Anhängelast: Wie viel darf dein Auto ziehen?
Ob Wohnwagen, Pferdeanhänger oder Baumarktfuhre: Die Anhängelast entscheidet darüber, was erlaubt ist und wann Punkte in Flensburg drohen.

- Das Wichtigste in Kürze
- Was ist die Anhängelast?
- Wo steht die Anhängelast im Fahrzeugschein?
- Gebremste und ungebremste Anhängelast: Was ist der Unterschied?
- Einflussfaktoren: Was bestimmt die Anhängelast?
- Wie viel darf mein Auto ziehen?
- Anhängelast und Führerschein: Was ist erlaubt?
- Autos mit hoher Anhängelast
- Abreißseil und Auslandsfahrten: Das solltest du wissen
- Die häufigsten Fragen zur Anhängelast

Das Wichtigste in Kürze
- Die Anhängelast gibt an, wie viel Gewicht ein Auto maximal ziehen darf.
- Für gebremste und ungebremste Anhänger gibt es unterschiedliche Gewichtsgrenzen.
- Wer die Anhängelast überschreitet, riskiert ein Bußgeld und Punkte in Flensburg.


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Was ist die Anhängelast?
Die Anhängelast ist die maximal zulässige Last, die ein Zugfahrzeug, also ein Pkw, Transporter oder Lkw, ziehen darf.
Wie hoch diese Last ist, hängt vom Fahrzeug ab. Der Wert steht in den Fahrzeugpapieren.
Was bedeutet das?
Maßgeblich ist bei der Anhängelast nicht allein das zulässige Gesamtgewicht des Anhängers. Vielmehr ist die tatsächliche Masse des gezogenen Anhängers entscheidend (also der Anhänger mit der Ladung).
Bei Personenkraftwagen variiert die Anhängelast je nach Modell, Motorisierung, Antriebsart und verbauter Anhängerkupplung erheblich. Hier findet man Anhängelasten von wenigen hundert Kilogramm bis zu 3.500 kg.
Die zulässigen Anhängelasten ergeben sich aus der Straßenverkehrszulassungsordnung (§ 42 StVZO) oder einem fahrzeugspezifischen Gutachten. Und: Manche Fahrzeuge dürfen gar nichts ziehen, etwa der VW ID.3, für den keine Anhängelast vorgesehen ist.

