Im Gegensatz zu Limousine und T-Modell gehört das Mercedes E-Klasse Cabriolet mit der internen Typbezeichnung A 207 noch der vorangegangenen Fahrzeuggeneration an. Präsentiert wurde die offene Version des in der Oberen Mittelklasse angesiedelten Modells auf dem Genfer Autosalon 2010 – ein Jahr nach dem Coupé, das Mercedes ebenfalls noch als Neuwagen im Programm hat. Auf den aktuellen Stand der Technik wird Mercedes das E-Klasse Cabriolet folglich erst bei der Neuauflage bringen, die für 2018 erwartet wird.
Auch interessant zu wissen: Das Modell hinkt nicht nur beim Generationswechsel hinterher, was bei Cabrios ohnehin der Regelfall ist. Es fährt auch auf Basis der alten C-Klasse der Baureihe W 204, von der ein Großteil der Technik stammt. Äußerlich weist das Frischluft-Modell jedoch typische Merkmale der Vorgänger-E-Klasse auf. Die Motoren wurden beim Facelift im Jahr 2013 auf Vordermann gebracht, so dass sie die Vorgaben der Abgasnorm Euro 6 erfüllen.
Bei den Fahrleistungen lässt das E-Klasse Cabrio kaum Wünsche offen, der Wagen ist – im Gegensatz zu Limousine und Kombi – sogar noch mit einem V8-Motor zu haben.
Stärken
sehr dynamische Fahreigenschaften
kaum Windgeräusche
Top-Verarbeitung
Schwächen
hoher Anschaffungspreis
nur zwei Jahre Garantie
unbequemer Zugang zum Fond
Beta
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Dass das Mercedes E-Klasse Cabriolet schon seit einigen Jahren auf dem Markt ist, muss nicht heißen, dass es sich dabei ein unmodernes Auto handelt. Es weist die markentypische hohe Verarbeitungsqualität auf und erfüllt, was offene Fahrzeuge spätestens in dieser Klasse bieten müssen: verwindungssteif sein und das Spiel mit dem Wind beherrschen. So fährt die offene E-Klasse um die Kurven, ohne dass es irgendwo im Gebälk knarzt, und sie hält sich bei den Windgeräuschen sehr zurück, was unter anderem auf eine gute Dämmung des Verdecks schließen lässt.
Außerdem ist das E-Klasse Cabrio bereits mit der von Mercedes sogenannten Aircap ausgerüstet, einer ausfahrbaren Lamelle oberhalb des Frontscheibenrahmens, die Luftverwirbelungen im Innenraum minimieren soll. Nur das Heer an Assistenzsystemen, das die Neuauflage von Limousine und Kombi mitbringt, hat die offene E-Klasse nicht zu bieten.
Trotz älterer Technik ruft Mercedes beim Cabrio selbstbewusste Preise auf: Schon die Einstiegsvariante kostet fast 50.000 Euro. Auf einen rabattierten Abverkauf darf man zwei Jahre vor Modellwechsel wohl noch nicht hoffen.
Motoren
Für Freunde großvolumiger Verbrennungsmotoren hat das Mercedes E-Klasse Cabriolet vom Typ A 207 ein Schmankerl unter der Haube: Es kann noch mit einem V8-Motor bestellt werden, der mit der Neuauflage, die im Jahr 2018 zu erwarten ist, wohl gestrichen wird. Das damit bestückte Top-Modell E 500 leistet 408 PS. Die übrigen Ottomotoren sind Reihenvierzylinder oder V6-Motoren mit 184 PS bis 333 PS.
An Selbstzündern hat Mercedes die Modelle E 220d, E 250d und E 350d im Portfolio, wobei der größte mit einem V6 fährt. Die Leistungsspanne liegt zwischen 170 PS und 258 PS, die Normverbrauchswerte zwischen 4,7 und 5,3 Litern. Genügsamstes E-Klasse Cabrio ist der E 220d.
Vier- und Sechszylinder (Benzin und Diesel), Achtzylinder (Benzin)
6-Gang-Handschaltung sowie 7-Gang und 9-Gang-Automatik
Das Mercedes E-Klasse Cabriolet der Generation A 207 ist ein sicheres Auto, obwohl nicht in allen Belangen auf dem neuesten Stand der Technik. Serienmäßig an Bord sind Airbags für Fahrer und Beifahrer, ESP, ABS und die Antriebsschlupfregelung ASR. Einen Abstandswarner und einen Überrollschutz bekommen Käufer ebenfalls immer geboten. Gegen Aufpreis sind weitere Systeme erhältlich, dazu zählen unter anderem ein aktiver Spurhalteassistent, ein Totwinkel-Warner und ein Kreuzungsassistent.
