Nicht nur unangehnehm sondern unter Umständen gefährlich

Benzingeruch im Auto? Achtung!

Es mag unangenehmere Gerüche geben als den von Benzin. Benzingeruch im Auto aber sollte nicht nur den Geruchssinn, sondern auch den gesunden Menschenverstand umgehend auf den Plan rufen. Denn die durch Kraftstoff entstehenden Dämpfe sind hoch gesundheitsschädigend und darüber hinaus buchstäblich brandgefährlich. Wir zeigen Dir, wie Du der Ursache des Geruchs auf die Spur kommst und den Geruch im Wagen wirkungsvoll bekämpfen kannst.

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  • Veröffentlicht am 10/24/2019, 12:07 PM
Ein beliebtes Mittel gegen starke Gerüche ist Essig
Quelle: picture alliance / dpa Themendie Ein beliebtes Mittel gegen starke Gerüche ist Essig. Stelle dazu eine offene Schale mit erhitztem Essig in den Innenraum Deines Autos

Je nachdem, wie lange man ihnen ausgesetzt ist, können von Benzin oder Diesel verursachte Dämpfe akute Vergiftungserscheinungen wie Kopfschmerzen und Übelkeit bis hin zur Bewusstlosigkeit auslösen. Im schlimmsten Fall führen sie sogar zu einer tödlichen Atemlähmung. Umso wichtiger ist es also, dass Du Benzingeruch im Auto nicht ignorierst, sondern schnellstmöglich reagierst, sobald Du Benzin im Innenraum des Wagens riechst.
Eine ausreichende Lüftung des Innenraums ist jetzt zwingend erforderlich. Noch bevor Du Dich auf die Suche nach der Ursache für den Benzingeruch machst, sollte eine Erste-Hilfe-Maßnahme daher darin bestehen, dass Du Seitenfenster, Türen und Heck- beziehungsweise Kofferraumklappe des Autos weit öffnest und anschließend auch eine Zeit lang offen lässt.

Mögliche Ursachen für den Benzingeruch im Innenraum

Nun gilt es der Ursache für den Benzingeruch auf den Grund zu gehen. Häufigster Grund dafür, dass es im Auto nach Benzin riecht, ist der gängige Fünf-Liter-Kunststoff-Reservekanister, den viele Autofahrer im Kofferraum mit sich führen. Allerdings ist die Innenwand dieser Kanister nach Angaben von Experten des Allgemeinen Deutschen Automobil-Clubs (ADAC) meist nicht beschichtet. Das hat zur Folge, dass eine sehr geringe Menge des Benzins durch die Wand des Kanisters diffundieren, also austreten kann. Dadurch entstehen Dämpfe, die die Fahrzeuginsassen dann schnell riechen.
Auch Blechkanister können die Ursache für einen Benzingeruch im Auto sein. Schnell gehen beim Befüllen einmal ein paar Tropfen daneben, die Du dann im Fahrzeug riechen kannst. Aber egal, ob ein Plastik- oder Blech-Reservekanister die Ursache ist – bereits die ausreichende Lüftung des Fahrzeugs und/oder ein Austausch beziehungsweise eine Reinigung des Behälters schaffen hier rasche Abhilfe.

Der Motorraum: Die Suche nach einer Leckage ist schwierig

Nicht immer aber ist der Reservekanister allein der Übeltäter. Je nachdem, wie viel Benzin beim Tanken verschüttet worden ist, können sich auch die im Kofferraum verlegten Materialien, wie Teppich oder Filz, mit Benzin vollsaugen. Die bloße Lüftung des Autos hilft dann nicht mehr. Die Ursache für den Benzingeruch befindet sich nicht im Kofferraum? Dann solltest Du den Innenraum des Fahrzeugs sowie den Motor als mögliche Orte der Ursache überprüfen. Dabei gilt für den Innenraum dasselbe wie für den Kofferraum: Sind Fußmatten, Teppiche oder Sitzpolster aufgrund einer Ungeschicklichkeit mit Benzin in Berührung gekommen, reicht die bloße Lüftung des Fahrzeugs nicht. Dann müssen weitere Maßnahmen ergriffen werden. 
Im Motorraum gestaltet sich die Suche nach der Leckage, die den Benzingeruch ausgelöst hat, gerade für Laien und auch bei neuen Autos schwierig. Denn die Motoren moderner Autos sind meist mit Kunststoffabdeckungen verkleidet, sodass sich auf den ersten Blick kaum etwas erkennen lässt.

