Ist diese Marke ein Geheimtipp?

Kaufberatung: Gebrauchte Subaru-Modelle

Das Porsche-Prinzip für den Wald

Boxermotoren sind die Domäne von Porsche – aber auch von Subaru. Der japanische Hersteller leistet sich in Deutschland noch eine weitere Besonderheit: Nahezu alle Modelle haben Allradantrieb. Sind die seltenen Japaner als Gebrauchtwagen ein Geheimtipp?

  • Subaru-Fahrzeuge sind praktisch und robust.
  • Boxermotoren und Allrad in Kombination bieten nur Subaru und Porsche.
  • Die Subaru-Motoren sind langlebig, aber oft lahm. 

Marke mit besonderen Merkmalen

Schon seit 50 Jahren baut Subaru Boxermotoren – während die anderen Autohersteller auf klassische Reihen- oder V-Anordnung setzen. Warum Subaru das macht? Weil diese Bauart mehr Laufruhe mit sich bringt, den Schwerpunkt tief hält und sehr haltbar sein soll. Seit 2008 gibt es sogar einen eigenen Dieselmotor als Boxer, das ist weltweit einmalig.

Was im 911er, Boxster und Cayman gut funktioniert, hat unter erheblich dem geringerem Leistungsdruck offenbar ideale Lebensbedingungen. Und das kommt auch gut an: Wer einen Subaru fährt, ist nachweislich ein sehr treuer Kunde.

Subaru Modelle sind beliebt

Seit Jahren landet die Marke bei der Kundenzufriedenheit vorn. Warum? Weil Preis und Leistung stimmen und die Autos offenbar etwas an sich haben, das länger als ein paar Wochen glücklich macht.

In Deutschland gibt es Subaru seit 1981. Damals startete der Importeur mit dem 1800 Sedan und dem 1800 Station. Doch außer Landwirten, Förstern und Jägern schien sich kaum jemand für Subaru zu interessieren – im ersten Jahr verkaufte die Marke 2.622 Fahrzeuge in Deutschland. Heute sind es mehr als 15.000 Stück, weltweit mehr als eine halbe Million. Laut Kraftfahrt-Bundesamt fahren 105.000 Subaru auf deutschen Straßen.

Fast alle mit Allrad, dafür sorgte der Importeur. Er bestand und besteht fortlaufend auf diesem Alleinstellungsmerkmal. Die Ausnahme: der Toyota-Sportler GT86 aka Subaru BRZ. Erste Erfahrungen mit dem System Allrad sammelten die Japaner 1972 im Leone Station Wagon 4WD. Damals war der Allradantrieb noch zuschaltbar.

Boxermotoren schon seit 1966

Neben Landwirten und Jägern begeistern sich auch Sportwagenfahrer für die Marke. Das liegt vor allem an der Berühmtheit des ehemaligen Rallye-Weltmeisters Colin McRae, natürlich auf einem Subaru.

Sechsmal gewannen die Japaner die Rallye-Weltmeisterschaft, 1995 mit dem Ausnahmetalent in seinem blauen Impreza mit goldfarbenen Felgen.

In der Pannenstatistik ganz hinten

Mit Ausnahme der Rallye-Straßenversionen gehen die Autos unscheinbar in der Masse unter. Selbst die Statistik übersieht Subaru regelmäßig: Die Modelle Legacy, Legacy Outback, Impreza und Forester würden in der ADAC-Pannenstatistiken Spitzenplätze erringen, weil sie so selten liegenbleiben. Doch aufgrund der geringen Zulassungszahlen fallen sie dort heraus.

Fragt man ADAC-Pannenhelfer, murmeln sie nur etwas von „Geheimtipp unter den Gebrauchten“. Laut einem alten TÜV-Report von 2013 schnitten die Autos besser ab als der Durchschnitt, im aktuellen Dekra-Gebrauchtwagenreport werden den jüngeren Modellen geringe HU-Durchfallquoten bescheinigt.

„Subaru-Modelle sind sehr langlebig“, sagt Subaru-Händler Thomas Knauber aus Bexbach im Saarland. Der 2,0- Liter-Benziner mit 115 PS halte ewig, benötige außer den normalen Inspektionen kaum Pflege. Interessenten sollten nur auf den Zahnriemenwechsel achten. Alle 100.000 Kilometer muss der raus. Und auf ein ordentliches Scheck-Heft.

