Der Opel Zafira Tourer kam 2012 als dritte Generation des Kompaktvans auf den Markt und wurde im Sommer 2016 einem Facelift unterzogen. War der allererste Zafira (intern: A) mit seinen zwei versenkbaren Sitzreihen im Fond 1999 noch ein Vorreiter, mussten sich seine Nachfolger zahlreichen Konkurrenten wie dem VW Touran oder dem Ford C-Max stellen. Nicht zuletzt deshalb hat Opel die Innenraumvariabilität kontinuierlich weiterentwickelt.
Mit der dritten Generation (intern: C) wurde zudem die Positionierung etwas verändert und dem deutlich gewachsenen Zafira der Beiname Tourer gegeben: Hochwertige Extras und ein nobleres Ambiente sollten ihn vom günstigen Familientransporter zur Großraumlimousine und Reise-Lounge auf Rädern wandeln.
Stärken
hohe Innenraumvariabilität
intelligente Ablage- und Transportkonzepte
breite Motorenpalette
Schwächen
eingeschränkte Fahrdynamik
großer Wendekreis
beschränkter Sitzkomfort in der dritten Reihe
Beta
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Wie jede Großraumlimousine hat auch der Zafira aktuell einen schweren Stand, weil ihm das modische Aussehen der SUVs und Crossover-Modelle fehlt. Aber Opel kompensiert das besser als viele andere Hersteller. Selbst wenn das Platzangebot mit den Konkurrenten vergleichbar ist, hat man dem Raumkreuzer mit Extras wie der verschiebbaren Mittelkonsole, der Panorama-Frontscheibe und der modularen Lounge-Bestuhlung einen profilierteren Charakter gegeben.
Seit mit dem Facelift das Cockpit überarbeitet und die Schalterflut reduziert wurde, fühlt sich auch der Fahrer wohler. An die Verkaufszahlen früherer Generationen konnte der Zafira Tourer zwar nie anknüpfen. Einen plausiblen Grund gibt es dafür aber nicht, denn der große Kompaktvan sieht schnittig aus, ist ordentlich verarbeitet und bringt mit der optionalen dritten Sitzreihe auch erweiterte Familien recht kommod ans Ziel.
Testberichte
ADAC Auto-Test
Testergebnis vom 28. Juni 2017
OPEL Zafira 2.0 D (CDTi ecoFLEX) Start/StopFünftüriger Van der unteren Mittelklasse (125 kW / 170 PS)
Mit seiner breiten Motorpalette deckt der Opel Zafira Tourer die meisten Kundenansprüche ab: Es gibt einen kleinen Benziner zum niedrigen Einstiegspreis. Ein sparsamer und zugleich starker Diesel soll Vielfahrer ansprechen, und die starke Topversion bedient auch ohne OPC-Logo die Vorlieben sportlicherer Kunden. Die beiden Gas-Varianten machen die Großraumlimousine zudem für besonders umwelt- und betriebskostenbewusste Käufer attraktiv.
Die passive Sicherheitsausstattung ist klassenüblich. Bei der Auswahl an aktiven Sicherheitsmerkmalen und den Assistenzsystemen merkt man aber trotz des aktuellen Facelifts, dass der Zafira bereits ein paar Jahre auf dem Markt ist. Jedoch hat Opel mit OnStar einen Mehrwert geschaffen, der in dieser Klasse konkurrenzlos ist.
sechs Airbags
LED-Tagfahrlicht und -blinker
Das Sicherheitsniveau im Zafira ist für ein klassisches Familienmodell angenehm hoch. Sechs Airbags sind Standard, und als Option gibt es eine Reihe hilfreicher Assistenten wie die kameragestützte Auffahrwarnung, Verkehrszeichenerkennung oder Spurführungshilfe. Systeme mit erweiterten Eingriffsmöglichkeiten bietet der Zafira im Gegensatz zu neueren Konkurrenten über den Tempomat mit Abstandsregelung hinaus noch nicht.
Ein Alleinstellungsmerkmal auch in Sachen Sicherheit ist der Telematikdienst OnStar, der weit über den vorgeschriebenen eCall hinausgeht. Denn der Zafira ruft bei einem Notfall nicht nur automatisch Hilfe. Bis zum Eintreffen der Ersthelfer werden die Insassen von einem Callcenter aus auch telefonisch betreut.
Beim Euro-NCAP-Crashtest erzielte der Zafira Tourer Ende 2011 die Höchstnote von fünf Sternen und dabei sehr gute 94 Prozent für den Insassenschutz.
Ausstattung
Die Ausstattungsvarianten spiegeln genau die große Bandbreite wieder, die Opel mit dem Zafira Tourer abdecken will. Es gibt den Van als preisgünstiges und vergleichsweise karges Einstiegsmodell für kostenbewusste Familien oder als voll ausgestatteten Luxusliner für die Geschäftskunden. Die Abstufung hat Opel dabei geschickt gestaltet: Der Kunde kann nicht nur zwischen Economy- und Business-Klasse wählen, sondern sich über die vielen Pakete und Einzeloptionen seinen ganz individuellen Zafira zusammenstellen.
Das gilt nicht nur für Sicherheit, Assistenz, Infotainment und Komfort, sondern insbesondere für die Variabilität, die Anzahl der Sitzplätze sowie die Ablagen, Halte- und Transportsysteme.
