Im Sommer 2010 erschien die Alfa Romeo Giulietta (940) auf dem deutschen Automarkt. Der Wagen aus Italien ist eine leidenschaftlichere Alternative zu den betont sachlichen Autos wie VW Golf und andere in der Kompaktklasse. Obwohl sie auf den ersten Blick wie ein Coupé erscheint, gibt es die Giulietta nur als fünftürige Limousine. Das Facelift von 2014 brachte unter anderem einen 2,0-Liter-Diesel mit 150 PS.
Im Jahr 2016 kam noch eine neue Kombination aus 120-PS-Dieselmotor und Doppelkupplungsgetriebe ins Giulietta-Programm. Ihre Konkurrenten sind VW Golf, Audi A3, Honda Civic und Seat Leon SC.
Stärken
gute Motoren
sportliche Fahreigenschaften
außergewöhnliches Design
Schwächen
deutliche Qualitätsmängel
keine modernen Assistenzsysteme
keine modernen Infotainmentsysteme
Beta
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Die Giulietta von Alfa Romeo ist ein echtes Nischenauto innerhalb der Massenware der Kompaktklasse. Mit ihren runden Formen zielt sie auf Käufer mit einem Faible für italienisches Design und Sportlichkeit, die in ihrem Auto nicht nur ein Fortbewegungsmittel suchen. Trotz der geringen Verkaufszahlen ist die Giulietta durchaus funktional gebaut, verfügt über ein gutes Platzangebot, ein sportliches Fahrverhalten, einen straffen, aber guten Federungskomfort, eine gute Traktion und ein präzises Einlenkverhalten.
Die Motoren, insbesondere die Diesel, sind lebendig und kraftvoll und gehören zu den besten ihrer Zunft. Leider wird der italienische Pfiff der Giulietta durch deutliche Qualitätsmängel getrübt.
Motoren
Die Alfa Romeo Giulietta gibt es mit vier Benzin- und drei Dieselmotoren. Der schwächste Benziner (1,4 Liter Hubraum) und der schwächste Diesel (1,6 Liter Hubraum) beginnen jeweils mit 120 PS. Der stärkste Benziner entwickelt aus 1,8 Litern Hubraum 240 PS und der stärkste Diesel aus 2,0 Litern Hubraum 175 PS. Schon die beiden Einstiegsmotoren arbeiten kultiviert. Unter dem Strich sind der kleine Diesel mit 120 PS und der mittlere Diesel mit 150 PS die empfehlenswertesten Antriebe im Giulietta-Programm.
vier Benziner und drei Diesel
Sechsgang-Schaltgetriebe und Sechsgangs-Doppelkupplungsgetriebe
Die passive Sicherheit der Alfa Romeo Giulietta ist sehr gut. Allerdings gibt es für die Passagiere im Fond keine Airbags und keine modernen Gurtsysteme mit Gurtstraffer und Gurtzugbegrenzer. Ungenügend erscheint auch die Ausstattung mit sicherheitsrelevanten Assistenzsystemen. Bis auf den Bremsassistenten und eine Berganfahrhilfe hat die Giulietta auf diesem Feld nichts zu bieten.
Bremsassistent
sechs Front-/Seitenairbags für vorne
Berganfahrhilfe
Im ADAC- und im Euro-NCAP-Crashtest von 2010 konnte die Alfa Romeo Giulietta fünf von fünf Sternen erreichen und einen guten passiven Schutz ihrer Passagiere unter Beweis stellen. In den Bereichen Frontalaufprall, Seitenaufprall und Heckaufprall zeigten die Dummy-Messergebnisse gute bis angemessene Belastungswerte. Die sechs Airbags zum Schutz von Fahrer und Beifahrer sind klassenüblicher Standard.