Überrollschutz
Abstandswarner
Obwohl schon 2010 erstmals in den Handel gekommen, ist das Mercedes E-Klasse Cabriolet ein sicheres Auto. Das Modell bietet in dieser Hinsicht mehr an Ausstattung als manch anderes jüngeres offenes Auto. Serienmäßig an Bord sind Airbags für Fahrer und Beifahrer, darunter ein Knieairbag, sowie aktive Kopfstützen. Auch ESP, ABS und die Antriebsschlupfregelung ASR gehören zu den Selbstverständlichkeiten, ebenso Müdigkeitswarner, Abstandswarnung mit Bremsunterstützung und autonomer Teilbremsung oder der Überrollschutz und das Notrufsystem.
Gegen Aufpreis sind weitere Features erhältlich, dazu zählen ein aktiver Spurhalteassistent und ein Totwinkel-Warner. Optional bietet Mercedes außerdem einen Kreuzungsassistenten an, der querende Fahrzeuge erkennt und vor ihnen warnt. Das System erfasst auch Fußgänger. Deren Verletzungen sollen bei einem Unfall durch eine aktive Motorhaube abgemildert werden.
Ausstattung
Das Mercedes E-Klasse Cabriolet hat als typische Frischluftausstattung ein gut gedämmtes Stoffverdeck, das sich bis zu einer Geschwindigkeit von 40 km/h elektrisch öffnen und schließen lässt – im Stand übrigens auch per Fernbedienung. Gurtbringer und das Easy-Entry-System, bei dem die Vordersitze für einen besseren Zugang zu den Rücksitzen nach vorn fahren, sind serienmäßig.
Aufpreis kosten dagegen die Nackenheizung Airscarf und die Aircap, eine Lamelle, die auf dem Frontscheibenrahmen ausfährt, um Luftverwirbelungen im geöffneten Auto zu minimieren. Ebenfalls immer an Bord sind ein selektives Dämpfungssystem, das sich der Fahrbahn anpasst, eine geschwindigkeitsabhängige Servolenkung mit variabler Lenkwinkelübersetzung und LED-Scheinwerfer.
Auf die gewohnten Ausstattungslinien verzichtet Mercedes beim Cabrio, dafür sind mehrere Pakete im Angebot, die In- und/oder Exterieur einen sportlicheren Anstrich geben – teils werden AMG-Logos verwendet, um darüber hinwegzutäuschen, dass es eine echte AMG-Version des Cabrios nicht gibt.
Zur Serienausstattung gehören:
Regensensor
Klimaautomatik
elektrisches Stoffverdeck mit Fernbedienung
Das Mercedes E-Klasse Cabriolet kommt mit klassischem Stoffverdeck, das sich während der Fahrt bis 40 km/h öffnen und schließen lässt – entweder aus der Cabrio-Bedieninsel unterhalb der Mittelarmlehne oder per Fernbedienung. Zu den Eigenheiten des Modells gehören wie beim Coupé Gurtbringer für die Vordersitze und ein Easy-Entry-System: Dabei fahren die Vordersitze nach vorne, um den Einstieg in den Fond zu erleichtern. Besonders komfortabel ist der Zugang trotzdem nicht.
Zur Serienausstattung gehören außerdem je nach Motorisierung 17- oder 18-Zoll-Leichtmetallflelgen. Wie die übrigen Modellvarianten der E-Klasse hat das Cabrio ein selektives Dämpfungssystem, das sich der Fahrbahn anpasst, eine geschwindigkeitsabhängige Servolenkung mit variabler Lenkwinkelübersetzung für agile Kurvenfahrten sowie LED-Scheinwerfer.
Standard im Innenraum sind die Durchlademöglichkeit hinter der Fondarmlehne in dem mit 300 bis 390 Liter eher kleinen Kofferraum, elektrische Kopfstützen vorne und ein Multifunktions-Nappalederlenkrad. Dazu kommen unter anderem ein Entertainment-System mit USB- und Bluetooth-Schnittstelle, Regensensor, elektrisch verstellbare Vordersitze, Tempomat und Zwei-Zonen-Klimaautomatik. Eine Drei-Zonen-Klimaanlage, die die Temperatur auch im Fond individuell regelbar macht, gibt es nur im Top-Modell E 500 ohne Aufpreis, genauso wie ein Navigationsgerät.
Dass das E-Klasse Cabriolet technisch nicht ganz auf der Höhe der Zeit ist, zeigt sich an den verfügbaren Fahrerassistenz- und Sicherheitssystemen: Zwar ist die offene Version mit Tempomat, Kollisionswarner, Müdigkeitswarner und adaptiver Bremse unterwegs, die Notbremsungen erkennt und unterstützt. Die in der neuen Generation von Limousine und T-Modell verbauten teilautonomen Funktionen, die auch selbsttätiges Überholen ermöglichen, fehlen jedoch. Auch auf das Wide-Screen-Cockpit mit zwei Monitoren müssen Cabrio-Käufer bei der E-Klasse verzichten.
Die gewohnten Ausstattungsvarianten von Mercedes, Avantgarde, Exclusive und AMG-Line, fehlen. Stattdessen gibt es zur Aufwertung unter anderem die Pakete Sport-Paket AMG (ab 1.309 Euro), Sport-Paket AMG Plus (ab 3.451 Euro), Sport-Paket Exterieur (1.012 Euro) und das Cabriolet Komfort-Paket (1.250 Euro).
