Audi A6 C7 Typ 4G (2011-2018): Gebrauchtwagentest, Kaufberatung

Audi A6 C7: Großer Audi im Gebrauchtwagen-Test

Von 2011 bis 2018 baute Audi den A6 der Generation C7. Gebraucht ist er nicht billig, aber zuverlässig. Das musst Du zum Audi der oberen Mittelklasse wissen.

  • Fabian Hoberg
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  • Veröffentlicht am 07/29/2019, 12:00 AM
  • Aktualisiert am 10/24/2019, 12:07 PM
Der Audi A6 C7 ist nach dem Facelift wieder verkehrstauglich.
Quelle: Peter Besser Der Audi A6 C7 ist nach dem Facelift wieder verkehrstauglich

Günstig war der Audi A6 nie. Das Basismodell fuhr mit 180-PS-Benziner und kostete karg ausgestattet schon 36.500 Euro. Trotzdem setzten viele Käufer großzügig Häkchen in der Aufpreisliste und entschieden sich für große Motoren. Oft wurden sie als Firmenwagen zugelassen. Wer sich auf dem Gebrauchtwagenmarkt umschaut, findet ein entsprechendes Angebot. Zu Preisen, die inzwischen auch Normalverdiener bezahlen können. Inzwischen drückt der Nachfolger die Preise. Seit 2018 ist er auf dem Markt, erste Fahrzeuge kommen jetzt als junge Gebrauchte auf den Markt.

Generation C7 gilt grundsätzlich als zuverlässig. Bei der Hauptuntersuchung schneidet der Audi meist besser ab als die Konkurrenz. Vorteil: Sie laufen oft als Leasingfahrzeuge und als Firmenwagen, die regelmäßige Wartung ist Pflicht. Trotzdem sollte man beim Gebrauchtwagenkauf die wichtigsten Macken kennen. Denn ganz fehlerfrei ist der A6 nicht.




Audi A6: Historie, Modellwechsel 

Im Jahr 2011 brachte Audi mit dem A6 die siebte Generation der oberen Mittelklasse auf den Markt. Durch die Umstellung auf eine neue Architektur, den sogenannten “Modularen Längsbaukasten”, bietet der A6 ein besseres Fahrverhalten und mehr Platz im Innenraum als der Vorgänger.

Ganz ohne Rückrufe lief die Umstellung jedoch nicht ab. Die Modelljahre 2012 bis 2015 mit 2,0-Liter-Turbobenziner hatten Probleme mit einer überhitzenden Wasserpumpe, was zu einem Kurzschluss führen konnte. Mit der Zusatzkühlmittelpumpe gab es ebenfalls Ärger. Zwischen März 2011 und Mai 2012 hatte der 3,0-Liter-V6 Schwierigkeiten mit einer schlecht abgedichteten Einspritzleitung.

Beim 3,0-Liter-Diesel fiel öfter der Bremskraftverstärker aus. Beim Modelljahr 2016 konnten falsch befüllte Zündpillen für Airbags und Gurtstraffer dazu führen, dass sie unter Umständen nicht auslösten.

V6-Dieselmotoren namens Gen2 evo mit 200 kW Leistung waren vom Rückruf wegen der Abgasmanipulation bettroffen. Die Auslieferung wurde zeitweise eingestellt, beim Werkstattbesuch wurde ein Software-Update aufgespielt.

Im Jahr 2014 frischte Audi den A6 auf. Beim Facelift wurden Scheinwerfer, Kühlergrill, Stoßfänger und Rückleuchten geändert,d as Infotainment modernisiert und beschleunigt. Beim Motorenangebot änderte sich zunächst nicht viel, der letzte Saugbenziner flog allerdings aus dem Programm. Seither fährt die Basis mit einem kleineren Turbomotor.


Audi A6: Karosserie

Neben der Limousine und dem Kombi namens Avant bot Audi den A6 C7 als Allroad-Version mit höherem Fahrwerk und mehr Plastik an den Radläufen an. Eine Limousine mit langem Radstand wurde ausschließlich für den chinesischen Markt gebaut. In Deutschland entfallen rund 75 Prozent der Käufe auf den Avant.

Das Platzangebot in der Limousine ist üppig. Bei einer Länge von 4,91 Metern sitzen Passagiere auf der Rückbank prima. Bequeme Sitze lassen einen auch nach langen Autobahnetappen entspannt aussteigen. Der Kofferraum des Stufenhecks fasst 530 Liter, der mit 4,94 Metern etwas längere Avant lädt 565 Liter ein. Maximal werden bis zu 1.680 Liter daraus. Damit liegt der Audi knapp unter dem BMW 5er Touring (570 bis 1.700 Liter) und weit hinter der E-Klasse von Mercedes, die in der Generation W213 immerhin noch 640 bis 1.820 Liter einladen kann.

