Anfang 2018 begann der Verkauf der zweiten Generation des fünftürigen Dacia Duster. Das mit Renault- und Nissan-Technik in Rumänien gebaute Kompakt-SUV ist mit einer Länge von 4,30 Metern und einer Breite von 1,80 Metern fast genauso groß wie sein Vorgänger. Dennoch wirkt der Duster 2 bulliger, da er unter anderem mit einem prägnanten Unterfahrschutz vorne und hinten ausgestattet ist.
Im Gegensatz zum Vorgängermodell soll es vom Duster 2 zu einem späteren Zeitpunkt auch noch eine siebensitzige Variante geben. Konkurrenten des Dacia Duster 2 sind der Skoda Yeti, der Suzuki SX4 S-Cross und der Jeep Renegade.
Stärken
sehr günstiger Preis
guter Fahrkomfort bei moderatem Tempo
faire Preisgestaltung für Sonderausstattungen
Schwächen
mäßige Crashtest-Ergebnisse
kein City-Notbremssystem erhältlich
kein Automatikgetriebe in Kombination mit Allradantrieb verfügbar
Beta
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Der erste Dacia Duster wurde dank seiner Billigpreise zu einem großen Erfolg im Segment der kompakten SUV. Darüber hinaus gefiel er aber auch mit einem guten Platzangebot, einem ordentlichen Federungskomfort und einem eigenständigen Design. Die sehr billige Anmutung des Innenraums sowie die ziemlich spärliche Ausstattung sollen im Duster der zweiten Generation der Vergangenheit angehören.
Dank verbesserter Dämmung ist er innen deutlich leiser als das Vorgängermodell, bietet erheblich mehr Sitzkomfort, eine präzisere Lenkung und kann nun auch, gegen Aufpreis, zeitgemäß ausgestattet werden. Wermutstropfen sind allerdings seine mäßige passive Sicherheit und das Fehlen eines City-Notbremsassistenten.
Motoren
Den Dacia Duster 2 gibt es mit je zwei Benzin- und Dieselmotoren sowie einem Antrieb mit Flüssiggas (LPG). Das Leistungsspektrum reicht von 90 PS bis 125 PS. Die Einstiegsmotoren der Benziner und Diesel sowie die LPG-Variante sind nur mit Frontantrieb erhältlich. Der stärkere Diesel ist der einzige Motor, für den alternativ auch ein automatisches 6-Gang-Doppelkupplungsgetriebe verfügbar ist.
zwei Benziner und zwei Diesel mit Leistungen zwischen 90 PS und 125 PS
5-Gang- und 6-Gang-Schaltgetriebe, 6-Gang-Doppelkupplungsgetriebe
Der Dacia Duster 2 hat nur mäßige Noten im Euro-NCAP-Test für sein Crashverhalten erzielen können. So zeigen unter anderem der Schutz des Fahrerkopfes beim Frontalaufprall und der Schutz der vorderen Passagiere gegen Schleudertraumata bei Auffahrunfällen deutliche Mängel. Die Ausstattung mit modernen Gurten und Airbags für vorne und hinten ist dagegen gut. Auch kann erstmalig im Duster ein Toter-Winkel-Assistent bestellt werden. Das Fehlen eines City-Notbremsassistenten, den es auch gegen Aufpreis nicht gibt, ist allerdings ein Manko.
Dreipunkt-Sicherheitsgurte auf allen Plätzen
Front-, Seitenairbags sowie Windowbags für Fahrer und Beifahrer
Windowbags für Fondpassagiere
Mit drei von fünf möglichen Sternen konnte der Dacia Duster 2 im Euro-NCAP-Crashtest im Dezember 2017 nur ein mäßiges Ergebnis erzielen. Insbesondere beim Frontalaufprall auf ein festes Hindernis waren die Messwerte für den Fahrerkopf viel zu hoch. Zudem bemängelten die Tester mögliche Verletzungsgefahren durch das Armaturenbrett und einen geringen Schutz von Fahrer und Beifahrer gegen ein Schleudertrauma bei rückwärtigen Auffahrunfällen. Auch für das Fehlen eines City-Notbremsassistenten gab es einen Punktabzug.
