Jeep CompassSeit 2017

  • Motoren
  • Modell im Test
  • Ausstattung
Preis
für Compass 1.4 MultiAir (Benzin, 140 PS)
Fahrzeugeinordnung

Der Compass ist zumindest in Europa das wichtigste Modell für Jeep, weil er als Alternative zu VW Tiguan, Mazda CX-5 oder Kia Sportage in der Kompaktklasse antritt. 2006 auf der Motorshow in Detroit präsentiert und 2007 in Deutschland eingeführt, haben die Amerikaner die erste Generation bis 2010 verkauft und dann 2011 mit alter Technik und neuem Styling noch einmal auf den Markt gebracht. Nach einer ungewöhnlich langen Pause von mehr als einem Jahr kam im Sommer 2017 die zweite Auflage. Völlig neu unter der Regie der Konzernmutter Fiat entwickelt, nutzt sie die Technik des kleinen Bruders Renegade, orientiert sich beim Design aber am großen Bruder Cherokee.

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Stärken
  • konkurrenzlose Geländefähigkeit
  • frisches Design
  • moderne Infotainment-Ausstattung
Schwächen
  • durchschnittliches Assistenzpaket
  • keine alternativen Antriebe
  • veraltete Lichttechnik
Daten
Motorenwerte
Leistung
103 kW / 140 PS
Motorenwerte
0 - 100 km/h
10,7 s
Motorenwerte
Höchst­geschwindigkeit
195 km/h
Motorenwerte
CO2-Ausstoß (komb.)*
143 g/km
Motorenwerte
Verbrauch (komb.)*
6,2 l/100km
Motorenwerte
Energieeffizienzklasse*
C

* Weitere Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbrauch und zu den offiziellen spezifischen CO2-Emissionen und gegebenenfalls zum Stromverbrauch neuer Pkw können dem 'Leitfaden über den offiziellen Kraftstoffverbrauch, die offiziellen spezifischen CO2-Emissionen und den offiziellen Stromverbrauch neuer Pkw' entnommen werden, der an allen Verkaufsstellen und bei der 'Deutschen Automobil Treuhand GmbH' unentgeltlich erhältlich ist unter www.dat.de.

Modell im Test

Modell im Test (Neu- und Gebrauchtwagen)

Bei den Experten hat der Jeep Compass ein gespaltenes Echo gefunden. Er überzeugt mit einem frischen Design und zumindest in der Trailhawk-Variante mit einer in dieser Klasse nahezu unerreichten Geländegängigkeit. Außerdem loben die Experten sein modernes Infotainmentsystem. Auch Fahrverhalten, Platzangebot und Assistenzsysteme sind gehobener Durchschnitt. Dadgen bleiben Verarbeitung und Materialauswahl jedoch hinter den Konkurrenzmodellen aus Europa zurück und wichtige Extras wie LED-Scheinwerfer fehlen ganz. Vom selbsternannten Erfinder des SUV könne man mehr erwarten als einen soliden Mitläufer, so der Tenor der Tester.

Motoren

Motoren

Es gibt den Kompass mit drei Motoren in fünf Varianten: Einem 1,4 Liter großen MultiAir-Benziner mit 140 PS oder 170 PS, einen MultiJet-Diesel mit 1,6 Liter Hubraum und 120 PS sowie einen weiteren Selbstzünder, der aus 2,0 Litern ebenfalls 140 PS oder 170 PS schöpft. Während die Basismodelle jeweils nur mit Frontantrieb kommen, fahren die stärkeren Varianten immer auf allen Vieren. Geschaltet wird mit sechs Gängen von Hand oder automatisch mit neun Stufen. So schafft der Compass zwischen 192 und 204 km/h und kommt auf Normverbrauchswerte zwischen 4,4 Litern Diesel und 6,9 Litern Benzin.

Zwar treibt Jeep einen großen Aufwand beim Allradantrieb und bietet sogar eine Untersetzung an, muss aber dafür bei vielen Motorvarianten passen: So fehlen dem Compass mit Blick auf die Konkurrenz vor allem Hybrid-Antrieb und leistungsstärkere Motorvarianten.

  • ein Benziner und zwei Diesel in fünf Varianten
  • Leistungsspanne 120 bis 170 PS
  • Allrad jenseits der Basis serienmäßig
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Sicherheit

Sicherheit

Die Sicherheitsausstattung des Jeep Compass entspricht dem Standard der Klasse und sollte für fünf Sterne bei Euro NCAP genügen. So sind nicht nur sechs Airbags an Bord, sondern alle Modelle fahren serienmäßig mit einem Auffahrwarnsystem und einer Spurführungshilfe. Außerdem wird der Fahrer immer vom Tempomaten unterstützt.

