Den Kastenwagen Ford Tourneo Courier gibt es seit 2014. Als Kleintransporter und Hochdachkombi basiert er auf Ford Fiesta und Ford B-Max. Lifestyle und Premium-Anspruch sind dem im türkischen Kocaeli produzierten Kölner fremd. Seine Vorzüge liegen im Innern der markanten Kastenform. Dennoch werkelt in diesem praktisch orientierten Auto moderne Technik. Das gilt in puncto Sicherheit ebenso wie für die Motoren und die Bremsanlage. Seine Hauptkonkurrenten am Markt findet der Ford Tourneo Courier unter anderem im Fiat Qubo und Peugeot Bipper Tepee.
Stärken
Großzügiges Innenraumangebot
Bequemer Ein- und Ausstieg
Sehr großer variabler Kofferraum
Schwächen
Teils hohe Kosten für Anschaffungspreis und Unterhalt
Geringe Dach- und Anhängelast sowie Zuladung
Großer Wendekreis
Beta
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Was ist das für ein Auto, wird sich so mancher fragen, wenn er einen Ford Tourneo Courier zum ersten Mal sieht. Ein Familien-Kurier auf Tour, wäre die mögliche Antwort. Wer sich einen solchen Tourneo Courier zulegt, hat mit schick und trendy eher wenig am Hut. Darf er auch nicht, denn hier zählt vor allem eines: der Praxisnutzen. Dennoch sollte man diesen 4,16 Meter langen Kleinwagen mit hohem Dach, viel Stauraum und Platz für bis zu fünf Leute nicht unterschätzen.
Wer am Wochenende gern einen Ausflug ins Grüne unternimmt und dabei neben Kind auch Kegel an Bord haben möchte, könnte in diesem Minivan durchaus seinen Gefallen finden – erst recht, wenn er noch etwas günstiger wäre.
Motoren
Ford bietet für seinen Tourneo Courier lediglich einen Turbobenziner und zwei Turbodiesel mit Leistungen von 75 bis 100 PS an. Alle Motoren verfügen serienmäßig über ein 5-Gang-Schaltgetriebe, eine Automatikversion wird nicht angeboten. Optional ist für alle Modelle eine Start-Stopp-Automatik zur Verbrauchsoptimierung erhältlich.
Effiziente Drei- und Vierzylinder-Motoren mit Turboaufladung
Die Höchstpunktzahl konnte der Ford Tourneo Courier im Euro-NCAP-Crashtest zwar nicht erreichen, allerdings verfügt der kleine Kölner über alle klassenüblichen Sicherheitsfeatures bereits ab Werk. Zusätzlich sind für den Tourneo Courier ein Fahrer-Knieairbag, automatische Notruffunktion oder ein Parkpilotsystem sowie eine Diebstahlwarnanlage gegen Aufpreis erhältlich. Nicht im Angebot ist ein City-Safety-System für automatisches Bremsen bei Hindernissen im Stadtverkehr.
Front-, Seiten- und Kopfairbags
Sicherheitsbremsassistent
ESP mit Traktionskontrolle und Berganfahrassistent
Im Euro-NCAP-Crashtest wurde der Ford Tourneo Courier 2014 mit vier von fünf möglichen Sternen bewertet. Während Insassen-, Kinder- und Fußgängerschutz durchweg ein "gut" bekamen, musste der kantige Kölner im Kapitel Sicherheitsunterstützung Federn lassen und schnitt hier nur durchschnittlich ab. Dennoch ist der Tourneo Courier ein weitestgehend sicheres Auto, in dem unter anderem neben den klassenüblichen Front-, Seiten- und Kopfairbags auch ESP mit Traktionskontrolle, ein Reifenkontrollsystem, der Berganfahrassistent sowie ein Sicherheitsbremsassistent und ein automatisches Notbremslicht schon in der Basis vorhanden sind.
In puncto Fahrstabilität reagiert der Hochdachkombi bei plötzlichen Lenkimpulsen mit deutlichem Pendeln und Karosseriebewegungen, gefährlich sind solche Situationen dank ESP aber nicht. Ein City-Safety-System, das im Stadtverkehr auf Hindernisse reagiert und selbständig abbremst, ist beim Tourneo Courier – im Gegensatz zu anderen Ford-Modellen – nicht erhältlich.
Optional gibt es im Tourneo Courier hingegen einen Knieairbag für den Fahrer (90 Euro), eine automatische Notruffunktion via Mobiltelefon oder das Parkpilotsystem sowie eine Diebstahlwarnanlage samt Innenraumüberwachung für jeweils rund 350 Euro.
Ausstattung
Der Ford Tourneo Courier ist in der Basisversion Ambiente komplett, aber nicht üppig ausgestattet. Mit den weiteren Ausstattungslinien Trend, Sport und Titanium lässt sich der kompakte Hochdachkombi recht gut auf den jeweils persönlichen Geschmack abstimmen – allerdings meist mit merklichem Preisaufschlag. Dies gilt nicht für die Vielzahl an bezahlbaren Ausstattungspaketen und Extras – hier zeigt sich Ford auch beim Tourneo Courier meist moderat.
Zur Serienausstattung gehören:
Umfangreiches Airbag-Sicherheitssystem
Berganfahr- und Sicherheitsbremsassistent
Schiebetüren hinten
In Deutschland gibt es den Ford Tourneo Courier in vier Ausstattungslinien. Bereits im Basismodell 1.0 Ambiente ruft Ford einen Einstiegspreis von über 15.000 Euro auf. Dafür bekommt der Kunde neben dem klassenüblichen Airbag-Sicherheitssystem unter anderem einen Berganfahrassistenten, ESP mit Traktionskontrolle, den Sicherheitsbremsassistenten sowie elektrische Fensterheber vorn und das Notbremslicht.
