Jeep Renegade (Serie)

Alle Modelle mit Tests, Daten, Preisen und Kosten

Er ist die automobile Ausgabe eines Spaghetti-Westerns. Denn als Jeep 2014 den Renegade als neues Einstiegsmodell auf den Markt brachte, war das die erste Neuheit der ur-amerikanischen Marke, die unter der Regie des Fiat-Konzerns entwickelt wurde – weshalb unter dem Blech ein Italiener steckt. Dabei nutzt der intern unter dem Codenamen BU geführte Konkurrent von Ford EcoSport, Kia Stonic oder Renault Captur nicht nur die Plattform des Fiat 500L, sondern wird auch gemeinsam mit seinem italienischen Cousin im Süden des Stiefels gebaut. Damit dabei jedoch keine Identitätskrise aufkommt, sind nicht nur die Ingenieure bei der Offroad-Ausstattung in die Vollen gegangen. Auch die Designer haben sich besonders ins Zeug gelegt und den Winzling mit vielen Anleihen des urtümlichen Jeep Wrangler gezeichnet. Sogar das Geburtsdatum haben sie ins Cockpit geprägt. Dort steht aber nicht 2014, sondern „since 1941“ – das Gründungsjahr der Marke.

Wie viel ist dein Auto wert?

Kostenlose Autobwertung - schnell und unverbindlich
Jetzt kostenlos bewerten
Daten

Daten

Jeep bietet für den Renegade drei Benzin- und vier Dieselmotoren an und kombiniert diese mit drei Antriebsvarianten: Die Einstiegsmodelle fahren mit Frontantrieb, es gibt einen konventionellen Allrad sowie einen ambitionierten mit einer elektronisch simulierten Geländeuntersetzung. Außerdem haben die Amerikaner mit einer Sechsgang-Schaltung, einer sechsstufigen Doppelkupplung und einer neunstufigen Automatik drei unterschiedliche Getriebevarianten im Angebot.

Bei den Benzinern beginnt die Palette mit einem 110 PS starken 1,6-Liter-Aggregat, darüber rangiert ein 1,4 Liter großer MultiAir-Turbodirekteinspritzer mit 140 oder 170 PS. Bei den Dieseln haben Kunden die Wahl zwischen einem 1,6-Liter-Motor mit 95 oder 120 PS sowie einem 2,0-Liter-Triebwerk mit 140 oder 170 PS. Die Fahrleistungen liegen auf dem Niveau gewöhnlicher Kleinwagen und bewegen sich zwischen 167 und 190 km/h. Dafür gibt sich der Renegade an der Tankstelle genügsam und steht mit Normverbräuchen zwischen 4,4 Litern Diesel und 6,9 Litern Benzin in der Liste.

  • drei Benziner und vier Diesel mit 95 bis 170 PS
  • drei Getriebevarianten
  • Front- oder Allradantrieb sowie Offroad-Untersetzung zur Wahl
null
Test

Test

Die Tester zollten dem Jeep Renegade bei der Premiere viel Lob. Als Ableger des Fiat 500L haben sie den in Abmessungen und Antrieb für Europa maßgeschneiderten Mini-SUV mit seinem charakteristischen Design und seiner ambitionierten Allradtechnik als authentische Alternative im Heer der kleinen Geländewagen bewertet. Zudem wurden seine zeitgemäße Ausstattung und seine alltagstauglichen Platzverhältnisse gelobt. Selbst die Materialauswahl, bei amerikanischen Autos sonst gerne eine Schwachstelle, wurde angesichts des niedrigen Preises für gut befunden. Auch die Sicherheitsexperten sind offenbar zufrieden. Im Euro-NCAP-Crashtest jedenfalls hat der Jeep Renegade 2014 mit fünf Sternen die Höchstwertung erzielt. Abzüge gab es allenfalls für die mangelnde Variabilität in Innenraum und die eingeschränkte Fahrdynamik.

  • charakterstarkes Design
  • authentischer Antrieb
  • eingeschränkte Fahrdynamik
null
Preise

Preise

Jeep verkauft den Renegade in vier Modellvarianten zu Preisen ab 19.900 Euro. Dafür gibt es den kleinen Geländewagen als Fronttriebler mit einem 110 PS-Benziner. Der günstigste Diesel ist ein 1,6-Liter-Aggregat mit 95 PS für 21.200 Euro. Die Varianten mit Allradantrieb starten ab 31.500 Euro für den Benziner mit 170 PS oder 27.500 Euro für einen 140 PS starken Diesel. Das obere Ende der Liste markiert der „Trailhawk“ mit dem 170-PS-Diesel, Allradantrieb samt Geländeuntersetzung sowie Neungang-Automatik, für den Jeep mindestens 34.400 Euro verlangt.

