Kaufberatung: Bezahlbare Alfa Romeo

Diese Alfas sind gut & günstig

Viel Passione für wenig Eurone

Kaum eine Firma hat eine so wechselvolle Geschichte hinter sich wie Alfa Romeo. Aber zwischen diversen Pleiten, Pech und Pannen entstanden faszinierende Autos, die es heute meist günstig gibt. Hier die schönsten bezahlbaren Modelle für Fans.

 
 
18. Januar 2016

Tradition, Technik und ein tolles Design – das waren alles Attribute, die man neben Ferrari auch Alfa Romeo zugestand. Doch heute befindet sich Alfa Romeo in einer Art Schlafzustand.

Derzeit sind nur drei Modelle auf dem Markt: Der Kleinwagen Mito sowie die brandneue Giulia und der angejahrte Kompaktsportler Giulietta. Dazu kommt noch der Sportler 4C, der auf die Zukunft Alfas hinweisen soll: Ein Neustart mit sehr sportlichen Modellen sowie dem heutzutage unvermeidlichen SUV ist angekündigt.

 Wer also einen rassigen Alfa fahren will, muss notgedrungen auf ältere Baureihen zurückgreifen. Fans der großen Zeit von Alfa sowieso (die liegt inzwischen etwas zurück). Doch diese Zwangslage hat auch Vorteile, denn die meisten gebrauchten Alfas sind günstig.

Glanzvolle Vergangenheit, aber Zukunft?

Nach den Kaufberatungen für günstige => Ferrari, bezahlbare =>Maserati und billige => Porsche nehmen wir uns nun eine weitere legendäre Sportwagenmarke vor: Alfa Romeo. Anders als die drei zuvor war Alfa zeitweise volkstümlich und bot sportliche Autos für die breite Masse an. Das ist auch heute noch so.

Aber diese Strategie funktionierte nicht immer. Vor allem Qualitätsprobleme machten den Produkten aus Portello in Mailand immer wieder zu schaffen. Heute scheint das Aura der Marke dahin, seit der Mutterkonzern drastisch sparen muss und viele Fiat-Teile aus Wirtschaftslichkeitsgründen auch im Alfa auftauchen.

Doch: Die Zukunft schöpft ihre Kraft aus der Strahlkraft der Vergangenheit. Kein Geringerer als Enzo Ferrari fuhr vorzugsweise Alfa, bevor er seinen eigenen Rennstall gründete. Beispielsweise war der Alfa Romeo 8C 2300 Spider Corsa von 1932 ein sehr erfolgreicher Rennwagen.

Autos fürs Kuriositäten-Kabinett

Ein Neustart ist dringend nötig, sagt auch Frank Wilke vom Marktbeobachter classic analytics (www.classic-analytics.de). „Alfa Romeo hat 20 bis 25 Jahre lang Autos gebaut, die keiner haben möchte“. Ein gutes Beispiel dafür sei das Modell Brera (2005 bis 2010), das es heute ab 7.000 Euro und damit sehr günstig gibt.

„Die Stylingstudie des Kombi-Coupés war atemberaubend schön. Auf dem Weg zum Serienmodell legte der Radstand jedoch um einiges zu, auch die Pfunde kletterten bergauf“, so Wilke.

Dazu kamen lahme und durstige Motoren, die ebenfalls überwiegend von der Konzernmutter Fiat stammten. Doch seltsam aussehende Flops gibt es von Alfa noch mehr.

Das war der letzte echte Alfa

Dazu gehören das GT-Coupé von 2003 mit seinem sehr voluminösen Unterbau und die Limousinen und Kompaktwagen 90 und 33. „Das sind Autos für Kuriositätensammler ohne Chance auf eine Wertsteigerung in naher Zukunft“, sagt Wilke.

Wem das gefällt, der kann hier echte Schnäppchen machen. Vielfach wird der Alfa 75 (1985 bis 1992) als „letzter echter“ Alfa Romeo angesehen.

Echte Alfisti schätzen an der viertürigen Limousine die klassische Motortechnik sowie das Layout mit Motor vorn, Getriebe hinten in der Transaxle-Bauweise (siehe Bildergalerie mit den Alfa-Schnäppchen).

Bei vielen Modellen: Rost ohne Ende

Heute sind es jedoch eher die Modelle der 60er bis 80er Jahre, die in den Fokus der Liebhaber geraten. Vorzugsweise rot sind die Sportwagen der italienischen Firma Alfa Romeo.

