VW Touran (Serie)

Alle Modelle mit Tests, Daten, Preisen und Kosten

Zwischen dem Großraum-Van VW Sharan und der Kombi-Limousine VW Caddy platzierte Volkswagen ab 2003 den Kompakt-Van VW Touran – mit überaus großem Erfolg. Allein von 2003 bis 2010 verkaufte Volkswagen rund 1,13 Millionen Exemplare. Die Kernzielgruppe waren seit jeher junge Familien. Sein Raumkonzept bot von Anfang an Platz für fünf Passagiere, eine optionale dritte Sitzreihe machte den Touran sogar zu einem Sieben-Sitzer. Der VW Touran ist über alle Modellanpassungen ein grundsolides Alltagsgefährt gewesen, dem allerdings der Boom der SUV – auch aus eigenem Hause – zunehmend Marktanteile kostet.

Daten

Daten

Drei Benziner und zwei Diesel mit Leistungswerten zwischen 110 PS und 190 PS sind im Modelljahr 2018 unter der Haube des VW Touran verbaut. Alles wie gewohnt bei VW sehr solide und zuverlässig, lässt man die kontroverse Diskussion über Dieselmotoren einmal außen vor. Der Erdgas-Touran wurde zwischenzeitlich aus dem Programm genommen. Vielfahrer werden mittelfristig also weiterhin auf den Diesel setzen, für alle anderen ist der 150 PS starke TSI-Direkteinspritzer ein guter Kompromiss – ein Leisetreter im Leerlauf, der im Betriebsmodus aber über eine überdurchschnittliche Elastizität und Laufkultur verfügt. In der Regel ist der VW Touran mit einem leichtgängigen 6-Gang-Schaltgetriebe ausgerüstet, je nach Ausstattungsvariante kann das Modell aber auch über das 6- oder 7-Gang Doppelkupplungsgetriebe DSG verfügen.

  • Fünf TDI- und TSI-Motoren
  • Solide Auswahl an Aggregaten
  • Aktuell keine alternativen Antriebe
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Test

Test

In der Fachpresse bekommt der VW Touran nahezu durchweg gute Noten. Der Familien-Van gilt auch im Vergleich mit anderen Kompakt-Vans als überaus variables Raumwunder. Ein Blick in die Pannenstatistik zeigt, dass der Touran gerade in den ersten drei Produktionsjahren noch mit einer Reihe von Mängeln behaftet gewesen ist, das Baujahr 2009 produzierte mit defekten Steuerketten negative Schlagzeilen. Ab Baujahr 2010 hingegen fällt der Touran in den Werkstätten nicht mehr groß auf. Positive Bewertungen bekamen die aktiven und passiven Sicherheitssysteme. Im Euro-NCAP-Crashtest erreichten beide Touran-Generationen die maximale Punktzahl von fünf Sternen. Auf den Einzelsitzen im Fond lassen sich bis zu drei Kindersitze nebeneinander unterbringen, was zusätzlich zur Kindersicherheit beiträgt.

  • Großes Platzangebot
  • Bestimmte Baujahre anfällig
  • Gutes Sicherheitskonzept
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Preise

Preise

Wenn es Kritik am VW Touran gab, dann zumeist an der Preisgestaltung, die für ein Modell der unteren Mittelklasse VW-typisch recht hoch lag. So kostete 2016 ein 1,4-TSI-Comfortline mindestens 28.500 Euro, in der Preisliste für das Modelljahr 2018 steht dieses Modell ab 28.875 Euro. Der günstigste Trendline mit kleinem Benzin-Motor beginnt bei 23.925 Euro, der kleinste Diesel ist ab 26.975 Euro zu haben. Die Preisspanne reicht in den Serienausstattungen bis 38.000 Euro, und mit – einigen durchaus sinnvollen – aufpreispflichtigen Sonderwünschen im Bereich der Assistenzsysteme hat man schnell die 40.000-Euro-Grenze übersprungen. Auf dem Gebrauchtwagenmarkt sollte man sich an Modellen ab Baujahr 2006 orientieren, bei Erdgas-Modellen raten Experten zu den TGI-Touran-Generationen ab dem Baujahr 2010. Die Wertstabilität des Touran wird als durchschnittlich betrachtet, was aber hauptsächlich dem hohen Anschaffungspreis geschuldet ist.  

