Batterie, Lichtmaschine, Anlasser – darum streikt der Motor

Das Auto springt nicht an: Ursachen und Tipps

Wenn das Auto nicht anspringt, gibt es in den meisten Fällen eine einfache Lösung. Woran man die Ursachen erkennt und Abhilfe schafft – das erfährst Du hier.

  • Nadja Clara Grass
  • Veröffentlicht am 24.08.2022, 06:05
Verschiedenen Kontrollleuchten eines Pkw verweisen auf mögliche Ursachen dafür, dass das Auto nicht anspringt.
Quelle: picture-alliance/ dpa | Armin WeigelDein Auto springt nicht an? Die Kontrollleuchten am Armaturenbrett können Dir einen Hinweis liefern, woran es liegt.

Warum springt das Auto nicht an? Häufige Ursachen

Der Tank ist leer, die Batterie entladen oder die Lichtmaschine defekt: Es gibt viele mögliche Ursachen, warum das Auto nicht anspringt. Häufig ist die Autobatterie leer. Das erkennst Du daran, dass der Motor nicht richtig zündet. Oft schwankt dabei der Strom auch an anderen Stellen wie dem Radio oder dem Licht. Besonders wenn eisige Kälte herrscht und Dein Auto nicht anspringt, liegt der Schluss nahe, dass es an der Batterie liegt. Denn die entlädt sich bei niedrigen Temperaturen schneller als gewöhnlich. Es gibt allerdings weitere Gründe, warum das Auto nicht anspringt. Grundsätzlich gilt: Achte auf die Warn- und Kontrollleuchten Deines Fahrzeugs. Sie geben frühzeitig Bescheid, sollte ein schwerer Fehler wie eine defekte Lichtmaschine vorliegen.

Der Fahrzeugschlüssel ist defekt

Viele Autoteile verfügen über elektronische Komponenten. Das gilt auch für den Fahrzeugschlüssel. Sind diese kaputt, wird kein Kontakt zwischen Schlüssel und Zündschloss weitergegeben und der Motor bleibt aus.

Das Zündschloss oder die -elektronik ist defekt

Autoschlüssel und Zündschloss arbeiten zusammen, um eine elektronische Zündung herzustellen. Obwohl sich bei Dieselmotoren stattdessen ein Magnetventil für die Kraftstoffzufuhr öffnet, spricht man auch hier von einer Zündung. Ist das Zündschloss nicht funktionstüchtig, weil zum Beispiel die Elektronik oder ein Teil des Schlosses kaputt ist, kann keine Zündung entstehen und der Motor reagiert nicht. Mitunter kann es aber sein, dass zwar das Auto nicht anspringt, dafür aber das Radio angeht. Dann funktionieren zumindest die ersten zwei der meist vier Stufen des Zündanlassschalters.

Der Anlasser ist defekt

Damit Du losfahren kannst, braucht der Automotor eine gewisse Startdrehzahl. Für diese sorgt der Anlasser, der deswegen auch Starter genannt wird. Er besteht aus verschiedenen Einzelteilen wie dem Ritzel und einem Schwungrad, die jeweils kaputtgehen können. Tipp: Dreh den Zündschlüssel. Springt der Wagen nicht an und macht ein Klickgeräusch oder klackert, ist wahrscheinlich der Anlasser die Ursache.

Der Tank ist leer

Ist kein oder nicht genug Kraftstoff vorhanden, kann Dein Auto nicht anspringen, auch wenn die Batterie voll ist. Die Tankanzeige und das dazugehörige Kontrolllämpchen geben Aufschluss über den aktuellen Stand. Überprüfe den Tank, bevor Du den Motor nach einer Fahrt abstellst. Denn ist der Tank fast leer, springt der Motor nicht wieder an – und Du kannst auch nicht den Stand sichten.

Eine Person sitzt am Steuer eines Pkws und liest in der Betriebsanleitung des Wagens.
Leerer Tank und Ölstand

Das Auto springt nicht an? Die Kontrollleuchten am Armaturenbrett können bei der Ursachenfindung weiterhelfen.

Die Sicherung ist defekt

Viele Prozesse in einem modernen Auto laufen elektrisch ab. Zum Beispiel fahren die Fenster elektrisch hoch oder die Scheibenwischer schalten sich bei Regen automatisiert ein. Die dafür benötigten elektrischen Leitungen sind durch eine Sicherung geschützt – die auch kaputtgehen und dadurch das Auto lahmlegen kann. Wichtig: Auch wenn Du den Sicherungskasten in der Regel schnell unter der Motorhaube oder dem Armaturenbrett findest, ist es ratsam, ihn von einem Fachmann prüfen zu lassen. Der Grund: Der Kasten kann unter Strom stehen und Dir einen Schlag geben.

