Ein kleiner Smart für vier Personen. Der Forfour (Baureihe W453) ist genau das, was seine Modellbezeichnung ausdrücken will. Technisch teilt er sich die Basis mit dem Renault Twingo und wird wie dieser in Slowenien produziert. Optisch orientiert sich der Forfour stark am zweisitzigen Fortwo, was nicht zuletzt auch für das Interieur zutrifft. Typisch Smart ist das bunte unkonventionelle Design im Innenraum, mit dem man sich von der Konkurrenz im Kleinstwagenbereich absetzen will.
Mit 3,49 Metern Länge ist der Forfour 80 Zentimeter länger als das Original und dazu rund 100 Kilogramm schwerer. Im Heck arbeiten jedoch die gleichen Dreizylindermotoren wie im Fortwo mit Leistungen von 61, 71 oder 90 PS.
Der Forfour ist bereits der zweite Versuch, neben dem klassischen Fortwo eine viersitzige und viertürige Variante anzubieten. Der erste Forfour erschien im Jahr 2004, damals auf gemeinsamer technischer Basis mit dem Mitsubishi Colt. Das funktionierte allerdings nur zwei Jahre: Der viertürige Smart verkaufte sich sehr zäh und wurde 2006 eingestellt.
Stärken
kleiner Wendekreis
umfangreiche Sicherheitsausstattung
kräftige Bremsen
Schwächen
geringe Zuladung
wenig Platz im Fond
schlechte Sicht nach hinten
Beta
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Der Forfour ist für Smart-Fans gedacht, die auch mal mit der Familie unterwegs sind oder größere Einkäufe absolvieren müssen. Optisch passt sich der Forfour konsequent seinem kleinen Bruder an. Technik und Ausstattungen sind vergleichbar. Ungewöhnlich ist, dass die Preise für identische Extras teilweise höher sind.
Tester loben die Laufruhe des Dreizylindertriebwerks, solange dieses nicht bei sehr niedrigen Motordrehzahlen durch einen abrupten Tritt aufs Gaspedal stark gefordert wird. Bei flotter Gangart neigt der Smart Forfour zum Übersteuern – hier macht sich das Gewicht des im Fahrzeugheck montierten Motors bemerkbar. Weiterer Nachteil: Bei aufgestellter Rückbank bleibt nicht viel Platz im Kofferraum, das Gepäckvolumen beträgt gerade einmal 185 Liter.
Ob sich der Forfour am Markt dauerhaft durchsetzen kann, muss die Zeit zeigen. Denn im Vergleich zur Marktsituation des ersten Forfour ist die Konkurrenz deutlich größer geworden – und mit zeitgemäßen Auto-Zwergen wie Opel Adam, Fiat 500 oder VW up! obendrein näher an der Smart-Zielgruppe.
Bei den für den Smart Forfour angebotenen Motoren fällt die Wahl im Prinzip auf eine der beiden schwächeren Versionen, zwischen denen keine Welten liegen, oder auf den 90-PS-Antrieb, mit dem das Auto auch für häufigere Überlandfahrten gut gerüstet ist. Für Menschen, die viel in der Stadt unterwegs sind, ist wiederum das Twinamic getaufte Doppelkupplungsgetriebe eine interessante Option. Es sorgt zwar für etwas schlechtere Beschleunigungswerte, was aber im Stadtverkehr unwesentlich ist. Hier erweist sich vielmehr das automatische Schalten als Komfortplus.
Die serienmäßige Sicherheitsausstattung beim Smart Forfour ist gut. Als Besonderheit sticht der Seitenwindassistent hervor. Wer Helfer für die Spurführung oder fürs Einparken wünscht, wird in der langen Optionsliste fündig.
Seitenwind-Assistent
Fahrer-Knieairbag
Der Smart Forfour hält bereits in der Basisversion eine gute Sicherheitsausstattung bereit. Neben Airbags für Fahrer- und Beifahrer, darunter auch ein Fahrer-Knieairbag, sind Reifendruckkontrollsystem, Berganfahrhilfe sowie ein Seitenwindassistent obligatorisch, der bei starken Böen das Fahrzeug stabilisiert.
Gegen Aufpreis können Smart-Käufer mehrere Assistenzsysteme ordern. Mit 250 Euro steht eine Abstandswarnfunktion in der Preisliste, für 380 Euro gibt es den Spurhalteassistenten und für 300 Euro eine Einparkhilfe hinten. Eine Rückfahrkamera wird für 345 Euro angeboten. Die ist allerdings erst ab der Ausstattung Passion verfügbar. Beim Euro-NCAP-Crashtest gab es vier von maximal fünf Sternen sowie 78 Prozent für die Insassensicherheit, 77 Prozent bei der Kindersicherheit und 65 Prozent bei der Fußgängersicherheit.