  • Hohe Neuwagenpreise
  • Viele aufpreispflichtige Assistenzsysteme
  • Wertstabilität nur durchschnittlich
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Beschreibung

Serienbeschreibung

Seit 2003 ist der VW Touran eines der meistverkauften Modelle seiner Klasse. Allein von der 1. Generation des Kompakt-Vans (2003-2015) wurden rund 1,9 Millionen Exemplare produziert.


Vorderansicht - schräg
Der VW Touran – das vielseitige Raum-Fahrzeug.
Seitenansicht

Im verkaufsstärksten Jahr 2007 gelang es Volkswagen, fast 200.000 Einheiten des Familienautos abzusetzen. Mit dem unter dem Touran angesiedelten VW Caddy und dem darüber positionierten VW Sharan dominiert Volkswagen das Van-Segment in Deutschland seit vielen Jahren. 2016 entfielen mehr als ein Drittel der Van-Zulassungen in Deutschland auf den VW Touran. Seit 2015 ist die 2. Generation des Touran auf dem Markt. Der Fünftürer basiert auf dem Modularen Querbaukasten (MQB), ist länger und geräumiger als sein Vorgänger und dabei auch noch rund 60 Kilogramm leichter, was sich im Verbrauch positiv bemerkbar macht. Optisch bleibt auch der VW Touran II eher praktisch als elegant: kurze Motorhaube, gerade Dachlinie, steiles Heck. Der VW ist als Fünf- oder optional auch als Sieben-Sitzer erhältlich. Anders als bei der ersten Generation lässt sich die 2. Sitzreihe diesmal so umklappen, dass eine ebene Ladefläche mit maximal fast 2000 Liter Kofferraumvolumen entsteht. Bis zur Dieselaffäre im Jahr 2015 war der Selbstzünder das von den Kunden bevorzugte Antriebsaggregat, rund 80 Prozent der Touran-Käufer entschieden sich für einen Dieselmotor.

Praktiker statt Prestigeobjekt: Der VW Touran sieht über seine gesamte Modellgeschichte hinweg wenig spektakulär aus, dafür ist das Fahrzeug verlässlich. Technische Raffinessen oder gewagte Linienführungen finden sich bei anderen VW-Modellen oder der Konkurrenz. Trotzdem hat sich der Kompakt-Van über viele Jahre prächtig verkauft und liegt in der Zulassungsstatistik seines Segments regelmäßig vorne. Etwas muss also dran sein am VW Touran. Grundsolide und geräumig – so könnte man sein Erfolgsrezept in zwei Worten zusammenfassen. Das Modell war immer schon der zuladungsfreudigste Van seiner Klasse. Das Konzept heißt Kompromiss: nicht SUV, nicht Bus oder Großraum-Van, aber auch nicht die kleine Lösung, wie es beispielsweise ein VW Caddy wäre. Einfach ein Auto für den Alltag – mit diesem Ansatz sind die Kunden und ist Volkswagen beim VW Touran über viele Jahre sehr gut gefahren.    

 

Erste Generation ein Dauerbrenner

Über zwölf Jahre, von 2003 bis 2015 hielt Volkswagen die erste Generation des VW Touran auf dem Markt, bis 2010 sogar ohne größere Veränderungen. 2006 nahm der Hersteller lediglich kleinere Korrekturen an der Frontpartie und an den Heckleuchten vor, auch die Motorenpalette wurde erweitert. Unter anderen war der VW Touran seit 2006 mit dem Erdgasantrieb EcoFuel erhältlich. Der 2,0-Liter-Motor wurde primär mit Erdgas versorgt, ein 13 Liter fassender Benzintank diente lediglich als Mobilitätsreserve. Die damals noch recht unerprobte Technik war nicht unproblematisch. Die Unterflur-Gastanks erwiesen sich als korrosionsanfällig und wurden später von Volkswagen in die Werkstätten zurückgerufen. Betroffen waren sämtliche Gasmodelle der Baujahre 2006 bis 2010.

