Diese Stromer ziehen was weg

Diese Elektroautos ziehen mindestens 1,5 Tonnen

Elektroautos sind keine guten Zugmaschinen. Kraft hätten sie, doch die Anhängelast ist meist eingeschränkt. Allerdings gibt es Ausnahmen.

  • Veröffentlicht am 24.02.2021, 13:26
Volvo XC40 Dreiviertel-Frontansicht
Quelle: Volvo Ebenfalls für den Wohnwagentransport geeignet: Der Volvo XC40 Recharge P8 AWD, der immerhin noch 1,5 Tonnen ziehen darf

Viele Elektroautos haben schon Probleme, alleine auf ordentliche Reichweiten zu kommen. Aber mit Anhänger? Klar, für die große Reise mit dem Caravan am Haken sind Elektroautos nur bedingt geeignet. Das zusätzliche Gewicht zerrt am Heck, die Reichweite leidet. Vielleicht ein Grund, warum es so wenig Elektroautos mit hoher Anhängelast gibt. Aber: Es gibt sie. Für mittelgroße Wohnwagen, für größere Transporte oder für die Fahrt mit Pferd zum Reitturnier.

1,5 Tonnen Anhängelast reichen dafür in der Regel aus. Und wenn die Strecke nicht zu weit ist, reicht bei diesen fünf Elektroautos mit Anhängelast auch der Akku.

Tesla Model X

Kein Elektroauto zieht so viel wie das große SUV vom Elektropionier. Bis zu 2.250 Kilo schwere gebremste Anhänger darf das Model X ziehen. Damit schlägt das Model X sogar manches SUV mit Verbrennungsmotor. Und es lassen sich auch größere Wohnwagen ziehen.

Die notwenige Anhängerkupplung baut Tesla sogar serienmäßig ans Auto. Wobei der Tesla dadurch nicht zum Schnäppchen wird. Mindestens 95.990 Euro kostet das Auto mittlerweile. Immerhin gibt es dafür eine Reichweite von geschätzten 580 Kilometern in der Long Range Version. Natürlich ohne Trailer. Doch längere Tagesetappen sind damit möglich.

Ohne Anhänger bleiben beeindruckende Sprintwerte von 3,9 Sekunden auf Tempo 100. Oder sogar 2,6 Sekunden in der Plaid-Version mit 1.020 PS. Die kommt allerdings nur auf 547 km Reichweite und kostet knapp 117.000 Euro.


Tesla Model X

2012 stellt Tesla den Prototypen des Model X in Los Angeles vor. Drei Jahre später beginnt der Verkauf. Tesla bezeichnet das Model X als SUV.


Audi E-Tron und E-Tron Sportback

Deutlich günstiger und mit etwas weniger Anhängelast ausgerüstet ist Audis Elektro-SUV E-Tron. Wahlweise gibt es das Auto auch als E-Tron Sportback mit fließendem Heck. Beide dürfen ungebremst bis zu 750 kg an den Haken nehmen, gebremst sind es solide 1,8 Tonnen. Die Stützlast liegt bei 80 Kilogramm. Damit lässt sich immer noch ein stattlicher Wohnwagen schleppen.

Der Audi E-Tron wird stets über alle vier Räder angetrieben und leistet je nach Ausführung 230 kW (314 PS) oder 300 kW (409 PS). Der E-Tron S kommt sogar auf 370 kW (503 PS). Der Akku verfügt über eine Kapazität von 71 kWh oder 95 kWh. Damit sind Reichweiten von rund 300 bis etwa 440 Kilometer möglich. Nicht besonders üppig, doch der E-Tron lädt flink. Zwar sind es maximal nur 150 kW, doch die hält er über einen weiten Bereich. Dadurch füllt sich der Akku je nach Ladestand unter Umständen schneller als bei Modellen, die nominell eine höhere Ladeleistung erreichen, diese aber nur kurzzeitig halten.

Die Preise starten bei 69.100 Euro für die günstigste Version E-Tron 50 Quattro, der E-Tron 55 kostet 81.500 Euro, der E-Tron S 93.800 Euro. Der Sportback kostet jeweils 2.250 Euro mehr.


Audi e-Tron dreiviertel-frontansicht
Audi Elektro-SUV

Der Audi e-Tron fährt bis zu 436 km rein elektrisch


Mercedes EQC

Eine Spur teurer verkauft Mercedes sein Elektro-SUV EQC 4Matic. Das kostet mindestens 71.281 Euro und landet mit 59.900 Euro netto noch knapp unter dem maximal förderfähigen Preis. Die Anhängelast liegt wie bei den E-Trons bei 1,8 Tonnen gebremst und bei 750 kg ungebremst. Die maximal zulässige Stützlast fällt mit 72 Kilogramm jedoch etwas geringer aus.

Für den Antrieb sind zwei Elektromotoren an den Achsen verbaut. Sie leisten gemeinsam 300 kW (408 PS) und beschleunigen den EQC in 5,1 Sekunden auf 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit begrenzt Mercedes bei 180 km/h. Zwischen den Achsen liegen Akkupakete mit einer Kapazität von 80 kWh. Die Reichweite laut NEFZ beträgt zwischen 421 und 462 km. In der Praxis sind knapp 400 Kilometer unter guten Bedingungen realistisch.