Wo steht die Anhängelast im Fahrzeugschein?
Die Anhängelast ist in den Fahrzeugpapieren eingetragen. Je nachdem, wann diese ausgestellt wurden, findet man die Angabe zur Anhängelast an verschiedenen Stellen:
| Angabe | Zulassungsbescheinigung Teil I (ab 2005) | Fahrzeugschein (bis 2005) |
|---|---|---|
| Gebremste Anhängelast | O.1 | Ziffer 28 |
| Ungebremste Anhängelast | O.2 | Ziffer 29 |
Das zulässige Gesamtgewicht des Zugfahrzeugs findet sich im Feld F.2 (alter Schein: Ziffer 15). Unter den Ziffern 22 bzw. 33 kann außerdem eine Lasterhöhung eingetragen sein.
Wer ein noch nicht zugelassenes Fahrzeug kauft, findet die Anhängelast in den technischen Daten des Herstellers oder in den CoC-Dokumenten. Achtung: Die Angaben variieren je nach Motorisierung und Ausstattung teils auch innerhalb einer Modellreihe.
Beim Neuwagenkauf lohnt es sich, die Anhängelast im Kaufvertrag bestätigen zu lassen. Sie kann je nach Motorisierung und Getriebe stark variieren.
Gebremste und ungebremste Anhängelast: Was ist der Unterschied?
Ungebremste Anhängelast
Ungebremste Anhänger haben keine eigene Bremsanlage. Das Zugfahrzeug muss die gesamte Verzögerung des Gespanns übernehmen.
Deshalb gilt in Deutschland: Das Gewicht eines ungebremsten Anhängers darf 750 kg nicht überschreiten. Außerdem darf der Anhänger samt Ladung höchstens halb so schwer sein wie das Zugfahrzeug. Wichtig: Zum Leergewicht des Zugfahrzeugs werden pauschal 75 kg für den Fahrer aufgeschlagen.
Beispiel: Ein Auto hat ein Leergewicht von 1.200 kg. Inklusive Fahrer geht man von 1.275 kg aus. Die zulässige Anhängelast liegt daher bei 637,5 kg.
Typische ungebremste Anhänger sind:
- Motorradanhänger
- kleine Bootsanhänger
- Baumarktanhänger
Gebremste Anhängelast
Gebremste Anhänger verfügen über eine eigene Bremsanlage. Meist ist es eine Auflaufbremse. Sie dürfen deutlich schwerer sein.
Für Pkw gilt: Das zulässige Gesamtgewicht des Anhängers darf das des Zugfahrzeugs nicht überschreiten. Als Obergrenze gelten hier zudem 3.500 kg.
Wichtig: Eine Ausnahme gilt für Fahrzeuge der Klasse M1G. Hierzu zählen geländegängige Fahrzeuge zur Personenbeförderung mit höchstens acht Sitzplätzen außer dem Fahrersitz: Sie dürfen das 1,5-fache ihres eigenen zulässigen Gesamtgewichts ziehen. Auch hier sind jedoch maximal 3.500 kg Anhängelast erlaubt.
Übrigens: Wohnwagen sind fast immer mit einer Auflaufbremse ausgestattet und zählen damit zu den gebremsten Anhängern.

Einflussfaktoren: Was bestimmt die Anhängelast?
Wie hoch die zulässige Anhängelast ist, hängt von mehreren Faktoren ab:
- Motorleistung und Motorart
- Getriebetyp
- Antriebsart und Anzahl der angetriebenen Räder
- Gewicht des Zugfahrzeugs
- Verbaute Anhängerkupplung
- Fahrstabilität und Bremsanlage


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Wie viel darf mein Auto ziehen?
Neben der eingetragenen Anhängelast des Zugfahrzeugs spielen weitere Gewichte eine Rolle:
- Das zulässige Gesamtgewicht des Anhängers darf nicht überschritten werden.
- Das Zuggesamtgewicht (Zugfahrzeug+Anhänger) ist oft im Fahrzeugschein eingetragen und begrenzt das Gespann zusätzlich. Häufig liegt dieser Wert unter der rein rechnerischen Summe.
- Die Stützlast gibt an, wie viel Gewicht von oben auf die Anhängerkupplung wirken darf. Im Fahrzeugschein (Zulassungsbescheinigung Teil I) ist vermerkt, wie hoch sie ist.
Wichtig: Wer die Anhängelast voll ausschöpft, darf das Zugfahrzeug unter Umständen nicht mehr vollständig beladen. Das Zuggesamtgewicht ist der entscheidende Grenzwert.
Ein Gespann fährt stabiler, wenn das Zugfahrzeug schwerer ist als der Anhänger.

