Porsche 911 Targa (991 II)Seit 2014

Fahrzeugeinordnung

Der Targa ist die vielleicht vielseitigste Karosserievariante in der Modellfamilie des Porsche 911: Luftiger und leidenschaftlicher als das Coupé, praktischer als das Cabrio und mit serienmäßigem Allradantrieb auch noch ganzjahrestauglich.

Der 911 Targa wurde zum ersten Mal 1965 vorgestellt und unterscheidet sich vom klassischen Cabrio mit Stoffverdeck durch das herausnehmbare Mittelteil des Daches und den feststehenden Überrollbügel. Im Lauf der Modellgenerationen wurde diese Lösung zwischenzeitlich von einem Panorama-Dach aus Glas verdrängt, bevor Porsche mit der aktuellen Auflage des Elfers zur alten Lösung zurückgekehrt ist. Seit der Baureihe 991 von 2011 gibt es deshalb wieder einen Targa mit Stoffdach vor der gläsernen Kuppel.

Zwar gehört der Targa zu den beliebtesten Modellvarianten und kommt auf hohe Verkaufsanteile, hat aber wenig Nachahmer gefunden. Ähnliche Lösungen mit herausnehmbaren Dachelementen gibt es deshalb aktuell nur bei der Chevrolet Corvette und drei Klassen darunter beim Mazda MX-5 RF.

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Stärken
  • Maßstab für Fahrdynamik in seinem Segment
  • auffällige Designvariation
  • breites Einsatzspektrum
Schwächen
  • unpraktischer Verdeckmechanismus
  • teuer in Anschaffung und Unterhalt
  • eingeschränkte Motorpalette
Daten
Motorenwerte
Leistung
272 kW / 369 PS
Motorenwerte
0 - 100 km/h
4,5 s
Motorenwerte
Höchst­geschwindigkeit
287 km/h
Motorenwerte
CO2-Ausstoß (komb.)*
182 g/km
Motorenwerte
Verbrauch (komb.)*
7,9 l/100km
Motorenwerte
Energieeffizienzklasse*
D

* Weitere Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbrauch und zu den offiziellen spezifischen CO2-Emissionen und gegebenenfalls zum Stromverbrauch neuer Pkw können dem 'Leitfaden über den offiziellen Kraftstoffverbrauch, die offiziellen spezifischen CO2-Emissionen und den offiziellen Stromverbrauch neuer Pkw' entnommen werden, der an allen Verkaufsstellen und bei der 'Deutschen Automobil Treuhand GmbH' unentgeltlich erhältlich ist unter www.dat.de.

Design

Design

  • Porsche 911 Targa 4 GTS 991.2 Aussenansicht Front schräg statisch rot
  • Porsche 911 Targa 4 GTS 991.2 Aussenansicht Seite schräg statisch Detail B-Säule mit Targa Schriftzug
  • Porsche 911 Targa 4 GTS 991.2 Innenansicht statisch Vordersitze und Armaturenbrett fahrerseitig
  • Porsche 911 Targa 4S 991.2 Aussenansicht Front schräg dynamisch blau
  • Porsche 911 Targa 4S 991.2 Aussenansicht Front schräg statisch Studio blau
  • Porsche 911 Targa 4 GTS 991.2 Aussenansicht Seite dynamisch rot
  • Porsche 911 Targa 4 GTS 991.2 Aussenansicht Heck schräg dynamisch rot
  • Porsche 911 Targa 4S 991.2 Aussenansicht Heck schräg statisch Studio blau
  • Porsche 911 Targa 4 GTS 991.2 Aussenansicht Heck schräg statisch Detail Rückleuchte und Schriftzüge rot
  • Porsche 911 Targa 4S 991.2 Innenansicht statisch Vordersitze und Armaturenbrett
  • Porsche 911 Targa 4S 991.2 Aussenansicht Seite schräg dynamisch blau
  • Porsche 911 Targa 4 GTS 991.2 Aussenansicht Front schräg dynamisch rot
  • Porsche 911 Targa 4 GTS 991.2 Aussenansicht Heck schräg statisch rot
Modell im Test

Modell im Test (Neu- und Gebrauchtwagen)

Für den Targa gilt, was auch den anderen 911-Varianten nachgesagt wird: Er wird für sein extrem sportliches und präzises Fahrverhalten genauso gelobt wie für seine mittlerweile überraschend hohe Alltagstauglichkeit.

