Elektrische Campervans 2026: Fünf Modelle für jeden Typ
Elektrisch campen liegt im Trend. Doch welcher E-Camper passt zu dir? Fünf Modelle im Check: von 50.000 bis 130.000 Euro, von kompakt bis Wohnmobil.
Das Wichtigste im Überblick
- Die meisten E-Camper bieten eine Reichweite von 280 bis 400 km.
- Autarkes Stehen ist möglich, wenn Solar, Lithium-Akku und 230-V-Offgrid-Paket an Bord sind.
- Laden unterwegs ist kein Problem: Die meisten E-Camper sind in 30 bis 35 Minuten auf 80 % geladen.
Ob Micro-Camper für die Stadt oder vollwertiges Wohnmobil auf Elektrobasis: Der Markt für E-Camper wächst rasant. Wir haben fünf aktuelle Modelle unter die Lupe genommen und zeigen, für wen sich welches Fahrzeug wirklich lohnt.
Tonke EQV
Der Tonke EQV basiert auf dem Mercedes-Benz EQV 300 und verbindet luxuriösen Campingkomfort mit einem 100-kWh-Batteriepaket. Laut Hersteller sorgt das für 300 bis 400 km Reichweite. Der Elektromotor leistet dabei 150 kW (204 PS) bei einem Drehmoment von 365 Nm.
Optisch gibt sich der Tonke EQV edel und unauffällig: Die hochwertige Mercedes-Basis mit Ambientebeleuchtung, MBUX-Navigationssystem und drehbaren Vordersitzen macht ihn zum Allrounder für Alltag und Abenteuer gleichermaßen.
Der Innenausbau stammt von Tonke und überzeugt mit Yachtbau-Beschlägen und modularem Konzept. Je nach Variante (Adventure, Nomad, Touring) gibt es Gas- oder Induktionskocher, optionale Hubdächer und bis zu sechs Sitzplätze.
Geeignet für
- Familien, Vielfahrer, Camper mit Anspruch, Paare mit Komfortbedürfnis
Nicht geeignet für
- Stadtbewohner ohne eigene Lademöglichkeit, Budgetbewusste, Personen, die einen kompakten Van suchen
Wer den Tonke EQV in der Touring-Variante wählt, bekommt einen 3.000-W-Wechselrichter mit extra Lithium-Batterie serienmäßig dazu. So gibt es genug Strom für Kaffeemaschine, Laptop und Licht, ganz ohne Campingplatz.
Vorteile
- Sehr gute Reichweite von bis zu 400 km dank 100-kWh-Akku
- Drei klar differenzierte Ausbaustufen (Adventure, Nomad, Touring) für unterschiedliche Bedürfnisse
- Hochwertige Mercedes-Basis mit umfangreichem Sicherheits- und Komfortpaket ab Werk
Nachteile
- Einstiegspreis ab 84.513 Euro (Adventure)
- Fahrzeuglänge von 5,14 m erschwert das Parken in der Stadt
- Gaskocher im Einstiegsmodell Adventure: kein Induktionsfeld serienmäßig
Der Tonke EQV ist ein elektrischer Campingbus auf Basis des Mercedes-Benz EQV mit handwerklicher Qualität aus den Niederlanden.
eVentje ID. Buzz Camper
Der eVentje von Ventje ist der wohl ikonischste E-Camper im Feld. Er basiert auf dem VW ID. Buzz und hat 2024 den renommierten Red Dot Award in der Kategorie Product Design gewonnen.
Mit 150 kW (204 PS), einem 77-kWh-Akku und einer tatsächlichen Reichweite von rund 375 km (WLTP: 424 km) ist der eVentje auch auf längeren Touren gut aufgestellt.
Das Innenraumkonzept verwandelt den kompakten 4,7-Meter-Van durch Verschieben des Vordersitzes in ein 2×1,4 m großes Bett. Dazu gibt es ein innovatives Aufstelldach mit Dachfenster, eine Heckklappe-Küche mit Induktionskochfeld und ein großes Solarpanel für mehr Autarkie.
