Audi A1 (Serie)

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Audi und die Kleinwagen – das ist eine wechselvolle Geschichte. Denn nachdem die Bayern von 1974 bis 1978 den Audi 50 im Programm hatten, dauerte es mehr als 20 Jahre, bis 1999 mit dem A2 ein neues Einstiegsmodell bereitstand. Und als der 2005 ohne sonderlich großen Erfolg eingestellt wurde, blieb er wieder fünf Jahre ohne Nachfolger. Erst 2010 hat Audi dann als Antwort auf den von BMW wieder belebten Mini den A1 ins Rennen geschickt – zunächst als Dreitürer und ab 2012 auch mit fünf Türen als Sportback. Anders als der konzeptionell sehr eigenständige A2 ist der A1, genau wie damals der Audi 50, wieder eng mit dem VW Polo verwandt. Und im Gegensatz zu seinen Vorgängern ist er diesmal so erfolgreich und mittlerweile so fest in der Modellpalette verankert, dass die Arbeiten am Nachfolger bereits laufen und für 2018 die zweite Modellgeneration erwartet wird.

Daten

Daten

Kleines Auto, große Auswahl: Audi bietet den A1 mit fünf Benzinmotoren vom Dreizylinder-Turbo mit einem Liter Hubraum und 82 PS bis zum 1.8 TFSI mit vier Zylindern und 192 PS sowie mit zwei Vierzylinder-Dieseln mit 1,4 Liter und 90 PS oder 1,6 Liter und 116 PS an. Und als Krönung der Modellpalette gibt es den S1 mit einem 231 PS starken 2,0-Liter-Turbo und serienmäßigem Allradantrieb.

Der langsamste A1 erreicht eine Spitzengeschwindigkeit von 177 km/h, der schnellste kommt auf 234 km/h und der S1 hat standesgemäß Auslauf bis 250 km/h. Doch Audi hat sein Einstiegsmodell nicht nur auf Spaß getrimmt, sondern auch auf Sparsamkeit und dafür zum Beispiel einen 1,4-Liter mit Zylinderabschaltung im Programm. So erreichen die Bayern im besten Fall Verbrauchswerte von 4,2 Litern für die Benziner und 3,6 Litern für die Diesel. Alternative Antriebe sind allerdings nicht im Angebot.

  • große Auswahl an Benzin- und Dieselmotoren
  • Sportmodell S1 mit 231 PS und Allradantrieb
  • viele Versionen mit Allradantrieb
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Test

Test

Der Audi A1 wurde von Kunden und Kritikern als glaubwürdige Alternative zum Mini akzeptiert und für seinen bunten, sehr individuellen Auftritt genauso gelobt wie für sein dynamisches und agiles Fahrverhalten. Darin und in der besseren Materialauswahl werden auch die größten Unterschiede zum technisch eng verwandten VW Polo gesehen. Die Ausstattung ist auf der Höhe der Zeit und die Sicherheit wurde von Euro NCAP mit fünf Sternen bewertet. Kritisiert werden am A1 allenfalls die stolzen Preise und die mäßigen Platzverhältnisse. Vor die Rückbank und der Kofferraum sind klein. Außerdem ist die Modellpalette gemessen am Hauptkonkurrenten Mini deutlich kleiner: Es fehlt ein Cabrio und dem Trend zum kleinen SUV hat Audi erst mit dem Debüt des Q2 im Jahr 2016 Rechnung getragen.

  • engagiertes Fahrverhalten
  • viele Möglichkeiten zur Individualisierung
  • wenig Platz im Fond
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Preise

Preise

Audi verlangt für den A1 mindestens 16.150 Euro – dafür gibt es den Kleinwagen als Dreitürer mit einem 82 PS starken Dreizylinder-Benziner. Der Sportback mit fünf Türen kostet 850 Euro mehr und für den kleinsten Diesel mit 90 PS werden mindestens 19.600 bzw. 20.450 Euro aufgerufen. Der ebenfalls in beiden Karosserievarianten lieferbare S1 steht als Spitzenmodell mit mindestens 30.350 Euro in der Liste. Weil Audi zahlreiche Extras anbietet und sich die Individualisierung teuer bezahlen lässt, sind aber auch für die normalen Modelle Preise über 30.000 Euro kein Problem.

Vergleicht man den A1 mit seinem Hauptkonkurrenten Mini, sind die Briten mit ihrem 75 PS starken Einstiegsmodell Mini One First für 15.900 Euro marginal billiger. Deutlicher sind da schon die Unterschiede zum biederen Plattformbruder aus Wolfsburg: Der VW Polo ist als Dreitürer mit 60 PS schon ab 12.750 Euro zu haben.

