Porsche 718 Boxster (Serie)

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Der ein oder andere Boxster-Fan reagierte leicht irritiert, als Porsche bei der Neuauflage des seit 1996 vermarkteten offenen Zweisitzers ankündigte, fortan auf Sechszylinder-Motoren zu verzichten. Doch auch der Stuttgarter Hersteller muss sich den EU-Abgas-Vorschriften beugen und installiert seit 2016 in seinem Roadster nur noch Boxer-Motoren mit vier Brennkammern. Doch am Ende war es viel Lärm um nichts, sind die Vierzylinder-Turbos doch so spritzig geworden, dass die meisten Fans mehr als zufrieden sind. Der ein oder andere Interessent könnte angesichts der überzeugenden Agilität sogar ins Grübeln kommen, statt eines 911 Cabrio zum 718 Boxster zu greifen – und dabei zugleich noch mehrere Zehntausend Euro zu sparen.

Daten

Daten

Wie das Coupé Cayman wird der Boxster in der stärkeren, 350 PS leistenden S-Version bis zu 285 km/h schnell. Wer statt des 2,5 Liter großen Vierzylinders den 50 PS schwächeren Einstiegs-Boxer ordert, ist aber maximal aber auch nur 10 km/h langsamer. Die schnellere der beiden Ausführungen beschleunigt dank 420 Nm statt 380 Nm in 4,6 Sekunden auf 100 km/h. Der 2-Liter-Vierzylinder hat mit einem Sprintwert von 5,1 Sekunden den etwas schwächeren Antritt. Auch diese Werte stimmen mit dem interessanterweise nicht leichteren Coupé überein. Das Leergewicht liegt jeweils bei 1,4 Tonnen. Auf der Fahrzeuglänge von 4,38 Metern bietet der 718 Boxster mit 275 Litern aber den kleineren Stauraum – irgendwo muss das Verdeck halt hin. Der Normverbrauch liegt bei 8,1 oder 7,4 Litern Superplus (CO2-Ausstoß: 184 und 168 g/km). Geschaltet wird wahlweise über sechs Gänge manuell oder per Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe.

  • Durchzugskräftige Vierzylinder-Boxer
  • Nur zwei Motorvarianten
  • Akzeptabler Stauraum
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Test

Test

Der neue Boxster mit der alten Nummer lässt dank abgesenkter Bodenfreiheit, strafferem Fahrwerk sowie knackigerer Lenkung die Tester jublen. Mit der sehr guten Traktion und den standfesten Bremsen fährt er sogar noch mal einen Tacken agiler als der Vorgänger, wobei die Federung als ausreichend komfortabel wahrgenommen wird. Dank Turboaufladung gelang es Porsche zudem, die Leistung bei sinkendem Verbrauch zu steigern. Für einen offenen Zweisitzer bietet der Roadster den beiden Insassen ein recht gutes Platzangebot, die Sitze sind bequem, die Verarbeitung sehr gut. Positiv hervorgehoben wird auch das sehr schnell öffnende und schließende Verdeck. Kritik gibt es für die mäßige Übersichtlichkeit, die gewöhnungsbedürftige Bedienung der Klimaanlage und die wenigen Assistenzsysteme. Die Verbrauchswerte sind, wie für einen Sportwagen erwartbar, nicht gerade die niedrigsten.

  • Hohe Agilität
  • Standfeste Bremsen
  • Eingeschränkte Übersichtlichkeit
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Preise