Anhängelast und Führerschein: Was ist erlaubt?
Führerschein Klasse B
Mit dem B-Führerschein darfst du mit deinem Fahrzeug einen Anhänger mit einem zulässigen Gesamtgewicht bis 750 kg ziehen.
Ist der Anhänger für mehr als 750 kg zugelassen, darfst du ihn mit dem Führerschein der Klasse B zwar auch ziehen, das Gespann (Fahrzeug + Hänger) darf dann aber insgesamt nicht mehr als 3.500 kg wiegen.
Führerschein Klasse B mit Code 96
Wer mehr ziehen möchte, kann den Führerschein um die Schlüsselzahl 96 erweitern. Damit darf die Gesamtmasse des Hängers mehr als 750 kg betragen. Für das Gespann ist dann eine zulässige Gesamtmasse von bis zu 4.250 kg vorgesehen.
Die Erweiterung des Führerscheins um die Schlüsselzahl erfordert eine zusätzliche Fahrerschulung.
Führerschein Klasse BE
Mit dem Führerschein der Klasse BE kann die volle Anhängelast des Zugfahrzeugs ausgeschöpft werden. Das heißt, der Anhänger allein darf bis zu 3.500 kg wiegen. Die technisch zulässige Anhängelast des jeweiligen Zugfahrzeugs muss dabei aber natürlich eingehalten werden.
Autos mit hoher Anhängelast
Grundsätzlich gilt:
Aber auch Elektroautos holen auf: Der Porsche Cayenne zieht bis zu 3,5 Tonnen, der Audi A6 e-tron bis zu 2.100 kg, der Kia EV9 und BMW iX je 2,5 Tonnen oder der Volvo EX90 2,2 Tonnen.
Zum Vergleich: Ein Lexus UX als Kompakt-SUV darf maximal 750 kg ziehen, der Dacia Duster liegt je nach Motorisierung zwischen 1.000 und 1.500 kg.
Wer gezielt nach einem Fahrzeug mit hoher Anhängelast sucht, findet auf mobile.de eine Auswahl an
Abreißseil und Auslandsfahrten: Das solltest du wissen
Gebremste Anhänger müssen mit einem Abreißseil mit dem Zugfahrzeug verbunden sein. Es löst die Bremse des Anhängers aus, wenn sich dieser vom Fahrzeug trennt.
In Deutschland ist das Überstreifen über die Anhängerkupplung zulässig, wenn keine separate Öse vorhanden ist. Aus Sicherheitsgründen ist das aber nicht empfehlenswert.
In den Niederlanden, Österreich und der Schweiz gilt: Auch ungebremste Anhänger müssen mit einem Stahl- oder Sicherungsseil gesichert sein. Das bloße Überstreifen über die Kupplung ist dort nicht erlaubt und kann mit hohen Bußgeldern geahndet werden.
Außerdem gilt: Im Ausland sind die Strafen für Gewichts- und Geschwindigkeitsüberschreitungen deutlich höher als in Deutschland. Im Ernstfall kann auch die Weiterfahrt untersagt werden.
Auf deutschen Autobahnen und Kraftfahrstraßen dürfen Gespanne maximal 80 km/h fahren. (Bei Anhängern mit Tempo-100-Plakette: 100 km/h.) Im Ausland gelten abweichende Obergrenzen.

Die häufigsten Fragen zur Anhängelast
Was ist der Unterschied zwischen Anhängelast und Stützlast?
Der Unterschied zwischen Anhängelast und Stützlast ist entscheidend:
- Die Anhängelast gibt an, wie viel Gewicht ein Fahrzeug insgesamt ziehen darf.
- Die Stützlast beschreibt dagegen das maximale Gewicht, das von oben senkrecht auf die Anhängerkupplung wirken darf.
Bei den meisten Pkw liegt die zulässige Stützlast bei 75 kg, bei manchen SUVs bei bis zu 100 kg.
Welche Strafe droht bei einer Überschreitung der Anhängelast?
Wer die Anhängelast überschreitet, muss mit einem Bußgeld rechnen. Die Höhe richtet sich nach dem Ausmaß der Überladung. Für Fahrzeuge bis 7,5 Tonnen gelten diese Werte:
| Überladung | Bußgeld | Punkte in Flensburg |
|---|---|---|
| Über 5 % | 10 Euro | --- |
| Über 10 % | 30 Euro | --- |
| Über 15 % | 35 Euro | --- |
| Über 20 % | 95 Euro | 1 Punkt |
| Über 25 % | 140 Euro | 1 Punkt |
| Über 30 % | 235 Euro | 1 Punkt |
Ein Fahrverbot droht bei Überschreitung der Anhängelast nicht. Im Ausland können die Strafen deutlich höher ausfallen.
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