Autohandel in Zeiten der Corona-Pandemie

Corona: Alles Wissenswerte zum Autokauf und -verkauf

In Deutschland werden viele Corona-Beschränkungen gelockert. Das betrifft auch den Automarkt. Was Käufer und Verkäufer in Zeiten von Covid-19 wissen müssen.

  • Veröffentlicht am 02/21/2020, 09:30 AM
  • Aktualisiert am 07/31/2020, 02:13 PM
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Quelle: dpa / Picture Alliance; Vera Davidova via unsplash.com In Deutschland wurden viele Corona-Beschränkungen seit dem Frühjahr gelockert, andere aber auch neu erlassen. Was das für den Autokauf und -verkauf bedeutet, steht in unserem Ratgeber

Die Corona-Krise hat bisher ungekannte Auswirkungen auf das öffentliche Leben in Deutschland und damit auch auf mobile.de. Deutschlands größte Automobilbörse im Internet bringt seit 1996 Autokäufer und Autoverkäufer, Autohändler und Autofahrer zusammen.

Zwar hat sich das Infektionsgeschehen in Deutschland im Laufe des Jahres 2020 stark reduziert – ein Erfolg der Einschränkungen und Sicherheitsvorkehrungen. So wurde es möglich, viele Beschränkungen aus dem Frühjahr im Verlauf des Sommers zurückzufahren oder ganz aufzuheben. Einige Beschränkungen gelten jedoch weiter. Wir erläutern hier, welche Auswirkungen dies auf den Kauf und Verkauf von Autos hat.  

Das Bundesministerium für Gesundheit hat die Webseite "Zusammen gegen Corona" eingerichtet. Dort finden sich stets aktuelle Informationen. Wir als mobile.de unterstützen alle Maßnahmen, die zum Eindämmen von Corona führen können. 

Update 16.7.2020: Die aktuelle Lage 

  • Seit dem 20.4.2020 dürfen Autohäuser wieder öffnen.  
  • Für Einzelhandelsgeschäfte wie Autohäuser gelten strenge Hygienestandards, etwa eine Maskenpflicht in Verkaufsräumen. 
  • Aktuell gibt es in einigen Werkstätten lange Wartezeiten, auch für Inspektionen. 
  • Deutschlandweit gilt ein Mindestabstand von 1,5 Metern. Weitere Regeln weichen je Bundesland ab. Der private Autokauf und Autoverkauf ist möglich. 
  • Die Zulassungsstellen sind geöffnet, viele bieten eingeschränkte Dienste an. 


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Dein Auto auf mobile.de verkaufen

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Was gilt nun für den Autohandel? Grundsätzlich können Autos wieder fast normal gehandelt werden, privat wie gewerblich. Dennoch ist von Käufern und Verkäufern Augenmaß gefragt. Entscheidend ist, nicht sorglos vorzugehen und einige Dinge zu beachten.  

So klappt der Autokauf unter Corona-Bedingungen 

Basis des Autokaufs ist in der Regel ein persönlicher Kontakt. Die Bundesregierung ruft weiter dazu auf, bei persönlichen Kontakten umsichtig vorzugehen und Hygienestandards einzuhalten. Folgende Dinge sind zu beachten: 

  • Abstand halten: Pflicht sind 1,50 m, empfohlen 2,00 m. Das Corona-Virus wird in der Regel per Tröpfcheninfektion übertragen. Je weiter man vom potenziellen Geschäftspartner entfernt bleibt, desto geringer ist das Risiko, auf diesem Wege infiziert zu werden. 
  • Händewaschen. Schmierinfektionen sind mittels Kontakt der Hände mit kontaminierten Gegenständen möglich. Zudem solltest Du vermeiden, Dir ins Gesicht zu fassen, soweit möglich. Das reduziert das Risiko, das Virus auf die Schleimhäute aufzubringen (Mund, Augen, Nase). 
  • Vor und nach einer Probefahrt solltest Du als Verkäufer sensible Bereiche des Autos desinfizieren: Lenkrad, Schaltknauf, Spiegel, Griffe, Touchscreen. An diesen Stellen können Viren hinterlassen werden. Hier findest Du einen ausführlichen Ratgeber zum Desinfizieren von Autos
  • Als gewerblicher Verkäufer bist Du in mehreren Bundesländern dazu verpflichtet, das Auto nach jeder Besichtigung zu reinigen oder zu lüften. 
  • Deutschlandweit ist in Geschäften von Kunden eine Mund-Nase-Abdeckung zu tragen („Maskenpflicht“). Das gilt also auch im Innenbereich von Autohandels-Geschäften. Sie dient dazu, die Ansteckungsgefahr über sogenannte Aerosole, also Kleinst-Partikel in der Luft, zu reduzieren. 
  • Schlüssel, Papiere und Kaufvertrag können hinterlegt und damit kontaktlos übergeben werden. 
  • Der Handschlag zur Besiegelung des erfolgreichen Autokaufs fällt aus. 
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Quelle: unsplash.com Autohäuser dürfen regulär öffnen, müssen aber aus Infektionsschutzgründen ein Hygienekonzept umsetzen und auf Verlangen vorweisen können