Darüber hinaus gibt es allerdings nur wenige Extras wie die automatische Abstandsregelung, den elektronischen Blick in den Toten Winkel, die Xenon-Scheinwerfer sowie natürlich den Allradantrieb. Selbst ältere Modelle bieten da mit LED-Scheinwerfern, Head-up-Display oder einem Trailer-Assist für den Anhängerbetrieb mehr.

Zur serienmäßigen Sicherheitsausstattung zählen:

  • sechs Airbags
  • Auffahrwarnsystem
  • Spurführungshilfe
Sicherheitsausstattung anzeigen
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Ausstattung

Ausstattung

Jeep bietet den Compass in vier Ausstattungsvarianten: Sport, Longitude und Limited für Kunden, die mit dem Allradler vor allem ihren Alltag meistern, Trailhawk für all jene, die damit tatsächlich abseits der Piste ins Gelände wollen.

Alle Modelle sind mit Klimaanlage, Tempomat, Touchscreen-Infotainment, elektrischer Parkbremse und Spurführungshilfe sowie einem Notbrems-Assistenten ausgestattet. Alufelgen, ein schlüsselloses Zugangssystem oder elektrische Außenspiegel gibt es allerdings erst ab dem Longitude. Ab Limited gehören unter anderem die automatische Abstandsregelung, eine Stoff-Leder-Polsterung, Heizung für Sitze und Lenkrad sowie die elektrische Heckklappe zum Standard. Und wer den Trailhawk bestellt, bekommt zudem noch Offroad-Reifen, andere Stoßfänger, einen Unterfahrschutz und Designoptionen wie die dunkel beklebte Motorhaube.

Statt viele Einzeloptionen anzubieten, hat Jeep die meisten anderen Extras in Paketen gebündelt. Eines für Navigation und Sound, eines mit Einparkhilfen, das „Sichtpaket“ mit Xenon und Lichtsensor sowie das Anhänger-Paket für Gespannfahrer. Lediglich das Panoramadach sowie die Volllederausstattung auf Wunsch auch mit Klimasitzen gibt es separat. Nach Extras wie LED-Licht oder einer Gestensteuerung für die Heckklappe sucht man indes vergebens.

Zur Serienausstattung gehören:

  • Tempomat
  • Touchscreen-Inotainment
  • Spurführungs- und Notbremsassistent
Ausstattungsdetails anzeigen
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Beschreibung

Modellbeschreibung

Ausgerechnet Jeep hatte in der für Europa so wichtigen SUV-Kompaktklasse lange Zeit nichts Passendes zu bieten. Doch mit der zweiten Generation des Compass will der selbst ernannte Erfinder des Geländewagens die richtige Antwort auf Tiguan & Co geben.


Platzangebot und Fahreigenschaften sind dagegen nur gehobener Durchschnitt.

Der erste Jeep Compass aus dem Jahr 2006 war alles andere als ein Erfolg und auch das tiefgreifende Facelift von 2010 hat den Geländewagen nicht so richtig nach vorn gebracht. Zu groß war die Konkurrenz unter den kompakten Geländewaagen und zu stark selbst die Importmodelle aus Fernost, als dass die Allrad-Traditionsmarke mit dem Compass hätte die Richtung weisen können.

Deshalb haben die Amerikaner 2016 die Notbremse gezogen, das alte Modell vom Markt genommen und sich für den Nachfolger Zeit bis zum Sommer 2017 gelassen. Der ist eine völlige Neukonstruktion, die sich der Plattform von Jeep Renegade und Fiat 500X bedient, beim Design aber nach dem großen Bruder Cherokee schielt und sich gut in das von Autos wie dem VW Tiguan, dem Seat Ateca oder dem Kia Sportage markierte Feld der Konkurrenten fügt.

Mitläufer statt Wegweiser

Dabei setzt Jeep neben dem frischen Design vor allem auf ein solides Platzangebot, souveräne Fahreigenschaften abseits des Asphalts und eine moderne Infotainment-Ausstattung. Platzangebot und Fahreigenschaften werden dagegen von den Experten nur als gehobener Durchschnitt empfunden und die Ausstattung bietet keine nennenswerten Highlights. So sprechen die Tester ein geteiltes Urteil über den neuen Compass und werten den Geländewagen allenfalls als Mitläufer, nicht aber als wegweisend.