Forester ist als Zugfahrzeug beliebt

Laut Knauber erfreut sich das SUV Forester besonderer Beliebtheit. Neben seiner Langlebigkeit gilt es als besonders zuverlässig und robust. Auch als Zugfahrzeug – dank des Niveauausgleichs an der Hinterachse und des Reduktionsgetriebes.

Der Benziner wurde bis 2009 serienmäßig mit einem Untersetzungs- bzw. Reduktionsgetriebe ausgestattet. Bis 50 km/h lassen sich Zwischengänge zuschalten, um Lasten besser ziehen zu können und die Kupplung zu schonen.

Doch auch die kann bei hoher Laufleistung verschleißen: Bei einer Probefahrt sollte man deshalb auf eine rutschende oder durchdrehende Kupplung achten. Bei den Getrieben stehen ein manuelles Fünfganggetriebe oder eine Viergangautomatik (1994-2011) zur Wahl. Die Automatik gilt als ausgereift, aber träge.

Subaru sind relativ selten

Die Langlebigkeit der Subaru-Modelle sorgt zwar für ein breiteres Angebot auf dem Gebrauchtwagenmarkt – dennoch bleibt die Auswahl klein. Modelle mit mehr als 200.000 Kilometern sind keine Seltenheit.

Insgesamt gibt es aktuell nur 4.300 Subaru-Modelle bei mobile.de. Wer die Suche auf Fahrzeuge ab Baujahr 2000 mit Allrad, mindestens einem Jahr gültiger HU und einer Laufleistung bis 150.000 Kilometer eingrenzt, findet lediglich 850 Fahrzeuge.

„Subaru-Modelle haben eigentlich keine typischen Schwachstellen, der Verschleiß bewegt sich im Rahmen“, sagt Händler Thomas Knauber. Dennoch sollten Interessenten bei einer Besichtigung einen Blick unter das Auto werfen und auf Gebrauchsspuren achten.

Schäden durch Geländefahrten

Oftmals werden die Fahrzeuge abseits der Straße bewegt und haben ab und an nicht nur mit den Rädern Kontakt zum Boden. Die Folge sind Beulen und Kratzer - Eingangstürchen zu Rost am Unterboden. Lenkung und Achsen sind dagegen unauffällig. Ölverlust, Probleme mit der Beleuchtung und Rost am Rahmen treten in der Regel erst bei älteren Modellen ab rund zehn Jahren auf.

Autos mit Anhängerkupplung brauchen einen genaueren Blick. Kupplung, Fahrwerk und Bremsen arbeiten härter im Gespann-Betrieb und verschleißen schneller. Auch Traggelenke, Spurstangenköpfe und Achsmanschetten sollten bei einer Werkstatt überprüft werden.

Empfehlenswert sind Wertgutachten von mobile.de-Partnern oder anderen unabhängigen Prüforganisationen wie Dekra, GTÜ oder TÜV. Die Kurzgutachten kosten zwischen 150 und 200 Euro, inklusive einer frischen HU.

Nutzer loben die Haltbarkeit

Im => Subaru-Forum auf Motor-Talk und bei => Carfacto.de schneiden Subaru-Modelle gut ab. Die Nutzer loben die robuste Art und den vibrationsarmen Boxermotor.

Sie bemängeln aber den teilweise hohen Verbrauch der Benziner und das niedrige Drehmoment der schwächeren Motoren.

Lust bekommen auf Autos mit Boxer und Allrad? Eine Auswahl einiger Subaru-Modelle mit ihren jeweiligen Stärken und Schwächen finden Sie in der Bildergalerie.

Subaru bei mobile.de

Welch seltenes Wild: Unter rund 1,4 Millionen Fahrzeugen bei mobile.de sind momentan insgesamt etwa 4.200 Autos der Marke Subaru bei mobile.de inseriert – etwa 900 davon sind Neuwagen.

Der hohe Anteil von Allrad-Autos lässt sich leicht per Suchmaske nachweisen: Wer ein Häkchen bei der Option „Allradantrieb“ setzt, hat immer noch 3.700 Subarus zur Auswahl.

Filtern Sie mit den Optionen „Fahrtauglich“ und „12 Monate HU mind. gültig“ (beide am Ende der Suchmaske), erhalten Sie noch knapp 1.200 Subaru. Dabei handelt es sich fast ausschließlich Gebrauchtwagen.
Subaru bei mobile.de

 

 

Text: Fabian Hoberg
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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