Korrosion ist kein Problem am großen Audi. Allerdings klappert es gelegentlich im Innenraum. Manche Besitzer klagen über eine raschelnde Kofferraumabdeckung beim Kombi. Bei sehr niedrigen oder sehr hohen Außentemperaturen neigen Plastikabdeckungen an Armaturen, Lüftungsdüsen, Säulen oder Türverkleidungen zum Knarzen.

Das schnieke Innendesign des Audi A6 C7.
Quelle: Peter Besser Das Innendesign des Audi A6 C7.

Audi A6: Motor und Getriebe

In seiner mehr als siebenjährigen Bauzeit kam der Audi A6 mit 12 verschiedenen Benzinern und 13 Dieseln. Neben manuellen Getrieben bot Audi ein Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe und eine Achtgang-Automatik an. Dazu gab es eine stufenlose Automatik namens Multitronic. Vor allem stärkere Modelle treiben häufig alle vier Räder an, bei kleineren gab es den Quattro-Antrieb mindestens optional. Das Leistungsangebot reicht von 136 PS beim nur kurz gebauten 2.0 TDI bis zu 605 PS im RS6 Performance. Einen A6 mit Hybrid-Antrieb gab es zwischen 2012 und 2014.

Beliebt waren bei Neuwagenkäufern vor allem die Diesel-Modelle. Schon der 2.0 TDI mit 177 PS (ab 2014 mit 190 PS) treibt den A6 flott genug voran. Das Drehmoment zwischen 350 und 400 Newtonmetern lässt selten ein Gefühl des Mangels aufkommen. Der 3,0-Liter-V6 fährt mit bis zu 650 Newtonmetern und einer Leistung von maximal 326 PS. Doch schon die kleinste Version mit 190 PS und 400 Newtonmetern fährt etwas souveräner als die 2,0-Liter-Motoren.

Der 3,0-Liter-V6 war jedoch Teil des Rückrufs wegen der Manipulationsvorwürfe im Abgasskandal. Wichtig daher: Interessenten sollten sich über das notwendige Update informieren. Audi startete im November 2011 damit. Manchmal machen die Aggregate zusätzlich wegen überhitzter Turbolader Ärger.

Die Benziner sind weniger problematisch. Seit 2017 bildet der 1.8 TFSI mit Frontantrieb und 190 PS den Einstieg. Darüber rangiert der 2.0 TFSI mit 252 PS, den Audi wahlweise mit dem Allradantrieb Quattro anbietet. Die 3,0-Liter-V6-Benziner leisten zwischen 300 und 333 PS, laufen ruhig und kraftvoll. Audi S6 und RS6 fahren mit noch kräftigeren V8-Motoren und sind nur für Liebhaber interessant.

Von Antrieben mit der stufenlosen CVT-Automatik (“Multitronic“) ist eher abzuraten. Das Ansprechverhalten lässt zu wünschen übrig, zudem sorgt sie oft für technischen Ärger. Audi ersetzte die Multitronic im A6 zuletztmit einem Doppelkupplungsgetriebe.


Audi A6 Fahrwerk 

Der A6 fährt mit allen Fahrwerken eher sportlich. Egal, ob man sich für das serienmäßige Stahlfahrwerk oder die verstellbare Version entscheidet. Das um 20 Millimeter tiefere Sportfahrwerk fährt noch etwas sportlicher. Zudem bot Audi ein S-Line-Sportfahrwerk an, das den A6 noch einen Zentimeter weiter Richtung Straße brachte und über adaptive Dämpfer verfügt. Ein Luftfahrwerk bot Audi ebenfalls an. Verschleiß ist grundsätzlich eher bei harten Federn mit großen Rädern ein Thema.

Bei der Hauptuntersuchung sind es primär frühere Modelle, die Probleme mit Radaufhängung und Federn haben. Manche Besitzer klagen jedoch über Knarzgeräusche, etwas zu laute Abrollgeräusche und zuweilen sogar über eine polternde Vorderachse.

Ansonsten schneidet der A6 beim TÜV-Report gut ab. Die meisten seiner Mitbewerber machen in fast allen Kategorien mehr Ärger. Die Auspuffanlage wird jedoch relativ häufig von Prüfern bemängelt. Ölverlust an Motor und Getriebe tritt selten auf.


Audo A6: Ausstattung und Sicherheit 

Serienmäßig verfügt der Audi A6 C7 unter anderem über eine Klimaanlage, Regen- und Lichtsensor und elektrische Fensterheber. Für ein Plus an Sicherheit bot Audi verschiedene Assistenzpakete an. Einparkhilfe, Abstandstempomat, Spurhalteassistent, Rückfahrkamera und Seitenassistent sind im Angebot und sinnvolle Extras. Das Head-up-Display, das die wichtigsten Infos in die Scheibe projiziert, ist ebenfalls ein nettes Feature. Wir bevorzugen zudem Autos mit LED-Scheinwerfern bevorzugen, vor allem ab dem Facelift, als Audi das sehr gute Matrix-LED-Licht einführte.