Dafür ist die Ausstattung mit modernen Gurtsystemen vorne und hinten (mit Gurtwarnern, Gurtstraffern und Gurtzugkraftbegrenzern) sowie mit Airbags für die erste und zweite Sitzreihe insgesamt ordentlich.
Neu für Dacia können jetzt gegen Aufpreis sogar zwei Assistenzsysteme hinzu bestellt werden: eine Multiview-Kamera und ein Totwinkel-Warner im Technik-Paket Plus. Erstere erleichtert das Einparken und Fahrten im Gelände, indem das System mit vier Nahbereichskameras Hindernisse sichtbar macht. Das zweite Gerät weist den Fahrer durch ein Lichtsignal im Außenspiegel auf nahende Fahrzeuge im Rückraum hin.
Ausstattung
Der Dacia Duster 2 ist in den vier Ausstattungslinie Access, Essential, Comfort und Prestige bestellbar. Hinzu kommen fünf Ausstattungspakete und eine geringe Anzahl an einzelnen Sonderausstattungsposten. Fast alle Extras bleiben den gehobenen Ausstattungslinien Comfort und Prestige vorbehalten.
Berganfahrassistent
Bordcomputer
Geschwindigkeitsbegrenzer
LED-Tagfahrlicht vorne
Den Dacia Duster 2 gibt es in den vier Ausstattungslinien Access, Essential, Comfort und Prestige. Bis auf die Top-Ausstattungslinie Prestige gelten die Preise für Fahrzeuge mit dem 114 PS-Benziner und Vorderradantrieb.
Access (ab 11.290 Euro)
Berganfahrassistent
Bordcomputer
elektrische Fensterheber vorne
Front-, Seitenairbags und Windowbags für Fahrer und Beifahrer
Windowbags für Fondpassagiere
Geschwindigkeitsbegrenzer
LED-Tagfahrlicht vorne
Lichtsensor
Zentralverriegelung mit Funk-Fernbedienung
Essential (Access + ab 1.010 Euro)
Dachreling
Nebelscheinwerfer
CD-Radio mit MP3, USB, AUX-In und Bluetooth-Freisprecheinrichtung
Comfort (Essential + ab 1.200 Euro)
Außenspiegel, elektrisch einstell- und beheizbar
Fahrersitz höhenverstellbar
Lenkrad in Höhe und Tiefe verstellbar
Rücksitzlehne asymmetrisch umklappbar
Manuelle Klimaanlage
Tempopilot
Türgriffe in Wagenfarbe
Prestige (ab 15.950 Euro)
17-Zoll-Leichtmetallräder
Elektrische Fensterheber hinten
Lordosenstütze, Mittelarmlehne, Schublade unter Beifahrersitz
Look-Pakete außen und innen
Rückfahrkamera
Lenkrad in Lederoptik
Navigationsgerät
4x4-Monitor
Fünf von sechs Austattungspaketen sind bereits im Top-Modell Prestige zu finden. Das so genannte Komfort-Paket mit höhenverstellbarem Fahrersitz, verstellbarem Lenkrad und asymmetrisch teilbarer Rücksitzlehne kann schon ab der Ausstattungslinie Essential bestellt werden. Die übrigen vier Pakete beinhalten unter anderem mehrfach verstellbare Sitze, getönte Scheiben oder ein Navigationsgerät. Sie sind aber nur für die vorletzte Ausstattungslinie Comfort bestellbar. Das Technik-Paket Plus mit Multiview-Kamera und Totwinkel-Warner ist als Option dem Modell Prestige vorbehalten.
Wenige Extras können einzeln bestellt werden. Dazu zählen etwa eine Metallic-Lackierung, Lederpolsterung, Klimaautomatik, schlüsselloser Zugang sowie eine Sitzheizung für die vorderen Sitze. Für das günstige Basismodell Access sind die besseren Ausstattung-Features allerdings nicht zu haben.
Mit etwas mehr Feinschliff und besserer Ausstattung bleibt auch der Dacia Duster 2 wie sein Vorgänger ein kompaktes Sport Utility Vehicle mit solider Technik zum konkurrenzlosen Preis.
Der Dacia Duster 2 ist mit weitem Abstand der Billigste unter den kompakten SUV.
