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Fiat Tipo

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Nachdem Fiat seit 2014 in der Kompaktklasse nicht mehr vertreten war, brachte der italienische Hersteller im Jahr 2016 mit dem Tipo ein komplett neues Modell in diesem Segment nach Deutschland. Dabei belebte Fiat eine Modellbezeichnung aus den 80er Jahren wieder. Zwischen 1988 und 1995 war der Fiat Tipo als Fließhecklimousine mit drei oder fünf Türen in der Golf-Klasse erfolgreich unterwegs. Nachfolgemodelle waren Fiat Bravo und Brava, danach der Stilo, dann wieder Bravo. Beim neuen Tipo vereint Fiat drei Karosserievarianten unter einem Namen. Als Erstes wurde der Tipo als viertürige Stufenhecklimousine in den Markt eingeführt, danach folgten fünftürige Fließhecklimousine und Kombi. Gebaut wird die Modellreihe in der Türkei, dort wird der Viertürer unter der Modellbezeichnung Aegea verkauft.

Modelle

Aktuelle Generation

Daten

Daten

Im neuen Tipo bietet Fiat eine Motorenpalette zwischen 95 und 120 PS an: drei Benziner und zwei Diesel. Einstiegsmotor ist ein Saugbenziner mit vier Zylindern (1.4 16V mit 95 PS), darüber rangiert der 110 PS starke 1.6 E-torQ, der immer mit Sechsgang-Automatikgetriebe gekoppelt ist. Beide Saugmotoren sind eher drehmomentschwach (1.4: 127 Nm, 1.6: 152 Nm). Deutlich mehr Temperament hat der 1.4 16V T-Jet, der dank Turboaufladung 120 PS leistet und 215 Newtonmeter (Nm) maximales Drehmoment abliefert. In der Stufenhecklimousine wird dieser Motor jedoch nicht angeboten. Als Diesel stehen Multijet-Motoren mit 1,3 Liter Hubraum (95 PS, 200 Nm Drehmoment) sowie 1,6 Liter Hubraum (120 PS, 320 Nm Drehmoment) zur Wahl. Bis auf den kleinen Diesel, der mit Steuerkette ausgestattet ist, sorgen Zahnriemen für die Steuerung des Ventiltriebs. Serienmäßig sind 6-Gang-Schaltgetriebe; im kleinen Diesel bietet das manuelle Getriebe nur fünf Gänge. Für den großen Diesel steht optional ein automatisches 6-Gang-Doppelkupplungsgetriebe zur Wahl.

  • Kleine Motorenpalette mit schmaler Leistungsbandbreite
  • Sparsame und drehmomentstarke Diesel
  • Eingeschränktes Automatikangebot
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Test

Test

Beim Fiat Tipo handelt es sich um ein Preisbrecher-Angebot, weswegen man mit einfachen Materialien im Innenraum oder fehlenden Gasdruckfedern für die Motorhaube leben muss. Allerdings wirke die Verarbeitungsqualität solide. Vorn wie hinten finden Fahrer und Passagiere genügend Platz, auch das Kofferraumvolumen des zwischen 4,37 (Fließheck) und 4,57 (Kombi) Meter langen Tipo fällt reichlich aus. Das Fahrwerk wurde straff ausgelegt und meldet jederzeit schlechte Fahrbahnbedingungen. Das manuelle Getriebe lässt sich gut schalten, ist aber zugunsten eines besseren Durchzugs eher kurz übersetzt. Die Benziner-Saugmotoren gehen gemächlich zu Werke, kommen aber mit dem zwischen knapp 1,3 und 1,4 Tonnen schweren Tipo ganz gut zurecht. Besonders sparsam sind sie nicht, hier empfehlen sich die beiden Diesel, von denen vor allem der 1.6 Multijet dank guter Durchzugskraft durchaus zügiges Vorankommen zulässt. Der Tipo ist sicher unterwegs, neigt aber zum frühen und deutlichen Schieben über die Vorderachse (untersteuern), wenn eine Kurve schnell angegangen wird. Die Lenkung arbeitet synthetisch und vermittelt wenig Gefühl. Beim Euro-NCAP-Crashtest schnitt der Tipo bescheiden ab, in der Serienausstattung reichte es nur zu drei Sternen. Schwächen gab es vor allem bei der Kindersicherheit und beim Fußgängerschutz. Mit optionalen Assistenzsystemen erhielt der Tipo vier Sterne.

