Mercedes GLS / GL (Serie)

Alle Modelle mit Tests, Daten, Preisen und Kosten

Die S-Klasse, als Geländewagen – so könnte man den Mercedes GLS umschreiben, mit über fünf Metern Länge das größte SUV des Premiumherstellers aus Stuttgart. Nahe liegt diese Charakterisierung spätestens seit Frühjahr 2016, als der 2006 eingeführte Mercedes-Benz GL im Zuge einer Modellpflege in GLS umbenannt wurde. Zumindest der Hersteller beabsichtigt die Assoziation, aus verständlichen Marketingerwägungen, mit der Oberklasse-Limousine. Gut zu wissen: Wer einen Geländegänger mit Stern als Siebensitzer fahren will, muss zum GLS greifen, der als einziger mit diesem Package angeboten wird. Im aktuellen Modell ist die dritte Sitzreihe sogar serienmäßig.

Daten

Daten

Der Mercedes-Benz GLS ist ein waschechter Allrader, da er stets mit dem so genannten 4Matic-Allradantrieb ausgeliefert wird. Einziger Diesel im aktuellen Portfolio ist der 350d mit 258 PS aus 3,0 Litern Hubraum eines V6-Motors. Die übrigen drei Motorisierungen sind Benziner, die aus Hubräumen zwischen 3,0 und 5,5 Litern sowie 333 PS bis 585 PS schöpfen. Das stärkste Aggregat im 63 AMG beschleunigt den GLS in 4,6 Sekunden auf 100 km/h und regelt bei 250 km/h ab. Am langsamsten ist der Selbstzünder, der den Sprint aber immer noch in 7,8 Sekunden absolviert und bis zu 222 km/h schnell wird. Diese beiden Modelle markieren auch den höchsten und den niedrigsten Normverbrauch: 7,1 Liter Diesel gegenüber 12,3 Liter Superplus.

  • ausschließlich Sechs- und Achtzylinder
  • AMG-Modell seit 2012 verfügbar
  • Allradantrieb serienmäßig
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Test

Test

Eine S-Klasse als Geländewagen – dieser Anspruch geht nach Auffassung vieler Tester auf, auch wenn das Auto nicht ganz so galant abfedert wie die Oberklasse-Limousine. Aber mit dem Namen GLS zog mehr Noblesse in den gleichermaßen praktischen, bis zu 2300 Liter Stauvolumen fassenden, Innenraum. Hervorgehoben wird die sanft schaltende 9G-Tronic, die Motorisierungen werden durch die Bank weg als kräftig genug empfunden, wobei die Bremsen vor allem im GLS 500 teilweise als etwas unterdimensioniert bewertet werden. Agilität ist trotz Wankausgleich-Automatik nicht die Stärke des 2,4 Tonnen wiegenden Autos. Selbst der Diesel zeigt sich in Tests als recht spritdurstig.

  • durchweg kräftige Motoren
  • riesiges Platzangebot
  • recht hoher Verbrauch
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Preise

Preise

Mindestens 74.800 Euro kostet derzeit ein Mercedes-Benz GLS. Dafür bekommt der Kunde das Dieselmodell 350d. Legt er noch einmal rund 2000 Euro drauf bekommt er den Benziner GLS 400 geliefert, ebenfalls ein Sechszylinder. Preislich in größerem Abstand fahren der GLS 500 mit V8 (rund 97.000 Euro) und der 63 AMG V8, für den über 135.000 Euro fällig werden. Immerhin: Mit Seitenwindassistent, adaptivem Bremsassistent und Auffahrwarnung sowie Lenkassistent hat das S-Klasse-SUV schon viele elektronischen Helfer serienmäßig an Bord.

  • hohe Anschaffungs- und Betriebskosten
  • umfangreiche Serienausstattung
  • nur zwei Jahre Garantie
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Beschreibung

Serienbeschreibung

Die Geschichte von Daimlers Flaggschiff-SUV beginnt 2006. Zunächst war das Auto nur in den USA im Verkauf, wo es auch nach wie vor vom Band läuft. Dann rollte der GL auch zu den deutschen Händlern. Einstiger Basispreis war knapp 64.000 Euro – heute sind es beim aktuellen Einstiegsmodell knapp 11.000 Euro mehr.