Dank seines modernen und eigenständigen Designs war der erste Duster das attraktivste Modell innerhalb der Dacia-Familie. Obendrein passte sein schmuckloser Innenraum recht gut zum eher kernigen Charakter eines SUV. Gleiches gilt auch wieder für den Nachfolger Duster 2, der ab dem Frühjahr 2018 den großen Erfolg des Vorgängers weiterführen soll und dazu in wenigen Punkten gezielt verbessert wurde.
Wie sein Vorgänger wird auch der Dacia Duster 2 mit weitem Abstand der Billigste unter den kompakten SUV sein. Hinzu kommen ein verbesserter Sitzkomfort und eine wirksamere Geräuschdämmung. An die hervorragende Geländegängigkeit des Jeep Renegade wird der Dacia Duster 2 nicht heranreichen. Der ehemalige Konkurrent Skoda Yeti wurde inzwischen durch den Nachfolger Karoq abgelöst, der damit zugleich deutlich teurer geworden ist.
LPG als Alternative zu Benzin und Diesel
Je zwei Benzin- und Dieselmotoren stehen dem kompakten SUV zur Verfügung. Für die besonders zweckmäßige Duster-Klientel hat Dacia auch noch eine Flüssiggas-Variante im Angebot, die problemlos im Benzin- oder Gasbetrieb bewegt werden kann. Den geringsten Kraftstoffkonsum haben dennoch die beiden Diesel mit 90 PS und 109 PS. Hier nennt der Hersteller für beide einen klassenüblichen Normverbrauch von 4,4 Litern. Der empfehlenswerte 1,2-Liter-Benzinmotor verbraucht nach Norm wenigstens 6,2 Liter und macht dabei weniger Lärm als der 1,6-Liter-Benziner. Die Abgasnorm Euro 6 erfüllen sie alle.
Mit wenig und viel Ausstattung extrem günstig
Der Einstiegs-Duster kostet lediglich 11.290 Euro. Dafür bekommt man immerhin Front-, Seiten- und Windowairbags für Fahrer und Beifahrer sowie Windowbags für die Fondpassagiere. Auch die mindestens 15.400 Euro für einen ordentlichen Allradantrieb sind unschlagbar günstig. Komfortorientierte Käufer erhalten für 15.950 Euro die Ausstattungslinie Prestige, zwar noch ohne Allradantrieb, aber dafür mit getönten Scheiben, Rückfahrkamera, Klimaanlage und Navigationsgerät. Auch in dieser gehobenen Konfiguration ist der Duster preislich nicht zu schlagen.
Schwächen bei der Sicherheit
Ein klarer Nachteil ist die mäßige Sicherheit des Duster 2, der im Euro-NCAP-Test 2017 nur drei von fünf Sternen erhielt. Trotz moderner Gurte und Airbag-Systeme ist unter anderem die zu hohe Kopfbelastung des Fahrers beim Frontalaufprall besorgniserregend. Hinzu kommt, dass Dacia den sehr nützlichen City-Notbremsassistenten auch für Geld und gute Worte nicht anbietet. Dass stattdessen eine eher verzichtbare Multiview-Kamera und ein Totwinkel-Warner Einzug in die Ausstattungsliste halten, ist als zumindest fragwürdige Entscheidung des Herstellers zu werten.
Fazit zum Dacia Duster 2
Dacia hat gut daran getan, den Duster 2 äußerlich nicht völlig neu auf die Räder zu stellen. Denn das kompakte SUV hatte stets einen eigenständigen und selbstbewussten Auftritt, an den der Nachfolger nun nahtlos anknüpft. Im Gegensatz dazu gab es die meiste Kritik aus den Reihen der Duster-Kundschaft zum kärglichen Innenraum. Hier wurde der Duster 2 in Bezug auf Oberflächen-Anmutung, Sitzkomfort und die Geräuschdämmung spürbar verbessert.
Die erfolgreiche Marken-Politik, billigster Anbieter im Segment zu sein, behält Dacia auch beim Duster 2 bei. Dass dies nicht unbedingt zu Lasten der Langzeitqualität gehen muss, zeigt die insgesamt befriedigende TÜV-Statistik des Vorgängers. Unverständlich ist allerdings die nur mäßige Insassensicherheit des Duster 2 sowie das Fehlen des absolut notwendigen City-Notbremsassistenten.