  • Solide Verarbeitung, aber einfache Materialien
  • Sehr gutes Platz- und Gepäckraumangebot
  • Sicheres Fahrverhalten, aber schwache Euro-NCAP-Bewertung
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Preise

Preise

Die viertürige Tipo Limousine bietet Fiat zu einem sehr günstigen Einstiegspreis in der Ausstattungslinie Pop mit 1.4 16V ab 14.250 Euro an. Für die besser ausgestatteten Linien Easy und Lounge sind jeweils 1.000 Euro mehr fällig. Beim fünftürigen Fließheckmodell lautet die Preisstaffelung 15.250, 16.250 und 17.250 Euro bei gleicher Motorisierung, der Kombi startet nochmals 1.000 Euro höher bei 16.250 Euro. Teuerstes Modell ist der Fiat Tipo Kombi Lounge mit 1.6 Multijet-Diesel ab 22.250 Euro. Damit positioniert Fiat den Tipo in der Kompaktklasse als preisgünstiges Angebot.

  • Günstige Neuwagenpreise
  • Vernunftbetonte Serienausstattung
  • Nur kleines Angebot an Assistenzsystemen
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Beschreibung

Serienbeschreibung

Obwohl hierzulande Stufenheckmodelle in der Kompaktklasse nicht gerade bestsellerverdächtig sind, brachte Fiat den Tipo zunächst in dieser Karosserievariante auf den Markt. Weltweit gesehen spielt das Stufenheck nämlich durchaus eine Rolle. Unter dem Namen Aegea ist der Tipo rund um das Herstellungsland Türkei beliebt, und als in Mexiko gefertigter Dodge Neon soll die Limousine in Nord- und Südamerika Käufer finden. In mehr als 50 Ländern weltweit geht das Modell (Typ 356) an den Start.


Moderne Neuinterpretation des Golf-Gegners.

Neben der Stufenhecklimousine werden gerade in Deutschland und den angrenzenden Staaten allerdings die fünftürige Fließhecklimousine sowie der Kombi im Mittelpunkt des Interesses stehen. Beim Namen greift Fiat auf das Golfklasse-Modell der 80er und 90er Jahre zurück, das seinerzeit erfolgreich den Fiat Ritmo beerbt hatte und 1995 von Fiat Bravo und Brava abgelöst wurde.

Der Fiat Tipo richtet sich klar an Käufer, denen ein preiswertes Auto wichtiger ist als Premium

Der Namensgeber: der Fiat Tipo der 80er JahreDer erste Tipo (Typ 160), den Fiat zwischen 1988 und 1995 in Deutschland anbot, ist heute mit knapp 1.100 Zulassungen praktisch nicht mehr existent. Die ersten Modelljahrgänge waren von schwerwiegenden Rostproblemen betroffen, der Rest des einst umfangreichen Fahrzeugbestands ist inzwischen den Export- oder Schrottweg gegangen. Das Angebot an Gebrauchtwagen ist entsprechend überschaubar und überwiegend im dreistelligen Euro-Bereich angesiedelt.

Der neue Fiat Tipo: drei Karosserieformen zur WahlMit einem Radstand von 2,63 Metern bewegt sich der neue Fiat Tipo exakt im Bereich des VW Golf (ebenfalls 2,63 Meter) oder knapp unterhalb des Skoda Octavia (2,67 Meter). Auf diese Plattform setzt Fiat drei Karosserieformen: Kompaktestes Modell ist der Fünftürer in der klassischen Fließheckform. Er misst 4,37 Meter und ist damit zwölf Zentimeter länger als Klassenprimus VW Golf. Der Größenunterschied macht sich speziell beim Gepäckraum bemerkbar, denn der Tipo übertrumpft mit einem Kofferraumvolumen von 440 Litern den VW Golf um satte 60 Liter.

Die viertürige Tipo Limousine, als preisgünstigstes Angebot der Baureihe, misst 4,53 Meter in der Länge. Das Kofferabteil bietet 520 Liter Stauraum, das ist eine kleine Sporttasche (30 Liter) mehr als bei einer Limousine der Mercedes E-Klasse. In Kombi-Ländern wie Deutschland, Österreich oder der Schweiz dürfte der neue Fiat Tipo Kombi auf das größte Käuferinteresse stoßen. Bei einer Fahrzeuglänge von 4,57 Meter fasst der über eine niedrige Ladekante leicht erreichbare Kofferraum stolze 550 Liter, durch Umlegen der Sitze lässt er sich sogar auf bis zu 1.650 Liter erweitern. Damit bleibt der Fiat Tipo zwar um 60 Liter hinter der Klassenbenchmark des Skoda Octavia, dürfte aber trotzdem Familien mit großem Platzbedarf, Sportbegeisterte mit entsprechendem Equipment oder Fuhrparkmanager ansprechen.