Einen wirklich vollausgestatteten A6 wird es kaum geben. Einige Extras schließen sich gegenseitig aus. Ledersitze sollten auf jeden Fall an Bord sein, wahlweise auch Alcantara. Dazu ein großes Infotainmentsystem. Räder, die größer sind als 18 Zoll müssen es nicht sein. Sie bieten einen guten Kompromiss aus Optik und Komfort.


Marktsituation und Preise 

Viele Audi A6 wurden als Dienstwagen genutzt und oft auf langen Strecken eingesetzt. Entsprechend haben viele Autos hohe Laufleistungen. Allerdings wurde auch oft das Scheckheft gewissenhaft ausgefüllt. Viele Autos sahen regelmäßig eine Werkstatt von innen. Der größte Teil der Autos fährt mit Diesel und schaltet per Automatik. Benziner sind sehr selten. Von den auf mobile.de gelisteten Angeboten, treibt nur ein Zehntel ein Ottomotor an. Autos mit weniger als 150.000 KilometernLaufleistung, ausgefülltem Scheckheft und mindestens 12 Monaten HU kosten ab etwa 16.000 Euro.

Diesel werden ab etwa 15.000 Euro angeboten. Meist handelt es sich in den unteren Preisregionen um die Einstiegsmotorisierung der frühen Baujahre (177 PS). Modelle nach dem Facelift liegen eher bei 18.000 Euro.

Frühe Modelle haben Probleme mit Radaufängung und mit den Federn.
Quelle: Peter Besser Frühe Modelle haben Probleme mit Radaufängung und mit den Federn

Fazit und Empfehlung

Trotz des Dieselskandals tendieren wir zum A6 Diesel. Am liebsten zu einem der Sechszylinder mit 3,0 Litern Hubraum. Die Abgasnorm Euro 6 erfüllen die Modelle seit dem Facelift im September 2014 (Modelljahr 2015), Fahrverbote sollten damit nicht drohen. Die vom Rückruf wegen des Abgasskandals betroffenen Modelle sollten Interessenten nicht aussortieren. Wenn der Rückruf durchgeführt ist, droht hier kein Ärger mehr. Auf mobile.de finden sich deutlich mehr als 3.000 Fahrzeuge, die unseren Suchkriterien entsprechen. Die Preise starten bei 21.000 bis 22.000 Euro.

Audi A6 Avant auf mobile.de


Soll es unbedingt ein Benziner sein, empfehlen wir einen Avant mit sechs Zylindern. Abgasnorm und Baujahr sind hier weniger relevant. Die Zahl der Angebote ist überschaubar, gut 140 Angebote gibt es. Bei 25.000 Euro starten die Preise.

Audi A6 auf mobile.de


Audi A6 C7 Kaufberatung Gebrauchtwagen

  • Verlässlich ist der Audi A6 C7 mittlerweile, nicht ohne Grund diente er oft als Dienstwagen.
    Quelle: Petter Besser Mittlerweile ist der Audi A6 C7 verlässlich, nicht ohne Grund dient er oft als Dienstwagen
  • Der Audi A6 C7 ist nach dem Facelift wieder verkehrstauglich.
    Quelle: Peter Besser Der Audi A6 C7 ist nach dem Facelift wieder verkehrstauglich
  • Der Rückruf verbesserte die Scheinwerfer, den Kühlergrill, Stoßfänger und Rückleuchten.
    Quelle: Peter Besser Der Rückruf verbesserte die Scheinwerfer, den Kühlergrill, Stoßfänger und Rückleuchten
  • Das schnieke Innendesign des Audi A6 C7.
    Quelle: Peter Besser Das Innendesign des Audi A6 C7.
  • Wen Geraschel stört bei der Fahrt, der sollte die Kofferraumabdeckung prüfen vor dem Kauf.
    Quelle: Peter Besser Wen bei der Fahrt Rascheln stört, der sollte die Kofferraumabdeckung vor dem Kauf prüfen
  • Größter Kritikpunkt von Prüfern ist der Auspuff.
    Quelle: Peter Besser Größter Kritikpunkt von Prüfern ist der Auspuff.
  • Frühe Modelle haben Probleme mit Radaufängung und mit den Federn.
    Quelle: Peter Besser Frühe Modelle haben Probleme mit Radaufängung und mit den Federn
  • Im Vergleich zum Vorgänger bietet der Audi A6 C7 mehr Innen- und Stauraum.
    Quelle: Peter Besser Im Vergleich zum Vorgänger bietet der Audi A6 C7 mehr Innen- und Stauraum
  • Plastikabdeckung neigen bei starken Temperaturwechsel dazu zu knarzen.
    Quelle: Peter Besser Plastikabdeckung neigen bei starkem Temperaturwechsel zum Knarzen
  • Extras wie Ledersitze sollten beim Kauf auf jeden Fall in Betracht gezogen werden.
    Quelle: Peter Besser Extras wie Ledersitze sollten beim Kauf auf jeden Fall in Betracht gezogen werden