Weißt Du, für was SUV eigentlich steht?

SUV: Das bedeutet die Abkürzung

Keine Autokategorie hat in den vergangenen Jahren so viel Erfolg bei den Käufern verzeichnet wie SUVs. Die einen lieben die geländegängigen Fahrzeuge, weil sie dick auftreten. Andere schätzen sie, weil man so schön weit oben sitzt. Kritisiert werden sie wegen ihres hohen Verbrauchs und anderer ökologischer Nachteile. Die Grenzen zu echten Geländewagen sowie zu soften Crossover-Modellen sind fließend und individuell interpretierbar. Mittlerweile gibt es die bulligen Fahrzeuge in allen Preisklassen.

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  • Veröffentlicht am 08/21/2019, 12:00 AM
  • Aktualisiert am 10/24/2019, 12:07 PM
Modelle wie den Volvo XC60 gibt es auch als Hybrid-Versionen, die deutlich weniger Emissionen mit sich bringen.
Quelle: dpa/picture alliance Modelle wie den Volvo XC60 gibt es auch als Hybrid-Versionen, die deutlich weniger Emissionen mit sich bringen

Fast jeder dritte Neuwagen ist inzwischen ein SUV. Das meldete im Frühjahr 2019 die Fachzeitschrift Auto Motor und Sport. Die Zulassungszahlen in dem Segment steigen, während der Markt für andere Pkw eher dahindümpelt. SUVs sind zum Klischee für große, schwere und verschwenderische Autos geworden. Dabei ist die Bedeutung des Begriffs eher vage. Viele wissen nicht genau, was eigentlich SUVs von anderen Autos, beispielsweise den klassischen Geländewagen, unterscheidet.

Der SUV-Trend kommt aus den USA

Die Abkürzung SUV steht für Sport Utility Vehicle. Korrekterweise heißt es deshalb auch das SUV und nicht der SUV. Wie der englische Name hinter der Abkürzung bereits vermuten lässt, haben SUVs ihren Ursprung auf dem US-amerikanischen Markt. Dort sind die Straßen traditionell breiter als im kleinen Europa und die Autos entsprechend größer.

SUVs sind eine Antwort auf den anhaltenden Trend, Fahrzeuge nicht nur zum Personentransport zu verwenden, sondern auch für Freizeitaktivitäten. Dazu gehören beispielsweise Outdoor-Ausflüge oder Trips zum Sport, bei denen man spezielle Ausrüstung mitnimmt.

In den Neunzigerjahren ergänzten Modelle wie der Cadillac Escalade oder der Toyota 4Runner die etablierte Gesellschaft der Geländewagen um softere, limousinenhaftere Varianten. Sie verfügen über eine erhöhte Sitzposition sowie teils auch Allradantrieb und viel Platz, entsprechen technisch aber eher den Limousinen. Damit sind sie offroadtaugliche Fahrzeuge, die auch zum Einkaufen genutzt werden können.

In Europa wurden SUVs vor allem durch den Toyota RAV4 bekannt.
Quelle: dpa/Picture Alliance In Europa wurden SUVs vor allem durch den Toyota RAV4 bekannt

Sport Utility Vehicles erobern Europa

In Europa war der Toyota RAV4 ein Vorreiter. Später jedoch wurden Fahrzeuge wie der BMW X5 oder die Mercedes-Benz M-Klasse zu allgegenwärtigen Repräsentanten des Begriffs SUV.

Zunächst waren die Geländewagen überwiegend in der Ober- und Mittelklasse angesiedelt und entwickelten sich so zum Statussymbol. Heute gibt es etwas für jede Geldbörse, vom simplen Kompakt-SUV wie dem Dacia Duster ab 11.490 Euro bis hin zu Luxusmodellen wie dem Lexus RX, dem Bentley Bentayga, dem Lamborghini Urus oder dem neuen Rolls-Royce Cullinan.

Von echten Geländewagen unterschieden sich SUVs aufgrund fehlender Reduktionsgetriebe und Differenzialsperren. Bodenfreiheit und Steigfähigkeit sind bei ihnen geringer und es fehlt der bei geländegängigen Fahrzeugen übliche Leiterrahmen.

Viele SUVs haben keinen Allradantrieb und sind daher für eine schnelle Abkürzung durchs Gelände eher ungeeignet. Dass SUVs in erster Linie eine wichtige Bedeutung für das Lebensgefühl haben, unterstreicht der jüngste Trend der SUV-Coupés. Modelle wie BMW X4 oder X6 sollen mit ihrem coupéhaften Profil mehr Dynamik und Exklusivität vermitteln. Mit echten Geländewagen haben sie nicht mehr viel gemein.

In den USA prägte der Cadillac Escalade das Bild des modernen SUV maßgeblich.
Quelle: dpa/Picture Alliance In den USA prägte der Cadillac Escalade das Bild des modernen SUV maßgeblich

Zwiespältige soziale Akzeptanz

Vor allem Umweltschützer und grüne Politiker kritisieren das Segment der SUVs und fordern zuweilen sogar Verbote. Auf der anderen Seite steigen die Verkaufszahlen kontinuierlich. Denn letztlich sprechen die größeren Fahrzeuge nicht nur Selbstdarsteller mit Macho-Ambitionen an, sondern auch viele Frauen und Senioren, die eine souveräne Sitzposition und die gute Übersicht schätzen.

Mittlerweile gibt es auch Hybridversionen in der SUV-Klasse wie den Honda CR-V oder den Volvo XC60. Dazu kommen rein elektrisch angetriebene Modelle wie der Tesla Model X oder der neuen Audi e-tron. SUV geht also auch mit reinem ökologischem Gewissen.

Das haben SUVs

  • Optional Allradantrieb
  • Fünftürige Karosserie
  • Erhöhte Sitzposition
  • Für die Preisklasse großzügiges Platzangebot

Das haben echte Geländewagen

  • Allradantrieb
  • Mehr Bodenfreiheit
  • Kurz übersetzte Gänge für das Gelände
  • Erhöhte Wattiefe
  • Mehr Achsverschränkung
  • Traditionell Starrachsen und Leiterrahmen