Mögliche Ursachen und Lösungen

Feuchtigkeit im Auto: Diese Tipps und Tricks helfen

Die Scheiben Deines Autos sind ständig beschlagen und die Fußmatten nass? Dann ist irgendetwas im Fahrzeug undicht – und Du solltest dringend handeln.

  • Fabian Hoberg
  • Veröffentlicht am 05/31/2020, 08:45 AM
Ein Mann legt Zeitungspapier in den Beifahrerfußraum seines VW Tiguans, um die Feuchtigkeit im Auto in den Griff zu bekommen.
Quelle: dpa / Picture Alliance Feuchtigkeit im Auto sammelt sich gerne in den Fußräumen. Mit Zeitungspapier kannst Du die Feuchtigkeit aufnehmen und aus dem Auto entfernen

Trotz trockener Fahrbahn fühlst Du Dich während der Fahrt wie im Dauerregen. An den Innenscheiben läuft das Kondenswasser herunter. Die Polster fühlen sich klamm an, und unter dem Schuh bildet sich auf der Fußmatte eine kleine Pfütze. Das Fahrzeug wirkt wie ein fahrendes Feuchtbiotop.

Wenn das auf Deinen Gebrauchtwagen zutrifft, dann solltest Du schnell etwas dagegen tun. Feuchtigkeit im Innenraum schadet nicht nur dem Fahrzeug, sondern greift auch Deine Gesundheit an. Wir sagen Dir, wie Du mögliche Feuchtigkeit finden kannst und wie Du diese Feuchtigkeit aus dem Innenraum entfernen kannst.


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Mögliche Ursachen: Wie entsteht die Feuchtigkeit überhaupt?

Wasser kann ganz unterschiedliche Wege in den Innenraum des Autos finden. Der häufigste, abgesehen von Atemluft, ist der über Schuhe und Kleidung. Wenn Du mit regennassen Mänteln oder schneebedeckten Schuhen ins Auto steigst, bleibt die Feuchtigkeit auf Fußmatten, Polstern oder Leder. Wird diese nicht über die Lüftung abgetragen, sammelt sich das Wasser im Auto.

Aber die Feuchtigkeit kann auch technische Gründe haben. Bei älteren Fahrzeugen kann Wasser von außen durch die Karosserie in den Innenraum dringen. Es gibt viele Stellen, die mit der Zeit porös oder defekt werden können. Besonders bei Dauer- oder Starkregen dringt dann über diese Stellen Wasser ins Auto ein und sammelt sich mit der Zeit an den tiefsten Stellen.



Feuchtigkeit im Auto beseitigen

Bei älteren Fahrzeugen solltest Du bei Feuchtigkeit im Auto folgende Stellen untersuchen:

1. Fahrer- und Beifahrerfußmatten

Hebe die vorderen Fußmatten hoch und kontrolliere den Boden. Hat sich dort Wasser gesammelt oder ist er lediglich feucht? Geben die Matten bereits einen leicht modrigen Geruch ab?

Lösung:

Entferne die Fußmatten aus dem Auto und trockne sie in Keller, Garage oder Badezimmer. Leg sie erst wieder ins Auto, wenn sie vollständig trocken sind. In der Zwischenzeit kann altes Zeitungspapier den Fußraum trocknen und gleichzeitig als provisorische Matte dienen. Wenn das Papier einen Teil der Auto-Feuchtigkeit aufgesogen hat, kannst Du die Zeitungen gegen trockene austauschen.

2. Wasser an der Innenseite der Windschutzscheibe

Wenn die Innenseite der Windschutzscheibe permanent nass ist, kann der obere Scheibenrahmen undicht sein.

Lösung:

Klebe mit Gaffer-Tape (auch Gaffa-Tape, Gaffa genannt) oder einem anderen schweren Klebeband den oberen Scheibenrahmen provisorisch ab und kontrolliere weiter die Scheibeninnenseite. Bleibt sie nun trocken, benötigst Du eine neue Scheibendichtung – oder Du fährst mit dem Klebeband weiter.

Eine Frau wischt die Windschutzscheibe ihres Autos von innen ab.
Quelle: dpa / Picture Alliance Feuchtigkeit im Innenraum schadet nicht nur dem Fahrzeug, sondern greift auch Deine Gesundheit an

3. Wasser in Reserveradmulde

Wenn Du im Innenraum schon Schwappgeräusche hörst, steht bereits Wasser in der Reserveradmulde oder den Seitenfächern. Spätestens dann musst Du handeln.