  • Preisspanne von 16.150 bis 31.200 Euro
  • Minimale Preisunterschiede zum Hauptkonkurrenten Mini
  • Aufpreis zum Sportback 850 Euro
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Beschreibung

Serienbeschreibung

Die Entscheidung für den Bau des A1 ist weniger in Ingolstadt gefallen als in München. Denn als BMW kurz vor der Jahrtausendwende einen neuen Mini auf den Markt gebracht hatte, konnte Audi diesen noch mit dem A2 parieren. Doch als in Großbritannien dann ab 2006 die zweite Generation des New Mini vom Band lief, hatten die Herren der Ringe darauf zunächst einmal keine Antwort parat. Denn der A2 hatte sich so schlecht verkauft und solche Löcher in die Kasse gerissen, dass sie in Ingolstadt erst einmal keine große Lust auf kleine Autos hatten.


Vorderansicht - schräg
Der Audi A1 ist der feine Vetter des VW Polo.
Seitenansicht

Aber mit jedem Jahr wuchs der Ruhm des Mini als Lifestyle-Flitzer und mit ihm der Vorsprung der Münchner in der Zulassungsstatistik. Und als dann auch noch die Vorgaben für den Flottenverbrauch verschärft wurden, war Audi zum Kurswechsel gezwungen. Deshalb haben sie in Ingolstadt für den Pariser Salon im Herbst 2008 erst eine Studie auf die Räder gestellt und sich dann auf dem Genfer Salon im März 2010 mit dem A1 im Segment der Kleinwagen zurückgemeldet.

Dass der Wagen vergleichsweise schnell entwickelt werden konnte, hatte einen einfachen Grund. Wie schon beim Audi 50 in den 1970er Jahren haben sich die Bayern einer Wolfsburger Plattform bedient und den A1 vom VW Polo abgeleitet. Als feiner Vetter des Polo hatte der A1 aber vom Start weg nicht nur ein komplett eigenständiges Design ohne sichtbare Gleichteile. Sondern auch die Materialauswahl war sehr viel vornehmer, die Ausstattung war deutlich besser und man konnte den Audi sehr viel stärker individualisieren. Weithin sichtbares Zeichen dafür sind die Dachbögen, die man in zahlreichen Kontrastfarben bestellen kann.

Wo der Polo immer auch ein einfaches Familienauto war und entsprechend praktisch sein musste, hat Audi die Alltagstauglichkeit nicht ganz so wichtig genommen. Deshalb gab es den 3,95 Meter langen Kleinwagen aus dem Werk Brüssel zunächst nur als Dreitürer – genau wie den Mini. Und statt einer durchgehenden Rückbank haben die Bayern anfangs nur zwei Sitzplätze im Fond angeboten.

Sportback statt Clubman, S1 statt John Cooper Works

So, wie Mini die Modellpalette ständig erweitert hat, ist auch die A1-Familie gewachsen – wenn auch nur in kleinen Schritten. Denn als Antwort auf die praktischeren Mini-Modelle, wie den Clubman oder den Countryman, hat Audi seinen Kleinwagen ab 2012 zumindest als Fünftürer angeboten und ihn genau wie schon beim A3 als Sportback bezeichnet. Und damit man im Fond nicht nur leichter einsteigen, sondern auch bequemer sitzen kann, wurde zudem das Heck umgestaltet und die so genannte C-Säule dafür etwas steiler gestellt.

Bis dahin immer noch stark am VW Polo orientiert, hat Audi den A1 im Jahr 2012 technisch gar vollends emanzipiert – mit dem auf 333 Exemplare limitierten A1 quattro und zwei Jahre später mit dem in unbegrenzter Stückzahl produzierten S1. Beide gegen den Mini John Cooper Works positioniert, hatte der Kraftzwerg nicht nur einen 2,0 Liter großen Turbo-Motor mit 256 PS in der Klein- und 231 PS in der Großserie, sondern anders als sein Vetter aus Wolfsburg auch einen sehr aufwändig in die Konzernplattform nachgerüsteten Allradantrieb.

Neben dem Sportmodell hat Audi auch ein Sparmodell entwickelt und im A1 mit einem Elektroantrieb mit einem Wankelmotor als Range Extender experimentiert. Allerdings wurde dieser 2012 vorgestellte Prototyp nur in einer Kleinserie für Flottentest aufgelegt und nicht in die Produktion übernommen.

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