Bei der Ladeleistung schwächelt der EQC etwas. An Wechselstrom sind neuerdings immerhin bis zu 11 kW dreiphasiges Laden möglich, zuvor waren es maximal 7,4 kW einphasig. Schnellladen funktioniert nur mit maximal 110 kW. Von 10 auf 80 Prozent füllt sich der Akku damit in rund 40 Minuten.


Mercedes EQC Dreiviertel-Frontansicht
Mercedes-Benz EQC

Als das erste Modell der Submarke EQ soll das Elekto-SUV ein neues Kapitel der E-Mobilität bei Mercedes aufschlagen.


Volvo XC40 Recharge P8

Das Kompakt-SUV Volvo XC40 Recharge P8 AWD fährt in ganz ähnlicher Konfiguration wie der Mercedes EQC. An jeder Achse sitzt ein Elektromotor mit 150 kW (204 PS) Leistung für elektrischen Allradantrieb. Zusammen leisten sie also 300 kW (408 PS). Der XC40 wiegt mit 2,2 Tonnen jedoch deutlich weniger als der 2,5 Tonnen schwere EQC. Der Sprint auf Tempo 100 gelingt so in 4,9 Sekunden. Die maximale Anhängelast fällt mit 1,5 Tonnen gebremst allerdings um 300 Kilo geringer aus. Dafür gibt es bis zu 90 kg Stützlast.

Mit seinem 75 kWh fassendem Akku fährt der XC40 im praxisnahen WLTP-Zyklus 400 bis 418 Kilometer weit. Das ist zwar immer noch keine Glanzleistung an Effizienz, dem schweren EQC steht der Volvo trotz kleinerem Akku dennoch nicht nach. Geladen wird mit 150 kW in 40 Minuten von 0 auf 80 Prozent oder dreiphasig mit Wechselstrom (11 kW) in rund acht Stunden von 0 auf 100 Prozent. Die Preise des 4,43 Meter langen SUV starten bei 62.000 Euro.


Volvo XC40 PHEV dreiviertel-frontansicht
Volvo XC40 Plug-in-Hybrid

Rein elektrisch fährt das Kompakt-SUV laut Volvo bis zu 54 km weit.


Polestar 2

Technisch eng verwandt, aber konsequenter auf Elektromobilität ausgerichtet zeigt sich das zweite Modell der Volvo-Tochter Polestar. Mit einem Preis ab 57.900 Euro kostet die treffend Polestar 2 genannte Limousine etwas weniger als der XC40 Recharge. Die Anhängelast liegt mit gebremsten 1.500 und ungebremsten 750 kg auf identischem Niveau, die Stützlast beträgt ebenfalls 90 kg.

Die Antriebstechnik unterscheidet sich nicht von der im XC40. Zwei Elektromotoren mit je 150 kW (204 PS) pro Achse liefern insgesamt 300 kW (408 PS) und 660 Newtonmeter Drehmoment. Der Polestar fährt allerdings schneller (205 statt 180 km/h) und mit 470 Kilometern laut WLTP ein gutes Stück weiter als der Volvo. Dabei fasst der Akku ebenfalls 75 kWh nutzbare Energie. Doch der Polestar 2 ist nicht zuletzt dank der niedrigeren Bauweise sparsamer unterwegs als das SUV.


Autohaus Prokop GmbH
Der Polestar 2

Das erstklassige Elektroauto der Mittelklasse fährt mit einer Reichweite von 470 km.


Diese Elektroautos ziehen 1,5 Tonnen | Galerie

  • Tesla Model X Dreiviertel-Heckansicht
    Quelle: Tesla Mit 2,25 Tonnen kann der Tesla Model X richtig was ziehen. Eine Kupplung ist zudem ab Werk dabei
  • Polestar 2 Seitenansicht
    Quelle: Polestar Technikbruder des XC40 Recharge ist der Polestar 2, der ebenfalls mit bis zu 1,5 Tonnen im Rücken auf die Piste darf
  • Mercedes EQC Dreiviertel-Heckansicht
    Quelle: Mercedes Wie die Mitberwerber von Audi qualifiziert sich auch der Mercedes EQC 400 für die 1,8 Tonnen. Die Stützlast fällt mit 72 Kilogramm allerdings etwas kleiner aus
  • Audi E-Tron Sportback Seitenansicht
    Quelle: Audi Der E-Tron Sportback von Audi darf bis zu 1,8 Tonnen ins Schlepptau nehmen
  • Audi E-Tron Seitenansicht
    Quelle: Audi Der Audi E-Tron mit Steilheck ist gleichermaßen wie sein Schwestermodell Sportback für 1,8 Tonnen Anhängelast zugelassen
  • Volvo XC40 Dreiviertel-Frontansicht
    Quelle: Volvo Ebenfalls für den Wohnwagentransport geeignet: Der Volvo XC40 Recharge P8 AWD, der immerhin noch 1,5 Tonnen ziehen darf