Der Toyota Avensis ist eine klassische Mittelklasse-Limousine. Er folgte 1997 auf den Toyota Carina. Seit 2009 ist die dritte Generation auf dem Markt. Sie erfuhr 2012 eine erste und 2015 eine gründlichere zweite Überarbeitung, bei der der Avensis eine neue Front- und Heckpartie sowie modernere Motoren erhielt. Gab es das Vorgängermodell noch in drei Karosserievarianten, so ist der aktuelle Avensis nur noch als Stufenheck-Limousine und als Kombi erhältlich.
Auch wenn man es dem Design nicht unbedingt ansieht, legt Toyota Wert auf die Feststellung, dass es sich beim Avensis um einen echten Europäer handelt. Er wurde in Frankreich entworfen, in Belgien entwickelt und wird in Großbritannien gebaut. Zu seinen Konkurrenten zählen die Limousinen der Baureihen Mazda6, Skoda Superb und VW Passat oder der Renault Talisman.
Stärken
gutes Raumangebot
hohe Zuverlässigkeit
vorbildliche Sicherheitsausstattung
Schwächen
nicht sehr agiles Fahrverhalten
begrenzte Motorenauswahl
geringe Variabilität des Innenraums
Beta
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Der Toyota Avensis ist das richtige Auto für Käufer, die sich von der Masse abheben wollen. Klingt merkwürdig? Mag sein. Aber diese Feststellung spiegelt nur die Gegebenheiten auf dem Automarkt wider. Gehörten Stufenheck-Limousinen früher zur Grundausstattung jeder bürgerlichen Familie, wurden sie mit den Jahren immer weiter an den Rand gedrängt: erst von den Kombis, dann von den Vans, schließlich von den SUVs. Gerade die Modelle der Importeure haben es schwer, so auch der Toyota Avensis.
Wer sich für die klassische Form erwärmen kann, findet in ihm aber einen sehr zuverlässigen Begleiter. Das beweisen gute bis beste Noten im Dekra-Gebrauchtwagenreport. Auch sonst leistet sich der Toyota kaum echte Schwächen, und das wiegt für viele Autofahrer schwerer als Stärken, die man nur auf dem Testparcours reproduzieren kann.
Motoren
Das Motorenangebot im Toyota Avensis ist schmal, was auch die gesunkene Bedeutung der Baureihe widerspiegelt. Obwohl Toyota zu den Hybrid-Pionieren zählt, sucht man diese Antriebsvariante vergeblich. Stattdessen gibt es je zwei Benziner und Diesel mit recht schmalem Leistungsband zwischen 112 und 147 PS. Das ist leistungsmäßig nicht viel, wenn man bedenkt, dass ein VW Passat mit 280 PS lieferbar ist. Auch angesichts des Gewichts von bis zu 1,6 Tonnen reißen die Avensis-Motoren zwar keine Bäume aus, geben sich dafür aber auch im Verbrauch recht genügsam.
Vierzylinder (Benzin und Diesel)
stufenlose Automatik mit 147-PS-Benziner lieferbar
Der Toyota Avensis gehört zu den sichersten Modellen seiner Klasse und schafft im Euro-NCAP-Crashtest mühelos die Höchstwertung von fünf Sternen. Er verfügt zwar nicht über alle, aber über die wichtigsten Assistenzsysteme und das zum Teil schon in der Basisversion. Auch der serienmäßige Knieairbag zeugt von ausgeprägtem Sicherheitsdenken bei Toyota.
sieben Airbags
Notbremsassistent
Die Sicherheit gehört zu den erfreulichsten Kapiteln in der Avensis-Bewertung. Bereits zur Serienausstattung zählen abweichend vom Klassenstandard sieben Airbags. Den zusätzlichen Knieairbag haben die wenigsten Konkurrenten.
Aber auch bei den Assistenzsystemen bemüht sich Toyota um ein hohes Niveau. Alle Versionen des Avensis verfügen über ein Paket namens Toyota Safety Sense, das aus einem Front-Kollisionswarner, einem Notbremsassistenten und einer autonomen Notbremsfunktion besteht. Das System arbeitet mit Kamera und Laser und leitet in einer Gefahrensituation selbstständig abgestufte Maßnahmen ein.
Darüber hinaus kann der Avensis mit einem Fernlichtassistenten, einem Spurhalteassistenten und einer Verkehrszeichenerkennung ausgerüstet werden. Bedauerlich ist nur, dass diese Features der Basisversion vorenthalten bleiben und erst ab Comfort lieferbar sind.
Beim Euro-NCAP-Crashtest erzielte der Avensis folgerichtig fünf Sterne, und das schon nach verschärften Testkriterien.
