Ohne Reparatur droht ein Motorschaden - so erkennst Du den Defekt

Defekte Ölpumpe wechseln oder reparieren? Das sind die Kosten

Ist die Ölpumpe defekt, dann droht ein Motorschaden: Das Fahrzeug muss schnell in die Werkstatt, sollte aber dahin geschleppt werden. Denn jeder gefahrene Meter kann den Schaden nur schlimmer machen. Recht teuer wird es in jedem Fall, wobei der finanzielle Aufwand je nach Fahrzeugtyp stark schwankt.

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  • Veröffentlicht am 10/24/2019, 12:06 PM
Die Reparatur einer defekten Ölpumpe solltest Du unbedingt von einem Fachmann durchführen lassen.
Quelle: picture alliance / dpa Themendie Die Reparatur einer defekten Ölpumpe solltest Du unbedingt von einem Fachmann durchführen lassen

Du startest Deinen Wagen und hörst eigenartige Klopf- oder Klappergeräusche? Oder es vibriert vom Motorblock her auf eine Art, die Dir fremd ist und die Fahrleistungen schwanken? Dann könnte ein Kolbenfresser drohen. Oft ist eine kaputte Ölpumpe die Ursache. Bei diesem Verdacht sollte das Auto keinen Meter mehr bei laufendem Motor bewegt und zur Begutachtung in die Werkstatt geschleppt werden. Sonst kann ein Motorschaden die Folge sein.

Welche Funktion hat die Ölpumpe?

Bei Ölmangel passiert Folgendes: w egenunzureichender Schmierung der beweglichen Teile im Motor kommt es zuerst zur trockenen Reibung und dann zum Kolbenklemmer. Das bedeutet, dass die Kolben im Zylinder festsitzen und den Motor blockieren. Der eigentliche Kolbenfresser tritt auf, wenn es zur sogenannten Reibschweißung der Teile kommt. Die Folge ist oft ein kapitaler Schaden des Motors.
Die Funktion der Ölpumpe besteht darin, den Ölkreislauf im Fahrzeug bei gleichbleibendem Druck stets aufrechtzuerhalten. Bei laufendem Motor pumpt sie den Schmierstoff durch das Leitungssystem. Angesaugt wird das Öl aus der Ölwanne, in der die Pumpe angebracht ist, sie presst es durch den Filter und weiter zu den Schmierstellen im Motor. Angetrieben wird sie von einem oder mehreren Zahnrädern oder Ketten mittels Motorkraft. Nach der Schmierung gelangt das Öl wieder in die Wanne und der Prozess beginnt von Neuem.
Im Motor hat das herangepumpte Öl mehrere Funktionen: Neben der Schmierung mindert es den Verschleiß, kühlt Stellen, die vom Kühlmittel nicht erreicht werden, und verhindert Korrosion. Nebeneffekt ist, dass Motorengeräusche und Vibrationen verringert werden. Außerdem dient das Öl zur Abdichtung zwischen den Kolben und den Zylinderwänden.

Eine defekte Ölpumpe kann schnell zum Motorschaden an Deinem Auto führen.
Quelle: picture alliance / Frank May Eine defekte Ölpumpe kann schnell zum Motorschaden an Deinem Auto führen

So erkennst Du eine defekte Ölpumpe

Wenn die Ölpumpe defekt ist, ist Handeln gefragt, denn weitere Teile am Motor werden schnell in Mitleidenschaft gezogen. Ein weiterer Schaden kann ein versagender Turbolader sein, schlimmstenfalls kommt es zum Motorschaden. Die Ölpumpe kann kaputtgehen, wenn das falsche Öl verwendet wird, sie nicht richtig eingebaut wurde, die Ölwanne verschmutzt oder Kühlwasser ins Motoröl gelangt ist – es gibt etliche Ursachen. VW hatte vor einigen Jahren große Probleme mit dem Pumpe-Düse-Diesel 2.0 TDI. Der 2.0 TDI war im Passat, im Sharan, im Skoda Superb und den Audi-Modellen Audi A4 und Audi A6 verbaut. Hier konnte die Ölpumpe schlagartig aussetzen, weil eine Sechskantwelle im Pumpenantrieb schnell verschliss.
Es gibt typische Anzeichen dafür, dass die Ölpumpe defekt ist, diese sind aber nicht unbedingt eindeutig. Ist sie defekt, sinkt der Öldruck. Das siehst Du an der aufleuchtenden oder blinkenden Kontrolllampe in der Cockpit-Anzeige. Ein Hinweis auf Probleme im Ölkreislauf kann auch sein, wenn die Kontrollleuchte nicht direkt wieder ausgeht, nachdem Du den Motor gestartet hast. Doch all das muss nicht zwangsläufig auf eine defekte Pumpe hindeuten. Ursache kann auch eine undichte Ölleitung sein oder das Ölsieb ist verstopft, das zur Problembehebung dann nur gereinigt werden muss. Die richtige Diagnose lässt Du in der Fachwerkstatt stellen, wo eine professionelle Messung des Öldrucks durchgeführt wird. Und wie gesagt: Das Auto dorthin schleppen lassen und nicht mehr selber fahren.



