Der CUPRA Formentor (KM7) erschien 2020 als erstes eigenständiges Crossover-SUV der Marke und verbindet markantes Design mit einem praxisnahen Karosseriekonzept. Gebaut wird das Modell im spanischen Martorell auf MQB-evo-Basis und steht technisch dem Leon und dem Golf nahe.
Design und Positionierung
Optisch setzt der Formentor klar auf Coupé-Anklänge. Die Modellpflege von 2024 brachte eine markantere Front mit dreieckigen Leuchtgrafiken, überstehender Sharknose und beleuchtetem Markenlogo am Heck. Dadurch rückt das Design näher an andere CUPRA-Modelle und entfernt sich vom früheren Seat-Auftritt. Die Seitenansicht mit breiten Schultern und flacher Dachlinie wirkt weiterhin dynamisch. Im Wettbewerbsumfeld tritt der Formentor sportlicher auf als viele Kompakt-SUV und konkurriert direkt mit Modellen wie BMW X2, Mercedes GLA und dem technisch verwandten Audi Q3.
Innenraum, Bedienung und Infotainment
Im Innenraum wirkt der Formentor nach der Modellpflege aufgeräumter und wertiger. Die überarbeitete Mittelkonsole mit weicheren Auflagen verbessert den Eindruck, das digitale Kombiinstrument gehört zur Serienausstattung. Im Mittelpunkt steht der 12,9-Zoll-Touchscreen mit neuer Software. Die nun beleuchteten Slider für Lautstärke und Klimafunktionen entschärfen eine frühere Schwachstelle, auch wenn die Bedienlogik weiterhin Aufmerksamkeit verlangt. Serienmäßige Sportsitze betonen den sportlichen Anspruch, optional stehen stark konturierte Cup-Schalensitze mit Mikrofaserbezug bereit. Das Cockpit vermittelt insgesamt einen dynamischen Eindruck, punktuell stören jedoch harte Kunststoffe, die nicht ganz zum Preisniveau passen. Das optionale Sennheiser-Soundsystem steigert die Klangqualität deutlich und macht längere Fahrten angenehmer.
Antriebe und Fahrverhalten
Die Motorenpalette reicht vom 1,5-Liter-Benziner und 2,0-Liter-Diesel über kräftige VZ-Vierzylinder bis hin zum emotionalen Fünfzylinder im VZ5. Plug-in-Hybride mit größerem Akku und verbesserter Ladeleistung spielen ihre Stärken vor allem bei regelmäßiger Ladung zu Hause aus. Auf der Straße fährt der Formentor agil und zugleich langstreckentauglich. Die Lenkung arbeitet präzise, das Fahrwerk bleibt selbst im Komfortmodus straff, ohne unangenehm hart zu wirken. Mit optional adaptiven Dämpfern lässt sich der Charakter spürbar zwischen Alltag und sportlicher Gangart variieren. Die starken Benziner liefern souveräne Fahrleistungen, verbrauchen in der Praxis jedoch deutlich mehr Kraftstoff als die zurückhaltenderen Motorisierungen. Bei höherem Autobahntempo fallen zudem spürbare Windgeräusche auf.
Raumangebot, Alltag und Wirtschaftlichkeit
Mit rund 4.445 mm Länge bietet der Formentor ordentliche Platzverhältnisse. Vorn sitzt es sich tief und sportlich, im Fond reicht der Raum für zwei Erwachsene, die bei größerer Körpergröße die abfallende Dachlinie bemerken. Der Kofferraum fasst je nach Antrieb bis zu 450 Liter, bei Plug-in-Hybriden etwas weniger, bleibt aber gut nutzbar. Einige Varianten dürfen bis zu 1.800 kg ziehen, was den Einsatz mit Anhänger ermöglicht. Im Alltag können der hohe Verbrauch der stärkeren Benziner und die teils üppigen Aufpreise für Ausstattungspakete das Budget belasten. Vereinzelt treten Undichtigkeiten an Motor und Getriebe sowie Probleme mit der Beleuchtung auf, insgesamt gilt der Formentor jedoch als weitgehend zuverlässig.
Fazit
Der CUPRA Formentor (KM7) verbindet eigenständiges Design, sportliche Abstimmung und eine breite Antriebsauswahl mit alltagstauglichem Nutzwert. Schwächen bei Materialanmutung, Verbrauch der Topmotorisierungen und kostenintensiven Extras bleiben dabei spürbar. Im Umfeld dynamisch ausgelegter Crossover-SUV der Kompaktklasse zählt der Formentor zu den interessanteren Alternativen mit klarem Fokus auf Fahrspaß und Design.