Mercedes R-Klasse (Serie)

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Als die erste R-Klasse auf den Markt kam, war das Auto allein aufgrund seines Front-Designs eine polarisierende Erscheinung. Mit dem Facelift von 2010 wurde die Großraumlimousine dem Antlitz der restlichen Modellflotte bei Mercedes angepasst. Den ganz großen Zuspruch fand die Mischung aus Van, SUV und Kombi trotz großer Variabilität und vielen Luxusfeatures jedoch nie. Vielleicht war die je nach Radstand weit über fünf Meter lange und über 1,60 Meter hohe R-Klasse zu massiv, vielleicht das Konzept eines Luxus-Vans mit Limousinen-Charakter zu abseitig? An den Qualitäten als äußerst bequemes Reiseauto mit sechs Einzelsitzen – später auch als Fünf- oder Siebensitzer bestellbar – kann es sicher nicht gelegen haben, dass die Verkaufszahlen im Prinzip nie aus dem Keller kamen und die Baureihe 2012 eingestellt wurde – mit Ausnahme Chinas, wo erst 2017 das Ende kam.

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Daten

Daten

Als Einstiegsaggregat arbeitet unter der Motorhaube des R 280 CDI ein V6-Diesel mit 190 PS und 440 Nm Drehmoment, der 210 km/h schnell ist und in 9,7 Sekunden auf 100 km/h sprinten kann. Die Obergrenze bei den durch die Bank weg mit Dreiliter-Aggregaten bestückten Selbstzündern markiert je nach Baujahr und Version der R 350 CDI mit 265 PS (235 km/h; 7,6 Sekunden). Bei den Benzinern beginnt das Leistungsspektrum ab 231 PS im R 280, ebenfalls ein V6-Aggregat, das in 9,6 Sekunden auf Tempo 100 eilt und maximal 222 km/h ermöglicht. Schnellster Vertreter der R-Klasse ist das AMG-Modell mit 6,2-Liter-V8-Motor, der 500 PS leistet und den luxuriösen Kombi-SUV bis zu 275 km/h schnell macht – vorausgesetzt, die Aufhebung der auf 250 km/h limitierten Höchstgeschwindigkeit wurde dazu geordert. Diese Version ist allerdings mit einem Normverbrauch von über 16 Litern die durstigste R-Klasse, während im R 350 Blue Efficiency mit 190 PS Heckantrieb auf dem Prüfstand auch 7,6 Liter möglich waren. Beim Ladevolumen glänzen sowohl die 4,92 Meter messende Kurzversion als auch die Langversion von 5,16 Metern. Sind alle haben (bis zu sieben) Sitze an Bord. Das Stauvolumen beginnt bei 244 Litern, in der Langversion wächst es bei ausgebautem Gestühl auf bis zu 2385 Liter.

  • V6- und V8-Motoren
  • Verbrauchswerte von 7,6 bis über 16 Liter
  • Stauvolumen bis weit über 2.300 Liter
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Test

Test

Nach der letzten Modellpflege von 2010 wurden der R-Klasse großer Komfort und eine hohe Langstreckentauglichkeit ebenso bescheinigt wie ein versöhnliches Äußeres. Gelobt wurde auch der für ein Auto dieser Masse zurückhaltende Verbrauch der Dieselmotoren. Für die kräftigen V8-Motoren galt selbstredend das Gegenteil. Um den Komfort weiter zu steigern, wurde die aufpreispflichtige Luftfederung als gute Investition eingestuft. Auch das hohe Sicherheitsniveau wurde hervorgehoben, ebenso wie der exorbitant große Kofferraum. Im Grunde musste sich die R-Klasse nur einen größeren Kritikpunkt gefallen lassen: die schlechte Rundumsicht. 

