Der A3 mit überarbeitetem Innenraum: Audi baut das Cockpit komplett um
Neues Curved-Display, cleverer Ampel-Assistent, gleiche Motoren: Der A3 wird ab September 2026 zum Touch-Kompakten. Lohnt sich der Kauf?
- Das Wichtigste in Kürze
- Der Audi A3 im Testbericht: Wie er sich fährt
- Die Motoren des Audi A3: Überblick und Empfehlung
- Welche Karosserie-Varianten gibt es?
- Welche Ausstattungs-Varianten und Extras sind empfehlenswert?
- Vor- und Nachteile des Audi A3
- Einordnung: Generationen, Facelifts und Updates
- Welche bekannten Probleme gibt es beim Audi A3?
- Fazit: Für wen lohnt sich der Audi A3?
Das Wichtigste in Kürze
- Ein Curved Display ersetzt einen Großteil der bisherigen Tasten im A3.
- Der adaptive Fahrassistent plus kann an roten Ampeln selbstständig bremsen und bei Grün anfahren.
- Trotz Digitalisierung bleibt ein klassischer Drehregler erhalten, allerdings nicht dort, wo man ihn vermutet.
Weniger Tasten, mehr Bildschirm: Audi baut den A3 zur Modellpflege 2026 komplett um. An Motoren und Karosserie ändert sich dagegen nichts. Wir zeigen dir, was das neue Cockpit kann, was es kostet und für wen sich der Kauf lohnt.
Der Audi A3 ist der digitale Alleskönner unter den Kompakten, mit Curved Display, breitem Motorenangebot und drei Karosserieformen.
Der Audi A3 im Testbericht: Wie er sich fährt
Der ADAC hat den A3 Sportback in seiner aktuellen Ausführung vor der Modellpflege 2026 getestet, und zwar sowohl als Plug-in-Hybrid 1.5 TFSIe mit 204 PS Systemleistung als auch als 35 TDI mit 150 PS.
Ein Test zur Modellpflege 2026 liegt noch nicht vor, da diese erst ab Mitte September 2026 beim Händler steht. Da sich laut Audi an Motoren und Fahrwerk nichts ändert, bleiben die Testwerte aber weiterhin aussagekräftig.
Insgesamt vergibt der ADAC dem Plug-in-Hybrid die Gesamtnote 2,0, der Diesel erreicht 2,1.
Beim Plug-in-Hybrid überzeugt vor allem die elektrische Reichweite: Mit einer Nettokapazität von 19,7 Kilowattstunden fährt der A3 im gemischten Betrieb rein elektrisch über 120 Kilometer weit.
Selbst mit leerer Batterie bleibt der Verbrauch mit 5,7 Litern je 100 Kilometer im Hybridmodus moderat. Von null auf Tempo 100 vergehen 7,4 Sekunden. Als Höchstgeschwindigkeit nennt der ADAC 225 Kilometer pro Stunde.
Der VW Golf ist die technische Basis des A3 und gilt als besonders praxisorientierter Alleskönner der Kompaktklasse.
Der 2.0 TDI mit 150 PS und 360 Newtonmetern maximalem Drehmoment gilt als kräftiger Motor mit gutem Ansprechverhalten, allerdings mit nur durchschnittlicher Laufkultur bei Vibrationen und Akustik.
Im ADAC-Ecotest erreicht der Diesel einen Durchschnittsverbrauch von 5,0 Litern je 100 Kilometer und vier von fünf Sternen.
Vergleichbare Modelle in der Kompaktklasse:
- VW Golf
Baugleiche Plattform wie der A3, ähnliche Motoren-Palette, gilt als etwas praktischer orientiert. - BMW 1er
Sportlicherer Charakter, positioniert sich preislich ähnlich zum A3. - Mercedes-Benz Klasse A
Ebenfalls mit großem Digital-Cockpit, gilt als direkter Premium-Rivale.