Ausstattung
Die Basisversion des Toyota Avensis ist mit Klimaanlage und CD-Radio zwar nicht ärmlich ausgestattet. Dennoch empfiehlt sich der Schritt zur zweiten Ausstattungslinie Comfort, mit der der Avensis, kombiniert mit dem 147-PS-Benziner, mindestens 27.540 Euro kostet. Abgesehen von den zusätzlichen Annehmlichkeiten besteht erst mit dieser Variante der optionale Zugriff auf Features wie Spurhalteassistent, LED-Scheinwerfer oder Navigationssystem. Selbst die teuerste Avensis-Limousine mit 143-PS-Diesel und Komplettausstattung bleibt ein gutes Stück unter 40.000 Euro.
Zur Serienausstattung gehören:
manuelle Klimaanlage
Lederlenkrad und
schaltknauf
Der Toyota Avensis ist zu Preisen ab 24.090 Euro vernünftig, aber eben nicht üppig ausgestattet. In der Basisversion sind zwar Klimaanlage, CD-Radio und Fensterheber mit an Bord, dafür müssen die hinteren Fenster gekurbelt werden, und auch Leichtmetallfelgen werden sparsamen Käufern vorenthalten.
Zur Basisversion kommen noch die Ausstattungslinien Comfort, Edition-S und Executive. Als Executive beweist der Avensis dann durchaus gehobenen Anspruch und kommt mit Lederpostern, LED-Scheinwerfern, Premium-Soundsystem und Panaroma-Glasdach daher. Der Preis für diese Opulenz beträgt mindestens 33.040 Euro in der Variante mit dem handgeschalteten 147-PS-Benziner.
Neben diesen Ausstattungslinien bleiben kaum zusätzliche Wahlmöglichkeiten. Ab der zweiten Ausstattungslinie kann ein Navigationssystem für 790 Euro bestellt werden. Das Comfort-Plus-Paket für 1.290 Euro versammelt Spurhalteassistent, Verkehrszeichenerkennung, Smart-Key-System und 4,2-Zoll-Farbdisplay. Für die Basisausstattung besteht diese Option nicht.
Die dritte Generation des Toyota Avensis ist bereits seit 2009 auf dem Markt. Nach den üblichen Produktzyklen hätte für 2015 eigentlich ein Modellwechsel angestanden.
Limousine mit viel Sicherheit und guter Zuverlässigkeit.
Stattdessen beließ es Toyota bei einem sehr umfangreichen Facelift. Im Zuge dessen erhielt der Avensis neben einem neuen Front- und Heckdesign und modernen Assistenzsystemen auch neue Diesel-Motoren aus einer Kooperation mit BMW. Auch bei der Dämmung, beim Fahrwerk und bei der Anmutung des Innenraums wurde Hand angelegt.
Im Ergebnis ist der Avensis zwar kein neues Auto geworden, ein großer Abstand gegenüber moderneren Konkurrenten ist aber nicht auszumachen. Die Materialien im Innenraum wirken nun hochwertiger. Zudem ist der Avensis dank der guten Dämmung selbst mit den etwas kernigen Dieselmotoren ein angenehm leises Auto. Die Federung gehört nicht zu den besonderen Stärken des großen Toyota, traktiert die Insassen aber auch nicht mit unbilliger Härte. Das Fahrverhalten ist zwar nicht von besonderer Agilität geprägt, aber dafür gutmütig und stets sicher.
Beim Platz bietet der Avensis gehobenen Durchschnitt. Auf der Rückbank finden Passagiere bis knapp 1,90 Meter Körpergröße erträgliche Beinfreiheit vor. Für drei Erwachsene nebeneinander wird es aber eng. Für den Kofferraum ermittelte der ADAC ein Volumen von recht üppigen 485 Litern. Allerdings ist das Abteil wegen der nicht sehr tiefen Öffnung nicht gerade leicht zu beladen. Modelle mit großer Heckklappe wie der Skoda Superb sind hier klar im Vorteil. Immerhin kann die Rücksitzlehne auch geteilt umgeklappt werden.
Fazit zum Toyota Avensis 3 Limousine (T27)
Die Limousine des Toyota Avensis 3 ist ein Auto für eher konservative Individualisten mit ausgeprägtem Sicherheitsdenken. Das bezieht sich zunächst auf die Tatsache, dass der Avensis ein sehr sicheres Auto ist und schon serienmäßig mit sieben Airbags und einigen Assistenzsystemen daherkommt. Auch sind Käufer des großen Toyota weitestgehend sicher vor bösen Überraschungen, was die Zuverlässigkeit ihres Fahrzeugs betrifft. Der gute Ruf von Toyota wird bei diesem Modell mit guten Noten in Gebrauchtwagen-Tests bestätigt, zumal das im Kern schon etwas betagte Modell als ausgereift gelten darf.
Wenn es die Avensis-Limousine auf dem Markt dennoch schwer hat, dann schlichtweg, weil ihre Karosserieform etwas aus der Mode gekommen ist. Tatsächlich ist die Ersparnis zum etwas praktischeren Kombi mit 1.000 Euro gering. Und man tut dem Avensis auch nicht unrecht, wenn man konstatiert, dass andere Mittelklasse-Limousinen wie der Skoda Superb oder der Mazda6 eine elegantere und repräsentativere Linienführung an den Tag legen.