Mittelklasse-SUVs von nobel bis praktisch:

BMW X3 bis VW Tiguan: Die besten Mittelklasse-SUVs im Vergleich

In der SUV-Mittelklasse darf es gerne nobel zugehen. Wie bei BMW X3 oder Mercedes GLC. Doch es gibt noch mehr gute Optionen, wie unser Marktüberblick zeigt.

  • Markus Schönfeld
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  • Veröffentlicht am 03/25/2020, 4:07 PM
audi
Quelle: Audi Das Fahrwerk des 4,66 Meter langen Audi Q5 federt optional mit Luft, bleibt aber stets sportlich straff

Bei strenger Auslegung ist die SUV-Mittelklasse hierzulande fest in deutscher Hand. Audi Q5, BMW X3, Mercedes GLC – nicht nur bei den ganz großen SUVs kaufen wir gern bei sogenannten Premium-Marken. Doch uns ist diese Auslegung des Segments zu eng. Schließlich kommt es auf die Größe an. Nicht nur, aber auch.

Modelle wie der VW Tiguan Allspace oder seine Verwandten Skoda Kodiaq und Seat Tarraco überragen die süddeutschen Konkurrenten sogar und bieten sehr viel Platz. In unsere Liste der besten Mittelklasse-SUVs gehören sie deshalb ganz selbstverständlich hinein. Und noch ein paar andere Kandidaten, die vielleicht nicht ganz so nahe liegen, kannst Du in unserem Vergleich der besten Mittelklasse-SUVs finden.

BMW X3: Der Siegertyp

Auch wenn BMW traditionell für sportliche Limousinen und Coupés bekannt ist, verkaufen die Weißblauen mittlerweile genauso viele X-Modelle wie die ihrer klassischen Baureihen. Der X3 läuft schon in dritter Generation und gehört nicht nur zu den beliebtesten SUV-Modellen. Das liegt neben der guten Fahrdynamik am Platzangebot. Auf einer Gesamtlänge von 4,71 Metern bietet die seit 2017 angebotene SUV-Baureihe G01 mehr Raum als die meisten Konkurrenten. Hier herrscht so viel Bewegungsfreiheit wie in einem 5er BMW. Ausstattung, Material- und Verarbeitungsqualität stellen zufrieden – sollten sie aber auch, bei Preisen ab 46.300 Euro.


BMW X3
Der BMW X3

Die X-Reihe macht etwa 50 Prozent aller BMW-Verkäufe aus. Der X3 rollt seit 2017 in dritter Generation auf den Straßen.


Enorm wichtig für BMW-SUV-Kunden ist die Motorenauswahl. Hier bietet das X3-SUV eine breitere Palette als die meisten Konkurrenten. Neben den Basisvierzylindern mit Heckantrieb sind einige Sechszylinder zu haben und seit Ende 2019 sogar ein Hybrid mit 292 PS Systemleistung. Bei den Dieselmodellen reicht die Leistungsspanne im aktuellen Modell von 150 PS bis 326 PS (M40d). Bei den Benzinern startet das Angebot mit dem 184 PS starken sDrive20i. Topmodell ist der X3 M mit bis zu 510 PS. Sein Preis: ab 95.200 Euro.              

BMW X1 und X3 im Vergleich: Jetzt mehr erfahren

Mercedes GLC: Der Komfortable

Mercedes hat seine Einstellung in der SUV-Mittelklasse vor etwa fünf Jahren komplett geändert. Gibt sich der GLK (2008 bis 2015) in Anlehnung an das Urmodell G kantig, fährt der abgerundete Nachfolger GLC seit 2015 elegant vor. Passend zur Optik liefert der Mercedes GLC bei Komfort, Ausstattung und Ambiente die besseren Argumente als sein Vorgänger. In seiner Klasse gilt das in Bremen vom Band laufende SUV als gediegener Gentleman – und das nicht erst seit dem GLC-Facelift von 2019. Dennoch bleibt innen ausreichend Platz für eine vierköpfige Familie. Der Kofferraum des Mercedes GLC nimmt es mit 550 bis 1.600 Litern Gepäck auf, die Anhängerkupplung je nach Motorisierung mit bis zu zweieinhalb Tonnen.