Daneben sind eine serienmäßige Trennwand und ein reichliches Ladevolumen von 2,3 Liter mit 660 Kilogramm Nutzlast in jedem Tourneo Courier Standard. Zwei seitliche Schiebetüren, sechs Verzurrösen und Montagepunkte in der Karosserie schaffen zudem viele Variationsmöglichkeiten in diesem Minitransporter. In der Ausstattungslinie Trend sind beim Tourneo Courier neben einem Audiosystem mit Fernbedienung am Multifunktionslenkrad eine Geschwindigkeitsregelanlage mit einstellbarem Geschwindigkeitsbegrenzer, eine Lendenwirbelstütze sowie eine Mittelarmlehne und Nebelscheinwerfer an Bord.
Die Topversion Titanium ab gut 18.000 Euro bietet zusätzlich neben der Dachreling eine Klimaanlage mit automatischer Temperaturkontrolle und einen Scheinwerferassistenten mit Tag/Nacht-Sensor. Wer seinen Tourneo Courier gern etwas sportlicher auf die Straße stellen möchte, der wird im Ausstattungspaket Sport fündig. Hier gibt es beispielsweise neben einer Dachreling in Schwarz eine dunklere Wärmeschutzverglasung oder einen Lederschaltknauf und ein Multifunktionslederlenkrad mit roten Ziernähten ab Werk.
Auch im Tourneo Courier bietet Ford zusätzlich zu den jeweiligen Ausstattungslinien viele sinnvolle Einzelextras und Paketoptionen für den Alltag. Das Winterpaket samt Sitz- und Frontscheibenheizung oder die Start-Stopp-Automatik beispielsweise für jeweils rund 300 Euro, einen Parkassistenten ab gut 350 Euro, variable Sitzpakete ab rund 180 Euro oder Audio- und Navigationssysteme inkl.
Rückfahrkamera ab rund 1.400 Euro. Metallic-Lackierungen gibt es zu Aufpreisen ab gut 400 Euro.
Mit ihrem Kompaktvan auf Fiesta-Basis hat Ford 2014 die Tourneo-Familie nach unten abgerundet. Der kleine Kantige aus dem Rheinland bietet viel Platz für bis zu fünf Personen, ist über die serienmäßigen, weit öffnenden Schiebetüren im Fond bequem zu erreichen und bietet ausreichenden Fahrkomfort.
Fahrerisch erleben die Passagiere des Fiesta mit Kastenkarosserie exakt das, was sie erwarten: ein grundsolides Gefühl für Auto und Straße – ohne große Überraschungen.
Über 20.000 Euro kann der Einstiegspreis eines Tourneo Courier mit großem Dieselmotor und gehobener Titanium-Ausstattung betragen. Ein stolzer Preis, wenn man bedenkt, dass der Tourneo Courier bei allem Platzangebot in der Kleinwagenklasse angesiedelt ist.
Bis zu 100 PS dank Turbo-Motoren
Ein Dreizylinder-Benziner, zwei Vierzylinder-Diesel – das Motorenangebot im Tourneo Courier ist so praktisch wie übersichtlich. Mit 75 bis 100 PS sind alle drei keine Brenner, sie lassen den kleinen Kasten-Ford sich aber durchaus zügig bewegen. Benziner oder Diesel, das ist dabei Geschmackssache. Die beiden Selbstzünder sind naturgemäß deutlich sparsamer, kosten aber in der Anschaffung einen ordentlichen Happen mehr.
Quadratisch, praktisch – aber deswegen nicht schlecht
Ford Tourneo Courier werden sich die wenigsten aufgrund seiner Optik kaufen. Bei allen Modellen gibt es serienmäßig zwei Schiebetüren im Fond, dazu eine große Heckklappe und eine Rücksitzanlage, bei der sich nicht nur die Lehnen umklappen lassen, sondern auch die eingefalteten Sitze. Das sorgt mit wenigen Handgriffen für ein riesiges Ladevolumen von 700 bis fast 1.700 Litern.
Von Ambiente bis Sport – vier Ausstattungslinien
Ford folgt auch beim Tourneo Courier seiner Politik der vielen Ausstattungslinien. Mit Ambiente, Trend, Sport und Titanium haben Kunden die Möglichkeit, den etwas gewöhnungsbedürftigen "Fiesta mit Rucksack" etwas individueller zu gestalten. Die jeweiligen Aufpreise für die Ausstattungslinien beginnen ab rund 1.500 Euro. Das geht in Ordnung.
Fazit zum Ford Tourneo Courier (JU2)
Während Ford seine Transporter traditionell als Transit verkauft, heißen die baugleichen Vans Tourneo. Der Tourneo Courier ist neben Connect und Custom der kleinste und jüngste im Bunde. Für ihn gibt es, im Gegensatz zu seinen größeren Brüdern, keine Karosserie- oder Sitzvarianten. Übersichtlich ist auch sein Motorenangebot – ein Benziner und zwei Diesel, stets als Turbo und mit konventionellem 5-Gang-Getriebe unterwegs.
Pluspunkt und praktisches Erbe aus dem Ford B-Max: die weit öffnenden Schiebetüren hinten – und natürlich jede Menge Platz und Stauraum. Und wer bei der Ausstattungslinie nicht übertreibt, kann durchaus günstig zu einem Tourneo Courier kommen.