In Südamerika ist er ein etabliertes Erfolgsmodell – in Europa dagegen erst seit dem Debüt der zweiten Generation 2014 bekannt. Der Ford EcoSport mit seinem rustikalen Charakter findet hierzulande allerdings nur wenig Zuspruch, sodass 2016 ein Facelift durchgeführt wurde. Der EcoSport bekam unter anderem ein strafferes Fahrwerk und das klobige Reserverad am Heck verschwand auf Wunsch.
Das knapp über vier Meter lange Mini-SUV basiert auf der Technik des Ford Fiesta und kombiniert Großserientechnik mit dem Aussehen eines konventionellen Offroaders. Der EcoSport bietet reichlich Platz und einen über die seitlich angeschlagene und damit etwas unpraktische Hecktür gut zugänglichen Kofferraum.
Die Technik ist eher von der Abteilung Hausmannskost. Einen Allradantrieb gibt es nicht, weshalb sich der EcoSport eher für das erschwingliche SUV-Feeling auf befestigten Straßen empfiehlt. Das bietet ein Dacia Duster billiger. Daneben sind Fiat 500X, Opel Mokka X und Renault Captur wichtige Konkurrenten.
Stärken
gute Sicht nach vorne
gute Serienausstattung
Kofferraum leicht zugänglich
Schwächen
kaum Assistenzsysteme verfügbar
wenig Innenraumvariabilität
schlechte Sicht nach hinten
Beta
Fragen zu Ford EcoSport (B515)? Dein KI-Guide hilft dir bei Modellen und Angeboten.
Auf den ersten Blick wirkt er wie ein klassisches SUV im Kleinformat. Die stattliche Front und die hohe Sitzposition entsprechen auch dieser Vorstellung. Das Interieur ähnelt hingegen mehr dem des Ford Fiesta, auch wenn man spürbar höher sitzt. Die Offroad-Kompetenzen halten sich beim EcoSport aber in Grenzen. Er hat nur Frontantrieb und kaum elektronische Helfer. Dafür ist sein Dreizylinder-EcoBoost-Motor mit 125 PS und 140 PS quirlig und sparsam. Schlichte Materialien und billige Details wie der Haltestab für die Motorhaube unterstreichen, dass hier kräftig gespart wurde.
Testberichte
ADAC Auto-Test
Testergebnis vom 29. März 2016
FORD ECOSPORT 1.0 EcoBoostFünftüriges SUV in der Kleinwagenklasse (92 kW / 125 PS)
Drei Benzinmotoren und ein Diesel sind beim Ford EcoSport im Angebot. Dabei spielen die modernen Einliter-Dreizylinder-Benziner mit 125 PS und 140 PS die Hauptrolle, da sie für einen überschaubaren Aufpreis deutlich bessere Fahrleistungen bieten und dazu nach Norm im Schnitt knapp einen Liter weniger verbrauchen. Mit dem 1,5-Liter-Vierzylinder TDCi Diesel mit 95 PS ist der EcoSport eher gemütlich motorisiert. Allradantrieb gibt es nicht, eine Automatik nur für den 112-PS-Vierzylinder-Basisbenziner.
Drei und Vierzylinder (Benzin) und Vierzylinder (Diesel)
Was die konventionelle Sicherheitsausstattung angeht, ist der Ford EcoSport gut bestückt mit sieben Airbags inklusive Knieairbag für den Fahrer. Allerdings sind nur wenige moderne Assistenzsysteme im Angebot. Die verfügbaren Hilfen – Berganfahrassistent, Geschwindigkeitsregler, Einparkhilfe und Rückfahrkamera – sind aufpreispflichtig oder nur in Verbindung mit andere Extras zu bekommen. Da ist ein moderner Konkurrent wie der Renault Captur schon besser ausgestattet.
sieben Airbags
Geschwindigkeitsregelanlage gegen Aufpreis
Im Crashtest von Euro NCAP gab es ein eher bescheidenes Ergebnis mit nur vier Sternen sowie 93 Prozent für die Insassensicherheit, 77 Prozent bei der Kindersicherheit und 58 Prozent bei der Fußgängersicherheit.
Ein SUV erweckt immer den Eindruck, besonders gute passive Sicherheit zu bieten. Das tut auch der Ford EcoSport mit seiner kompakten und hoch gebauten Front und der hohen Sitzposition. Die Sicherheitsausstattung ist einerseits lobenswert, weil sie immerhin sieben Airbags (inklusive Knieairbag für den Fahrer) zu bieten hat. Dagegen gibt es über die Serienausstattung hinaus kaum moderne Assistenzsysteme.
