Einordnung und Konzept
Der ab 2010 angebotene Citroen C-Zero (HA0/HAV) gehört zu den ersten in Serie gebauten Elektroautos im europäischen Kleinstwagen-Segment und teilt sich Technik und Grundkonzept mit Mitsubishi i-MiEV und Peugeot iOn. Einen direkten Vorgänger mit Batterieantrieb gab es im Markenprogramm nicht, daher dient der C-Zero zugleich als Technologieträger und als reines Stadtfahrzeug. Im Vergleich zu konventionellen Stadtwagen wie dem Citroen C1 rückt weniger die Fahrdynamik in den Fokus, sondern vor allem Effizienz und eine einfache Bedienung. Damit richtet sich der C-Zero an Pendler und Haushalte, die kurze Distanzen überwiegend im Stadtgebiet fahren.
Design und Raumangebot
Mit rund 3.500 mm Länge, schmaler Breite und hoher Dachlinie wirkt der C-Zero fast wie ein kleiner Van. Der lange Radstand in Relation zur Fahrzeuglänge schafft für vier Personen überraschend viel Platz, während die geringen Außenmaße das Parken in engen Lücken erleichtern. Die erhöhte Sitzposition und die großen Glasflächen sorgen im dichten Verkehr für gute Übersicht. Die Sitze fallen allerdings schmal und eher weich aus, auf längeren Etappen ermüden Fahrer und Beifahrer daher schneller. Der Kofferraum bietet 166 Liter Volumen und nimmt vor allem Einkaufstaschen oder kleine Koffer auf, mit umgelegter Rückbank entsteht eine ebene Ladefläche mit deutlich mehr Stauraum. Die Materialien wirken robust, bleiben optisch aber schlicht und kostenorientiert.
Antrieb und Fahrverhalten
Der Elektromotor leistet 49 kW und reicht im Stadtverkehr für zügiges Mitschwimmen. Das sofort anliegende Drehmoment lässt den C-Zero bis etwa 50 km/h kraftvoll anfahren, darüber nimmt die Beschleunigung spürbar ab. Die Höchstgeschwindigkeit von 130 km/h erlaubt kurze Autobahnabschnitte, längere Fahrten geraten wegen Geräuschniveau und begrenzter Reichweite jedoch anstrengend. Das weich abgestimmte Fahrwerk filtert kurze Kanten ordentlich weg, wirkt bei höherem Tempo aber etwas unruhig. Der Hinterradantrieb ermöglicht einen kleinen Wendekreis und erleichtert das Rangieren, das elektronische Stabilitätsprogramm hält die schmale Karosserie in schnell gefahrenen Kurven sicher auf Kurs.
Laden, Reichweite und Kosten
Die Batterie besitzt eine Kapazität von 16 kWh und ermöglicht im Alltag Stadtreichweiten im zweistelligen Kilometerbereich. Für den typischen Pendelbetrieb mit nächtlicher Ladung an der Haushaltssteckdose genügt das in der Regel, spontane Langstrecken bleiben jedoch eine deutliche Schwäche des Konzepts. An CHAdeMO-Schnellladern lässt sich in kurzer Zeit ein großer Teil der Kapazität nachladen, was bei weiteren Fahrten etwas Flexibilität bringt. Wartungs- und Energiekosten fallen durch den einfachen Antrieb und den geringen Verbrauch niedrig aus. Der ursprüngliche Listenpreis lag deutlich über vergleichbaren Benzin-Kleinwagen, Förderungen und die geringen Betriebskosten konnten diesen Nachteil nur teilweise ausgleichen.
Fazit
Der C-Zero gehört zu den kompakten Elektro-Kleinstwagen der ersten Generation und zeigt seine Stärken vor allem im dichten Stadtverkehr. Er fährt wendig, bietet gute Übersicht und verursacht geringe Unterhaltskosten, fordert aber bei Reichweite, Kofferraum und Sitzkomfort spürbare Kompromisse. Für kurze Wege und als Zweitwagen wirkt das Konzept stimmig, für Vielfahrer und Langstrecken bleibt der Citroen C-Zero nur eingeschränkt geeignet.