Überschaubares Antriebs-PortfolioDrei Benziner, zwei Diesel – das war es bei den Motoren. Angetrieben werden in jedem Fall die Vorderräder. Die Leistungsbandbreite bewegt sich zwischen 95 und 120 PS, auch das ist ziemlich überschaubar. Ein bisschen Sport, ein wenig mehr Leistung? Diese Zielgruppe hat Fiat beim Tipo nicht auf dem Radar. Die beiden Vierzylinder-Benziner, die nach dem Saugerprinzip arbeiten, sorgen für eher gemächlichen Vortrieb. Der 1.4 16V leistet 95 PS, der 110 PS starke 1.6 E-torQ wird serienmäßig mit einem Sechsstufen-Wandlergetriebe gekoppelt, das so ausgelegt ist, dass es den Motor eher bei höherer Drehzahl hält, weil er im unteren Drehzahlbereich ausgesprochen schwachbrüstig agiert. Deutlich mehr Temperament hat der 1.4 16V T-Jet, ein aufgeladener Vierzylinderbenziner mit serienmäßiger Stopp-Start-Technik, der laut Normzyklus einen Verbrauch von 6,0 l/100 km hat, also 0,3 Liter weniger als der 1.6 E-torQ. In der Stufenhecklimousine wird der 1,4-Liter-Turbobenziner nicht angeboten.

Am sparsamsten und dennoch mit Schub ist der Fiat Tipo mit dem 1,6-Liter-Common-Rail-Diesel unterwegs. Der 1.6 Multijet liefert 120 PS und vor allem ein maximales Drehmoment von 320 Nm, das bei 1.750 Umdrehungen zur Verfügung steht. Serienmäßig wird der große Diesel mit Stopp-Start-Technik und einem leicht und exakt schaltbaren 6-Gang-Schaltgetriebe angeboten. Optional gibt es ein automatisches Doppelkupplungsgetriebe (Aufpreis 1.800 Euro), ebenfalls mit sechs Gängen. Der kombinierte Verbrauch für den Tipo Kombi 1.6 Multijet liegt bei 3,7 l/100 km, mit Doppelkupplung sind es 3,8 l/100 km. Der kleinere der beiden angebotenen Diesel, der 1.3 Multijet, hat 95 PS und 200 Nm maximales Drehmoment. Stopp-Start ist ebenfalls serienmäßig, das manuelle Getriebe hat 5 Gänge, Automatik gehört nicht zum Aufgebot. Der Verbrauch liegt bei 3,7 l/100 km.

Drei Ausstattungslinien zur WahlAlle Tipo-Varianten werden in drei Ausstattungslinien angeboten: Pop, Easy und Lounge. Zur Serienausstattung in Pop gehören 15-Zoll-Stahlfelgen, manuelle Klimaanlage, MP3-Radio, Funkfernbedienung, 6 Airbags, elektrische Servolenkung und umklappbare Rücksitze (60/40). Pop ist jedoch nur mit den beiden Einstiegsmotoren (1.4 16V und 1.3 Multijet) kombinierbar. In der Linie Easy sind unter anderem 16-Zoll-Stahlfelgen serienmäßig, ein Touchscreen-Radio mit Bluetooth und 5 Zoll großem Display sowie ein Lenkrad mit Multifunktionstasten. Zur Ausstattungslinie Lounge gehören 16-Zoll-Leichtmetallfelgen, Klimaautomatik, 7-Zoll-Touchscreen-Radio, Tempomat, Licht- und Regensensor, Nebelscheinwerfer mit Abbiegelicht und eine Mittelarmlehne vorn.

Das Angebot an Fahrerassistenzsystemen ist überschaubar. Empfehlenswert ist das Sicherheitspaket Plus für 600 Euro, das in den beiden höheren Ausstattungslinien konfiguriert werden kann. Es umfasst Notbremsassistent, Geschwindigkeitsbegrenzer und einen adaptiven Tempomat. Beim Thema Connectivity/Multimedia ist der Fiat Tipo mit Uconnect-Touchscreen-Radio in den beiden höheren Ausstattungslinien durchaus auf der Höhe der Zeit, Apple CarPlay und AndroidAuto sind als Option verfügbar. Gegen kein Geld lassen sich die Halogen-Scheinwerfer des Fiat Tipo aufwerten – weder Xenon- noch gar LED-Licht sind erhältlich.Unter dem Strich ist der Fiat Tipo ein Kompaktklasse-Fahrzeug zum sehr günstigen Kampfpreis. Er erhebt keinerlei Premium-Ansprüche, bietet dem Käufer jedoch als Alltagsauto einen soliden Gegenwert. Einfache, aber solide verbaute Technik, kein Schnickschnack.