Grundsätzlich erfordert der Autokauf im Angesicht des Coronavirus Vertrauen. Jana Parmova, Betriebsärztin beim tschechischen Autohersteller Skoda, empfiehlt: „Fahren Sie, wenn möglich, allein mit dem Auto.“ Für Käufer auf Probefahrt ist das ohnehin ratsam, doch nicht immer wollen Verkäufer das zulassen. Parmova rät: „Wenn Sie unbedingt jemanden mitnehmen müssen, dann stellen Sie sicher, dass diese Person keine akuten Symptome einer Atemwegserkrankung aufweist. Verwenden Sie eine Atemschutzmaske oder zumindest eine Gesichtsmaske. Stellen Sie sicher, dass Sie die Kontaktdaten aller anderen Passagiere haben, damit sie sie im Falle einer Infektion identifizieren können.“ 

Sind die Zulassungsstellen geöffnet? 

Regeln für Privatkunden: Die meisten Zulassungsstellen in Deutschland sind wieder geöffnet. Allerdings: In vielen Ämtern gelten weiter starke Einschränkungen. Das können reduzierte Öffnungszeiten sein, eine verlängerte Bearbeitungsdauer oder eine Höchstzahl von Vorgängen pro Kunde. Viele Kfz-Zulassungsstellen schreiben eine Terminvereinbarung vor, andere empfehlen sie dringend. In einigen Zulassungsstellen ist die Antragstellung nur an einem Tag pro Woche möglich. 

Eine Übersicht ist auf der Webseite des Zulassungsdienstes Kroschke zu finden. Diese Liste wird täglich aktualisiert. 

Die Zulassungsbehörde im Landkreis Stade etwa teilt mit, dass der Betrieb in beiden Dienststellen seit dem 1. Juli wieder in vollem Umfang zur Verfügung steht. Zuvor war nur eine Zulassungsstelle von zweien geöffnet. Obligatorisch ist eine vorherige Terminvergabe. Die Wartezeit beträgt etwa drei Wochen. Einige Ämter haben die Corona-Zeit genutzt, um ihr Online-Angebot deutlich auszuweiten. In Berlin etwa sollen Privatkunden wann immer möglich die Online-Dienste der Zulassungsstelle nutzen. Neuwagen sowie Gebrauchtwagen ab EZ 2018 können dort online angemeldet werden. Mehr Infos zur Online-Kfz-Zulassung findest Du hier.  

Das müssen gewerbliche Zulassungsdienste beachten: Für gewerbliche Autokäufe und Zulassungen gelten Sonderregeln, die sich regional unterscheiden. So können in Duisburg Zulassungsdienste nur morgens und nur maximal 10 Vorgänge auf einmal einreichen. Andere Ämter setzen derzeit eine um 10 Tage längere Bearbeitungszeit für gewerbliche Zulassungen an. 

Generell gilt: In Behörden müssen Besucher einen Mund-Nase-Schutz tragen. Lange Aufenthalte mehrerer Kunden in Warteräumen sollen unbedingt vermieden werden, daher entscheiden sich viele Stellen für eine obligatorische Terminvergabe. Über die Regelung in Deiner Stadt informierst Du Dich am besten auf der Homepage Deiner Verwaltung. 

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Quelle: Picture Alliance In Berlin ist die Zulassung von Pkw für Privatpersonen nur noch in Ausnahmefällen möglich

Was sollten Privatverkäufer beachten? 

Private Käufer und Verkäufer dürfen sich deutschlandweit wieder treffen, ohne dass dafür ein „triftiger Grund“ vorliegen muss. Dennoch findet weiterhin ein großer Teil des Handels online statt. Klar, denn hier besteht erst gar kein Risiko, zur Weiterverbreitung des Corona-Virus beizutragen. Um als Privatverkäufer gegen die attraktiven Angebote der Händler bestehen zu können, kannst Du folgende Tipps beachten:  

  • Inserat online halten: Das Inserat sollte auffindbar sein. Viele (potenzielle) Autokäufer haben mehr Zeit als üblich, Angebote zu sichten und beispielsweise auf dem mobile.de-Parkplatz zu parken. Wer als Verkäufer sichtbar bleibt, gibt dem Käufer die Chance, sich auf das neue Auto zu freuen.  
  • Schöne Fotos: Du kannst mehr und schönere Bilder machen und hochladen. Dadurch gewinnen Interessenten einen besseren Eindruck vom angebotenen Auto, außerdem wirken scharfe, saubere Bilder professioneller. Hier findest Du unseren Ratgeber, wie Dir gute Auto-Fotos gelingen.  
  • Aussagekräftige Beschreibung: Oft lohnt es sich gerade für private Verkäufer, viel Mühe in den Inseratstext zu stecken. Stehen alle Extras und Zubehör im Text, hast Du sie bei der Inseratserstellung ausgewählt? Hast Du vermerkt, dass es sich um ein Nichtraucherfahrzeug handelt? Steht die Zahl der Vorbesitzer im Text? Eventuell willst Du eine persönliche Beschreibung hinzufügen? Worauf Du bei Deinem Inserat achten solltest, haben wir für Dich in einem Ratgeber zum Erstellen von Inseraten auf mobile.de zusammengestellt. 


