Gebrauchte Mini-SUV für 12.000 Euro

Gebrauchte Mini-SUV [Kaufberatung]

Die kleinen Strolche

Der SUV-Trend ist bei den Kleinwagen angekommen: Auch unterhalb von VW Tiguan oder BMW X1 ist noch Platz für SUV. Was bekommt man für ein Dutzend Tausender, welches Modell sollte man lieber meiden?

 
 
17. Februar 2016

SUV sind inzwischen wirklich für alle da: Wer eines der unübersehbaren Freizeit-Autos fahren möchte, braucht seit einigen Jahren nicht mehr 50.000 Euro für einen Audi Q7 oder ab 40.000 für einen BMW X1 anzulegen.

Der Trend zum Freizeitmobil in Geländewagenoptik ist auch bei den kleineren Autoklassen angekommen. Manch ein Autohersteller setzt da auf das schnelle Geld, macht es sich einfach und schraubt einfach ein paar rustikale Plastikschilde an den Kleinwagen, wie es Volkswagen mit dem Polo in der Ausstattungslinie „Cross“ vorexerziert hat.

Allrad kostet meistens Aufpreis

Das mag manchem vielleicht etwas oberflächlich vorkommen, doch die Methode hat durchaus Erfolg. Der Polo Cross kostet ab 18.675 Euro, also rund 6.000 Euro mehr als das Basismodell – dann ist umfangreiche Ausstattung mit an Bord.

Doch der Cross-Polo ist eben nur ein „als-ob“. Einen richtigen SUV kann man in der Kleinwagenklasse auch bekommen, den sehr erfolgreichen Opel Mokka beispielsweise. Wobei – was ist „richtig“ bei einem SUV?

Geländegängigkeit gehört jedenfalls nicht mehr dazu: Den Allradantrieb beispielsweise versteckt Opel in den tiefsten Tiefen der Aufpreisliste. Die meisten Kunden wählen den reinen Frontantrieb.

Anhängelast ziemlich begrenzt

Auch beim schnieken Mini Countryman ist man mit zusätzlich 1.900 Euro für den Allradantrieb dabei. Das macht deutlich, was die Zielgruppe der Klein-SUV auf jeden Fall nicht will: ins Gelände fahren, beispielsweise.

Bei der Gelegenheit: Der Countryman ist für diese Kaufberatung noch etwas zu teuer, fürs Budget von 12.000 Euro sind derzeit nur eine Handvoll Exemplare im Angebot. Zu wenig für eine repräsenative Übersicht, da müssen wir uns noch 1-2 Jahre gedulden.

Auch bei den Anhängelasten muss man in der Kindergruppe der automobilen Welt Abstriche machen, für schwere Hänger muss ein größeres Modell ran. Wo zum Beispiel beim Opel Mokka bereits bei 1.500 Kilo Schluss ist, da schafft der Audi Q7 eine gebremsten Anhänger mit 3,5 Tonnen.

SUV-Käufer wollen vor allem bequem einsteigen

Aber die serienmäßigen Vorzüge eines SUV bringen natürlich auch die Kleinen mit: Bequemer Ein- und Ausstieg, höher sitzen, gute Übersicht. Weil das mobile Leben des Städters aber nicht nur aus Fahren, sondern – leider – zu einem Gutteil auch aus der Parkplatzsuche besteht, wird es in der deutschen Normgarage (meist 2,60 Meter breit und 4,70 Meter lang) oder in städtischer Wildnis mit den großen Wuchtbrummen von Schlage eines VW Touareg (4,80 Meter) schnell ziemlich eng.

Das können die Kurzen besser. Überhaupt spielen Sie ihre Vorzüge vor allem in der Stadt aus, denn alle hier vorgestellten Modelle haben wie die Klein- und Kompaktwagen, von denen sie ja auch abstammen, hohe Manövrierfähigkeit.

Hinzu kommt eine Agilität, die für den Normalfahrer auf jeden Fall reicht. Wer extra schnell um Kurven flitzen will, greift eben eher zum normalen Mini Cooper als zum hochbeinigen Mini Countryman.

Die Kleinen sind recht wertstabil

Noch ein Wort zum Geld: SUV sind heiß begehrt, was leider für Gebrauchtkäufer einen relativ hohen Kaufpreis bedeutet. Allerdings setzt sich die Wertstabilität fort, was auch für den Weiterverkauf von Vorteil ist.

Im ersten Jahr liegt der Wertverlust bei einer Jahresfahrleistung von 15.000 Kilometern bei satten 24,2 Prozent, die sich einfach so in Luft auflösen. In den folgenden Jahren sind es jeweils nur rund fünf bis sechs Prozent.

Da kann man sich selbst beim trendigen SUV den Aufpreis gegenüber einem neuen Kleinwagen locker leisten.

Ur-SUV war ein kleiner Toyota

Erstaunlich groß sind die Preisunterschiede der SUV. Auf der Welle des Retro-Kultautos muss man für einen Fiat 500X vergleichsweise viel bezahlen, auch der Toyota RAV4 ist vergleichsweise teuer. Der ungewöhnliche Nissan Juke, Suzuki SX4 und natürlich der Dacia Duster (als Diesel) können dagegen als besonders günstige Angebote gelten.

Erster kleiner SUV in Deutschland war 1994 übrigens der Toyota RAV4. Er mauserte sich innerhalb kurzer Zeit zu einem Verkaufsschlager. Übrigens waren frühe RAV4 im Gelände durchaus begabt, eine Fähigkeit, die heute mehr und mehr in Vergessenheit gerät. Für 12.000 Euro gibt es übrigens auch einen RAV4, allerdings bereits 7-10 Jahre alt, aus der vorletzten Generation. Dem Toyota-SUV wird eine gute Langzeitqualität nachgesagt.

Vom Ur-Typ bis heute hat natürlich auch der Toyota in Gewicht und Maßen kräftig zugelegt, so dass es nur mehr eine Frage der Zeit ist, wann der SUV-Gedanke in die Klassen darunter weiterzieht und Kleinstwagen erfasst. Wie wohl ein höhergelegter Smart aussehen wird?

Schwächen und Stärken im Bild

Darauf müssen Sie beim Kauf eines Honda CR-V, Nissan Juke, Toyota RAV4, Mazda CX-3, Skoda Yeti, Suzuki SX4, Opel Mokka, Fiat 500X oder des Dacia Duster achten: Einzelheiten über Schwachpunkte und Preise in der => Bildergalerie.

Text: Portalmanufaktur / Stephan Hellmund
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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