Karosserie und Design
Der 2017 vorgestellte Land Rover Discovery (L462) der fünften Generation verabschiedet sich vom kantigen Nutzfahrzeug-Look der Vorgänger und tritt als rund gezeichnetes SUV auf. Mit knapp 5.000 mm Länge und über 2.000 mm Breite wirkt er sehr präsent und ordnet sich klar im Premium-Segment ein. Die hohe Front, kurze Überhänge und viel Bodenfreiheit erinnern an klassische Geländewagen, während Details wie die markante Lichtsignatur und große Leichtmetallräder stärker auf Lifestyle zielen. Die große Außenfläche verschlechtert jedoch die Übersichtlichkeit, weshalb Kameras und Parksensoren im Stadtverkehr fast unverzichtbar erscheinen.
Innenraum und Variabilität
Im Innenraum zeigt der Discovery deutlich mehr Personenwagen-Charakter als frühere Generationen. Weiche Materialien, sorgfältige Verarbeitung und ein großer Touchscreen prägen den ersten Eindruck. In der ersten und zweiten Reihe sitzen Erwachsene sehr bequem, die optionale dritte Reihe eignet sich bei gelungenem Zustieg über die verschiebbare Mittelbank vollwertig auch für größere Passagiere. Der Kofferraum fasst als Fünfsitzer rund 986 Liter und wächst bei umgeklappten Rücksitzlehnen auf über 2.000 Liter, was den Transport von Fahrrädern oder Umzugskartons erleichtert. Ferngesteuert umlegbare Sitze und zahlreiche Ablagen erhöhen den Alltagsnutzen, während in tieferen Bereichen des Interieurs vereinzelt harte Kunststoffe auffallen, die nicht ganz zum hohen Preisniveau passen.
Antrieb und Fahreindruck
Die Sechszylinder-Diesel D250 und D300 passen mit sattem Drehmoment und moderatem Geräuschniveau gut zum gelassenen Charakter des Discovery. Sie beschleunigen das schwere SUV angemessen kräftig und harmonieren stimmig mit der weich schaltenden 8-Gang-Automatik. Der Mildhybrid-Benziner P360 wirkt noch agiler und bleibt akustisch dezent, verlangt im Alltag jedoch einen deutlich höheren Kraftstoffeinsatz. Auf der Straße dominiert der Komfort: Die Luftfederung bügelt Schlaglöcher wirkungsvoll weg und hält die Karosserie auch auf schlechten Autobahnen ruhig. In schnell gefahrenen Kurven bleibt spürbar, dass viel Masse in Bewegung ist, die Lenkung vermittelt dennoch ausreichend Rückmeldung. Die Bremsen arbeiten standfest, fordern aufgrund des Gewichts aber eine vorausschauende Fahrweise.
Gelände, Anhänger und Alltag
Abseits befestigter Straßen spielt der Discovery seine Technik aus. Das Terrain-Response-System passt Allradantrieb, Gaspedalkennlinie und Fahrwerk an verschiedene Untergründe an und macht auch schwierige Passagen gut beherrschbar. Dank Luftfederung entstehen je nach Modus große Böschungswinkel und eine Bodenfreiheit von über 280 mm, zudem erlaubt die hohe Wattiefe das Durchqueren tiefer Furten. Die Anhängelast von bis zu 3,5 Tonnen macht das Modell für Pferdebesitzer und Bootsfahrer im Zugbetrieb besonders interessant. Im Alltag überzeugen die ruhige Federung, die gute Geräuschdämmung sowie die kräftig arbeitende Heizung und Klimaanlage. Weniger ideal wirken die große Fahrzeuglänge in engen Parkhäusern und der hohe Verbrauch im Stadtverkehr und auf Kurzstrecken.
Fazit
Der Land Rover Discovery (L462) richtet sich an Käufer, die ein geräumiges, souveränes und geländeorientiertes SUV suchen und dafür einen Premiumpreis akzeptieren. Er verbindet großzügiges Platzangebot, hohes Kofferraum-Volumen, hohe Anhängelast und echte Offroad-Fähigkeiten mit viel Komfort und moderner Konnektivität. Dem stehen ein deutlich spürbarer Kraftstoffdurst, hohe Unterhaltskosten und Einschränkungen in engen Innenstädten gegenüber. Insgesamt präsentiert sich der Discovery als ausgereiftes und vielseitiges Fahrzeug, das lange Reisen, Familienalltag und anspruchsvolle Freizeitaktivitäten souverän abdeckt.