Die vorderen Kopfstützen sind reaktiv und verringern beim Unfall den Abstand zum Kopf. Leider gibt es keine Airbags für die Fond-Passagiere, und auch die hinteren Gurtsysteme müssen ohne Gurtstraffer und Gurtzugbegrenzer auskommen. Immerhin fordert der Gurtwarner die Fahrgäste auf, die Gurte auch anzulegen.
Moderne Assistenzsysteme kann die Giulietta nicht bieten. Über den üblichen Bremsassistenten für vollen Bremseinsatz im Notfall und eine Berganfahrhilfe für sicheres Anfahren an Steigerungen hinaus bieten weder die Serienausstattung noch die Liste der Sonderausstattungen sicherheitsunterstützende Technik an. An diesem Punkt wird deutlich, dass die Giulietta in die Jahre gekommen ist. Immerhin gibt es eine Bi-Xenon-Scheinwerfer mit dynamischem Kurvenlicht gegen Aufpreis für die Ausstattungslinien Super und Veloce.
Ausstattung
Die Alfa Romeo Giulietta ist in den drei Ausstattungslinien Giulietta, Super und Veloce erhältlich. Bereits in der Basisausstattung Giulietta kommen eine elektronische Differentialsperre und eine dreistufige Fahrdynamikregelung zum Einsatz. Die vier Zubehörpakete Komfort, Sicht, Business und Veloce, eine gute Auswahl an Felgen sowie eine umfangreiche Sonderausstattungsliste machen bei Bedarf aus der Giulietta ein sehr individuelles Auto mit intensiver sportlicher Note. Ein zusätzliches Angebot an Karosserie- und Dekorsets erweitert die Variationsmöglichkeiten nochmals.
elektronische Differenzialsperre
Fahrdynamikregelung
Klimaanlage
Die Alfa Romeo Giulietta gibt es in den drei Ausstattungslinien Giulietta, Super und Veloce. Bereits die Basisausstattung Giulietta verfügt mit einer elektronischen Differenzialsperre und einer gut funktionierenden Fahrdynamikregelung über betont sportliche Technikdetails. In der Top-Ausstattungslinie Veloce wird diese Gewichtung unter anderem in Form eines Sportfahrwerks, einer Brembo-Bremsanlage und einem Paar Halbschalen-Sitze fortgeführt.
Giulietta (21.400 Euro):
16-Zoll Stahlräder
Start-Stopp System
Elektronische Differenzialsperre
Fahrdynamikregelung D.N.A.
Klimaanlage
Rücksitzbank asymmetrisch umklappbar
CD/MP3-Radio mit Touchscreen
Super (Giulietta + 2.350 Euro):
16-Zoll Leichtmetallräder
Klimaautomatik
Tempomat
Handschuhfach mit Kühlmöglichkeit
Parksensoren hinten
Veloce (Super + 9.600 Euro):
17-Zoll Leichtmetallräder
Schaltwippen am Lenkrad
Intake Sound Generator
Sportfahrwerk
Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe
Brembo-Bremsanlage
Sportpedale und Fußstütze aus Aluminium
Sportsitze in Leder/Alcantara
Zubehörpakete Für die Alfa Romeo Giulietta sind vier verschiedene Zubehörpakete erhältlich. Das Komfort-Paket beinhaltet unter anderem 16-Zoll-Leichtmetallräder, Nebelscheinwerfer und Tempomat. Das Sicht-Paket hat elektrisch klappbare Rückspiegel und einen Regensensor. Das Business-Paket umfasst ein Navigationsgerät, Lendenwirbelstützen für die vorderen Sitze sowie eine Sitzheizung. Das sportliche Veloce-Paket bietet unter anderem viele Dekorelemente für außen und innen, ein Sportfahrwerk sowie eine Auswahl an Sitzbezügen aus Alcantara und Leder.