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Der Mercedes GLC 220 d

194 PS leistet der 2,0-Liter-Vierzylinder-Turbodiesel im Mercedes GLC 220 d.


Apropos Motorenauswahl. Die ist beim GLC groß. Vierzylinder-Diesel und -Benziner mit Neunstufen-Automaten dominieren das Bild bei dem Mittelklasse-SUV. Mercedes bietet mit dem GLC 300e (bis 2018: 350e) zudem eine Plug-in-Hybrid-Variante mit 320 PS Systemleistung an. Selbst ein Sechszylinder-Diesel mit 330 PS ist zu haben. Und die AMG-Modelle des Mercedes GLC tragen aufgeladene V6- oder V8-Benziner mit bis zu 510 PS unter der Haube. Nicht vergessen sollte man den GLC F-Cell, der mit einem der modernsten Wasserstoff-Hybridantriebe unterwegs ist. Preislich orientiert sich das 4,66 Meter lange SUV an den engsten Konkurrenten BMW X3 und Audi Q5.

Mehr erfahren: Mercedes GLC 220d 4Matic im Test

Audi Q5: Der Unfehlbare

Auch wenn die zweite Generation des Audi Q5 erst seit 2017 auf dem Markt ist, wirkt sie in der Audi-Palette schon wie ein alter Hase – ein Selbstläufer in unserer SUV-Bestenliste. Neben der kaum veränderten Form dürfte der Erfolg des Audi Q5 vor allem an der Cockpit-Gestaltung des SUVs liegen. Für Infotainment, Radio und Bedienung gibt es noch viele echte Knöpfe und Drehdrücksteller. Jüngere Audi-SUVs wie Q3, E-Tron oder Q8 sind mit vielen Touch-Flächen bestückt. Abgesehen davon punktet der 4,66 Meter lange Audi Q5 mit perfekter Ergonomie, feinster Verarbeitung und modernen Antrieben.


Audi A5
Der Audi Q5

In Generation II wird Audis Mittelklasse-SUV größer und moderner.


Hier fallen vor allem die beiden Hybrid-SUV-Modelle (50 und 55 TFSI e) auf. Mit bis zu 367 PS Systemleistung sind sie stärker als der ehemalige Audi SQ5 mit Benzinmotor. Seit 2019 heißt das Topmodell SQ5 TDI und trägt einen Sechszylinder-Turbodiesel mit 700 Newtonmetern Drehmoment unter der Haube. Häufiger verkauft werden aber die aufgeladenen Vierzylinder-Benziner mit Allradantrieb und Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe S tronic oder das Basis-Dieselmodell 35 TDI mit 163 PS und Frontantrieb.

Wir haben den Audi Q5 im Alltag getestet. Jetzt mehr erfahren!

Honda CR-V: Der Außerordentliche

Hierzulande ist der Honda CR-V eher ein Außenseiter auf dem SUV-Markt. In unsere Liste der besten Mittelklasse-SUVs gehört er trotzdem. Das Platzangebot kommt einem riesig vor, obwohl das japanische SUV nur 4,60 Meter lang ist. Dennoch liegt das Kofferraumvolumen bei 561 bis 1.756 Litern. Alternativ bestückt Honda das SUV mit zwei Notsitzen in dritter Reihe. Bei der Materialqualität kann der Honda CR-V nicht mit den deutschen Konkurrenten mithalten. Doch dafür ist er deutlich günstiger.


Honda CR-V
Der etwas andere Hybrid

Im Honda CR-V Hybrid unterstützt der Benzinmotor das Elektro-Aggregat und nicht umgekehrt.


Als Hybridversion ist der Honda CR-V seit 2019 ein echter technischer Leckerbissen. Denn anders als bei den meisten Hybrid-Konkurrenten dient der 145 PS starke Zweiliter-Benziner im Honda-SUV als Antreiber für den Generator, der seine elektrisch gewonnene Energie direkt an die Antriebsmaschine und den kleinen Akku schickt. Die Räder des CR-V werden also hauptsächlich elektrisch angetrieben, wenn auch die meiste Zeit begleitet von einem Verbrenner-Geräusch. Der CR-V schafft trotzdem für etwa zwei Kilometer die elektrotypisch lautlose Fahrt aus dem relativ kleinen Akku. Einzige Antriebsalternative zum 184 PS starken 2.0 i-MMD Hybrid ist ein 1,5-Liter-Turbobenziner mit 173 PS. Einen Dieselmotor gibt es für den Honda CR-V der fünften Generation nicht mehr.

Ausführliche Infos: Der Honda CR-V im ersten Test

Kia Sorento: Der Riesenhafte

Noch nicht einmal auf dem Markt polarisiert schon die neue, vierte Generation des Mittelklasse-SUVs Kia Sorento mit ihrer sehr kantigen Optik und dem gewöhnungsbedürftigen Heck. Ohne Frage – stattlich sind auch die Vorgängergenerationen. Doch bisher war das Design eines Sorento stets unauffällig. Das neue Kia-SUV, das Ende 2020 auf den Markt kommen soll, schielt mit seiner selbstbewussten Front schon zu VW Touareg und Co. Die Maße dafür hat es auch. Mit 4,80 Metern Außenlänge ragt schon die dritte Generation aus der Mittelklasse heraus, der Kia Sorento 2020 legt noch 10 Millimeter zu.