Preise

Zum Mindestpreis von 54.717 Euro ist der Boxster erstmals teurer als das Coupé Cayman. Die Differenz beträgt exakt 2023 Euro. Dafür erhält der Kunde den Zweiliter-Turbo mit 300 PS. Der 718 Boxster S mit 350 PS steht dann erst ab 67.212 Euro in der Liste. Beide Versionen lassen sich knackig über sechs Gänge schalten, das siebenstufige PDK-Getriebe kostet 2826 Euro Aufpreis. Darüber hinaus stehen zwei Sportpakete zur Wahl. Das mindestens 1797 Euro teure Sport-Chrono-Paket enthält die so genannte „Launch Control“ mit der sich die Beschleunigung auf 100 km/h in Verbindung mit dem PDK-Getriebe nochmals von 5,1 Sekunden auf 4,7 Sekunden (Boxster) und von 4,6 Sekunden auf 4,2 Sekunden (Boxster S) steigern lässt. Die Sicherheitsausstattung ist mit sechs Airbags gut, die Auswahl an Assistenzsystemen dagegen eher beschränkt, und Extras sind wie gehabt eher teuer. Die Neuwagengarantie liegt bei nur zwei Jahren. Und auch die Unterhaltskosten sind hoch.

  • Angehobener Einstiegspreis
  • Hohe Unterhaltskosten
  • Kaum Assistenten verfügbar
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Beschreibung

Serienbeschreibung

Porsche sprach von der neuen Generation des Boxsters, im Grunde handelte es sich aber um eine gründliche Modellpflege des Typs 981, der im Frühjahr 2016 auf dem Genfer Autosalon als Typ 982 vorgestellt wurde. Immerhin gab es neben dem Motorenwechsel und neuen Namen, der jetzt 718 Boxster lautete, auch ein neues Design mit kleinem Entenbürzel am Heck und mittig angeordnetem Auspuff. Damit wirkte der Neue äußerlich wuchtiger und einen Schuss aggressiver.


Im Grunde handelt es sich bei der neuen Generation um eine gründliche Modellpflege.

In Sachen Leistung legte er ebenfalls zu. Obwohl mit der Zylinderanzahl auch der Hubraum von 2,7 Liter und 3,8 Liter auf 2,0 Liter und 2,5 Liter schrumpfte, stieg im Gegenzug die Zahl der Pferdestärken auf 300 PS und 350 PS. Der Grund für das extreme Downsizing lag wohl hauptsächlich in den neuen EU-Abgasvorschriften aus Brüssel. So konnte Porsche verkünden, der Verbrauch sei mit 6,9 Litern bis 8,1 Litern (CO2-Ausstoß: 158 g/km bis 184 g/km) nun niedriger als je zuvor.

Strafferes Fahrwerk, direktere Lenkung, abgesenkte Karosse

Dank strafferem Fahrwerk, direkterer Lenkung und um zwei Zentimeter abgesenkter Bodenfreiheit fuhr sich der 4,38 Meter lange Mittelmotorsportler (Radstand: 2,48 Meter) auch deutlich agiler als der Vorgänger. Auch die Bremsen wurden neu abgestimmt. Schneller als zuvor, in sagenhaften neun Sekunden, ließ sich das elektrische Stoffverdeck öffnen. Als Option gab es ein adaptives Fahrwerk sowie erstmals LED-Scheinwerfer. Rund fünf Monate nachdem der 718 Boxster im Mai zu den Kunden kam, wurde noch die geschlossene Version 718 Cayman nachgereicht, mit der dann alle Modelle von Porsche auf Turbo-Technologie umgestellt waren.

Die offene Variante hängt das Coupé ab – beim Preis

Auch die Preispolitik wurde neu ausgerichtet. Einen Boxster zu fahren war nun teurer als jemals zuvor – obwohl das Modell aufgrund der kleineren Boxer-Motoren eigentlich das Potenzial zur Preissenkung gehabt hätte. War der Vorgänger noch bei rund 49 000 Euro gestartet, kostete der neue Roadster mindestens knapp 55 000 Euro. Dafür wurde die offene Variante – analog zum großen Bruder 911 – nun höher eingepreist als das geschlossene Coupé Cayman.

Mit dem neuen Namen wollte Porsche aber nicht nur das grundlegende Facelift als neue Generation positionieren, sondern auch an die eigene Rennsportgeschichte erinnern. Denn ein Porsche 718 mit Vierzylindermotor errang in den Fünfziger- und Sechzigerjahren große Erfolge bei legendären Langstreckenrennen wie der Targa Florio auf Sizilien oder dem 24-Stunden-Rennen von Le Mans.

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