  • hohes Sicherheitsniveau
  • hoher Fahrkomfort 
  • großer Stauraum
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Preise

Preise

Mercedes ordnete die R-Klasse preislich in der Nähe der E-Klasse ein, womit der einstige Neuwagenpreis für einen Mercedes dieser Größe und Klasse vergleichsweise niedrig war – was vor allem für die Einstiegsversionen mit Heck- statt Allradantrieb galt. Wer heute eine R-Klasse gebraucht sucht, wird bei Preisen um die 9000 Euro für den R 280 CDI mit 190 PS fündig – ein Bruchteil des ehemaligen Neupreises von knapp 50.000 Euro. Das einst über 100.000 Euro teure AMG-Modell mit 510 PS sollte für rund 20.000 Euro aufzutreiben sein.

  • einst moderater Neuwagenpreis 
  • Gebrauchtangebote ab 10.000 Euro 
  • keine Garantie mehr, da Neuwagengarantie in jedem Fall abgelaufen
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Beschreibung

Serienbeschreibung

Als vielversprechende Studie „Vision R“ kündigte sich die neue Mercedes-Klasse auf der Detroit Auto Show schon konkret an. 


Mercedes warb für die gestreckte Version mit einer Beinfreiheit wie in der Langversion der S-Klasse.

Die Serienversion des zunächst als „Grand Sports Tourer“, später als „SUV-Tourer“ vermarkteten riesigen Kombis auf Basis der Geländewagenbaureihe M-Klasse stand dann 2005 auf der Automesse in New York. Beides Hinweise auf den avisierten Hauptabsatzmarkt USA, wo das Auto im Mercedes-Werk bei Tuscaloosa im US-Staat Alabama auch gebaut wurde.

So erschien der mindestens 4,92 Meter lange Trumm denn auch 2005 zuerst auf dem US-amerikanischen Markt, bevor im Jahr darauf der deutsche Heimatmarkt der Marke folgen sollte. Den Radstand der in den USA nicht erhältlichen Kurzversion gab Mercedes mit 2,98 Meter an, es stand aber auch die im Radstand auf 3,22 Meter und in der Länge auf 5,16 Meter gestreckte Langversion zur Wahl.

Mercedes warb für die gestreckte Version mit einer Beinfreiheit wie in der Langversion der S-Klasse – nur dass es noch eine dritte Sitzreihe gab mit ähnlichem Raumangebot wie in einer normalen Limousine. Auch das T-Modell der E-Klasse in seiner Kernkompetenz, dem Laderaum, übertraf die R-Klasse: Wenn die Sitzreihen zwei und drei ausgebaut bzw. versenkt wurden, entstand in der Kurzversion ein Stauvolumen von 1950 Litern, die Langversion bot maximal 2385 Liter bei einer bis zu 2,20 Meter langen Ladefläche. Bei voller Bestuhlung blieben immerhin noch 244 und 314 Liter hinter den Sitzen der letzten Reihe. Die Heckklappe ließ sich auf Wunsch per Fernbedienung öffnen und schließen.

Ein angekündigter V8 Diesel kam nie

Angesichts des Zielmarktes mit seiner Vorliebe für großvolumige Motoren arbeiteten selbstverständlich Sechs- und Achtzylinderaggregate unter der Haube. Dies waren zunächst zwei Benziner: ein 3,5 Liter großer V6 mit 272 PS und ein 5,0-Liter-V8 mit 306 PS. Während diese Motoren für 240 und 245 km/h Höchstgeschwindigkeit sorgten und auch bei der Beschleunigung auf 100 km/h unter acht respektive sieben Sekunden schnell waren, gab es für den europäischen Markt noch einen Diesel in zwei Ausbaustufen, der später von einem V8-Topmodell und einem Einstiegsmotor ergänzt wurde.

Der zunächst schwächste Selbstzünder war der R 320 CDI, ein V6 mit 224 PS und 510 Newtonmeter Drehmoment, der den Verbrauch auf immerhin unter neun Liter (8,7Liter) senkte, aber auch nur 222 km/h Topspeed erreichte. Der kräftigere Diesel mit 265 PS ab 2010 fuhr maximal 235 km/h schnell und verbrauchte nach Norm sogar nochmal 0,2 Liter weniger. Gesetzt war anfangs der Allradantrieb 4Matic sowie ein siebenstufiges Automatikgetriebe. Ein angekündigter V8-Diesel mit 315 PS und 730 Nm kam dagegen nie in Serie.