Bei der dritten Karosserievariante kommt noch hinzu, dass sie mit ihrem silbern lackierten Überrollbügel noch etwas mehr ins Auge sticht und bei geschlossenem Verdeck bessere Ausblicke bietet als das Cabrio. Häufig vorgeworfen wird dem Targa allerdings, dass sein Verdeck nur im Stand bedient werden kann.

Die sonstige Kritik kennt man dann wieder vom Rest der Familie: Auch für das Cabrio mit Glasheck gelten die anspruchsvolle Preispolitik bei Kauf und Unterhalt sowie die Trauer um die zur Modellpflege 2015 ausgemusterten Saugmotoren.

Motoren

Motoren

Porsche hat für den Targa zunächst nur die beiden schwächsten Motoren aus der 911-Familie im Angebot: Beide seit der Modellpflege im Jahr 2015 nur noch 3,0 Liter groß und mit Turbotechnik ausgestattet. So kommt der 911 Targa 4 auf 370 und der 911 Targa 4S auf 420 PS, die immer auf alle vier Räder losgelassen werden. Dafür kann man zwischen Schalt- oder Doppelkupplungsgetriebe mit jeweils sieben Gängen entscheiden.

Je nach Konfiguration erreicht der 911 Targa bei Vollgas 287 bis 303 km/h und steht mit Normverbräuchen von 7,9 bis 9,0 Litern im Datenblatt. Wer sportlicher fahren will, der kann auf den 450 PS starken 911 Targa GTS bauen, der im Frühjahr 2017 zur Familie stößt.

  • zwei Sechszylinder-Boxer mit 370 oder 420 PS
  • Turbo-Technik Standard
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Sicherheit

Sicherheit

Ein sicheres Auto, bedeutet für Porsche vor allem ein Auto, das jederzeit berechenbar und trotz seiner hohen Leistung gut beherrschbar ist. Und nach dieser Definition gilt der 911 auch als Targa gemeinhin als extrem sicheres Auto. Nach dem allgemeinen und zeitgemäßen Verständnis dagegen ist das Sicherheitsniveau allenfalls gehobener Durchschnitt. Denn mehr als sechs Airbags, das ohnehin vorgeschriebene ESP sowie natürlich den Allradantrieb hat der 911 Targa in der Grundausstattung nicht zu bieten. Und auch gegen Aufpreis gibt es kaum mehr Assistenzsysteme als sonst in der Kompaktklasse. Hilfe bei der Spurführung, beim Spurwechsel und bei der Abstandsregelung – mehr hat Porsche beim 911 nicht zu bieten.

Zur serienmäßigen Sicherheitsausstattung zählen:

  • sechs Airbags
  • Bi-Xenon-Scheinwerfer
  • Allrad-Antrieb
Sicherheitsausstattung anzeigen
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Ausstattung

Ausstattung

One size fits all – was sonst vor allem für manche Bekleidungsstücke gilt, übernimmt Porsche für seine Ausstattungspolitik. Die bei anderen Herstellern üblichen Linien und Pakete sucht man bei dem Sportwagenhersteller deshalb vergebens. Stattdessen stufen die Schwaben ihre Modellpalette allein über den Motor und die Leistung ein und machen bei der Ausstattung sonst nur marginale Unterschiede. Beim 911 Targa fällt da nur der Nachzügler GTS etwas aus der Reihe, der betont sportlich zugeschnitten und entsprechend anders ausgestattet ist.

Die Grundausstattung des 911 Targa passt zum hohen Preisniveau. Denn neben Standards wie den sechs Airbags und der Klimaautomatik gibt es ab Werk bereits Bi-Xenon-Scheinwerfer und eine umfangreiche Infotainment-Ausrüstung samt Online-Navigation, Telefonmodul und Musikanlage. Assistenzsysteme wie die automatische Abstandsregelung oder die Verkehrszeichenerkennung kosten allerdings Aufpreis. Genauso wie die bei einem offenen Auto nicht ganz nebensächliche Sitzheizung. Immerhin ist das elektrische Verdeck genauso Standard wie der Windabweiser.

Zur Serienausstattung gehören:

  • Bi-Xenon-Scheinwerfer
  • 2-Zonen-Klimaautomatik
  • Infotainment mit Navigations- und Telefon-Modul
Ausstattungsdetails anzeigen
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Beschreibung

Modellbeschreibung

Niemand beherrscht das Spiel mit den Modellvarianten so gut wie Porsche. Deshalb leisten sich die Schwaben bei ihrem legendären 911 neben dem Coupé und dem Cabrio als dritte Spielart auch den Targa, der im Grunde das Beste aus beiden Modellen vereint.