Geeignet für
- Design-affine Camper, Paare, Städter, Spontanreisende, Personen mit eigenem Stellplatz
Nicht geeignet für
- Familien mit Kindern (aktuell nur zwei Gurtplätze), Personen mit kleinem Budget, Vielfahrer mit täglichen Langstrecken über 350 km
Der eVentje wurde zusätzlich in die "Good Industrial Design Top 100" der Niederlande aufgenommen. Dies ist eine Auszeichnung für herausragende Produktgestaltung.
Vorteile
- Preisgekröntes Design (Red Dot Award 2024) und kompakte Alltagstauglichkeit
- Schnellladung von 5–80 % in nur 30 Minuten (170 kW DC)
- Solarpanel serienmäßig für mehr Unabhängigkeit vom Stromnetz
Nachteile
- Startpreis von 95.000 Euro sehr hoch für ein kompaktes Fahrzeug
- Aktuell nur zwei Sitzplätze mit Gurt
- Lieferzeit: ca. neun Monate ab Bestellung
Das eVentje ist ein elektrischer Campingausbau auf Basis des VW ID. Buzz. Mit dem bist du kompakt, alltagstauglich und emissionsfrei unterwegs.
Iridium e-V25
Der Iridium e-V25 ist ein vollwertiges Elektro-Wohnmobil der zweiten Generation und damit das größte und komfortabelste Fahrzeug in diesem Vergleich.
Mit 5,98 m Länge, 2,89 m Höhe und 2,05 m Breite bietet er auf Basis des Ford E-Transit echten Wohnraumkomfort: vier Essplätze, zwei Schlafplätze, ein klappbares Heckbett (190×120 cm), ein INDACA-Induktionskeramik-Kochfeld, eine Schiebetoilette und ein 70-Liter-Frischwassertank gehören zur Serienausstattung.
Der Elektromotor leistet 135 kW (184 PS) bei 430 Nm Drehmoment. Die nutzbare Batteriekapazität beträgt 68 kWh. Damit schafft der e-V25 bis zu 317 km nach WLTP. An einer 115-kW-DC-Schnellladestation ist die Batterie in 35 Minuten von 15 auf 80 % geladen.
Geeignet für
- Langzeitreisende, Paare mit hohem Komfortanspruch, Camper, die ein vollwertiges Wohnmobil suchen, umweltbewusste Reisende
Nicht geeignet für
- Stadtfahrer, Einsteiger ins Campingleben, Personen mit kleinem Budget, Fahrer ohne Erfahrung mit großen Fahrzeugen
Der Iridium e-V25 basiert auf einem Ford E-Transit und ist für alle, die mehr Leistung wollen, in einer optionalen Variante mit 198 kW (269 PS) erhältlich.
Vorteile
- Vollwertiges Wohnmobil mit Bad, WC, Küche und vier Essplätzen ab Werk
- Umfangreiches Sicherheitspaket: u. a. mit Pre-Collision Assist, Seitenwind-Assistent, adaptivem Tempomat
- Optionale Solar- und Lithium-Batterieausstattung für autarkes Stehen
Nachteile
- Mit 5,98 m Länge deutlich unhandlicher als kompakte Campervans
- Reichweite von 317 km (WLTP) für ein Fahrzeug dieser Größe vergleichsweise begrenzt
- Überführungskosten von 2.599 Euro kommen zum Kaufpreis hinzu
Der Iridium e-V25 ist ein elektrischer Kastenwagen-Camper auf Basis des Ford E-Transit mit durchdachtem Ausbau für kurze und mittlere Reisen.
Vanderer One
Der Vanderer One ist ein cleverer Micro-Camper auf Basis des Citroën ë-Berlingo. Das Besondere: Er ist auch als vollelektrische Variante erhältlich.
Mit dem 136-PS-Elektroantrieb (100 kW) und dem serienmäßigen Vanderer-Schlafdach mit breiter Liegefläche (bis 1,20 m×2,03 m) steckt in dem kompakten Fahrzeug mit nur 189 cm Höhe erstaunlich viel Camping-Potenzial.
Das optionale Livingroom-Modul bringt eine ausziehbare Küchenzeile mit Gas- und Induktionskochfeld, Waschbecken sowie Stauraumfächer mit. Alles ist handgefertigt und modular kombinierbar.
