Insignia weiter als Sports Tourer, GSI und Limousine

Opel Insignia B Facelift (2020): Bilder, Motoren, Matrix-Licht

Opel liftet den Insignia: Das Mittelklassemodell erhält neue Motoren, neue Scheinwerfer und eine letzte Frist. Lies hier, wie lange es den Insignia noch gibt.

  • Björn Tolksdorf
  • 0
  • Veröffentlicht am 12/04/2019, 6:45 AM
Opel insignia Limousine und Kombi auf einem Parkplatz nebeneinander stehend
Quelle: Opel Neue Karosserieformen kommen nicht hinzu. Es bleibt bei Kombi (Sports Tourer) und Limousine (Grand Sport)

Finale für den letzten GM-Opel: Auf dem Automobilsalon Brüssel im Januar 2020 präsentiert Opel das geliftete Mittelklassemodell Insignia. Es handelt sich um die planmäßige Überarbeitung zur Halbzeit der Baureihen-Laufzeit. Der Opel Insignia ist neben dem Astra das letzte Opel-Modell, das auf der Technik des ehemaligen Mutterkonzerns General Motors (GM) basiert. Nach dessen Modellwechsel 2021 wird der Insignia noch bis 2023 im Programm stehen.

Es bleibt bei den Karosserieformen Grand Sport (Limousine) und Sports Tourer (Kombi). Bei der Überarbeitung des Insignia folgt Opel dem Muster, das beim kompakten Astra bereits praktiziert wurde: Technisch wie optisch überarbeitet Opel den Insignia nur behutsam. Das Antriebsportfolio jedoch schneidert Opel komplett neu. Nur so kann die Marke ihren Beitrag leisten, dem PSA-Konzern teure Strafzahlungen zu ersparen. Denn die bisherigen Motoren sind zu durstig für die PSA-CO2-Flottenziele.



Neues LED-Matrix-Licht: 84 Lichtpunkte je Scheinwerfer

Der Reihe nach: Die äußerlichen Änderungen halten sich im Rahmen, der Insignia B bekommt einen neuen Kühlergrill und neue Scheinwerfer. Die wichtigste technische Änderung betrifft das Licht. Zunächst einmal leuchtet künftig jeder Insignia mit LED-Licht. In der Basis zwar statisch, aber laut Opel besonders energieeffizient. Darüber rangiert im Insignia die neue Generation des Matrix-LED-Lichts, das bei Opel Intellilux heißt. Bisher verfügte das System über 32 LED-Elemente, nach dem Facelift leuchtet das adaptive Scheinwerfersystem mit 168 Lichtpunkten. 84 Elemente je Seite sind in drei Reihen pro Scheinwerfer angeordnet – so viele wie bei keinem anderen Volumenhersteller, hält Opel fest.

Opel insignia in der Frontansicht, stehend
Quelle: Opel Preise nennt Opel noch nicht. Bislang startet der Insignia bei 29.000 Euro

Damit sollen die Scheinwerfer schneller, präziser und genauer auf die Verkehrssituation reagieren. Denn die höhere Zahl an Lichtpunkten erlaubt eine fließende Anpassung des Lichtkegels an andere Verkehrsteilnehmer. Außerdem leuchtet das Matrix-Licht je nach Fahrsituation und Umgebung unterschiedlich weit und hell.

Bei den Assistenten bessert Opel ebenfalls nach und führt eine neue, digitale Rückfahrkamera sowie einen rückwärtsgerichteten Radar im Insignia ein. Die Kamera überträgt im Vergleich zum bisherigen System ein präziseres und schärferes Bild auf das Infotainment-Display. Das Radarsystem erfasst den Bereich links und rechts des Fahrzeugs und warnt den Fahrer beim Rückwärtsfahren vor Hindernissen oder Querverkehr. Darüber hinaus umfasst das Assistentenpaket wie bisher zum Beispiel eine autonome Notbremse, einen automatischen Parkassistenten und einen adaptiven Tempomaten.

Das Infotainment hatte Opel bereits 2018 grundlegend erneuert und die Systeme Multimedia Radio, Navi und Navi Pro eingeführt. Diese bieten je nach Ausführung weiterhin Online-Dienste wie Echtzeit-Navigation. Das System erhält allerdings ein Update, das sich zumindest im Design niederschlagen soll.

Motoren: Neue Dreizylinder, neue Top-Motoren

Opel kündigt für das Insignia Facelift ein komplett neues Motorenangebot an. Woraus es besteht, dazu schweigt sich der Hersteller noch aus. Klar ist: Ähnlich wie der Astra, den Opel komplett auf Dreizylindermotoren umstellte, muss auch das Antriebsportfolio im Insignia deutlich effizienter werden. Den seit 2018 erhältlichen 1,6-Liter-Turbobenziner (200 PS) hat Opel bereits seit September nicht mehr im Programm. Heißt das, dass der 1.5 Turbo ebenfalls entfällt – und was passiert bei den Dieselmotoren? Schließlich greifen die meisten Insignia-Kunden traditionell zum Kombi – und zu mehr als 60 Prozent zum Dieselmotor.