 

Erdgas-Touran im Betrieb am günstigsten

2010 verpasste Volkswagen dem VW Touran dann eine grundlegende Frischzellenkur, nahezu alle Karosserieteile wurden überarbeitet und der damals aktuellen VW-Optik angepasst. Klimaanlage, elektrische Fensterheber und 6-Gang-Getriebe gehörten von nun an zur Serienausstattung, die Ausstattungsvariante Comfortline verfügte ab Werk über Parksensoren am Heck. Außenmaße und Kofferraumvolumen blieben gegenüber den älteren Modellen fast unverändert. Der VW Touran konnte weiterhin wahlweise als Fünf- oder Sieben-Sitzer geordert werden, je nach Sitzbelegung betrug das Kofferraumvolumen zwischen 695 und 1989 Liter. Die hintere Sitzreihe war weiterhin nicht versenkbar, wer auf eine Schiebetür Wert legte, musste zum größeren – und deutlich teureren – VW Sharan greifen. Neuer Basismotor war ein 1,2-Liter-TSI-Benziner mit 105 PS. Die beiden angebotenen Dieselmotoren leisteten zwischen 90 PS und 170 PS. Volkswagen betonte seinerzeit, dass durch ein Bündel an Maßnahmen die neuen Motoren deutlich sparsamer als die Vorgängeraggregate seien. Im Alltagsbetrieb am günstigsten war der neue 1,4-Liter EcoFuel Erdgas-Touran, der im kombinierten Betrieb Treibstoffkosten von lediglich 4,50 Euro auf 100 Kilometer verursachte.

 

Zweite Generation ein Raum-Fahrzeug

Trotz unverändert guter Verlaufszahlen brachte Volkswagen 2015 die 2. Generation des Touran auf den Markt. Fortan basierte der Kompaktvan nicht mehr auf der Caddy-Plattform, sondern auf dem Modularen Querbaukasten des Konzerns, was sicht- und spürbare Folgen hatte. Der VW Touran war ab dem Modelljahr 2015 gewachsen, hatte einen vergrößerten Radstand, war länger, breiter und dazu noch einige Kilogramm leichter als der Vorgänger. Für die Passagiere heißt dies vor allem: mehr Platz. Schon die erste Generation war der geräumigste Van seiner Klasse. Mit dem Nachfolger hat Volkswagen diese Maßstäbe noch einmal neu definiert und ein vielseitig nutzbares Raum-Fahrzeug geschaffen. Selbst bei fünf Passagieren und bequemen sowie erhöhten Sitzpositionen mit viel Kopf- und Beinfreiheit beträgt das zusätzliche Kofferraumvolumen mehr als 1000 Liter. Dass der maximal nutzbare Stauraum geringfügig geringer als im Touran I ausfällt, liegt an der nunmehr serienmäßig voll versenkbaren zweiten Sitzreihe sowie der optionalen dritten, wodurch sich eine komplett ebene Ladefläche herstellen lässt. Die Grenze bei der Zuladung liegt bei 575 Kilogramm.

 

Coole SUV und biedere Vans

Deutlich erweitert wurde bei der zweiten Generation des VW Touran auch die Zahl der Assistenzsysteme. So ist die Multikollisionsbremse ab 2015 serienmäßig an Bord. Im neuen Cockpit-Design dominiert der zentrale Touchscreen, über den bestimmte Handy-Apps das Internet ins Auto bringen. Im Wettbewerb muss sich der VW Touran an Konkurrenten wie Citroën Grand C4 Picasso, Kia Carens, Renault Grand Scénic und Ford Grand C-Max messen lassen. In Vergleichstest jedoch schneidet der neue Touran in Sachen Verarbeitung, Alltagstauglichkeit, Komfort, Fahreigenschaften und Sicherheit regelmäßig besser ab als seine Mitbewerber. Allerdings hat der Touran auch in einer anderen Kategorie zumeist die Nase vorn – beim Preis. 2015 startet der Basis-Touran bei 23.350 Euro, das günstigste Dieselmodell steht mit 26.325 Euro in der Liste. Der Preis-Abstand zur hausinternen SUV-Konkurrenz wie dem neuen VW Tiguan Allspace ist damit zwar noch vorhanden, sehr groß ist er allerdings nicht mehr. Überhaupt: Die coolen SUV setzen den biederen Vans zunehmend zu. Vor diesem Hintergrund hat sich der VW Touran seit vielen Jahren wacker geschlagen.

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