Der Motor ist defekt

Ein Motor ist aus einer Vielzahl an Einzelteilen zusammengebaut, die verschleißen können. Beispielsweise können der Zahnriemen oder die Steuerkette reißen. Im Normalfall funktioniert der Motor jedoch aus einfacheren Gründen nicht:

  • Falscher Treibstoff: Benzin und Diesel unterscheiden sich maßgeblich. Vertauscht man beide und tankt beispielsweise Diesel statt Benzin, entstehen schnell Schäden an Kraftstoffanlage und Motor.
  • Zu niedriger Motorölstand oder zu altes Öl: Motoröl kühlt den Motor, indem es Reibung verhindert und Wärme gleichmäßig ableitet. Gleichzeitig schützt es vor Verschleiß. Ist das Öl zu alt, geht die Schmierfunktion verloren und der Motor verschleißt. Gleiches gilt, wenn zu wenig Öl vorhanden ist.
  • Defekter Kühler: Der Kühler schützt den Motor vor Überhitzung. Ist der Wasserstand zu niedrig, funktioniert die Kühlung nicht mehr. Dann überhitzen Kühler und Motor. Darüber hinaus können extreme Hitze, aber auch langes Stehen im Stau dazu führen, dass das Kühlwasser zu heiß wird – und den Motor nicht mehr kühlt. In beiden Fällen drohen Motorschäden wie ein verzogener Zylinderkopf oder ein Totalausfall.

Motorschäden durch häufiges Überdrehen oder durch Wasserschlag sind zwar seltener, können aber ebenso die Ursache dafür sein, dass das Auto nicht anspringt.

Schäden am Kraftstoffsystem 

Wie der Motor besteht auch das Kraftstoffsystem aus einer Reihe einzelner Komponenten, wie dem Tank, Schläuchen, der Kraftstoffpumpe und der Einspritzanlage. Sie alle sorgen im Zusammenspiel dafür, dass der Motor sauber läuft. Ist ein Teil davon defekt, kann das dazu führen, dass der Motor nicht mehr anspringt. Üblicherweise passiert das aber mit vorherigen Hinweisen. Ist beispielsweise die Kraftstoffpumpe kaputt, ruckelt der Motor oder geht während der Fahrt an und aus. Liegt die Ursache jedoch bei einer defekten Einspritzanlage, fällt das durch einen gesteigerten Spritverbrauch auf.

Eine der häufigeren Ursachen für Schäden am Kraftstoffsystem: der falsche Kraftstoff. Genau wie den Motor beschädigt Benzin im Diesel-Wagen das Kraftstoffsystem. Gleiches gilt umgekehrt für Diesel im Benziner.

Die Lichtmaschine ist defekt

Für die Stromversorgung Deines Autos sind Batterie und Lichtmaschine zuständig. Die Lichtmaschine wandelt mechanische Energie in elektrische um, die dann in der Batterie gespeichert wird. Dort wird sie bei Bedarf wieder abgegeben, beispielsweise für die Zündung oder die Klimaanlage. Eine defekte Lichtmaschine führt dazu, dass die Batterie sich zum einen nicht auflädt. Zum anderen wird sie dauerhaft genutzt. Dadurch ist die Batterie schnell leer, sodass das Auto nach kurzer Zeit nicht mehr anspringt. Hinweis für eine defekte Lichtmaschine ist ein leuchtendes Batteriesymbol am Armaturenbrett.

Ein Marderschaden

Besonders am Stadtrand und in ländlichen Gegenden sind Marder aktiv – und knabbern unter anderem Zündkabel, Stromleitungen und Schläuche an. Startet das Auto nicht, kann also ein Marderschaden die Ursache sein. Eindeutige Hinweise dafür sind angenagte Leitungen und Schläuche. Auch eine Pfütze Scheibenwischwasser oder Kühlflüssigkeit unter dem Auto deutet darauf hin, dass Marder am Werk gewesen sind. Einem Schaden durch Marder beugt man mit einem Marderschutz vor. Er hält die Tiere von Kabeln und Schläuchen fern.

Eine Kontrollleuchte in einem Pkw warnt vor möglichem Kühlwasserverlust.
Kühlflüssigkeitsverlust

Die feuchten Flecken unter dem Auto deuten schon darauf hin: Die Kühlflüssigkeit läuft aus. Das ist jetzt zu tun.

Was kann ich tun, wenn das Auto nicht anspringt?

Die Kupplung ist durchgetreten, der Gang eingelegt und der Zündschlüssel steckt. Du betätigst die Zündung und es passiert: gar nichts. Jetzt geht es an die Ursachensuche. Dabei beginnst Du am besten mit den naheliegendsten Gründen und arbeitest Dich zu den seltenen vor.