Der Einstiegspreis für die Elektroversion liegt bei rund 49.999 Euro (38.999 Euro Basis + 11.000 Euro Elektro-Aufpreis inkl. Abwicklungsgebühr).
Geeignet für
- Stadtcamper, Wochenendausflügler, Einsteiger, Budgetbewusste, Paare
Nicht geeignet für
- Familien mit mehr als 2 Personen, Langzeitreisende, Personen mit hohem Komfortanspruch
Der Vanderer One lässt sich mit einer Solaranlage (145 Wp) und einem 105-Ah-LiFePO4-Akku nachrüsten. Das sorgt für mehr Autarkie auf dem Stellplatz.
Vorteile
- Kompakte Fahrzeughöhe von 1,89 m
- Deutlich günstigster E-Camper im Vergleich
- Modular aufgebaut: Livingroom- und "Sleep & Storage"-Modul frei kombinierbar
Nachteile
- Livingroom-Modul mit Küche kostet 7.500 Euro Aufpreis
- Reichweite des Citroën ë-Berlingo begrenzt (ca. 280–300 km WLTP)
- Keine Anhängerkupplung bei der Elektrovariante verfügbar
Der Citroën ë-Berlingo ist ein elektrischer Kompaktvan mit großzügigem Platzangebot – praktisch im Alltag und als Basis für leichte Campingausbauten beliebt.
Aktivcamper EQV 300
Der Aktivcamper EQV 300 aus Nürtingen (Baden-Württemberg) ist einer der Pioniere unter den deutschen E-Campern: Das Unternehmen war nach eigenen Angaben die erste Elektro-Camper-Vermietung Deutschlands auf Basis des Mercedes EQV 300.
Der Ausbau – bekannt als „Aktiv 3“ – kombiniert Aufstelldach, Sitzbank, Bett, Küche und reichlich Stauraum in einem modularen Konzept. Mit 150 kW (204 PS), 365 Nm Drehmoment und bis zu 363 km WLTP-Reichweite bietet das Basisfahrzeug eine solide Langstrecken-Tauglichkeit. Die Navigation mit Electric Intelligence plant Ladestopps automatisch ein.
Besonders interessant: Der Aktivcamper EQV ist auch als Langzeitmiete (ABO) ab drei Monaten verfügbar, inklusive Versicherung, Steuer und Service.
Geeignet für
- Vielfahrer, Familien, Camper, die erst mieten und dann kaufen wollen
Nicht geeignet für
- Stadtbewohner, Personen ohne Lademöglichkeit, Käufer, die ein fertiges Fahrzeug sofort mitnehmen möchten
Das ABO-Modell von Aktivcamper läuft ab drei Monaten und beinhaltet Versicherung, Steuer und Service. Wer sich noch nicht sicher ist, ob ein E-Camper zum eigenen Reisestil passt, kann so erst testen und dann entscheiden.
Vorteile
- Langjährige Erfahrung des Ausbauers mit E-Campern: einer der Pioniere in Deutschland
- Flexibles Miet-, Leasing- und Abo-Modell verfügbar
- Modularer Aktiv-3-Ausbau: Aufstelldach, Küche, Bett und Stauraum kombinierbar
Nachteile
- Kein Direktkauf als Komplett-Fahrzeug vom Hof: Ausbau wird auf Kundenwunsch realisiert
- Preise für Ausbau-Pakete nicht öffentlich einsehbar: Anfrage erforderlich
- Fahrzeuglänge des EQV 300 (lang) von über 5 m schränkt Stadtmobilität ein
Aktivcamper nutzt als Basis für seinen Elektro-Camper einen Mercedes-Benz EQV – geräumig, leise und für aktive Reisende konzipiert.
