Mercedes CLS (Serie)

Alle Modelle mit Tests, Daten, Preisen und Kosten

Mit dem großen viertürigen Coupé begründete Mercedes auf der IAA von 2003 für die Oberklasse ein völlig neues Segment. Während Audi mit dem A7 Sportback und BMW mit dem 6er Gran Coupé diese Nische erst 2010 beziehungsweise 2012 besetzten, startete der CLS 2011 bereits in die zweite Generation. Beide Versionen zeichnet eine lange Motorhaube, ein bogenartig gespannter und coupéartiger Aufbau mit kleinen und rahmenlosen Seitenscheiben sowie ein leicht abfallendes Heck aus. Von der ersten in Sindelfingen und für den US-Markt in Toluca (Mexiko) produzierten Generation verkaufte Mercedes mehr als 170.000 Fahrzeuge – ohne die erst für die zweite Generation entwickelte Shooting-Brake-Variante. Die kam 2012 als „Kombi-Coupé“ auf den Markt und erhielt im September 2014 ebenso wie das Coupé ein mildes Facelift.

Daten

Daten

In der aktuellen zweiten Generation bietet Mercedes für den CLS erstmals auch Vierzylinder-Motoren. Als Diesel leisten sie 170 PS und 204 PS. Das Benziner-Angebot startet mit dem 333 PS starken CLS 400, den es auf Wunsch auch mit Allradantrieb, dann jedoch nur mit einer Sieben- statt Neunstufen-Automatik gibt. Den CLS 63 AMG mit 557 PS gibt es als Coupé auch nur mit Heckantrieb. Der CLS 500 kommt ab Werk mit Luftfederung (sonst 1345 Euro Aufpreis), einer Drei- statt Zweizonen-Klimaautomatik sowie 18- statt 17-Zoll-Leichtmetall-Felgen. Die AMG-Derivate sind ab Werk mit 19-Zoll-Alurädern, hinterer Luftfederung mit Niveauregulierung sowie einem adaptiven Sportfahrwerk, im AMG S noch ergänzt um ein Sperrdifferenzial, bestückt.

  • Benziner und Diesel zwischen 170 PS und 585 PS, kein Plug-in-Hybrid-Modell
  • Allradversionen ab Werk mit Neunstufen-Automatik
  • CLS 220 d mit 120 g/km CO2, CLS 63 S AMG in 3,6 Sekunden von 0 auf 100 km/h
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Test

Test

In puncto Design und Fahrverhalten bleibt der große CLS ein Sportcoupé für Gentlemen. Die Verarbeitungsqualität ist über jeden Zweifel erhaben, beim Einstieg in den Fond heißt es jedoch Kopf einziehen. In puncto Infotainment rangiert der Daimler auf höchstem Niveau und da er bei allen elektronischen Helferlein und Assistenzsystemen das Angebot der S-Klasse übernimmt, gibt er sich auch hier keine Blöße – ebenso wie beim Fahrverhalten. Der CLS absolviert Dynamik-Prüfungen mit einer fast schon überheblichen Gelassenheit, entlastet seinen Fahrer maximal, ohne dabei gegenüber der Konkurrenz im Tempo abzufallen. Den Luxus, den Kunden in dieser Klasse erwarten, vermittelt er überzeugend: angenehmer Komfort, souveräner Antrieb und eine üppige Sicherheitsausstattung lassen kaum Wünsche offen. Der Shooting Brake bringt als zusätzliche Vorteile einen um 75 Liter größeren und bis auf 1550 Liter erweiterbaren Kofferraum mit sich. Einsteiger sind mit dem 250d gut bedient; souveräne Fortbewegung bietet aber auch schon der Sechszylinder CLS 400.