Vorderansicht - schräg
911 Targa: Die Mischung aus Coupé und Cabriolet.
Seitenansicht

Das erste Porsche 911 Cabrio war ein Targa. Schon 1965 wurde der erste Elfer mit herausnehmbaren Dachteilen präsentiert (erst in den 1980er-Jahren folgte das komplett offene Cabriolet). Und auch wenn diese Modellvariante nicht durchgängig angeboten wurde und ihren Charakter immer mal wieder verändert hat, gehört sie mittlerweile so fest zu der Sportwagen-Ikone wie der Boxermotor im Heck.

Seit Porsche 2011 die aktuelle Elfer-Generation 991 an den Start gebracht und 2014 den jüngsten Targa aufgelegt hat, sind die Unterschiede zwischen den Varianten wieder sehr deutlich. Im Guten, weil das Design mit dem verglasten Heck und dem silbernen Bügel sehr auffällig ist und weil man nach hinten besser sieht als beim Cabrio. Und im Schlechten, weil die Verdeckbetätigung deutlich länger dauert und nur im Stehen funktioniert.

Eingeschränkte Modellauswahl

Während Porsche die Modellpalette für Coupé und Cabrio weit gespreizt hat, gibt es für den Targa nur eine eingeschränkte Auswahl: Der Allradantrieb ist obligatorisch und im Heck bauen die Schwaben ausschließlich den zur Modellpflege im Jahr 2015 vorgestellten 3,0-Liter-Boxer mit Turbo-Technik ein – den allerdings in zwei, bald drei Leistungsstufen. Als Targa 4 leistet er 370, als 4S 420 und als GTS ab dem Frühjahr 2017 dann 450 PS. Mit den beiden Modellen aus der Startaufstellung sind je nach Ausstattung mit Schalt- oder Doppelkupplungsgetriebe sowie dem optionalen Sport-Chrono-Paket Spitzengeschwindigkeiten zwischen 287 und 303 km/h möglich. Den Verbrauch beziffert Porsche mit 7,9 bis 9,0 Litern.

Hohes Invest mit später Rendite

Mit einem Grundpreis von 117.073 Euro liegt der Targa rund 13.000 Euro über dem vergleichbar angetriebenen Coupé – kostet aber auf den Cent gleich viel wie das Cabrio.

Wie bei allen Varianten des 911 ist auch bei der Version mit Klappdach die Ausstattung eher unkonventionell: Während Porsche beim Infotainment klotzt und Online-Navigation sowie Telefonmodul und Soundsystem zum Standard macht, wird in den anderen Kategorien und speziell bei der Sicherheit gekleckert: Sechs Airbags und Bi-Xenon-Licht sind zwar obligatorisch, aber schon für die Abstandsregelung muss man extra in die Tasche greifen. Genau wie für die bei einem offenen Auto allemal sinnvolle Sitzheizung.

Der Ärger über die hohen Kosten, ebenso für Unterhalt und Betrieb, verraucht spätestens beim Wiederverkauf. Denn Porsche-Modelle haben traditionell eine sehr stabile Wertentwicklung, die bei Karosserievarianten wie dem Targa oder dem Cabrio sogar noch besser ist als beim Coupé. Spätestens beim Wiederverkauf haben Porsche-Fahrer deshalb gut lachen. Und beim Fahren natürlich ohnehin.

Fazit zum Porsche 911

So gut behütet wie im Coupé, sonnig wie im Cabrio und dazu ein echtes Design-Statement: Der 911 Targa ist ein bisschen von beidem und damit das ideale Auto für alle, die sich partout nicht zwischen den Standard-Varianten entscheiden können. Zumal mit dem serienmäßigen Allradantrieb auch noch die Alltagstauglichkeit verbessert und die Sportwagensaison verlängert wird.

Wie immer bei Kompromissen geht es dabei allerdings ein paar Einbußen. Denn auch wenn das Verdeck mit seinen eingenähten Magnesium-Platten einen extrem soliden Eindruck macht, ist es natürlich nicht ganz so gut isoliert wie das feste Dach des Coupés. Und auch wenn bei geöffnetem Dach gut zwei Quadratmeter Himmel über dem Auto zu sehen sind, ist es eben nicht ganz so luftig und offen wie das Cabrio.