Die kräftigste Version war der R 63 AMG mit 6,3-Liter-V8 und 510 PS Leistung. Die Variante vom Mercedes-Werkstuner aus Affalterbach mit verchromten Auspuffrohren und Breitreifen erreichte ein Drehmoment von 630 Newtonmetern, beschleunigte in fünf Sekunden auf Tempo 100 und war mit langem und kurzem Radstand erhältlich. Sie kam im Herbst 2006 auf den deutschen Markt – für knapp 97.000 Euro mit kurzem Radstand und knapp 99.000 Euro mit langem Radstand.

Eigentümlich und sehr sicher

Im gleichen Jahr bekam die Dieselpalette mit dem 190 PS leistenden R 280 CDI eine neue Einstiegsversion, die immerhin 210 km/h Höchstgeschwindigkeit und ein maximales Drehmoment von 440 Nm mobilisierte. Diese Version begann bei gut 49.000 Euro.

Die R-Klasse war aber nicht nur eine der eigentümlichsten Mischungen, die die Crossover-Mode unter den Autos hervorbrachte, sie war von Anfang an auch ein sehr sicheres Auto. Sechs Airbags und ESP gehörten zur Serie, zusätzlich bestellt werden konnten das vorausschauende Unfallschutzsystem Pre-Safe sowie aktive Kopfstützen.

In Sachen Luxus gab es ab Werk eine Klimaautomatik mit zwei Temperaturzonen und elektrisch verstellbare Vordersitze. Aufpreis kosteten eine Luftfederung mit adaptiven Dämpfern, Kurvenlicht sowie ein Panoramadach und DVD-System mit Bildschirmen in den vorderen Kopfstützen. Beim Einparken oder Rückwärtsfahren bot eine neu entwickelte Kamera mehr Sicherheit und Komfort. Wer wollte und zahlte, konnte außerdem eine zusätzliche Mittelkonsole zwischen den längsverschiebbaren Sesseln der zweiten Reihe bestellen, in denen es weitere Staufächer und Cupholder gab.

Jetzt auch mit Heckantrieb – und billiger

Schon sehr früh, nämlich ein gutes Jahr nach dem Modellstart, erhielt die R-Klasse ihr erstes Facelift. Front- und Heck wurden leicht verändert, doch die größere Neuheit waren die Varianten mit fünf oder sieben Sitzen, die auch das Stauvolumen leicht modifizierte. Für deutsche Kunden gab es darüber hinaus erstmals das Topmodell R 500 mit dem 5,5 Liter großen V8, der zunächst 306 PS, später dann 388 PS leistete. Neu war auch der Basisbenziner R 280 mit 231 PS.

Und der Einstiegspreis wurde gesenkt: Eine R-Klasse konnte man jetzt schon ab 46.700 Euro kaufen, wenn man in der Kurzversion auf den Allradantrieb verzichtete. Wem auch beim R 280 CDI der Heckantrieb ausreichte, erhielt damit die verbrauchsgünstigste Variante, die mit 8,9 Litern und einem CO2-Ausstoß von 236 Gramm pro Kilometer verzeichnet war.

Eine abermalige Modellpflege ließ Mercedes der Baureihe W 251 noch einmal 2010 angedeihen, die wiederum in New York erstmals gezeigt wurde und im Herbst in die deutschen Schauräume rollte. Die R-Klasse erhielt neue Scheinwerfer und der Innenraum wurde wie auch die Motorenpalette überarbeitet. Vor allem debütierten neue Assistenzsysteme, die das Angebot um einen Abstandsregel-Tempomat und einen Totwinkelwarner sowie Sprachbedienung für Telefon, Audioanlage und Navigationssystem ergänzten. Unter der Motorhaube neu im Aufgebot war der R 350 BlueTec mit AdBlue-Einspritzung und 211 PS. 2012 verschwand die R-Klasse vom Markt – bis auf China, wo sie noch bis 2017 weiterlief. Eine zwischendurch in Aussicht gestellte Hybrid-Version wurde nie realisiert.

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