Zur Serienausstattung gehören:
Tempomat
versenkbare Sitze in der zweiten Reihe
mindestens 24 Ablagefächer
Die Variabilität macht beim mindestens 21.990 Euro teuren Zafira Tourer den Unterschied. Deshalb hat Opel bei der Ausstattung vor allem auf eine flexible Sitzlandschaft, auf intelligente Ablagen und clevere Transportlösungen geachtet. Viele dieser Extras gibt es jedoch nur in den höheren der vier Ausstattungslinien Selection, Edition, Active und Innovation oder gegen Aufpreis. Auch die dritte Sitzreihe ist nur optional erhältlich.
Bemerkenswert sind dabei unter anderem die FlexRail-Mittelkonsole mit der verschiebbaren Armlehne oder die Loungebestuhlung in der zweiten Reihe, bei der sich der mittlere Sitz zu einer bequemen Armauflage umbauen lässt. Hinzu kommt das FlexFix-Fahrradträger-System, das sich wie eine Schublade aus dem Heck ziehen lässt.
Daneben überrascht der Opel mit einigen weiteren Besonderheiten. So verfügt der Zafira Tourer gegen Aufpreis über eine Panorama-Frontscheibe, die bis weit ins Dach reicht und mit Rollos beschattet wird. Verfügbar ist das Adaptive Fahrlicht AFL, das seinen Lichtkegel den Verkehrsgegebenheiten anpasst. Außerdem liest auf Wunsch eine Kamera Verkehrszeichen und unterstützt bei Abstandsregelung sowie Spurführung.
Einzigartig in dieser Klasse ist darüber hinaus des Infotainment- und Telematik-System OnStar, das online Kontakt zu einem Callcenter für Notfälle und Serviceleistungen hält und obendrein einen WLAN-Hotspot ins Auto bringt.
All diese Begehrlichkeiten kosten aber Aufpreis. In der Basisausstattung Selection ist noch nicht einmal eine Klimaanlage umfasst.
Der Opel Zafira hat seit seiner Einführung 1999 eine weite Reise zurückgelegt. Aus dem praktischen Astra-Ableger mit eher rustikalem Innenraum ist eine Großraumlimousine mit deutlich höherem Anspruch geworden. Umgekehrt dazu haben sich aber die Verkaufszahlen entwickelt. War der erste Zafira ein Bestseller, findet sich der Zafira Tourer nur gelegentlich in den Top 50 der Zulassungsstatistik wieder.
Der geräumige Zafira Tourer ist einer der besten Opel, die je gebaut wurden
Dabei ist der Opel Zafira Tourer ein Van auf der Höhe seiner Zeit: Er sieht mit dem überarbeiteten Design modern aus, und setzt im Innenraum mit versenkbaren Sitzreihen im Fond, verschiebbarer Mittelkonsole, der optionalen Loungebestuhlung und variablen Trägersystemen noch immer Maßstäbe. Vorbildlich ist auch die Raumausnutzung: Bei 4,67 Metern Länge und 2,67 Metern Radstand bietet er nicht nur Platz für bis zu sieben Personen, sein Kofferraum lässt sich zudem auf bis zu 1860 Liter erweitern.
Allerdings kann er trotz des gerade erst aufgeräumten Cockpits sein Alter nicht ganz verbergen: Instrumente und Anzeigen wirken nicht mehr ganz so frisch wie bei der Konkurrenz, und bei den Assistenzsystemen hinkt er mittlerweile etwas hinterher. Dafür bietet er als einziges Fahrzeug in dieser Klasse den Callcenter-Zugang über OnStar. Einen solchen Service gibt es sonst nur noch im deutlich höher positionierten 2er Active Tourer von BMW.
Vor allem über seine verschiedenen Ausstattungslinien und -pakete bewältigt der Zafira einen bemerkenswerten Spagat: Er ist auf der einen Seite das praktische und preisgünstige Familienauto, lässt sich aber auf der anderen Seite zur vornehmen, geräumigen und komfortablen Reiselounge auf Rädern aufrüsten.
Die Motorenauswahl ist breit und deckt mit den beiden Gas-Varianten auch zwei alternative Antriebstechnologien ab. Weil es dazu gegen Aufpreis ein Fahrwerk mit verstellbaren Dämpfen gibt, lässt sich der Zafira Tourer betont komfortabel oder etwas sportlicher fahren. Allerdings stand die Fahrdynamik bei einem Familienauto naturgemäß nicht ganz oben auf der Prioritätenliste der Entwickler. Das ist einer der Gründe, weshalb die sportliche OPC-Variante aus dem Programm genommen wurde.
Fazit zum Opel Zafira C Tourer
Die Raumfahrt auf Rädern hat eine Zukunft – so die zentrale Botschaft des Opel Zafira Tourer. Zwar gelten Geländewagen aktuell als die attraktiveren Familienfahrzeuge. Doch der Opel wehrt sich tapfer gegen diesen Trend und bietet mit seiner hohen Variabilität, pfiffigen Detaillösungen und seinem schieren Platzangebot nennenswerte Vorteile. Nicht zuletzt ist er in Anschaffung und Unterhalt deutlich günstiger als ein SUV mit ähnlich viel nutzbarem Raum.