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Verfügbare Neuwagen

In vielen Fällen lassen sich Neuwagen heute online anmelden.


Wie funktioniert eine virtuelle Besichtigung? 

Eine in der Corona-Krise erprobte Möglichkeit, mit Menschen in Kontakt zu treten, ist der Videochat. Im Geschäfts- wie im Privatleben hat sich diese Kontaktmöglichkeit 2020 durchgesetzt. Warum nicht darüber mit Autokäufern sprechen? Chat-Programme mit Videofunktion eignen sich sogar für virtuelle Besichtigungen. Als Verkäufer kannst Du um das Auto herumlaufen, hindurchkriechen, sogar den Unterboden zeigen. Potenzielle Käufer können sich alle neuralgischen Stellen zeigen lassen, den Zustand der Innenausstattung, Roststellen usw. Beliebte Programme dafür sind:  

  • WhatsApp  
  • Google Hangouts  
  • Google Duo  
  • Skype  
  • FaceTime (nur Apple)  
  • Facebook Messenger  
  • Zoom  
  • ICQ  
  • Lifesize  
  • Houseparty  

Die jeweiligen Apps lassen sich einfach aufs Smartphone herunterladen und meist kostenlos nutzen. Für Einzelbesichtigungen mit Video sind sie alle geeignet. Wer mehrere Interessenten gleichzeitig bedienen will, muss genauer hinschauen. WhatsApp oder ICQ erlauben maximal vier Teilnehmer, Google Hangouts erlaubt bis zu 100 Verbindungen, das ist mehr als genug. Als Verkäufer solltest Du möglichst viele Apps anbieten und vor allem auf Einzelbesichtigungen setzen, bei denen Du auf die persönlichen Bedürfnisse des Käufers eingehen kannst. Vielleicht führt ja schon die virtuelle Besichtigung zum Kaufvertrag. Zumindest aber hast Du Kontakte zu Kunden aufgebaut, die sich schnell auszahlen können. 

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Quelle: Picture Alliance Autohändler dürfen normal öffnen. In allen Bundesländern gilt jedoch eine Maskenpflicht in Geschäften

Update 16.7.2020: Was sollten Händler wissen? 

Grundsätzlich gilt in ganz Deutschland in Geschäften weiterhin eine Maskenpflicht. Zudem müssen Gewerbetreibende bestimmte Hygieneauflagen erfüllen, um ihr Geschäft betreiben zu dürfen. Insbesondere muss ein Hygienekonzept vorliegen, das auf Verlangen der zuständigen Behörde vorgelegt werden kann. Die genauen Anforderungen unterscheiden sich dabei von Bundesland zu Bundesland. Folgende Eckpunkte sind in der Regel zu beachten:  

  • Ein Mindestabstand von 1,50 Metern gilt für Kunden wie für Berater. 
  • Maximal zwei Kunden sollen ein Fahrzeug gleichzeitig besichtigen. 
  • Fahrzeuge sollen nach jeder Besichtigung gereinigt werden. 
  • Getränkeautomaten sollen möglichst nur von Mitarbeitern bedient werden. Warteschlangen sollen vermieden werden. 
  • Kunden müssen eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen. Mitarbeiter müssen diese je nach Bundesland tragen, wenn sich an ihrem Arbeitsplatz keine Schutzvorrichtung, etwa eine Plexiglas-Scheibe, befindet. 
  • In einigen Bundesländern gelten weiterhin Obergrenzen für Publikumsverkehr, in Berlin etwa 10 qm pro Person. Andere haben dies aufgehoben: In Bayern dürfen sich 100 Personen treffen, in Baden-Württemberg 20. 
  • Zusätzlich gelten in vielen Bundesländern arbeitsschutzrechtliche Auflagen, um die Belegschaft zu schützen. 

Wer seinen Gebrauchtwagen verkauft, sollte ihn vorher noch gründlicher reinigen als sonst. Jana Parmova sagt: „Das Desinfizieren von Lenkrad, Schalthebel, Handbremse und Infotainment-Steuerung würde jedem einfallen. Aber vergessen Sie nicht Dinge wie die Hebel für Blinker und Scheibenwischer sowie die Ellenbogenstützen oder die Sitzeinstellung.“ 

Genau wie für Käufer gelten die gleichen Regeln des „Social Distancings“ auch für Verkäufer: Ellenbogengruß statt Händeschütteln, Abstand zum Gegenüber einhalten, Handhygiene. So schade wie logisch: Damit ist der symbolische Handschlag zur Besiegelung des Verkaufs leider tabu. 



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