Während Liebhaber das als Hommage an die Erfolge der Rennwagen sehen, verweisen Spötter eher auf die rostrote Vergangenheit der Marke, deren Stahl legendär schnell zu oxidieren begann.

Wie kaum ein anderes Modell steht der Alfasud für die Korrosionsprobleme der Alfas. Der Kompaktwagen (1972 bis 1983) wurde aus politischen Gründen in einem eigens aufgestellten Werk im Süden Italiens eher zusammengesteckt als zusammengebaut. In der Produktionszeit wurde dieses Werk nicht weniger als 700 Mal bestreikt, also rund einmal die Woche.

Schon bei der ersten HU Probleme

Legendär ist die „weiße Serie“ des Alfasud. Während eines Streiks standen unlackierte Rohkarossen lange Zeit auf dem Werksgelände. Nach Beendigung des Arbeitskampfes wurden sie schlicht in weiß lackiert und kamen zum Händler. Schon dort gammelten die meisten Exemplare, den ersten TÜV schafften sie wegen Durchrostungen nicht.

Überlebende Alfa Romeos aus dieser Periode sollte man also zuerst auf die Qualität der Restaurierungsarbeiten an der Karosserie checken. Dann aber kann man echte Schnäppchen machen. Dazu zählt Frank Wilke beispielsweise den Alfa Romeo Giulia als Coupé, besser bekannt unter seinem Spitznamen „Bertone“.

Das vom gleichnamigen Stardesigner geschaffene Coupé ist wunderschön, verfügt über hochkarätige Technik und kostet in gutem Zustand als beliebte 2,0-Liter-Version um die 30.000 Euro.

So schnell wie ein Porsche, aber viel billiger

Und das ist gemessen an Leistung und Design ein alarmierend günstiger Preis.

„Der Bertone kann guten Gewissens als vollwertiger Konkurrent zum damaligen Porsche 911 T mit 130 PS gesehen werden – dieser aber kostet inzwischen manchmal schon über 100.000 Euro“, sagt Frank Wilke. Mehr als das dreifache.

Wer die gleiche Technik noch günstiger haben will, der greife zur viertürigen Giulia. In der Klasse der Sportlimousinen mit Hang zur Übermotorisierung gab es damals vergleichbare Angebote nur noch von BMW. Auch Spitzenexemplare der Giulia kosten nicht über 20.000 Euro.

Montreal: Supersport für relativ kleines Geld

Zum Abschluss noch zwei Tipps, die ebenfalls mit einem Kurs ab 50.000 Euro maximal als relative Schnäppchen gesehen werden können. Dazu zählt für Fachleute der Montreal. „Seit zwei Jahren kommt er langsam in die Preisklasse, wo er technisch hingehört“, sagt Wilke.

Der Montreal V8-Motor stammt tatsächlich in direkter Linie von einem Renntriebwerk ab und steht damit für Fans in Konkurrenz zum Ferrari 308. Die sehr eigenständige Form (siehe Bildergalerie) sorgt für einen hohen Wiedererkennungswert.

Das andere – noch – unterbewertete Beispiel ist der SZ als Coupé oder Cabrio (dann RZ). Die seltenen Fahrzeuge, nur rund 1.200 Stück wurden gebaut, sind handgefertigt. Vielen mag die Form nicht gefallen – ungewöhnlich ist sie unstrittig. Der Designer ist kein geringerer als das Karosseriestudio Zagato. Zagato-Autos auf Aston Martin- oder Ferrari-Basis sind gesuchte Stücke, die selten unter einer Million kosten.

Der Appetit kommt beim Essen: Diese und weitere Beispiele für unterbewertete Alfa-Schnäppchen , finden Sie in der Bildergalerie.

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Natürlich taugt ein 40 Jahre alter Alfa Romeo nicht zur täglichen Pendeltour durch Regen oder Schnee. Aber wer die zierliche Blech-Kunst aus Italien pfleglich behandelt und unter Dach und Fach hält, hat viel Freude dran.

Das Angebot ist beachtlich: knapp 3.200 gebrauchte Alfa, gebaut zwischen 1960 und 2010 – ausgeschlossen haben wir die auflagenstarken, aber unattraktiven Modelle Giulietta, MiTo und 147:

Günstige Alfa bei mobile.de

Text: Portalmanufaktur / Stephan Hellmund
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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