Porsche Macan (Serie)

Alle Modelle mit Tests, Daten, Preisen und Kosten

Als Porsche zur Jahrtausendwende ankündigte, nun auch SUVs bauen zu wollen, zettelte der Sportwagenbauer damit eine Grundsatzdebatte an. Doch die Entscheidung bereute zumindest bei Porsche niemand. Der Cayenne wurde schnell zum Verkaufsschlager und zur wichtigsten Stütze des Unternehmens. Der 2013 folgende Macan wurde bei den Kunden noch beliebter. Auf Basis des Audi Q5 entwickelt, unterscheidet sich der in Leipzig montierte SUV deutlich von seinem Ingolstädter Konzern-Vetter. Äußerlich vor allem durch explizite Coupé-Merkmale, innerlich durch teils noch stärkere Motoren als in Audis Sportversion SQ5. Schließlich versteht sich Porsche nach wie vor nicht als SUV-, sondern Sportwagen-Hersteller.

Daten

Daten

Der 4,69 Meter lange, aber nur 1,61 Meter niedrige Porsche Macan ist trotz seines Gewichts von 1,8 bis 2,0 Tonnen ein echter SUV-Sportwagen. Schon der kleinste Benziner, dem einzigen 2-Liter-Vierzylinder, mit 252 PS sprintet in 6,7 Sekunden auf Tempo 100 und weiter bis 229 km/h Höchstgeschwindigkeit. In Sachen Fahrleistungen folgt der einzige verbliebene Diesel 3.0 V6 mit 258 PS, der den Sprint in 6,3 Sekunden absolviert und bis zu 230 km/h schnell wird. Topmodell ist der Turbo 3.6 V6 mit 440 PS, der 4,4 Sekunden von null auf 100 km/h und 272 km/h Spitze ermöglicht, aber auch den höchsten Verbrauch aufweist (9,5 Liter Superplus; CO2-Ausstoß: 219 g/km). Den gegenüber steht der Diesel mit 6,1 Litern Normverbrauch und 159 g/km. Zuladungen sind bis maximal 695 Kilogramm möglich, die Anhängelast beträgt bis zu 2,4 Tonnen, während der Tank bis zu 75 Liter fasst – keine schlechte Idee angesichts des erhöhten Realverbrauchs.

  • Bis zu 440 PS und 272 km/h
  • Vorwiegend Sechszylindermotoren
  • Anhängelast bis 2,4 Tonnen
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Test

Test

Das Abschneiden in Tests entspricht dem Anspruch, den Porsche für das Auto erhebt. So werden die Fahrleistungen als sehr gut eingestuft, was nicht verwundert, wenn schon das Einstiegsmodell 252 PS generiert. Als adäquat abgestimmt, wenn auch schon im Komfort-Modus recht straff, gilt das Fahrwerk, das sich in Verbindung mit optionaler Luftfederung und einstellbarer Dämpfercharakteristik nochmals verbessert an eine sportliche Fahrweise anzupassen weiß. Aber nicht nur das: Dank Luftfederung lässt sich das Fahrzeugniveau auch um 40 Millimeter anheben, was im Offroad-Modus die Geländeeigenschaften optimiert. Dass letztere aber mehr Spielerei und der Macan eher für den Asphalt gemacht ist, zeigt auch die sehr direkte Lenkung, die das Auto in Verbindung mit den sehr guten Bremsen zum Kurventänzer prädestiniert. Womit man beim einzigen Malus wäre. Denn selbst die Dieselmotoren sind keine Kostverächter und übertreffen den Normverbrauch auch bei moderater Fahrweise deutlich. Das Raumangebot gilt als gut, aber nicht herausragend, die Zuladung und Anhängelast ist hoch. Nichts zu mäkeln gibt es an der Verarbeitungsqualität, das Porsche-typische Cockpit könnte allerdings übersichtlicher, das Infotainment-System zeitgemäßer sein.

  • Sportliche Fahreigenschaften
  • Gute Verarbeitungsqualität
  • Erhöhter Verbrauch
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Preise

Preise

Porsches kompakte Sport-SUV ist ein teures Auto – wie jedes Produkt der Marke. Los geht es ab 56.264 Euro für den Einstiegsbenziner mit dem 252 PS starken Vierzylinder. Der Diesel mit dem 3,0-Liter-V6 steht ab 61.143 Euro in der Preisliste. Wer einen Turboschriftzug am Heck und 400 PS unter der Haube möchte, muss mit 84.586 Euro für die Topversion noch mal sehr viel tiefer in die Tasche greifen. Für die 40 PS mehr im Performance Paket werden noch einmal zusätzlich knapp 7400 Euro fällig. Die Betriebskosten gelten als durchschnittlich hoch, während die Fixkosten sehr hoch liegen. Da tröstet nur noch die recht hohe Wertstabilität. Die Neuwagengarantie gilt allerdings auch nur für zwei Jahre.