Elektro-Camper: Technische Daten im Überblick
| Modell | Leistung | Drehmoment | Reichweite | Neupreis |
|---|---|---|---|---|
| Tonke EQV Adventure | 150 kW/204 PS | 365 Nm | 300–400 km | 84.513 Euro |
| Tonke EQV Touring | 150 kW/204 PS | 365 Nm | 300–400 km | 107.799 Euro |
| eVentje ID. Buzz | 150 kW/204 PS | 310 Nm | ~375 km (424 km WLTP) | 95.000 Euro |
| Iridium e-V25 | 135 kW/184 PS (opt. 198 kW/269 PS) | 430 Nm | 317 km (WLTP) | 129.900 Euro |
| Vanderer One (Elektro) | 100 kW/136 PS | 260 Nm* | ~280–300 km | ca. 49.999 Euro |
| Aktivcamper EQV 300 | 150 kW/204 PS | 365 Nm | bis 363 km | auf Anfrage |
Wie weit kommt ein E-Camper mit einer Ladung?
Das hängt stark vom Modell und dem Batteriepaket ab.
Der Tonke EQV und der Aktivcamper EQV 300 kommen mit ihrem 100-kWh-Akku laut Hersteller auf 300 bis 400 km Reichweite. Das reicht für die meisten Tagesetappen beim Camping locker aus.
Der eVentje ID. Buzz schafft nach WLTP rund 424 km. In der Praxis sind es ca. 375 km. Für Wochenendtrips ist das mehr als ausreichend.
Der Iridium e-V25 kommt mit seinem 68-kWh-Akku auf bis zu 317 km nach WLTP. Für ein vollwertiges Wohnmobil dieser Größe ist das ein solider Wert.
Kompaktere Modelle wie der Vanderer One auf Berlingo-Basis kommen auf rund 280 km. Das ist für kurze Touren völlig in Ordnung. Wer aber täglich 300 km und mehr fahren will, sollte zu einem größeren Akku greifen.
Generell gilt: Beim Camping fährt man selten mehr als 200 bis 300 km am Tag. Die meisten E-Camper sind also alltagstauglich, solange man die Ladeinfrastruktur im Blick behält.
Kann ich mit einem E-Camper autark stehen?
Ja, mit der richtigen Ausstattung funktioniert das sehr gut.
Viele E-Camper bieten optionale oder serienmäßige Solarpanele. Der eVentje hat ein großes Solarpanel serienmäßig an Bord. Der Vanderer One lässt sich mit einer 145-Wp-Solaranlage nachrüsten, der Iridium e-V25 optional mit 2×55 W oder 2×235 W Solarmodulen.
Dazu kommen Lithium-Batterien im Innenausbau: Der Iridium e-V25 hat serienmäßig eine 100-Ah-Lithium-Batterie, der Vanderer One bietet einen 105-Ah-LiFePO-Akku als Option.
Für das Kochen setzen die meisten Modelle auf Induktion oder Gas. Wer länger autark stehen will, sollte auf ein 230-V-Offgrid-Paket achten. Beim Tonke EQV Touring ist das serienmäßig dabei, beim Iridium e-V25 als Wechselrichter-Option (2.000 W) erhältlich.
Wichtig: Der Fahrzeugakku selbst sollte nicht als Hauptstromquelle für den Wohnbereich genutzt werden. Das würde die Reichweite erheblich reduzieren.
Was kostet das Laden eines E-Campers unterwegs?
Das hängt davon ab, wo und wie du lädst, denn die Unterschiede sind erheblich.
Am günstigsten ist das Laden zu Hause oder auf dem Campingplatz per Landstrom. Wer seinen E-Camper über Nacht an der heimischen Wallbox lädt, zahlt je nach Stromtarif zwischen 25 und 45 Euro für eine volle Ladung beim großen 100-kWh-Akku des EQV.
An öffentlichen AC-Ladesäulen liegen die Kosten in Deutschland aktuell meist zwischen 0,40 und 0,60 Euro pro kWh. Eine Vollladung des Tonke EQV (100 kWh) kostet dort also rund 40 bis 60 Euro.
Schnellladen per DC ist praktisch, aber teurer: An Schnellladesäulen werden häufig 0,60 bis 0,79 Euro pro kWh fällig – für 80 % Ladung beim eVentje (ca. 62 kWh) also rund 37 bis 49 Euro.
Wer viel auf Campingplätzen steht, profitiert oft von günstigem Landstrom. Und wer ein Solarpanel an Bord hat, lädt in der Sonne sogar kostenlos nach. Unterm Strich bleibt der E-Camper im Betrieb deutlich günstiger als ein vergleichbarer Diesel-Van.
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