Modell und Positionierung
Mit dem Land Rover Defender (L663) der Baujahre 2021 bis 2024 zielt Land Rover auf Käufer, die einen voll geländegängigen Fünftürer mit hohem Nutzwert und gehobener Anmutung wünschen. Der Geländewagen nutzt die D7x-Aluminiumarchitektur und unterscheidet sich damit klar vom früheren Leiterrahmen-Modell, das deutlich rustikaler und weniger komfortabel ausfiel.
Karosserie und Design
Der Defender misst rund 5.000 mm in der Länge, ist etwa 2.000 mm breit und knapp 2.000 mm hoch. Damit wirkt er optisch wie ein vollwertiger Geländewagen. Die nahezu senkrechte Front, kurze Überhänge und das außen montierte Reserverad erinnern an den Klassiker. LED-Lichtsignatur und sauber integrierte Stoßfänger betonen den modernen Charakter. Die Luftfederung sorgt für große Bodenfreiheit und eine verstellbare Fahrzeughöhe. Das nützt im Gelände und erleichtert den Einstieg.
Innenraum und Kofferraum
Im Innenraum kombiniert der Defender robuste Gestaltungselemente wie sichtbare Verschraubungen mit einem hochwertigen Materialmix und einem klar strukturierten Cockpit. Die erhöhte Sitzposition und die große Glasfläche verbessern die Übersicht, was im dichten Verkehr und beim Rangieren hilft. Je nach Konfiguration bieten fünf bis sieben Sitzplätze auch größeren Familien ausreichend Raum. Der Kofferraum fasst im Fünfsitzer 786 Liter und wächst bei umgeklappter Rückbank dachhoch auf 1.875 Liter. So eignen sich lange Reisen mit viel Gepäck oder großem Hund problemlos. Die seitlich angeschlagene Hecktür benötigt jedoch mehr Platz hinter dem Fahrzeug und wirkt in engen Parklücken unpraktisch.
Antrieb und Fahrverhalten
Im Defender arbeitet ein 3,0-Liter-Reihensechszylinder-Diesel mit Mildhybrid-Unterstützung, der gut zum Charakter des Fahrzeugs passt. Mit 221 kW (300 PS) und hohem Drehmoment steht genügend Kraft für Überholvorgänge, steile Anhängerfahrten und lange Autobahnetappen bereit. Die Achtgang-Automatik schaltet weich und hält den Motor oft bei niedriger Drehzahl, was die entspannte Grundcharakteristik unterstreicht. Permanente Allradtechnik, Geländeuntersetzung und das fein abgestimmte Terrain-Response-System erhöhen die Reserven im schweren Gelände deutlich gegenüber vielen SUV. Die Luftfederung bügelt grobe Unebenheiten wirkungsvoll glatt, sorgt in schnell gefahrenen Kurven aber für spürbare Seitenneigung. Der WLTP-Verbrauch von 9,2 l/100 km zählt zu den Schwächen, im Alltag liegt der Wert häufig höher.
Kosten und Konkurrenz
Mit hohem Grundpreis, kräftiger Kraftfahrzeugsteuer und tendenziell teuren Versicherungsprämien bewegt sich der Defender klar im Premiumsegment. Dafür bietet er eine Anhängelast von 3.500 kg, hohe Dach- und Zuladungswerte sowie ausgeprägte Geländefähigkeiten, die ihn als Arbeitsgerät und Reisewagen interessant machen. Im Stadtalltag wirken Breite, Höhe und der Wendekreis von 13,1 m als spürbare Nachteile, auf Landstraße und Autobahn punktet dagegen der Komfort. Im Wettbewerbsumfeld liegt das Modell zwischen einem stärker luxuriös ausgerichteten Range Rover und eher kompromisslosen Offroadern wie Toyota Land Cruiser oder Mercedes G-Klasse. Insgesamt präsentiert sich der Defender (L663) als vielseitiger Geländewagen, der hohe Offroad-Kompetenz mit viel Komfort verbindet, sofern Verbrauch und Kosten in Kauf genommen werden.