Wechsel-Kosten einer Ölpumpe

Ist die Pumpe hin, solltest Du sie besser wechseln als reparieren. Denn: Zum einen ist die Reparatur allein wegen des hohen Arbeitsaufwandes meist unwirtschaftlich. Zum anderen könnte bald der nächste Defekt auftreten, sodass sich eine neue Pumpe auf jeden Fall lohnt. Hier sollte auf Qualität geachtet werden und das kaputte Teil gegen ein Original- oder sogenanntes Identteil ausgetauscht wird. Gängige Hersteller sind Pierburg, Febi Bilstein, VAICO oder Kolbenschmidt.
Auch die Reparatur in Eigenregie schließt sich fast aus, wenn Du nicht vom Fach bist und zufällig selbst in einer Kfz-Werkstatt arbeitest. Die Fachwerkstatt verfügt zudem über das bei einigen Autotypen benötigte Spezialwerkzeug und kann auch das anfallende Altöl ordnungsgemäß entsorgen, denn der Schmierstoff in Deinem Fahrzeug muss für die Reparatur komplett abgelassen werden.
Und damit beginnt der Aufwand: Das Auto kommt auf die Hebebühne, der Unterbodenschutz wird abmontiert, das Öl abgelassen und die Ölwanne abgebaut. Dann werden die Leitungen der Ölpumpe getrennt, die Pumpe schließlich ausgebaut und gegen eine neue ersetzt. Dabei müssen die Kontaktflächen gesäubert, die Zuleitungen wieder angeschlossen und sicherheitshalber auch der Ölfilter gewechselt werden.
Je nach Aufwand sollten manchmal zwei, manchmal auch fünf Stunden eingeplant werden. Die Zeit treibt die Kosten, dabei unterliegen Arbeits- und Materialkosten je nach Fahrzeugtyp hohen Schwankungen. Eine neue Ölpumpe kann 50 Euro kosten, aber auch 500 Euro oder mehr, auch Ersatzteile wie Dichtungsringe müssen bezahlt werden. Nimmt man einen Stundensatz von 60 bis 130 Euro an – auch hier variieren die Kurse –, können die Arbeitskosten je nach Aufwand schnell noch einmal einen hohen Betrag ausmachen, sodass Du bei 1.200 Euro und mehr landest. Mit Glück fallen aber nur ein paar Hundert Euro an.
Teuer ist der alleinige Austausch der Ölpumpe aber immer. Um noch teureren Folgeschäden vorzubeugen, lohnt es sich, keinen Ölwechsel zu verpassen und den Ölfilter lieber einmal mehr als zu selten zu wechseln.

VW hatte vor einigen Jahren Probleme mit der 2.0 TDI-Düse der Ölpumpe.
Quelle: picture alliance / Uli Deck/dpa VW hatte vor einigen Jahren Probleme mit der 2.0 TDI-Düse der Ölpumpe. Sie war unter anderem im Passat, Sharan und im Audi A4 und Audi A6 verbaut

Das solltest Du bei einer defekten Ölpumpe tun

  • Sinkender Öldruck (Kontrollleuchte im Cockpit) kann auf kaputte Ölpumpe hindeuten.
  • Diagnose in der Werkstatt stellen lassen. Das Fahrzeug dorthin schleppen lassen, um einen Motorschaden zu vermeiden.
  • Ist die Pumpe defekt, diese gegen eine neue austauschen lassen, Reparatur lohnt oft nicht.
  • Kosten variieren stark je nach Typ und Werkstatt – von wenigen Hundert Euro bis zu 1.200 Euro und mehr.

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