  • Schritt 1: Prüfe den Wasserstand. Dazu schaust Du Dir den entsprechenden Behälter im Motorraum an. Dieser ist mit Min- und Max-Markierungen versehen. Einen zu niedrigen Wasserstand behebst Du, indem Du Kühlwasser bis zur gekennzeichneten Maximal-Grenze nachfüllst.
  • Schritt 2: Überprüfe den Ölstand. Das geht, indem Du unter der Motorhaube den Ölmessstab herausziehst. Reinige ihn mit einem fusselfreien Tuch und führe ihn komplett wieder ein. Dann ziehst Du ihn erneut heraus und liest mithilfe der Markierungen ab, ob der Ölstand in Ordnung ist. Fehlt Öl, füllst Du welches nach.
  • Schritt 3: Benutze einen Ersatzautoschlüssel. So kannst Du herausfinden, ob der Fehler am Fahrzeugschlüssel liegt.
  • Schritt 4: Überprüfe den Spritstand. Ist der Tank leer, fülle ihn auf. In der Regel ist das Problem dadurch behoben. Versichere Dich bei Deiner anschließenden Fahrt darüber, dass der Spritverbrauch normal ist. Ist er zu hoch, lässt Du das am besten in einer Werkstatt überprüfen, ob Schäden am Kraftstoffsystem vorliegen.
  • Schritt 5: Überbrücke die unter Umständen leere Autobatterie mit einer Starthilfe. Dafür gibt es zwei Wege. Entweder Du bittest einen anderen Autofahrer um Starthilfe über dessen Fahrzeug und ein Starthilfekabel. Oder Du gibst Dir selbst Starthilfe mit einer Powerbank. Springt der Wagen trotz Starthilfe nicht an, ist die Batterie möglicherweise defekt.
  • Schritt 7: Haben die bisherigen Schritte keinen Erfolg gebracht, lässt Du Dich von einem anderen Autofahrer abschleppen. Auf diese Weise bringst Du Dein Fahrzeug in die heimische Garage, wo Du in Ruhe noch einmal nach dem Fehler suchen kannst. Aber Achtung: Fürs Auto-Abschleppen gelten bestimmte Richtlinien, beispielsweise eingeschaltete Blinklichter an beiden Fahrzeugen und eine Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h. Besondere Vorsicht ist auch beim Abschleppen von Autos mit Automatik-Getriebe geboten. Sie sind besonders empfindlich und können leicht Schäden davontragen, zum Beispiel an der Schaltbox. Im Handbuch Deines Autos findest Du dazu genauere Informationen und Vorgaben des Herstellers.
  • Schritt 8: Ruf Hilfe, wenn der Schaden unklar oder komplexer ist. Der Fachmann Deiner Werkstatt, aber auch Pannendienste wie der ADAC oder ACE können Dir helfen. Bist Du Mitglied, ist die Pannenhilfe sogar kostenlos. Grundsätzlich haben Pannendienste eine zentrale Nummer. Das Servicetelefon leitet Deinen Notruf an einen Einsatzwagen vor Ort weiter. In der Regel bekommst Du eine ungefähre Angabe, wann Du mit Hilfe rechnen kannst. Ist der Pannendienst da, kann dieser das Problem oft lösen. Wenn nicht, schleppt er den Wagen bis zur nächsten Werkstatt ab. Dort sucht ein Fachmann nach der Ursache. Nach einem Kostenvoranschlag kannst Du Dir überlegen, ob sich eine Reparatur preislich lohnt. Mit Methoden wie Smart Repair kannst Du unter Umständen bei der Autoreparatur sparen. Möglicherweise kommt auch der Verkauf eines defekten Autos für Dich infrage.

Die Ursachen für einen streikenden Motor sind vielfältig. Häufig ist der Fehler jedoch schnell und preisgünstig behoben. Was Du tun kannst, um den Fall dennoch zu vermeiden, liest Du im Folgenden.

Wie kann ich vermeiden, dass mein Auto nicht anspringt?

Damit Dein Auto Tag für Tag zuverlässig anspringt, sind regelmäßige Öl- und Wasserstandchecks wichtig. Mit ihnen überprüfst Du in kürzester Zeit zwei der häufigsten Ursachen für nicht startende Motoren. Fülle beide Flüssigkeiten frühzeitig nach. Fahre zudem mit ausreichend Sprit los und tanke lieber früher als später nach.

Beim Servicecheck kann ein Fachmann sich anbahnende Schäden finden und rechtzeitig beheben. Darüber hinaus sollten Fahrzeuge nicht über mehrere Monate stehen gelassen werden. Sonst entlädt sich die Batterie. Ist es kalt, kann sie sich noch schneller entladen. Bei längeren Fahrten und Reisen ist es zudem ratsam, Starterkabel oder eine Powerbank mitzunehmen.