Auch ein Bordstein kann schuld sein

Naheliegend scheint zunächst, dass der Geruch von einer undichten Kraftstoffleitung verursacht worden sein könnte. Der ADAC aber erklärt, dass die Kraftstoffleitungen moderner Autos aus Materialien hergestellt werden, die trotz zunehmender Lebensdauer nicht porös werden und daher kaum die Ursache für einen etwaigen Benzingeruch sein können. 
Anders sieht es aus, wenn die Kraftstoffleitung durch Gewalteinwirkung beschädigt wird und dann undicht ist. Das ist gar nicht so unwahrscheinlich. Schon das unglückliche Aufsetzen des Fahrzeugs mit dem Unterboden auf einem Bordstein oder das Überfahren eines auf der Straße liegenden Gegenstandes kann eine solche Beschädigung an der Kraftstoffleitung, aber zum Beispiel auch am Kraftstofftank, verursachen, wissen die Experten des ADAC.
Bei älteren Fahrzeugen und bei Oldtimern gestaltet sich die Suche nach der Ursache deutlich einfacher. Hier sind die Motoren in aller Regel nicht verkapselt und geben jederzeit den Blick auf die verschiedenen Bauteile frei. Es mag zunächst verblüffend klingen – aber nun gilt es vor allem auf ungewöhnlich saubere Stellen zu achten. Hat Benzin doch die Eigenschaft, Öle, zum Beispiel Motoröl, aber auch Schmierfette wegzuwaschen. So wird für manche Reinigungsarbeiten bekanntlich Waschbenzin eingesetzt. Damit ist klar: Wo Motorteile ungewöhnlich sauber sind, hat sich das Benzin offensichtlich seinen Weg gebahnt. Verfolgst Du diesen Weg zurück, lässt sich das Leck, zum Beispiel eine undichte Dichtung, meist finden.
Du kannst die Ursache für den starken Benzingeruch nicht schnellstmöglich finden und beheben? Dann ist es ratsam, eine Fachwerkstatt aufzusuchen. Wer unsicher ist, was im Einzelfall zu tun ist, kann zunächst auch bei den Fachleuten des ADAC oder eines anderen Automobilclubs, zum Beispiel beim Auto Club Europa (ACE), um Rat fragen.

Was Du jetzt tun solltest

Die Quelle des Benzingeruchs ist lokalisiert und Fenster und Türen sind geöffnet, der Geruch verschwindet aber trotzdem nicht aus dem Auto? Es gibt ein paar Tricks, die Du anwenden kannst.
Haben sich zum Beispiel die herausnehmbaren Fußmatten mit Benzin vollgesogen, solltest Du diese mehrfach mit klarem Wasser abspülen. Hilft das alleine nicht, kann auch ein Wasser-Spülmittel-Gemisch zum Einsatz kommen. Später lässt Du die Matten dann an der Luft beziehungsweise, wenn möglich, in der Sonne trocknen. 
Ist das Benzin über die Fußmatte aber bis zum Autoteppich vorgedrungen, ist es sinnvoll, sich im Supermarkt Katzenstreu zu besorgen. Das Granulat bindet zunächst die Flüssigkeit und verdrängt damit in der Folge meist auch schon den Geruch. Anschließend lässt sich die Katzenstreu problemlos vom Teppich absaugen. 

Hausmittel: Kaffee und Essig helfen

Als klassisches Hausmittel gegen schlechte Gerüche aller Art und damit auch gegen Benzingeruch gilt aber auch – man glaubt es kaum – Kaffee! Und so gehst Du vor: Zunächst legst Du ein handelsübliches Stück Haushaltspapier auf die entsprechende Stelle des Teppichs. Dann kippst Du eine Handvoll Kaffeemehl oder besser noch Kaffeebohnen auf das Papier. Der Kaffeegeruch vertreibt den Benzingeruch dann meist über Nacht. Ist die entsprechende Stelle bereits abgetrocknet, reicht es meist schon, wenn Du den Kaffee in ein Schälchen füllst und dieses im Auto platzierst. 
Alternativ ist auch Essig ein gutes (Haushalts-)Mittel der Wahl gegen starke Gerüche. Der Essig wird zunächst erhitzt und dann in ein offenes Behältnis gefüllt. Dieses wird jetzt in den Kofferraum oder den Innenraum des Autos gestellt. Auch beim Essig ist es sinnvoll, ihn über Nacht im Fahrzeug zu belassen. Am nächsten Tag sollte der intensiv riechende Essig den Benzingeruch schließlich vertrieben haben. 



Benzingeruch im Auto – Was hilft?

  • Lüften, Lüften, Lüften
  • Fußmatten mit einem Wasser-Spülmittel-Gemisch abwaschen und in der Sonne trocknen lassen
  • Eine Handvoll Kaffeebohnen in ein Schälchen füllen und über Nacht im Auto belassen
  • Essig erhitzen und in einem Gefäß ebenfalls über Nacht wirken lassen
  • Plastik-Reservekanister durch einen aus Blech ersetzen. Vorsichtig befüllen, Kanister ggf. abwaschen.
  • Wenn sich die Ursache nicht klar lokalisieren lässt, umgehend eine Werkstatt aufsuchen
  • Im Zweifelsfall hilft auch einer der Automobilclubs (ADAC, ACE usw.) weiter.