Ein Berganfahrassistent und eine Geschwindigkeitsregelanlage mit Begrenzer sind nur gegen Aufpreis bzw. in Verbindung mit anderen Ausstattungsoptionen zu haben. Gegen Aufpreis gibt es auch einen Park-Piloten hinten und eine Rückfahrkamera (nur in Verbindung mit dem Navigationssystem).
Ausstattung
Drei Ausstattungsversionen bietet Ford für den Ecosport an. Dabei ist die Basisversion Trend (ab 17.990 Euro) für den Alltag ausreichend mit manueller Klimaanlage, vier Fensterhebern, Nebelscheinwerfern und Alarmanlage. Auch eine CD-Audioanlage mit LCD-Multifunktionsdisplay ist an Bord. Die 2.000 Euro teurere Ausstattung Titanium bietet dazu mehr Optik und Komfort mit Leichtmetallrädern und Klimaautomatik, während die teuerste Version EcoSport S (ab 22.490 Euro) mit Sportfahrwerk und schwarzen 17-Zoll-Alurädern den sportlichen Auftritt betont.
Zur Serienausstattung gehören:
manuelle Klimaanlage
vier Fensterheber
Alarmanlage
Drei Ausstattungslinien stehen beim Ford EcoSport zur Wahl. Dabei ist die günstigste Variante Trend bereits ordentlich bestückt und lässt keine elementaren Wünsche offen. Sie umfasst unter anderem eine manuelle Klimaanlage, Audiosystem, Fensterheber vorne und hinten und Nebelscheinwerfer. Dafür zahlt man mit dem 112-PS-Basisbenziner 17.990 Euro, mit dem 95 PS-Dieselmotor 20.440 Euro.
Für einen Aufpreis von rund 2.000 Euro gibt es die bessere Titanium Ausstattung mit Klimaautomatik, Leichtmetallrädern und schlüssellosem Zugang. Weitere 1.500 Euro teurer ist die Topausstattung Ecosport S mit Sportfahrwerk, 17 Zoll-Leichtmetallrädern und besserem Audiosystem.
Der Ford EcoSport basiert auf der Technik des Ford Fiesta und bietet klassisches SUV-Feeling mit einem kompakt-knuffigen Design, einer hohen Sitzposition und einem für die Klasse auch ordentlichen Platzangebot. Während er in Südamerika seit Jahren erfolgreich ist, fiel der Marktstart in Mitteleuropa ab 2014 schwer.
Das kompakte SUV ist auch in der billigsten Ausführung ordentlich ausgestattet.
Der rustikale Auftritt wurde geändert, das Fahrverhalten an europäische Geschmäcker angepasst. Lediglich die seitlich angeschlagene Hecktür könnte an echte Offroader vom alten Schlag erinnern.
Der EcoSport bietet solide Großserientechnik zu erschwinglichen Preisen ab 17.990 Euro. Im Angebot sind ein Einstiegs-Vierzylinder mit 1,5 Litern Hubraum und 112 PS sowie zwei 1,0 Dreizylinderversionen mit 125 PS und 140 PS. Interessant ist, dass der 125 PS-Dreizylinder zwar 1.200 Euro teurer ist, aber in den Betriebskosten gleichauf liegt. Alternativ gibt es noch einen Vierzylinder-Dieselmotor, der mit seinen 95 PS deutlich schwächer beschleunigt als die Dreizylinder-Benzinmotoren.
Die beiden günstigeren Ausstattungsversionen Trend und Titanium bieten alles, was man für den Alltag braucht. Wer seinen EcoSport mit Extras aufwerten will, hat nicht sehr viel Spielraum. Allradantrieb gibt es nicht, eine Automatik nur für den schwachen Vierzylinder-Benzinmotor. Der EcoSport ist eine konventionelle, unaufgeregte Alternative, wenn man mit SUV-Feeling unterwegs sein will und auf Allrad und Lifestyle verzichten kann.
Fazit zum Ford EcoSport
Wer gerne ein klassisches SUV-Fahrgefühl mit erhöhter Sitzposition und ordentlichem Platzangebot haben will, aber keine Ausflüge abseits der Straße im Sinn hat, ist mit dem Ford EcoSport gut bedient. Das kompakte SUV ist auch in der billigsten Ausführung ordentlich ausgestattet, hat aber an Sicherheitsfeatures außer seinen sieben Airbags nicht viel zu bieten. Andererseits bereitet der EcoSport gerade mit den beiden Dreizylinder-Benzinmotoren mit 125 PS, besser noch 140 PS, viel Fahrspaß, dreht mit dem etwas straffen Fahrwerk exakt um die Kurven und verbraucht dafür relativ wenig Treibstoff.