Kia Sorento
Der Kia Sorento

Großes aber bezahlbares SUV gesucht? Im Kia Sorento fahren bis zu sieben Personen mit.


Der Kia Sorento des Jahrgangs 2020 steht auf einer neuen technischen Plattform. Die ermöglicht sogar feinste Hybrid-Technik der „Smartstream“-Generation. Zunächst wird das Mittelklasse-SUV als 230 PS starker Vollhybrid auf den Markt kommen, der trotz 350 Newtonmetern Drehmoment mit weniger als sechs Litern Benzin auskommen soll. Eine Plug-in-Hybrid-Variante mit großem Akku ist geplant, die den CO2-Ausstoß auf 39 Gramm je Kilometer reduzieren könnte. Motorenvielfalt und die bekannte Sieben-Jahres-Garantie qualifizieren den neuen Kia Sorento für die Liste unserer besten Mittelklasse-SUVs.

Alles zum neuen Kia Sorento findest Du hier!

VW Tiguan Allspace: Der Geräumige

Schon ein herkömmlicher VW Tiguan bietet auf nur 4,48 Metern Länge dank perfekter Raumausnutzung familientaugliche Platzverhältnisse. Der 21 Zentimeter längere Tiguan Allspace taugt hingegen sogar für Großfamilien. Das Längenwachstum schafft in dem SUV mehr Bewegungsfreiheit für die Passagiere, das Kofferraumvolumen wächst um 115 Liter auf 730 bis 1.770 Liter. Im Heck lassen sich auf Wunsch zwei Notsitze unterbringen. Als tauglicher Siebensitzer positioniert sich der VW Tiguan Allspace also selbstbewusst und alltagstauglich in der SUV-Mittelklasse.


VW Tiguan Allspace in der Ansicht von vorne links, stehend
VW Tiguan Allspace

Mit dritter Sitzreihe fahren im VW Tiguan Allspace bis zu sieben Personen mit.


Der Aufpreis des Allspace zum normalen Tiguan beträgt etwa 3.500 Euro. Technik, Ausstattungen und Motorenpalette entsprechen dem Grundmodell. Allerdings entfallen beim größeren SUV die Basismotorisierungen mit 130 PS (Benziner) beziehungsweise 115 PS (Diesel). Damit kostet ein VW Tiguan Allspace mindestens knapp 35.000 Euro. Das ist deutlich mehr, als für die engen Verwandten Skoda Kodiaq (ab 28.600 Euro) oder Seat Tarraco (ab 30.380 Euro) bezahlt werden muss.

Lies hier unseren detaillierten Test des VW Tiguan Allspace

Skoda Kodiaq: Der Preis-Leistungs-Hammer

Ähnlich lang wie ein VW Tiguan Allspace und genauso geräumig ist der Kodiaq zum heimlichen Helden innerhalb der Skoda-Familie herangewachsen. Lange Wartezeiten sprechen für den Platz in unserer Liste der besten Mittelklasse-SUVs. Dabei ist der sympathische Tscheche vor allem eines: richtig praktisch. Mit bis zu sieben Sitzen oder als Fünfsitzer mit 835 Liter großem Kofferraum steckt der 4,70 Meter lange Skoda Kodiaq so einiges weg. Und auch bei der Ausstattung des SUVs gibt sich Skoda keine Blöße. Nahezu alles, was es beim eng verwandten VW Tiguan gibt, ist auch für den Skoda Kodiaq zu haben. Und das teilweise sogar deutlich günstiger. In der SUV-Familie des VW-Konzerns ist der Skoda Kodiaq die klare Preis-Leistungs-Empfehlung.


Der Skoda Kodiaq

Das Mittelklasse-SUV ist nach dem, auf einer Insel vor Alaska lebenden, Kodiakbären benannt


Das Motorenangebot entspricht im Wesentlichen dem des Wolfsburger SUVs. Angefangen beim 150-PS-Benziner (1.5 TSI) mit Handschaltung und Frontantrieb reicht die Palette bis zum schnellen Skoda Kodiaq RS mit seinem 240 PS starken Zweiliter-Diesel, 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe und Allradantrieb. Das SUV-Topmodell mit sehr guter Grundausstattung kostet allerdings schon 49.900 Euro.

