Design und Einordnung
Der 2010 vorgestellte Ford KA+ (KAF) tritt als europäischer Kleinstwagen mit klarer Ausrichtung auf den Stadtverkehr an. Die technische Basis teilt der KA+ mit Fiat 500 und Panda, optisch folgt er der Kinetic-Designlinie von Ford. Mit knapp 3.620 mm Länge bleibt er sehr kompakt, wirkt im Vergleich zum deutlich kantiger gezeichneten Vorgänger aber erwachsener und weniger polarisierend. Drei Türen und vier Sitzplätze rücken ihn vor allem in die Rolle als Zweitwagen oder Stadtmobil für ein bis zwei Personen.
Innenraum und Platzangebot
Vorn sitzen Fahrer und Beifahrer überraschend bequem. Die Sitze stützen ausreichend und lassen sich für diese Klasse ordentlich einstellen. Die Materialqualität wirkt solide, sichtbare Sparmaßnahmen halten sich in Grenzen.
Hinten fällt das Raumangebot deutlich knapper aus, Erwachsene stoßen bei Kopf- und Beinfreiheit schnell an Grenzen. Der Zugang über die vorderen Türen bleibt umständlich und fordert beim häufigen Ein- und Aussteigen zusätzliche Geduld. Der Kofferraum fasst 224 Liter und nimmt damit Einkauf oder Handgepäck problemlos auf. Mit umgeklappter Rückbank entsteht eine weitgehend ebene Ladefläche für größere Transporte.
Motor und Fahrverhalten
Der 1,2 Liter große Vierzylinder passt gut zum leichten KA+. Mit 51 kW (69 PS) beschleunigt er ausreichend zügig für den Stadtverkehr, ohne sportliche Ansprüche zu bedienen. Das Fünfgang-Schaltgetriebe arbeitet präzise, die eher kurze Übersetzung unterstützt einen flüssigen Fahrstil im dichten Verkehr.
Auf Landstraße und Autobahn reicht die Leistung, doch bei Steigungen oder Überholmanövern braucht der Motor hohe Drehzahlen und klingt dann deutlich angestrengt. Das straff, aber nicht unkomfortabel abgestimmte Fahrwerk kombiniert sich mit der direkten Servolenkung zu einem sicheren Fahrgefühl in Kurven. Im Vergleich zum Vorgänger wirkt die Straßenlage spürbar stabiler und insgesamt moderner.
Sicherheit und Alltagstauglichkeit
Vier Airbags und ein solide abgestimmtes Bremssystem bilden die Basis der Sicherheitsausstattung. Isofix-Halterungen auf der Rückbank erleichtern den Einbau von Kindersitzen. Das optionale Elektronische Stabilitätsprogramm ESP mit Berganfahrassistent schließt eine wichtige Lücke und erhöht die aktive Sicherheit deutlich.
Ein kleiner Wendekreis und die gute Rundumsicht erleichtern das Rangieren in engen Straßen und Parkhäusern. Die eher schwache Heizung braucht im Winter spürbar Zeit, bis sie den Innenraum auf Temperatur bringt. Bei höherem Tempo steigt zudem das Geräuschniveau an und wirkt im Klassenvergleich eher hoch.
Fazit
Der Ford KA+ (KAF) wirkt als Kleinstwagen mit sicherem Fahrverhalten und solider Technik stimmig abgestimmt. Die praxisgerechte Ausstattung unterstreicht den Alltagsfokus. Häufige Fahrten zu viert oder längere Autobahnstrecken legen jedoch die engen Platzverhältnisse im Fond und das erhöhte Geräuschniveau offen. Wer vor allem in der Stadt unterwegs ist und ein sparsames Pendlerauto mit etwas aufgewertetem Innenraum sucht, findet im KA+ eine ausgewogene und zweckmäßige Lösung.