportliche Extras wie Leichtmetallräder, zweifarbige Lackierungen oder Front- und Heckschürze inklusive. In der Ausstattungsvariante Initiale Paris bekommt der Käufer außerdem Nappaleder-Sitze, Bose-Soundsystem und das schlüssellose Zugangssystem Keycard Handsfree. Unter den Extras findet sich für relativ günstige 590 Euro das "R-Link"-System mit Radio und Navi, das dank TomTom mit guter Routenführung, aktueller-Stauberechnung und Blitzer-Warner überzeugt. Angesichts der Dominanz des Smartphones hat Renault den CD-Player schlicht weggelassen. Allerdings ist die Menüführung teilweise umständlich.

  • Assistenzsysteme für Einparken und Totwinkel-Warner
  • teure Zusatzausstattung
  • Panorama-Glasdach als Extra
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Beschreibung

Serienbeschreibung

Mit 4,12 Metern Länge ist der Captur eines der kürzesten SUV in diesem Marktsegment – und mit 1,56 Metern auch eines der höchsten. Damit lässt es sich bequem einsteigen – wichtig für die kaufstarke Generation der Babyboomer, die langsam auch in die Jahre kommt. Der Captur bietet kleine, aber feine Details:


Vorderansicht - schräg
Sportlicher Crossover statt Mini-Van.
Seitenansicht

Die Rückbank lässt sich um 16 Zentimeter nach vorn und hinten verschieben, womit der Kofferraum beachtliche 455 Liter oder 377 Liter Volumen bietet. Allerdings lassen sich die Rücksitze nicht völlig umklappen, dadurch wird der Kofferraum uneben. Erfreulich dagegen – auch das eine Clio-Parallele – der höhenverstellbare Kofferraumboden sowie ein elf Liter fassendes Handschuhfach, das man bei Bedarf einfach herausnehmen kann.

Nur mit Vorderradantrieb

Beim Antriebskonzept hat Renault seine Kundschaft durchschaut: Statt einen Allradantrieb mühsam auf die Clio-Plattform anzupassen, begnügen sich die Franzosen mit dem Vorderradantrieb. Schließlich sind die meisten Käufer auch nur in den seltensten Fällen offroad unterwegs. Für flottes Vorankommen sorgen je drei Otto- und Dieselmotoren, mit 90 PS bis 118 PS bei den Benzinern und 90 PS bis 110 PS bei den Selbstzündern. Damit sind zwar keine Spurts oder Geschwindigkeitsrekorde möglich, aber für komfortable Stadtfahrten oder kürzere Autobahnstrecken langt das allemal. Auf längeren Autobahnstrecken bei höherer Geschwindigkeit sind die Windgeräusche allerdings etwas zu deutlich zu hören.

Rein optisch wirkt der Captur wie ein Crossover, kombiniert mit einem Schuss Dynamik, die ihn im Vergleich zu einem klassischen Mini-SUV deutlich sportlicher aussehen lässt. Auch der Innenraum gibt sich modern: Die Tempo-Anzeige ist digital, peppige Designakzente und der sieben Zoll große Touchscreen-Monitor sollen ein junges Publikum ansprechen. Der Komfort der watteweichen Federung hat allerdings einen Nachteil: Fahrer und Beifahrer, die dank der hohen SUV-Position einen guten Blick nach vorne genießen, versinken auf längeren Strecken. Schuld daran ist die Abstimmung zwischen Federung und Dämpfung, die kurze Bodenwellen direkt an die Passagiere weitergibt und bei langen Wellen ein Nachschwingen erzeugt.

Bei einem Facelift 2017 wurden Kühlergrill, Scheinwerfer und Rückfahrleuchten neu gestaltet und LED-Technik ist jetzt allgegenwärtig. Dazu kommt der ins Auge springende Unterbodenschutz, der den Captur stärker in Richtung Mini-SUV rückt.

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