Hier geht es zu unserer ausführlichen Kaufberatung zum Skoda Kodiaq

Seat Tarraco: Der Ableger

Die Zeit der Vans ist auch bei Familien vorbei. Im SUV-Zeitalter heißt das Raumwunder bei Seat Tarraco und nicht mehr Alhambra. Platz für sieben bietet das 4,74 Meter lange SUV-Dickschiff ebenfalls. Der hohe Aufbau des Seat Tarraco lässt ein ähnlich luftiges Raumgefühl entstehen wie beim Erfolgs-Van Alhambra. Technisch gleicht der Seat Tarraco VW Tiguan Allspace und Skoda Kodiaq. Und so liegt das Raumangebot auf gleich hohem Niveau. In den Kofferraum passen 760 bis 1.920 Liter.


Seat Tarraco
Der Seat Tarraco

SUV aus dem VW-Konzern: Der Tarraco teilt sich Plattform und Größe mit VW Tiguan Allspace und Skoda Kodiaq.


Antriebsseitig vertraut Seat auf die Motoren- und Getriebepalette von Volkswagen. Turbobenziner mit 1,5 oder 2,0 Litern Hubraum stehen neben den 2.0 TDI im Showroom. Noch in diesem Jahr soll sich eine Plug-in-Hybrid-Variante mit 245 PS Systemleistung dazugesellen. Die Topmodelle leisten sowohl auf Diesel- wie Benzinseite 190 PS. Die Preisliste für das Mittelklasse-SUV Seat Tarraco beginnt bei 30.380 Euro.

Mehr erfahren? Der Seat Tarraco im Alltagstest

Toyota RAV4: Der einstige Pionier

Seit Anfang 2019 rollt die mittlerweile fünfte Generation des SUVs Toyota RAV4 über unsere Straßen. Begegnen wird man ihm allerdings selten, denn in der SUV-Mittelklasse hinkt Toyota hierzulande hinterher. Dabei spricht einiges für den Toyota RAV4, weshalb wir ihn in unsere Mittelklasse-SUV-Bestenliste aufgenommen haben. Der RAV4 begründete Mitte der 1990er-Jahre einst das Segment kompakter SUVs. Mit nur 4,60 Metern Länge gehört er noch immer zu den kürzeren Mittelklasse-SUVs, doch sein stattlicher Auftritt kann die Länge gut kaschieren. Im Innenraum herrscht kein Platzmangel, das Kofferraumvolumen liegt bei 580 bis 1.690 Litern. Vom Ambiente darf man nicht allzu viel erwarten. Hier herrscht graue Nüchternheit.


Toyota RAV4
Urvater des SUVs

1994 begründet der Toyota RAV4 das Segment der Stadt-Geländewagen.


Toyota bietet für den RAV4 ausschließlich Benzinmotoren an – mit oder ohne elektrische Antriebsunterstützung. Die Basisvariante des SUVs mit zwei Litern Hubraum leistet 149 PS und schickt ihre Kraft über ein manuelles oder stufenloses Getriebe zu den Vorderrädern. Spannender ist das 2,5-Liter-Aggregat mit Elektro-Unterstützung im Hybrid-SUV. Die Systemleistung beträgt hier 222 PS, der Verbrauch soll sich im Alltag bei weniger als fünf Litern Benzin auf 100 Kilometer einpegeln. Der Basispreis liegt allerdings bei 38.690 Euro.

Lies hier unseren ausführlichen Toyota RAV4 Alltagstest

Die Mittelklasse-SUVs in Bildern

  • honda
    Quelle: Honda Beim Honda CR-V Hybrid treibt der Benzinmotor einen Generator an, der so Strom für den Akku und die E-Maschine erzeugt
  • audi
    Quelle: Audi Das Fahrwerk des 4,66 Meter langen Audi Q5 federt optional mit Luft, bleibt aber stets sportlich straff
  • bmw
    Quelle: BMW Mit einer Außenlänge von 4,71 Metern bietet der BMW X3 mehr Raum als die meisten Konkurrenten
  • kia
    Quelle: Kia Der neue, gerade vorgestellte Kia Sorento steht auf einer neuen technischen Plattform
  • mercedes
    Quelle: Mercedes Mit seinem kantigen Vorgänger GLK hat der Mercedes GLC seit 2015 nichts mehr gemeinsam
  • seat
    Quelle: Seat Nach dem Seat Arona und Ateca bringen die Spanier mit dem Tarraco ihr drittes SUV auf die Straße
  • skoda-1
    Quelle: Skoda Für weniger als 30.000 Euro ist der große Skoda Kodiaq ein echter Preis-Leistungs-Sieger
  • Toyota Rav4 in der Ansicht von vorne-rechts
    Quelle: Jonas Seidel Der Toyota RAV4 ist als Hybrid seit Anfang 2019 erhältlich
  • vw-2
    Quelle: Volkswagen Der 4,70 Meter lange VW Tiguan Allspace schließt die Lücke zwischen VW Tiguan und VW Touareg