  • Hohe Anschaffungskosten
  • Hohe Fixkosten
  • Neuwagengarantie nur zwei Jahre
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Beschreibung

Serienbeschreibung

Der Porsche Macan debütierte Ende 2013 nahezu zeitgleich auf den Automessen in Los Angeles und Tokio. Der Hersteller präsentierte einen sportlich geschnittenen Geländewagen von 4,70 Metern Länge mit Platz für fünf Personen und einem 500 Liter fassenden Kofferraum, der durch Umklappen der Rückbank auf 1500 Liter erweitert werden konnte.


Vorderansicht - schräg
Allein mit einem sportlicheren Design war noch kein Blumentopf zu gewinnen.
Seitenansicht

Für ein kompaktes SUV, das gegen Konkurrenten wie den BMW X3, den Volvo XC60 oder den mittlerweile abgelösten Mercedes GLK antreten sollte, war damit noch kein Blumentopf zu gewinnen. Aber natürlich erhielt der Macan von Anfang an die Porsche-Gene: ein sportliches Design dank leicht geduckter Gestalt, das sich harmonisch in das bestehende Modellportfolio einreihte, eine tiefere Sitzposition und markentypische Merkmale wie das links neben dem Lenkrad angebrachte Zündschloss. Aber allem voran natürlich die entscheidend stärkeren Motoren, die für Porsche-typische Fahrleistungen sorgten.

 

Immer serienmäßig: Allrad und Doppelkupplungsgetriebe

Den Einstieg markierte zum Markstart im April 2014 ein V6-Benziner mit Turboaufladung und 340 PS aus 3,6 Litern Hubraum. Angeboten wurde er zu Preisen ab 57.930 Euro und lag damit nur rund 1500 Euro unter dem preisgünstigsten Cayenne. Für das gleiche Geld gab es den 3,0-Liter-V6-Diesel mit 258 PS. Der kräftigste Motor war traditionell im „Turbo“ als 400 PS starke Ausbaustufe des V6-Benzinmotors verbaut. So gerüstet war der stets mit Allradantrieb und Doppelkupplungsgetriebe bestückte Macan bereits schneller als die meisten Kompakt-SUV auf dem Markt – bis zu 266 km/h. Alleinstellungsmerkmal im Segment ist bis heute die Luftfederung, die aktuell für knapp 1500 Euro extra bestellt werden kann.

Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen, kündigte der einstige Porsche-Chef Matthias Müller gleich zum Start noch stärkere Motoren an. Schon 2015 legten die Zuffenhausener mit der Sportversion GTS nach. Sie übertraf das Ausgangsmodell mit 360 PS statt 340 PS und bekam als weiteres Unterscheidungsmerkmal dunkle Anbauteilen sowie ein straffer abgestimmtes und um 15 Millimeter abgesenktes Fahrwerk. Auch LED-Scheinwerfer konnten in dem Derivat bestellt werden. Als Top-Speed gab Porsche 256 km/h an.

Dank Performance Package auf 272 km/h

Bislang absolute Speerspitze ist jedoch der 2016 mit dem so genanntem Performance Package nochmals getunte Turbo, der nun mit 440 PS in der Baureihe auch für Rekorde bei den Fahrleistungen sorgte. Dank eines ebenso um 50 auf 600 Newtonmeter gesteigerten maximalen Drehmoments sprintet das SUV-Kraftpaket damit in bestenfalls 4,4 Sekunden auf Tempo 100, und bei anhaltendem Druck aufs Gaspedal weiter bis 272 km/h. Damit man auch diesen Renner als solchen erkennt, bekam er dazu rot lackierte Bremssättel und einen speziellen Sportauspuff verpasst.

Die von Müller allerdings ebenfalls früh ins Gespräch gebrachten alternativen Antriebe haben bislang nicht ihren Weg in den Macan geschafft. Von einem Plug-in-Hybriden war zunächst die Rede, nun plant Porsche offenbar eine vollelektrische Version, die aber frühestens für 2022 erwartet wird.

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