  • sichere Fahreigenschaften und hoher Fahrkomfort
  • feine Materialien und souveräne Verarbeitung
  • für Menschen über 1,80 Meter beengtes Raumgefühl im Fond
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Preise

Preise

Die Preise für einen CLS beginnen ab 54.800 Euro für den Einstiegsdiesel, der günstigste Benziner ist für 63.430 Euro zu haben. Damit rangiert das edle Viertürer-Coupé nur leicht über dem Niveau des Audi A7 Sportback, der ab 51.150 Euro mit einem 190-PS-TDI-Sechszylinder startet, jedoch nur Achtzylinder-Benziner anbietet. Das BMW 6er Gran Coupé, ebenfalls nur mit Sechs- und Achtzylindern zu haben, rangiert dagegen mit Preisen erst ab 81.700 Euro in einer anderen Liga. Der 4Matic-Allrad-Aufpreis beträgt bei CLS 400 und CLS 500 V8 rund 2730 Euro, beim AMG fast 4000 Euro. Die Preise für den Shooting Brake starten ab 56.585 Euro für den 220d – ein Zuschlag von 1785 Euro, der sich beim CLS 500 V8 jedoch auf nur noch 1200 Euro reduziert. Fast geschenkt für ein deutliches Plus an Variabilität.

  • im Vergleich zum BMW 6er Gran Coupé günstige Einstiegspreise
  • moderate Aufpreise für die praktische Shooting Brake-Karosserievariante
  • günstige Vierzylinder-Diesel, hochpreisige V8- und AMG-Varianten
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Beschreibung

Serienbeschreibung

Schon als Studie Vision CLS erweckte der auf der E-Klasse-Plattform (W211) aufbauende CLS auf der Frankfurter IAA 2003 großes Interesse bei Kunden und Kritikern. Mit der aufsehenerregenden Premiere leiteten die Stuttgarter ein Comeback in einem Segment ein, das sie 1995 mit dem Auslauf des E-Klasse Coupés der W124-Baureihe verlassen hatten. Vom W210 gab es bekanntlich keine Coupé-Variante, stattdessen nur den weitaus kompakteren CLK auf Basis der C-Klasse. Der Messe-Hype um die Studie war so groß, dass der intern als C219 laufende Wagen schon im Oktober 2004 in den Verkauf ging. Zwar lief der CLS auch wegen seiner vier Türen offiziell als Limousine, doch hatte Daimler hier das neue und erst Jahre später von VW, Audi, BMW und vielen weiteren Herstellern (Aston Martin, Ferrari) kopierte Segment des viertürigen Luxus-Coupés begründet.


Vorderansicht - schräg
Der zweite CLS zeigt mit seinen schmalen, rahmenlosen Seitenscheiben und dem bogenförmigen Aufbau Kontinuität im Design.
Seitenansicht

IAA 2003 – die Vision CLS begründet ein neues Luxussegment

Mit 4,90 Metern Länge und einem Radstand von 2854 mm ist der C219 zwar ein großes Auto, ging aber weniger als vollwertiger Viersitzer sondern mehr als 2+2 durch. Im Vergleich zu einer E-Klasse schrumpfte etwa der Fußraum im Fond von 904 auf 838 Millimeter, doch dafür gab es massig Ellbogenfreiheit (1,45 Meter) und einen 453 Liter großen Kofferraum.

Zunächst bot Mercedes seinen vom amerikanischen Designer Michael Fink entworfenen neuen Luxuskreuzer CLS nur in zwei Motorvarianten an: CLS 350 mit 272 PS und CLS 500 mit 306 PS. Mit kurzem Abstand folgten sowohl ein erster Diesel – 320 CDI mit 224 PS – und die 476 PS starke AMG 55-Version.

Im Rahmen einer zum zweiten Quartal 2006 durchgeführten kleinen Modellpflege tauschten die Schwaben drei der vier Triebwerke aus. Nur der Diesel blieb bis auf ein von 510 auf 540 Newtonmeter (Nm) gesteigertes Drehmoment weitgehend unverändert. Der CLS 350 erstarkte mit Direkteinspritzung (CGI) auf 292 PS, dem CLS 500 spendierte man einen 5461 cm3 großen V8 mit jetzt 388 PS und der AMG legte dank eines von 5,5 auf 6,2 Liter vergrößerten V8 auf 514 PS und 630 Nm zu.

Bei den Achtzylindern war eine Luftfederung serienmäßig. Anfang 2008 zog im Rahmen eines leichten Facelifts der auch aus anderen Mercedes-Modellen bekannte Dreiliter mit 231 PS als neuer Einstiegs-Benziner ins Programm. 2009 wechselte dessen Modellbezeichnung von CLS 280 auf CLS 300; zugleich taufte Mercedes den CLS 320 CDI in CLS 350 CDI um.