Zwar ist er damit rund 5000 Euro günstiger als der nächstgrößere Jeep Compass. Aber gemessen an der Konkurrenz verlangen die Amerikaner vergleichsweise selbstbewusste Preise: Jüngere Wettbewerber wie den Hyundai Kona oder den Kia Stonic gibt es ab 17.500 oder 15.790 Euro und der VW T-Roc ist mit 20.390 Euro kaum teurer als der Jeep. Auch innerhalb der Konzernfamilie ist der Renegade hoch angesiedelt: Seine Fiat-Verwandten 500L und 500X sind jeweils rund 4000 Euro günstiger.

  • Grundpreis 19.900 Euro
  • 5000 Euro günstiger als der nächstgrößere Jeep
  • im Wettbewerbsumfeld eher teuer
null
Beschreibung

Serienbeschreibung

Wer hat’s erfunden? Zwar rühmt sich Jeep als Miterfinder des Geländewagens und lässt keine Gelegenheit aus, an den legendären Willy’s von 1941 zu erinnern. Doch den Trend zum kleinen SUV für die Stadt haben die Amerikaner verschlafen. Erstens hat ihnen zum Beginn der Welle das Geld für neue Entwicklungen gefehlt. 


Vorderansicht - schräg
Der vorlaute Macho in der Modetruppe.
Seitenansicht

Zweitens hat sich daheim in Amerika, wo alles big sein muss, damit es beautiful ist, keiner so recht für Geländewagen im Westentaschenformat interessiert. Deshalb waren bald ein Dutzend Modelle vom Schlage eines Opel Mokka, Peugeot 2008 oder Renault Captur in der Etwas-mehr-als-vier-Meter-Klasse bereits im Rennen, als Jeep im Jahr 2014 mit dem Renegade den Dschungel der Großstadt erobern wollte.

 

Lifestyle trifft Legende

Um als Spätzünder überhaupt aufzufallen, gibt der unter der Regie des neuen Eigentümers Fiat auf Basis des Fiat 500L entwickelte Renegade den vorlauten Macho in der Modetruppe. Er setzt auf Ecken und Kanten, während die Konkurrenz sportliche Formen wählt oder sogar die Nähe zum Coupé sucht. Außerdem würzt er das Lifestyle-Genre mit einer gehörigen Portion Legende. Unübersehbar haben die Designer dafür 1941 als Geburtsjahr der Marke ins Armaturenbrett geprägt. Wo man hinschaut, bleibt das Auge am traditionellen Kühlergrill aller Jeep-Modelle hängen, der als Zierelement in viele Konsolen geschnitten wurde. Und überall am und im Auto taucht das markante Kreuz auf, das schon am allerersten Willy’s Jeep zu sehen war – als Verstärkung im amtlichen Benzinkanister der US-Army, der mit dem Geländewagen um die Welt ging.

Aber der Renegade ist kein aufgeblasener Angeber, kommt doch sein Selbstbewusstsein nicht von ungefähr. Während es für manche seiner Konkurrenten nicht einmal Allradantrieb gibt, bietet Jeep unerreichte 22 Zentimeter Bodenfreiheit, zwei unterschiedliche 4x4-Systeme samt vieler elektronischer Offroad-Hilfen sowie Geländeuntersetzung an. Die Abenteuer-Variante Trailhawk schafft damit sogar den legendären Rubicon-Trail, versprechen die Amerikaner – so viel sind sie ihren Markenwerten schließlich schuldig.

Obwohl die Amerikaner die Lust aufs Abenteuer schüren, ist der Renegade auch ein alltagstaugliches Auto. Konstruiert auf der Plattform des Fiat 500L und als erster Jeep in Italien gebaut, bietet er bei 4,26 Metern Länge und 2,57 Metern Radstand nicht nur viel Platz in der ersten und noch genügend Platz in der zweiten Reihe. Auch der Kofferraum liegt mit 351 Litern auf Golf-Niveau.

 

Moderne Ausstattung

Obwohl Jeep beim Renegade auf traditionelle Werte setzt, geht das Auto zumindest bei der Ausstattung mit der Zeit und wartet deshalb mit Extras auf, die im Jahr seiner Premiere in dieser Klasse noch eine Seltenheit sind: Es gibt im Cockpit einen großen Touchscreen, der in einem robusten Rahmen steckt wie ein Outdoor-Tablet und sogar über einen eigenen App-Store verfügt. Assistenzsysteme helfen beim Rangieren, beim Spurwechsel und schützen vor Auffahrunfällen. Als Alternative zum Schaltgetriebe und zur Doppelkupplung bietet Jeep für die drei Benzin- und vier Dieselmotoren mit 95 bis 170 PS als erster in dieser Klasse sogar eine neunstufige Automatik an.

 

Wie hilfreich waren diese Informationen für dich?