Downsizing sollen die anderen machen.

Ausgeliefert wurde das 5,09 Meter lange Auto regulär als Fünfsitzer. Mehr als drei Meter Radstand boten aber auch die Option auf eine dritte Sitzreihe im Gepäckabteil, das je nach Sitzkonfiguration bis zu 2300 Liter Volumen fasste. Zur Serienausstattung gehörten anfangs eine Siebengang-Automatik sowie bis heute – dank Geländeuntersetzung und Differentialsperren – eine dezidierte Off-Road-Tauglichkeit.

Kleinster Motor war der Sechszylinder im GL 320 CDI mit 224 PS, ansonsten waren nur V8-Motoren im Angebot. An dieser Ausrichtung hat sich bis heute nichts geändert. Vierzylinder wie etwa bei Volvo sind im größten Mercedes-SUV immer noch ein Tabu – nach dem Motto: Downsizing sollen die anderen machen.

Einführung von „Blue Efficiency“

Auf der New York Auto Show im April 2009 präsentierte Mercedes das GL-Facelift mit optischen Retuschen an Stoßfängern und Kühlergrill. Motorenseitig änderte sich nichts, außer, dass im Zuge der Modellpflege erstmals beim großen SUV unter dem Marketingbegriff „Blue Efficiency“ geführte Spritsparkniffe angewandt wurden. Das bedeutete im GL ein spezielles Einspritzverfahren, das den GL 350 CDI zwar von 224 PS auf 211 PS stutzte, zugleich aber eine Spriteinsparung von 0,3 Litern auf durchschnittlich 9 Liter brachte. Anteil daran hatten auch rollwiderstandsoptimierte Reifen, häufigere Leerlaufphasen des Getriebes und eine verbesserte Aerodynamik.

In der Länge auf 5,13 Meter gewachsen, präsentierte Mercedes im Frühjahr 2012 auf der New York Auto Show die zweite Generation seines in Sachen Größe und Luxus führenden Geländegängers. Wieder als Siebensitzer ausgelegt wuchs das reguläre Kofferraumvolumen auf 680 Liter. In Sachen Motorisierung blieb Mercedes den großvolumigen Aggregaten mit sechs und acht Zylindern treu, senkte aber deren Spritverbrauch nach eigenen Angaben um bis zu einem Fünftel.

7,4 Liter Diesel – das war der Wert, den Mercedes für den GL 350d mit 258 PS, Start-Stopp-Automatik und Siebengang-Automatik als Benchmark für das immerhin bis zu 220 km/h schnelle Auto auswies. Zum Jahresende reichten die Stuttgarter außerdem das erste AMG-Modell des GL nach: Der Mercedes-Benz AMG G 63 fährt mit einem 557 PS starken 5,5-Liter-V8, der das rund 2,5 Tonnen schwere SUV mit strafferem Fahrwerk in 4,9 Sekunden auf Tempo 100 und bis 250 km/h maximal beschleunigte. Kehrseite: schon der Normverbrauch beträgt 12,3 Liter.

2015 bringt die neue Nomenklatur

Der technische Fortschritt zeigte sich vor allem in neu verfügbaren Assistenzsystemen. So konnte der GL erstmals mit aktiver Spurführung, Spurwechselassistent, Auffahrwarnung mit Bremsassistent sowie 360-Grad-Kamera und Ein- und Ausparkhilfe bestellt werden. Als Basispreis rief Mercedes für den V6-Diesel rund 72.500 Euro auf, während der GL 63 AMG mit mindestens gut 130.000 Euro gelistet wurde.

Seit Ende 2015 lautet die Bezeichnung für Mercedes’ größten Luxus-Offroader nach der neuen Nomenklatur GLS. Mit der Umbenennung erfolgte auch das jüngste Facelift, das mit einer Überarbeitung von Motoren und Fahrwerk einherging und das Flaggschiff auf den technisch neuesten Stand bei den Assistenzsystemen brachte. Vorgestellt wurde der neue GLS auf der Automesse in Los Angeles, auf den Markt kam er im Frühjahr 2016 – zu Preisen ab 74.792 Euro. Die Regel ist nunmehr eine Neunstufen-Automatik, nur das AMG-Modell fährt weiterhin mit sieben Gängen.

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