Kaufberatung: Porsche für alle

Günstige gebrauchte Porsche

Ein 911er und seine billigen Brüder

Einen Porsche besitzen – das ist für viele der Traum aller Träume. Auch wer kein Millionär ist, kann ihn wahr machen: Schon für unter 10.000 Euro gibt es gebrauchte Porsche bei mobile.de. Wie lässt sich das finanzielle Risiko der einst so teuren Autos einschränken?

 
 
19. Oktober 2015

Wer in Autos mehr sieht als nur ein Fortbewegungsmittel, sollte 1x im Leben einen Porsche besessen haben. Porsche, das ist Stil, das ist Sport, das ist DAS Original unter 100 Kopien. Nicht bloß ein schnelles Auto.

Das Rasseln des Sechszylinder-Boxers, das ebenso schrullige wie charakterstarke Festhalten am veralteten Heckmotorprinzip, die klassenlose Bewunderung, die den Produkten aus Zuffenhausen entgegengebracht wird – all‘ das verdichtet sich nirgendwo so sehr wie im 911er, dem Synonym für Porsche. Der Bestseller, der dem Unternehmen mehr als einmal den Hinterm aus dem Feuer geholt hat.

Doch wer sich auf dem Markt umschaut, wird eine frustrierende Erfahrung machen: Vor 2-3 Jahren gab es noch 911er der 2. und 3. Generation für unter 20.000 Euro. Vorbei, vorbei. Kaum ein Auto – klassische Ferraris ausgenommen – hat eine derartige Preissteigerung hinter sich wie der Heckmotor-Sportwagen. Frühe Exemplare in gutem Zustand kosten heute über 100.000 Euro (vor gut 10 Jahren wäre man mit der Hälfte dabei gewesen). Was nun?

Brauchbare Porsche für unter 10.000 Euro

Wir haben schon über günstige Ferrari und Maserati berichtet – es folgt nun zwingend Teil 3 der Kaufberatung zu legendären Sportwagen-Ikonen: bezahlbare Porsche. Und, ja, erneut die Ermutigung: Auch die gibt es wirklich.

Tatsächlich werden Sie bei mobile.de schnell fündig: Schon für unter 10.000 Euro kann man dort stolzer Besitzer eines Porsches werden. Sofort stellt sich die bange Frage, ob das alles rollende Baustellen sind oder die Freude wirklich über lange Jahre anhalten kann. Doch fangen wir vorne an. Einen 911 wird man für diesen Kurs selbstverständlich nicht finden können.

Wer für derart „kleines“ Geld einen Porsche kaufen möchte, sollte sich mit der Ziffer „4“ anfreunden. Für 10.000 Euro erhält man meist einen 4-Türer oder aber einen 4-Zylinder. Porsche hat seine Produktpalette umgestellt und macht heute sein Geld nicht mehr hauptsächlich mit Sportwagen, sondern mit dem viertürigen GT Panamera (seit 2009) und vor allem mit dem SUV Cayenne (seit 2002).

Billigkäufe können teuer werden

Während der Panamera gebraucht bei rund 40.000 Euro startet, gibt es den Cayenne inzwischen schon für deutlich weniger. Der Vollständigkeit halber sei noch das Kompakt-SUV Macan genannt, das es aber erst seit 2014 gibt; die Preise sind hier naturgemäß auch für gebrauchte Macan noch sehr hoch. Ist der Panamera damit zu teuer, um ein Schnäppchen zu sein, sieht das beim SUV Cayenne anders aus. Hier finden sich bei mobile.de Exemplare der ersten Generation für unter 10.000 Euro.

Allerdings heißt es hier extrem genau hinzuschauen. Oft handelt es sich um vor ein paar Jahren aus den USA importierte Exemplare mit lückenhafter Historie oder mehr oder weniger gut erkennbaren Vorschäden. Egal, ob importiert oder von hier, egal ob vom Händler oder von privat: Die Wartungs- und Reparaturkosten wie auch die Teilepreise eines Porsche sind (fast) immer sehr hoch, jede Reparatur kann schnell vierstellige Beträge verschlingen.

Und: Wer selbst dran schrauben und dabei sparen will, muss gute Vorkenntnisse mitbringen. Porsche bedeutet hoch komplizierte, auf engstem Raum zusammengequetschte Hochleistungs-Technik.

SUV Cayenne noch ohne Wertsteigerung

Fraglich ist auch, ob Cayenne wie die meisten alten Porsche mit den Jahren im Wert steigen werden. Frank Wilke, Geschäftsführer des Marktbeobachters Classic Analytics: „Schwere SUV haben ein Imageproblem, gelten sie Manchem doch als Symbol der Verschwendung. Nach unseren Daten werden Porsche Cayenne bislang als reine Gebrauchtwagen gesehen, eine Wertsteigerung ist nicht festzustellen.“ Egal: Wer – relativ – billig Porsche fahren will, kann das hiermit tun.

Man riskiert nur, nach ein paar Jahren nicht mehr viel zu bekommen für den stets hochwertig gefertigten und luxuriös ausgestatteten Gebrauchtwagen. Ganz anders dagegen die früher unbeliebten Vierzylinder: Die Porsche 924, 944 oder der letztgebaute der Modellreihe, der 968, haben längst eine feste Käuferschicht; sind aber (vorerst noch) für Preise ab 10.000 Euro zu haben.