Ausstattung
Wie es sich für ein Auto mit Lifestyle-Ambitionen gehört, bietet der Smart Forfour eine Vielzahl von Paketen und Accessoires, mit denen der Wagen bunter, frecher und natürlich komfortabler werden kann. Es geht auch einfach nur bulliger im Brabus-Tuning-Stil mit Frontspoiler, Heckschürze und 17 Zoll-Rädern. Bei den Einzeloptionen reicht die Bandbreite von Ventilzierkappen für je knapp zwölf Euro bis hin zu Radlaufverkleidungen aus Plastik mit Smart-Schriftzug für 150 Euro.
Einen Forfour nach eigenem Geschmack aufzuhübschen, ist kein Problem – der Preis für einen Kleinstwagen am Ende vielleicht schon: Wer eifrig Kreuzchen in der Ausstattungsliste macht, kommt leicht über die 20.000-Euro-Schwelle.
Zur Serienausstattung gehören:
Zentralverriegelung
elektrische Fensterheber
ISOFIX-Vorbereitung auf dem Beifahrersitz
Wer Smart kennt, findet sich auch im neuen Forfour schnell zurecht. Typisch für Autos der Marke ist, dass bereits die Basisversion für 11.145 Euro zwar nicht üppig, aber immerhin vernünftig ausgestattet ist – und vor allem moderne Sicherheitsstandards erfüllt. Serienmäßig sind unter anderem Tempomat, Berganfahrhilfe, elektrische Fensterheber und Zentralverriegelung. Zusätzlich hat der Kunde die Wahl zwischen den drei Ausstattungsversionen Passion, Prime und Proxy zu Aufpreisen in Höhe von 1390, 2150 und 3.500 Euro.
Fürs Geld gibt es speziell in der Ausstattung Proxy einiges an Luxus – zumindest für Kleinwagenverhältnisse. Darüber hinaus stehen viele Pakete und Einzeloptionen zur Wahl, mit denen der Forfour veredelt werden kann. Bei Cool & Audio oder Cool & Media kann die Klimaautomatik mit Kommunikationssystemen kombiniert werden. Style-Pakete machen den Forfour bunter und individueller.
Der Smart Forfour ist die Abwandlung eines bekannten Konzepts. Er überträgt die Eigenheiten eines Smart Fortwo mit zwei Sitzen auf einen viertürigen und relativ konventionell strukturieren Kleinwagen. Anders ausgedrückt: Er ist der Smart für Leute, die mehr Platz brauchen.
Die Stadtvorteile des Zweisitzer gehen hier verloren.
Dabei baut er auf der Technik des Fortwo auf, verwendet gleiche Motoren und auch viel von der Innenausstattung. Mit seinem eigenwilligen Design hebt er sich von der Konkurrenz wie beispielsweise dem Citroën C1, dem Fiat 500 oder dem Opel Adam ab.
Mit seinen Motorvarianten mit 61, 71 oder 90 PS ist der Smart für den urbanen Einsatz ausreichend bis gut motorisiert. Die drei Motoren werden bei 151 beziehungsweise 165 km/h abgeregelt, was ein Zugeständnis an das kleine Format des Forfour ist. Mit Preisen ab 11.145 Euro ist der Forfour noch konkurrenzfähig, seine eigentliche Stärke ist aber die Variabilität. Denn mit seiner smarten Raumausnutzung gilt er als brauchbares Auto für die Ein-Kind-Familie. Ein Raumwunder darf natürlich niemand erwarten.
Fazit zum Smart Forfour W 453
Die gute Nachricht zum Smart Forfour lautet: Die Basisversion mit 61 PS für 11.145 Euro ist ein ordentlich ausgestattetes, technisch solides Auto mit vier Plätzen und für vier Türen, mit dem der urbane Mensch gut und praktisch unterwegs ist. Die schlechte Nachricht: Wer aus seinem Smart Forfour ein hippes Spaßmobil machen will, der zahlt kräftig drauf: Der Turbomotor mit 90 PS, eine stark individualsierte Optik mit vielen Farben im Interieur, dazu noch ein paar Komfortmerkmale wie Klimaanlage, Doppelkupplungsgetriebe, Navigation oder Sound System – mit solchen Extras nähert sich der Forfour locker der 20.000-Euro-Marke.