Lösung:

Die Feuchtigkeit muss sofort aus dem Auto raus. Entweder über den im Boden liegenden (bisher verstopften) Ablaufstopfen oder über einen Schlauch. Du kannst die Flüssigkeit auch mit einem Lappen aufsaugen. Es gibt mehrere Möglichkeiten, wie die Feuchtigkeit dorthin dringen konnte: Meist kommt sie über eine defekte Heckscheibendichtung, aber sie kann auch durch einen defekten Radkasten sickern. Kontrolliere deshalb alle Stellen.

Wie beugst Du Feuchtigkeit am besten vor?

Vor allem im Winter wird das Auto häufig von innen nass. Das passiert, wenn Du oder andere Passagiere mit regennassen oder schneebedeckten Schuhen und Mänteln in den Innenraum steigen. Daher solltest Du Dich in dieser Jahreszeit möglichst trocken ins Auto setzen, Füße und Jacken vorher abklopfen und schütteln, damit möglichst wenig Wasser ins Auto getragen wird.

Bei älteren Fahrzeugen hilft es, von Zeit zu Zeit die neuralgischen Schwachstellen zu überprüfen und so früh wie möglich die Schäden zu reparieren. Du kannst das Fahrzeug auch hin und wieder mit einem speziellen Luftentfeuchter fürs Auto trocknen. Für diese Art des Auto-Entfeuchtens benötigst Du aber meist eine Unterstellmöglichkeit mit einem Stromanschluss.

Ein Auto fährt über eine nebeldurchflutete Landstraße.
Quelle: dpa / Picture Alliance Gerade nach Regengüssen und feuchten Nächten kann es sein, dass die Feuchtigkeit in Deinem Auto kaum herauszubekommen ist

Welche Hausmittel helfen gegen die Feuchtigkeit?

Wenn Du Feuchtigkeit im Auto hast und die Ursache vorerst nicht klären kannst, gibt es ein paar Hausmittel, um den Schaden zu begrenzen. Diese reduzieren aber nur die Feuchtigkeit im Auto, verhindern können sie sie nicht. Du kannst

  1. eine Schale Reis in den Fußraum stellen, die Feuchtigkeit aufsaugt.
  2. eine Schale Kaffeepulver in den Fußraum stellen, die Feuchtigkeit aufsaugt.
  3. Zeitungspapier unter die Fußmatten legen, das Feuchtigkeit aufsaugt.
  4. Heizung und Klimaanlage voll aufdrehen, um feuchte Stellen zu trocknen.
  5. Dir ein spezielles Gerät zum Auto-Entfeuchten besorgen.


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Wieso sollte Feuchtigkeit im Auto vermieden werden?

Es gibt mehrere Gründe, um das Auto zu entfeuchten. Einmal führt Nässe im Auto zu Korrosion. Schrauben, Kanten oder Schweißnähte können rosten. Bei Autos mit viel Nässe im Fahrzeuginneren, oft in der Reserveradmulde oder im vorderen Fußraum, kann unter Umständen der Fahrzeugboden durchrosten.

Der andere Grund ist die Gesundheit. Nässe in Stoffen und Polstern führt zu Schimmelpilzsporen und Bakterien, die gesundheitsschädlich sind. Schon deshalb solltest Du darauf achten, dass der Innenraum des Autos auf Dauer trocken bleibt.

Weitere nützliche Tipps und Tricks

Nach kalten oder regnerischen Wochen und Monaten hilft es meist, das Auto über längere Zeit aufzuheizen und die Nässe damit aus dem Fahrzeuginneren zu treiben. Das kannst Du auf einer längeren Fahrt tun. Oder Du öffnest bei den ersten warmen Sonnenstrahlen die Seitenfenster ein wenig – allerdings nur, wenn das Auto sicher steht und nicht geklaut werden kann.



Besonders bei älteren Fahrzeugen ist ein regelmäßiger Blick unter den Teppich und in den Kofferraum sinnvoll. Nässe im vorderen Bereich kann viele Ursachen haben. Häufig gelangt die Feuchtigkeit über poröse Gummis der Windschutzscheibe nach innen. Aber auch verstopfte Regenablauflöcher unter der Motorhaube können Wasser ins Auto leiten. Deshalb solltest Du auch diese Ablaufbereiche vor allem im Herbst und Winter kontrollieren und sie gegebenenfalls mit einem Staubsauger reinigen.