Positionierung und Konzept
Der Skoda Kodiaq (NS) der ab 2017 gebauten ersten Generation tritt im Markenprogramm als großes, familienorientiertes SUV mit Fokus auf lange Strecken an. Er nutzt den modularen Querbaukasten des Konzerns, den auch Volkswagen Tiguan und Seat Ateca verwenden, übertrifft diese Modelle aber bei Länge und Innenraumangebot. Gegenüber dem kleineren Yeti bietet er mehr Platz und eine höhere Zuladung und bleibt im Preisniveau meist unter direkten Wettbewerbern wie dem Volkswagen Tiguan Allspace oder dem Volvo XC60.
Karosserie, Platz und Variabilität
Die sachlich gezeichnete Karosserie setzt auf Funktion statt auf auffällige Effekte. Große Türöffnungen und eine erhöhte Sitzposition erleichtern den Ein- und Ausstieg und sorgen vorn für einen guten Überblick. In beiden Sitzreihen entsteht ein großzügiges Platzgefühl, optional ergänzt eine dritte Sitzreihe das Angebot und eignet sich vor allem für Kinder. Der Kofferraum fasst als Fünfsitzer 650 Liter und wächst bei umgeklappter Rückbank auf bis zu 2065 Liter, genug für Urlaubsgepäck oder sperrige Transportaufgaben. Eine verschiebbare Rückbank und lehnenweise umklappbare Sitze erhöhen die Variabilität, die Sicht nach hinten leidet jedoch unter breiten D-Säulen und einer hohen Gürtellinie.
Antrieb, Verbrauch und Fahrverhalten
Als Top-Dieselmotor nutzt der Kodiaq einen Zweiliter-Diesel mit 140 kW (190 PS) und 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe, der kräftigen Durchzug liefert, wegen des hohen Fahrzeuggewichts jedoch eher gelassen als dynamisch wirkt. Ein Allradantrieb mit elektronisch gesteuerter Lamellenkupplung schaltet bei Bedarf die Hinterachse zu und verbessert die Traktion auf nasser Fahrbahn oder auf Schotterwegen. Die Fahrleistungen bleiben im üblichen Klassenrahmen, der Verbrauch im Alltag liegt meist spürbar über den Normangaben und steigt vor allem auf der Autobahn an. Trotz SCR-Abgasnachbehandlung zeigen die praxisnah gemessenen Stickoxidwerte Schwächen. Die komfortabel abgestimmte Federung glättet lange Wellen, in schnellen Kurven verhält sich das SUV sicher und neigt eher zum Untersteuern.
Sicherheit und Assistenzsysteme
Die Sicherheitsausstattung des Skoda Kodiaq (NS) basiert auf einer stabilen Karosseriestruktur, vielen Airbags und Isofix-Verankerungen auf den Rücksitzen. Im Euro-NCAP-Crashtest erzielte das Modell eine Fünf-Sterne-Bewertung, der Fußgängerschutz fiel etwas schwächer aus. Elektronische Stabilitätskontrolle, Traktionsregelung und eine Multikollisionsbremse unterstützen ein gut beherrschbares Fahrverhalten. Je nach Ausstattung kommen eine City-Notbremsfunktion mit Fußgängererkennung und ein Müdigkeitswarner hinzu. Ein Abstandsregeltempomat, Spurhalte- und Spurwechselassistent sowie ein Querverkehrwarner hinten erhöhen die Sicherheitsreserve. LED-Scheinwerfer mit Kurvenlicht und eine auf Wunsch erhältliche Fernlichtautomatik verbessern die Sicht bei Nacht.
Innenraum, Infotainment und Qualität
Im Innenraum setzt der Skoda Kodiaq (NS) auf ein sachliches Layout mit klar beschrifteten Tasten, gut erreichbaren Bedienelementen und einem logisch aufgebauten Touchscreen-Radio mit übersichtlicher Darstellung, sodass sich die wichtigsten Funktionen auch während der Fahrt schnell bedienen lassen. Die verwendeten Materialien wirken solide, im oberen Bereich dominieren weichere Oberflächen, darunter kommen eher robuste Kunststoffe zum Einsatz. Straff, aber langstreckentauglich gepolsterte Vordersitze mit ausreichendem Seitenhalt und eine ordentliche Geräuschdämmung halten Motor- und Abrollgeräusche auf dem für diese Fahrzeugklasse üblichen Niveau.
Alltagstauglichkeit und Fazit
Mit hoher Zuladung, großer Anhängelast und einem optionalen Anhängerassistenten eignet sich der Skoda Kodiaq (NS) für den Einsatz mit Wohnwagen oder Pferdeanhänger. Der Allradantrieb vermittelt auf rutschigem Untergrund zusätzliche Sicherheit, ohne im Alltag nennenswerte Komfortnachteile zu erzeugen. Langzeitdaten deuten auf eine überwiegend solide Zuverlässigkeit hin, Auffälligkeiten betreffen vor allem die Starterbatterie und einige Rückrufe, die über die Werkstätten abgearbeitet wurden. Insgesamt präsentiert sich der Kodiaq als geräumiges, komfortbetontes SUV mit kräftigem Dieselmotor und hoher Variabilität, dessen Hauptschwächen im Umweltprofil und in der eingeschränkten Sicht nach hinten liegen.