„Hier stellen wir einen Generationswechsel fest. Wer in den 70ern um 30 Jahre alt war, geht heute ohne Vorurteile an die Porsche-Vierzylinder heran.“ Diese Käufer würden nicht auf den Fehler verfallen, den 924 mit der Ikone 911 zu vergleichen, sondern „genießen die Autos als das, was sie sind: Eine qualitativ hochwertige Sportwagenreihe“, so Wilke (siehe Bildergalerie mit den Porsche-Schnäppchen).

Sondermodelle mit starkem Preisanstieg

Den Preisverfall haben die Vierzylinder also hinter sich. Besonders für die jeweiligen Topversionen wie den 944 S2, der stärkste jemals gebaute Vierzylinder mit drei Litern Hubraum und 211 PS, oder den Turbo sieht Classic Analytics eine überdurchschnittliche Preisentwicklung. Wer einen haben möchte, sollte jetzt zuschlagen. Das gilt nochmals stärker für Sonderserien wie den 924 Carrera GT (siehe Bildergalerie).

Das veränderte Kaufverhalten der Porsche-Fans betrifft nahezu jede Baureihe mit Ausnahme der Viertürer. Die Fixierung auf den 911er als den „einzig wahren Porsche“ ist vorbei.

So hat der 928 die Preissohle durchschritten und wird als Grand-Turismo-Alternative zu den Coupés der Mercedes S-Klasse oder zum Jaguar XJ-S akzeptiert. Trotzdem gibt es hier ordentliche Exemplare für um 20.000 Euro, was für Porsche-Verhältnisse als sehr günstig angesehen werden kann.

Boxster: Großer Fahrspaß für noch wenig Geld

Wer es noch günstiger und sportlicher mag, der sollte ein Auge auf den Boxster werfen, den es bei mobile.de ebenfalls für unter 10.000 Euro gibt. Wilke: „Es ist zwar ein Einstiegsmodell, aber auf sehr hohem Niveau. Er ist kaum langsamer als ein 911er, hat zudem einen Sechszylinder und ist sehr gut verarbeitet.“ Wie man es von einem Porsche zu Recht erwartet.

Der Analyst hat beobachtet, dass die ersten Exemplare derzeit in das Visier der Liebhaber geraten. Trotzdem sei von einem Preisanstieg noch nichts zu merken. Klartext für Sympathisanten: jetzt kaufen!

Es gibt zur Ikone 911 also eine Reihe vollwertiger Alternativen, die heute noch erschwinglich sind. Der 911er hingegen hat, wie schon erwähnt, in den vergangenen Jahren eine extreme Preissteigerung hinter sich. Gilt das wirklich für alle 911er?

Eine 911er-Baureihe ist noch günstig

Nein, ein Modell der Porsche-Cashcow ist noch heute günstig zu bekommen. Es handelt sich um die Baureihe mit dem internen Code 996 (Baujahre 1997 bis 2006). Sie markiert einen technischen Umbruch beim 911er, denn die Heckmotoren sind nun nicht mehr luftgekühlt, sondern Porsche setzte ab 1997 auf die Wasserkühlung.

Außerdem wurde der Innenraum komplett überarbeitet, der Wagen ist größer als der populäre (und teure) Vorgänger Porsche 993 (Baujahre 1993 bis 1998) und fährt sich viel komfortabler. Dass die Front aus Kostengründen der des Boxsters glich und insbesondere die Scheinwerfer ein recht eigenwilliges Design aufweisen („Spiegeleier“), war für viele Interessenten zu viel des Guten. Resultat: Die Baureihe 996 ist heute die günstigste Möglichkeit, einen 911er zu fahren. Ab 20.000 Euro für ein brauchbares Exemplar wird man fündig.

Das wird nicht mehr lange so bleiben, denn die Qualitäten des 996 sind unbestritten, und bislang ist jeder 911er ein Liebhaberfahrzeug geworden. Wer sich zudem für ein Exemplar mit Automatik – bei Porsche Tiptronic genannt – erwärmen kann, spart nochmals mindestens einen Tausender.

Automatik: bald so akzeptiert wie ein manuelles Getriebe

Experten sehen bereits einen Imagewandel. Frank Wilke von Classic Analytics: „Ich wage hier eine Prognose: Moderne Automatikgetriebe werden immer akzeptierter und der jetzige Preisabschlag wird fallen.“

Die Vorteile der Automatik beispielsweise im Stau seien hoch, die Sportlichkeit ist dank neuer Technologie nicht eingeschränkt.

Das sei ähnlich wie bei Ferrari oder Lamborghini, die neben Porsche als Verfechter des traditionellen Sportwagenbaus gelten. Beide italienischen Firmen bieten heute gar keine handgeschalteten Modelle mehr an.

Porsche fahren zum günstigen Kurs ist also nach wie vor möglich. Vorschläge dazu und worauf Sie bei den einzelnen Modellen achten müssen, finden Sie in der Bildergalerie.

Porsche-Suche bei mobile.de

Porsche nur etwas für Reiche? Nicht unbedingt: Bestimmte Modelle sind noch günstig zu haben – aber vor dem Kauf sollten Sie darauf achten, dass kein Wartungsstau vorliegt.

Günstige Porsche bei mobile.de

Text: Portalmanufaktur / Stephan Hellmund
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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