Porsche 718 Cayman (Serie)

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Der kleine Bruder des Porsche 911 hört seit 2016 auf den Namen 718 Cayman. Das Mittelmotorcoupé stellt zugleich den Einstieg in die Porsche-Welt dar, denn günstiger kann man einen Flitzer der Stuttgarter Marke nicht erstehen. 2005 als Cayman eingeführt, erhielt die geschlossene Version des Boxsters 2016 mit 718 Cayman eine neue Modellbezeichnung, die zum einen eine kleine Revolution in Sachen Motorentechnik mit sich brachte, aber auch an die Rennsportgeschichte erinnern sollte. Denn ein 718 fuhr für Porsche Ende der Fünfziger- und Anfang der Sechzigerjahre zahlreiche Erfolge bei Langstreckenrennen wie der Targa Florio auf Sizilien oder den 24 Stunden von Le Mans. Seinerzeit ebenfalls mit vier Zylindern, wenn auch mit 142 PS weit schwächer als der heutige Nachfahre für den zivilen Einsatz auf der Straße.

Daten

Daten

Das Wichtigste vorweg: Das Coupé ist als Cayman S bis zu 285 km/h schnell. Damit holt er den großen Bruder 911 (ab 292 km/h) zwar immer noch nicht ein – vielen Kunden dürfte das aber dennoch genügen. Der 2,5-Liter-Vierzylinder-Boxer beschleunigt dank 350 PS und 420 Nm Drehmoment in 4,6 Sekunden auf 100 km/h, wenn man auf die Tube drückt. Die Einstiegsvariante mit nur zwei Litern Hubraum bringt es mit 300 PS und 380 Nm Schub auf 275 km/h. Der rund 1,4 Tonnen schwere Cayman ist 4,38 Meter lang und verfügt im Gegensatz zu der offenen Boxster-Version oder dem 911 Coupé über zwei Gepäckräume. Der Normverbrauch liegt bei 8,1 Litern oder 7,4 Litern Superplus (CO2-Ausstoß: 184 g/km oder 168 g/km). Geschaltet wird wahlweise manuell über sechs Gänge oder per Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe PDK.

  • Durchzugskräftige Vierzylinder-Boxer
  • Nur zwei Motorvarianten
  • Zwei Gepäckräume
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Test

Test

Direktere Lenkung und strafferes Fahrwerk – gegenüber dem Vorgänger werden dem Cayman optimierte Kernkompetenzen attestiert. Noch besser lässt er sich um die Kurven zirkeln, weil die Lenkung noch direkter ausgelegt ist. Mit der gesteigerten Agilität ist es Porsche gelungen, dem Verzicht auf die Sechszylindermotoren etwas entgegenzusetzen. Zugleich gilt die Federung als ausreichend komfortabel. Der 918 Cayman ist dennoch weniger Reiseauto als Spaßmobil. Während die beiden Sitze bequem sind und guten Seitenhalt bieten, fasst der zweigeteilte Stauraum immerhin 425 Liter. Die Verarbeitung der Materialien ist vorbildlich, als deutlich intuitiver wird auch das überarbeitete Bedienkonzept gelobt, der größere Bildschirm hat seinen Anteil daran. Was man in Kauf nimmt: Der gesteigerte Spritdurst, mit dem man in einem Sportwagen aber immer leben muss.  

  • Sehr gutes Kurvenverhalten
  • Optimiertes Bedienkonzept
  • Erhöhter Verbrauch
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Preise

Preise

Ab 52.694 Euro Neuwagenpreis geht es los – damit ist der geschlossene 718 Cayman nun anders als zuvor erstmals der günstigste Porsche. Zum Einstieg erhält der Kunde den Zweiliter-Turbo mit 300 PS. Wer den 718 Cayman S mit 50 Extra-PS möchte, muss 12.495 Euro draufzahlen. Dafür könnte man auch schon einen Porsche Macan mit V6-Benziner (340 PS) fahren. Wer aufs manuelle Schalten verzichten möchte, muss für das siebenstufige Doppelkupplungsgetriebe (PDK) nochmals 2826 Euro veranschlagen. Weitere Tausender kann man für zwei optionale Sportpakete ausgeben. Die Sicherheitsausstattung ist mit sechs Airbags gut, doch Extras sind vergleichsweise teuer. So kostet etwa ein Navigationssystem ab gut 1500 Euro oder LED-Scheinwerfer knapp 2000 Euro, die Auswahl an Assistenzsystemen ist dagegen nicht gerade groß. Die Neuwagengarantie liegt bei nur zwei Jahren. Die Unterhaltskosten sind hoch.  

  • Günstigster Porsche, trotzdem hoher Einstiegspreis
  • Hohe Unterhaltskosten
  • Teure Extras
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Beschreibung

Serienbeschreibung

Es war ein Paukenschlag für die Sportwagengemeinde, als Porsche ankündigte, die Sechszylindermotoren für den Cayman komplett aus dem Programm zu nehmen und anstelle dessen nur noch aufgeladene Vierzylinder-Boxermotoren einzusetzen.


Die Vorurteile gegenüber dem Vierzylinder verzogen sich schnell.

Doch mögliche Verstimmungen und Empörungen verzogen sich schnell, stellte sich doch schnell heraus, dass sich ein 718 Cayman vor einem 911 nicht verstecken muss – zumindest, wenn die stärkste auf die schwächste Version trifft. Seine Weltpremiere feierte der 718 Cayman als Faceliftversion des 2013 in zweiter Generation aufgelegten Sportcoupés im Frühjahr 2016 auf der Motorshow in Peking, im September des gleichen Jahres kam er mit gegenüber dem Vorgänger stark angezogenen Preisen in den Handel. Immerhin wurde die geschlossene Coupéversion preislich erstmals unter dem ebenfalls als 718 umbenannten Boxster ins Portfolio aufgenommen.

Ein Vielfaches der Leistung Die technische Revolution bestand zum einen aus dem Verzicht auf zwei Zylinder, zugleich aber in der Tatsache, dass Porsche am Boxer-Prinzip festhielt. Wobei es nicht zuletzt auch darum ging, den Vergleich mit einem legendären Vorfahren zu verhindern. Denn ein Boxermotor mit vier Töpfen war über Jahrzehnte der Standardantrieb für den VW Käfer.   Im Cayman entfacht das aufgeladene Aggregat allerdings ein Vielfaches der Leistung. Schon das Einstiegsmodell zieht aus dem zwei Liter großen Motor 300 PS und stemmt bis zu 380 Nm Drehmoment auf die Kurbelwelle. Die stärkere Topversion führt wie üblich bei Porsche ein zusätzliches „S“ im Namen und schöpft aus 2,5 Litern Hubraum 350 PS und 420 Nm Drehmoment. Mit der Einführung des 718 Cayman fahren nun (fast) alle Modelle bei Porsche, wo vor allem im 911 einst auch die Saugmotoren viele Fans hatten, mit Turbotechnologie.

Facelift oder dritte Generation?

Durch geschicktes Marketing gelang es Porsche, vorrangig mittels der neuen Modellbezeichnung den aufgefrischten Cayman in der öffentlichen Wahrnehmung als dritte Generation der Modellreihe zu platzieren. Im Grunde handelte es sich aber nur um eine, wenn auch grundlegende Modellpflege des mit 4,38 Meter gleich langen Vorgänger-Typs 981. Immerhin feilte der Hersteller auch stark am Design: Der Typ 982 fährt mit wuchtigerer Front- und Heckpartie, neu abgestimmtem Fahrwerk und modernisierter Infotainment-Technik mit größerem Touchdisplay vor.

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