Das C219-Facelift spendierte dem Modell einen neuen Kühlergrill samt Frontschürze, LED-Leuchten und nun oval geformte Auspuffendrohre. Dazu gab es im Interieur ein neues Lenkrad, ein geändertes Kombiinstrument und die aktuellen Telematiksysteme.

Zweite Generation: Coupé und Shooting Brake gehen gemeinsam auf Kundenjagd

Mit zwei Studien bereitete Mercedes 2010 seine gutbetuchte Klientel nicht nur auf den zweiten CLS, sondern auch auf den brandneuen Shooting Brake vor. Die Serieneinführungen lagen dann jedoch zeitlich weit auseinander. Auf Basis der E-Klasse W212 ging der in seiner Serienversion auf dem Pariser Salon im Herbst 2010 gezeigte C218 Ende Januar 2011 zu einem Einstiegspreis von knapp 60.000 Euro in den Handel. Und es dauerte immerhin noch bis Anfang Oktober 2012, ehe der intern als X218 bezeichnete fünftürige Coupé-Kombi folgte.

Mit einer Länge von 4,94 Metern streckt sich der neue CLS nur drei Zentimeter mehr in die Länge als sein Vorgänger, der Radstand nimmt auch nur leicht von 2854 auf 2874 mm zu. Kontinuität auch im Design: Auch der zweite CLS behält die schmalen und rahmenlosen Seitenfenster und das leicht abfallende Heck. Die Front ähnelt nun der des SLS AMG.

Zum Marktstart gab es zwei Motoren – CLS 350 CDI BlueEfficiency mit 265 PS und den V6-Benziner CLS 350 Blue Efficiency mit 306 PS. Es folgten der aus C- und E-Klasse bekannte Biturbo-Diesel als CLS 250 BlueEfficiency mit 204 PS sowie ein ebenfalls von zwei Ladern angeheizter V8-Ottomotor, der als CLS 500 Blue Efficieny aus 4,6 Litern Hubraum 408 PS schöpfte. Die AMG Variante wuchtet anfangs 525 PS und mit Performance Paket 557 PS auf beide Achsen. Seit 2013 ist der 557 PS-Motor das AMG-Basistriebwerk, das nun vom 4Matic S-Modell mit 585 PS und 800 (statt 720) Nm Drehmoment übertroffen wird.

Die Modellpflege von 2014 brachte nur marginale Änderungen: Konkret einen Diamantgrill plus größere Lufteinlässe im vorderen Stoßfänger sowie serienmäßige LED-Scheinwerfer; die Heckleuchten zeigen sich leicht abgedunkelt. Wichtigste Neuheit im Interieur ist der nun freistehende Infobildschirm im Format 8 Zoll. Die Diesel-Modelle, der CLS 400 und der 500 V8 kommen seitdem ab Werk mit einer 9-Stufen-Automatik; in allen anderen Versionen inklusive der AMG-Typen ist ein 7-Stufen-Selbstschalter am Werk.

Mit dem Facelift wurde der CLS 350 (306 PS) durch den optional auch mit Allradantrieb koppelbaren CLS 400 ersetzt – angetrieben von einem 333 PS starken 3,5-Liter-V6 mit Biturbo-Aufladung und Direkteinspritzung. Unterhalb des bis dato angebotenen Einstiegsmodells brachte Mercedes den CLS 220 Diesel mit 170 PS. Wie bei anderen Modellen der Marke wurden die Diesel ab diesem Zeitpunkt von CDI in „d“ umbenannt. LED-Scheinwerfer gehören zu den ab dann serienmäßigen Features.

Der 2012 eingeführte Shooting Brake bietet mit einem Ladevolumen von 550 bis 1550 Litern alle Anlagen eines großen Kombis – der er aber laut offizieller Daimler-Terminologie nicht sein soll. Allerdings ist sein Stauraum eher lang als hoch. Das Motorenprogramm entspricht weitgehend dem des Coupés – nur die AMG Version gibt es beim Shooting Brake nur in Kombination mit Allradantrieb.

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