Unter der Haube lassen die Amerikaner dabei die Wahl zwischen einem Benziner und zwei Dieseln in insgesamt fünf Leistungsstufen von 120 PS bis 170 PS, mit denen Spitzengeschwindigkeiten von maximal 204 km/h möglich sind und Normverbrauchswerte zwischen 4,4 Litern Diesel und 6,9 Litern Benzin erreicht werden. Geschaltet wird von Hand oder automatisch mit neun Gängen und bis auf die jeweiligen Basis-Varianten sind alle Compass-Modelle mit einem Allradantrieb ausgestattet. Die Spitzenversion Trailhawk bekommt zudem eine Geländeuntersetzung.

Einfache Modellstruktur, solide Ausstattung

Die Struktur der Modellpalette entspricht den anderen Jeep Baureihen und reicht von der Einstiegsversion „Sport“ über „Longitude“ und „Limited“ bis hin zum „Trailhawk“, der als Abenteurer mit betonter Offraod-Ausstattung etwas abseits der normalen Hierarchie steht. Schon die Basisversion bietet Tempomat, Spurführungshilfe, Touchscreen-Navigation und Klimaanlage, fährt aber mit Stoffsitzen und Stahlfelgen. Aluräder sowie ein schlüsselloses Zugangssystem gibt es ab „Longitude “ und bei Limited und Trailhawk kommen Teilleder-Sitze, eine elektrische Heckklappe, eine automatische Abstandsregelung und die Heizung für Sitze und Lenkrad hinzu. Wer mehr will, kann Vollleder-Sitze mit und ohne Klimafunktion, ein Panoramadach oder vier Ausstattungspakete mit Bündeln für Sound und Navigation, den Anhängerbetrieb, bessere Sicht oder einfacheres Parken bestellen.

Die Sicherheitsausstattung ist ebenfalls nur gehobener Durchschnitt. Zwar sollten sechs Airbags, die Spurführungshilfe und die Kollisionswarnung für alle Modelle für die Fünf-Sterne-Höchstwertung im Euro NCAP reichen und in den gehobenen Varianten gibt es auch einen Totwinkel-Warner, Tempomat mit Abstandsregelung sowie Bi-Xenon-Scheinwerfer. Doch weitere Assistenzsysteme hat der Compass genauso wenig zu bieten wie LED-Scheinwerfer.

Stolze Preise im Wettbewerbsumfeld

Die Preispositionierung ist mit Blick auf das Feld der Wettbewerber sehr selbstbewusst. Denn mit einem Grundpreis von 24.900 Euro für den 140-PS-Benziner mit Frontantrieb, 26.100 Euro für den ebenfalls nur über die Vorderräder angetriebenen Diesel mit 120 PS und 31.200 Euro für das erste Modell mit Allradantrieb ist der Jeep zum Teil deutlich teurer als Importmodelle wie der Seat Ateca oder der Suzuki Vitara. Gegenüber dem VW Tiguan allerdings wahrt Jeep einen kleinen Preisvorteil. Erst recht mit Vollausstattung. Denn selbst wenn man das 38.500 Euro teure Top-Modell Trailhawk mit allen Extras bestückt, kommt man nicht über 50.000 Euro – bei VW dagegen ist das ein Kinderspiel. Und noch einen kleinen Vorteil machen die Amerikaner geltend: Anders als die deutschen Hersteller und die meisten Importeure bieten sie vier Jahre Garantie und stützen damit nicht zuletzt die Restwerte.

Fazit zum Jeep Compass

Er kann zwar in der Praxis zwischen Kindergarten und Einkaufszentrum nichts wirklich besser als seine Konkurrenten. Und sein größeres Stehvermögen in der Pampa ist für die meisten allenfalls ein psychologisches Argument. Doch er sieht gut aus, hat das richtige Format, einen vernünftigen Preis und eine Ausstattung, die zumindest die Grundbedürfnisse bestens befriedigt. Und vor allem hat er den klangvollen Namen jener Marke, die für sich zurecht die Erfindung des SUVs reklamiert. Schon deshalb ist der Jeep eine interessante Alternative zu Dauerbrennern wie dem VW Tiguan und Importbestsellern wie dem Hyundai Tucson oder dem Kia Sportage. Erst recht, weil der Compass anders als bei der ersten Auflage im zweiten Anlauf in die die richtige Richtung zeigt.