Serienausstattung:
Elektrisches Stoffverdeck mit Fernbedienung
Gurtbringer
Müdigkeitswarner
geschwindigkeitsabhängige Servolenkung mit variabler Übersetzung
teilelektrische Vordersitze
Sport-Paket AMG:
Leichtmetallräder 18 Zoll
Sportfahrwerk
Multikontursitze für Fahrer und Beifahrer
Sportpedalanlage aus gebürstetem Edelstahl
zweiflutige Abgasanlage mit trapezförmigen Endrohrblenden
Multifunktions
Sportlenkrad in Nappa
Leder
Sport-Paket AMG Plus:
Leichtmetallräder 19 Zoll
AMG-Sportsitze
Sportfahrwerk
Einzelsitze im Fond
AMG Abrisskante auf Heckdeckel in Wagenfarbe
Kontrastziernähte im Innenraum
Sportpedalanlage aus gebürstetem Edelstahl
zweiflutige Abgasanlage mit trapezförmigen Endrohrblenden
Multifunktions
Sportlenkrad in Nappa
Leder
Sport-Paket Exterieur:
Leichtmetallräder 18 Zoll
Sportfahrwerk
gelochte Bremsscheiben
zweiflutige Abgasanlage mit trapezförmigen Endrohrblenden
Cabriolet Komfort-Paket:
Nackenheizung Airscarf für Fahrer und Beifahrer
ausfahrbare Windlamelle Aircap im Windschutzscheibenrahmen
Das Wichtigste, das man über das Mercedes E-Klasse Cabriolet wissen sollte, ist: Es fährt Limousine und T-Modell, die gerade neu aufgelegt sind, hinterher. Die Neuauflage des Cabrios wird erst für 2018 erwartet. Hinzu kommt: Das Auto ist eine halbe C-Klasse der Vorgängergeneration, die Bodengruppe stammt von ihr. Dennoch gelingt es Mercedes, das Modell nicht alt aussehen zu lassen und es preislich in der neuen E-Klasse-Welt zu integrieren.
Es gibt das E-Klasse Cabriolet immernoch mit V8-Triebwerk, der bei den neueren Modellen bereits ausgemustert ist
Beim Blick unters Blech oder ins Cockpit wird allerdings klar: Das E-Klasse Cabrio ist nicht auf dem neuesten Stand der Technik. So sind zwar (teils optionale) Assistenzsysteme an Bord, zum Beispiel Spurhaltesystem, Auffahr- und Müdigkeitswarner oder auch ein adaptiver Tempomat, doch das Heer an Assistenzsystemen ist bei Limousine und T-Modell größer und besticht vor allem durch erweiterte teilautonome Funktionen wie vollautomatisiertes Überholen.
In Sachen Motorisierung – alle Aggregate erfüllen seit dem Facelift von 2013 die Abgasnorm Euro 6 – kann das E-Klasse Cabrio bei Freunden großvolumiger Verbrennungsmotoren punkten: Es gibt das Modell noch mit V8-Triebwerk, der bei den neueren Modellen bereits ausgemustert ist. Verfügbar ist der Achtzylinder ausschließlich im E 500 mit 408 PS aus 4,7 Litern, der bei einem Listenpreis von 76.220 Euro mit Abstand die teuerste und bei einem ausgewiesenen Normverbrauch von 9,2 Litern die durstigste offene E-Klasse ist.
Generell verbrauchen die Motoren etwas mehr als in den konventionellen Karosserievarianten, was unter anderem an dem bei Cabrios aufgrund der verstärkten Bodengruppe erhöhten Leergewicht liegt. Bei den übrigen Benzinern reicht der Verbrauch laut Mercedes von 6,3 bis 7,7 Liter, die Leistungsspanne von 184 PS bis 333 PS.
Naturgemäß günstiger im Verbrauch sind die Selbstzünder, den besten Durchschnittswert erreicht der 170 PS starke E 220d mit 4,7 Litern. Alternative Antriebe hatte Mercedes für das E-Klasse Cabrio nie im Programm – im Gegensatz zur Limousine.
Fazit zum Mercedes E-Klasse Cabriolet (A 207)
Beim Mercedes E-Klasse Cabriolet stellt sich eine zentrale Frage – zumindest für Interessenten, die sich das Modell schon immer mal anschaffen wollten: Abwarten oder zuschlagen? Wem es nicht unter den Nägeln brennt, sollte sich noch bis zum Generationswechsel gedulden, der 2018 zu erwarten ist. Dann wird das E-Klasse Cabrio frische Technik von der bereits in nächster Generation fahrenden Limousine erben.
Das alles heißt aber nicht, dass das Cabriolet der Baureihe A 207 kein ausgereiftes, ästhetisch stimmiges Auto ist: Der Wagen punktet mit Mercedes-Tugenden wie Sicherheit und Verarbeitungsqualität, und darüber hinaus vor allem mit typischen Cabrio-Qualitäten wie Verwindungssteifigkeit und guter Handlichkeit.