Opel insignia in der Ansicht von vorne-rechts, fahrend
Quelle: Opel Im Frühjahr 2020 startet der überarbeitete Opel Insignia

Wie man hört, wird Opel zwei verschiedene Dreizylinder-Motoren aus dem Astra in den Insignia übernehmen. Die Basis bildet der 1.4 Turbo, der im Opel Astra 145 PS leistet. Dort koppelt ihn Opel an ein (überzeugendes) stufenloses CVT-Getriebe, das ebenso gut im Insignia passen würde. Dieser Antriebsstrang liegt fertig im GM-Regal, ein Handschalter wird vermutlich ebenfalls lieferbar sein. Der mittlere Benziner könnte entfallen, da im Insignia ohnehin mehr Gewicht auf den Dieselmotoren liegt. Bei den Selbstzündern startet der Insignia mit dem neuen 1.5 Diesel, ebenfalls ein Dreizylinder. Hier ersetzt die Version mit 122 PS (90 kW) den bisherigen Einstiegsdiesel (110 PS). Wie im Astra bildet eine Neungang-Automatik die Alternative zum Sechsgang-Handschalter.

Oberhalb der Brot-und-Butter-Motoren führt Opel im Insignia dem Vernehmen nach noch einmal eine neue Generation 2,0-Liter-Vierzylinder ein. Das gilt für Diesel wie für Benziner. Der Benziner soll in der stärksten Version rund 230 PS leisten, eventuell mehr. Der ebenfalls neu entwickelte 2.0 Diesel könnte etwas schwächer ausfallen als der bisherige Spitzendiesel (210 PS). Gesetzt ist aber die Leistungsklasse um 170 PS. Beide Motoren schalten optional oder serienmäßig mit der Neungang-Automatik.

Zu den stärksten Motoren wird es weiter die sportliche GSI-Ausstattung geben, inklusive Sportsitzen und Sportfahrwerk. Dann wohl auch wieder als Benziner, nachdem Opel den Insignia GSI zuletzt nur noch als Diesel anbieten konnte.



Marktstart im Frühjahr 2020

Nach der Premiere in Brüssel wird Opel zügig die Produktion in Rüsselsheim auf die neuen Varianten umstellen. Nur dann entfaltet das Facelift seine maximale Wirkung beim CO2-Schnitt. Das Preisniveau des Insignia wird sich nicht grundlegend ändern: Bisher startet der große Opel bei 29.000 Euro, die Preisliste endet bei weniger als 50.000 Euro.

Die Bänder für den Opel Insignia B stoppen voraussichtlich Ende 2023. So lange liefert Opel noch Derivate des Insignia an die ehemaligen Schwestermarken: Als Buick Regal steht das Modell zum Beispiel in den USA im Sortiment, in Australien verkauft Holden den Insignia als Commodore. Wenn diese Lieferverpflichtungen ausgelaufen sind, kann Opel die Produktion des allerletzten GM-Opel-Modells im Stammwerk Rüsselsheim beenden. Danach wird Opel voraussichtlich nur noch Fahrzeuge auf die Straße bringen, die auf der Technik des neuen Mutterkonzerns PSA basieren.

der Opel Insignia in Bildern

  • Opel insignia in der Ansicht von vorne-links, stehend
    Quelle: Opel In der GSI-Ausstattung kommen Sportfahrwerk und -Sitze dazu
  • Opel insignia in der Ansicht von hinten-rechts, fahrend
    Quelle: Opel Optisch fällt das Facelift überschaubar aus. Unter der Haube jedoch ändert Opel das gesamte Motoren-Angebot
  • Opel insignia in der Frontansicht, stehend
    Quelle: Opel Preise nennt Opel noch nicht. Bislang startet der Insignia bei 29.000 Euro
  • Opel insignia Limousine und Kombi auf einem Parkplatz nebeneinander stehend
    Quelle: Opel Neue Karosserieformen kommen nicht hinzu. Es bleibt bei Kombi (Sports Tourer) und Limousine (Grand Sport)
  • Opel insignia in der Ansicht von vorne-rechts, fahrend
    Quelle: Opel Im Frühjahr 2020 startet der überarbeitete Opel Insignia
  • Opel insignia in der Ansicht von vorne-rechts, stehend vor einem Stadt-Panorama
    Quelle: Opel Der Insignia ist eines der letzten Fahrzeuge aus dem Opel-Konzern, das noch Gene des ehemaligen Mutter-Konzerns GM besitzt
  • Opel insignia in der Ansicht von vorne-rechts, fahrend
    Quelle: Opel Der Insignia bekommt neue Scheinwerfer. 168 LED-Elemente sollen schneller und präziser auf die Verkehrssituationen reagieren
  • Opel insignia in der Ansicht von vorne-links, fahrend
    Quelle: Opel Voraussichtlich stehen ab dem Ende des Jahres 2023 die Produktionsbänder für den Insignia still