Sonderausstattung und Zubehör Für die Alfa Romeo Giulietta gibt es nicht nur zehn verschiedenen Felgen (ab 800 Euro). Die umfangreiche Sonderausstattungsliste umfasst unter anderem eine Klimaautomatik, Glasschiebedach, Navigationsgerät, Brembo-Bremsanlage oder Bi-Xenon-Scheinwerfer mit dynamischem Kurvenlicht. Dazu kommen Schweller-, Spoiler- und Schürzensets.
Wer einen viertürigen Kompaktwagen mit sportlichen Fahreigenschaften und einem außergewöhnlichen Design sucht, der findet mit der Alfa Romeo Giulietta (940) das richtige Auto.
Mangelhaft scheint auch immer noch die Qualität der Alfa Romeo Giulietta zu sein.
Die 2010 vorgestellte Giulietta (zu Deutsch: Julchen) führt all die Charaktereigenschaften fort, die in der Kompaktklasse zwar nicht so häufig gefragt sind, die aber Liebhaber italienischer Autos von einem Alfa Romeo erwarten: betonte Sportlichkeit, schönes Design und viele Details. Die fünftürige Limousine wirkt auf den ersten Blick wie ein schnittiges Coupé und bietet auf 4,35 Metern Länge und 1,80 Metern Breite zwar nicht den meisten Raum, aber ein attraktives Ambiente.
Schon die beiden Einstiegs-Motoren, ein Benziner und ein Diesel mit jeweils 120 PS, können mit Drehvermögen, Kraft und Laufkultur überzeugen. Die gleichen Eigenschaften sind auch bei den stärkeren Giulietta-Triebwerken zu finden. Die Fahrwerksabstimmung ist sportlich-straff, die Lenkung präzise und die Traktion hervorragend.
Ausstattung betont den Sport-Charakter
Die Giulietta verfügt bereits in der gleichnamigen Basisausstattung über eine elektronische Differentialsperre und die Fahrdynamikregelung D.N.A. Diese Bezeichnung setzt sich aus den Anfangsbuchstaben der drei Fahrprogramme Dynamic, Normal und All Weather zusammen und stimmt Motor, Getriebe, Lenkung und Fahrwerk auf den Geschmack des Fahrers ab. Darüber hinaus kann die Giulietta mit einem Sportfahrwerk (Veloce-Paket) und einer verstärkten Brembo-Bremsanlage noch aufgerüstet werden.
Insgesamt betont die Liste der Sonderausstattungen den sportlichen Charakter des Autos. Besondere Infotainment-Angebote gibt es hingegen nicht.
Gute Crashtest-Ergebnisse
Im ADAC- und im Euro-NCAP-Crashtest konnte die Giulietta sehr gute Ergebnisse erzielen. Dennoch ist der Wagen in Sachen Sicherheit ein wenig in die Jahre gekommen. Der Fond muss ohne Airbags und moderne Gurtsysteme auskommen, und an elektronischen Assistenzsystemen herrscht ein klarer Mangel.
Mangelhaft scheint auch immer noch die Qualität der Alfa Romeo Giulietta zu sein. Hier kritisieren Dekra und TÜV eine Vielzahl an Problemen im Bereich der Elektrik, des Abgasreinigungssystems, der Scheinwerfer sowie Leckagen an Motoren und Getrieben. Die vier Jahre dauernde Garantiezeit ist unter diesen Voraussetzungen auch nicht mehr als ein Trostpflaster.
Fazit zum Alfa Romeo Giulietta (940)
Auch die Giulietta kann die Tradition der sportlichen, aber familientauglichen italienischen Kompaktlimousine fortschreiben. Sie bietet deutlich mehr Schick als die Masse ihrer Konkurrenten und ist gleichzeitig ein fahraktives, dynamisches Auto mit interessanter Technik zu akzeptablen Preisen. Wermutstropfen sind die fehlende Raffinesse im Infotainment-Bereich und der Mangel an modernen Assistenzsystemen. Die nach wie vor zweifelhafte Qualität stellt aber recht hohe Anforderungen an die Leidensfähigkeit der Kundschaft.