Der BMW 1er setzt in der Kompaktklasse auf einen sportlicheren Charakter.
Die Motoren des Audi A3: Überblick und Empfehlung
| Modell | Leistung | Antrieb | Verbrauch kombiniert |
|---|---|---|---|
| A3 Benzin/Diesel | 85 kW/116 PS | Front | 6,1 bis 4,4 Liter/100 km |
| A3 Benzin/Diesel | 110 kW/150 PS | Front | 6,2 bis 4,7 Liter/100 km |
| A3 e-hybrid | 150 kW/204 PS | Front | 1,4 bis 1,1 Liter/100 km, 12,9 bis 12,1 kWh/100 km |
| A3 e-hybrid | 200 kW/272 PS | Front | 1,4 bis 1,2 Liter/100 km, 13,1 bis 12,5 kWh/100 km |
| Audi S3 | 245 kW/333 PS | quattro | 8,5 bis 8,0 Liter/100 km |
| Audi RS 3 | 294 kW/400 PS | quattro | 9,4 bis 8,9 Liter/100 km |
Für den Alltag empfiehlt sich der 150-PS-Benziner: Er bringt ausreichend Leistung mit, ohne bei den Unterhaltskosten stark ins Gewicht zu fallen.
Wer viel im Stadtverkehr unterwegs ist und eine Wallbox zu Hause hat, für den lohnt sich der A3 e-hybrid mit 204 PS. Seine elektrische Reichweite liegt bei bis zu 142 Kilometern kombiniert im WLTP-Zyklus.
Die Mercedes-Benz A-Klasse punktet mit großem Digital-Cockpit. Er ist ein direkter Premium-Rivale zum A3.
Der RS 3 richtet sich klar an Fahrer, die maximale Fahrdynamik suchen und dafür bereit sind, deutlich höhere Kfz-Steuer und Versicherungsprämien in Kauf zu nehmen.
Im Audi RS 3 arbeitet weiterhin ein Fünfzylinder-Motor: ein seltenes Konstruktionsprinzip, das dem Wagen seinen unverkennbaren Sound verleiht.
Welche Karosserie-Varianten gibt es?
Die A3-Baureihe bleibt in ihrer Modellvielfalt unverändert und umfasst A3 Sportback und A3 Limousine, ergänzt um die sportlichen Varianten S3 und RS 3. Die Abmessungen sind sehr ähnlich.
Audi A3 Sportback
- Länge: 4,34 m
- Breite (ohne Außenspiegel): 1,82 m
- Höhe (ohne Dachantenne): 1,43 m
- Radstand: 2,64 m
- Kofferraumvolumen: 380 Liter
- Kofferraumvolumen bei umgeklappter Rückbank: 1.200 Liter
Audi A3 Limousine
- Länge: 4,50 m
- Breite (ohne Außenspiegel): 1,82 m
- Höhe (ohne Dachantenne): 1,43 m
- Radstand: 2,64 m
- Kofferraumvolumen: 425 Liter
Welche Ausstattungs-Varianten und Extras sind empfehlenswert?
Die Fahrerassistenzsysteme bündelt Audi künftig in drei Paketen: Tech, Tech plus und Tech pro. Empfehlenswert ist mindestens das Paket Tech plus, da hier der adaptive Fahrassistent plus mit automatischem Ampel-Stopp-and-Go enthalten ist.
Wer häufig in engen Garagen oder Tiefgaragen parkt, sollte zum Parkassistenten pro greifen: Er beherrscht das trainierte Parken und lässt sich per Fernbedienung aus der myAudi-App steuern. So musst du erst nach dem Ausparken einsteigen.
Beim Interieur lohnt sich ein Blick auf die neuen Materialien: Neben Carbon und Mikrofaser Dinamica gibt es jetzt auch den helleren Stoffbezug „Krepp hell“.
Praktisch im Alltag ist zudem die kabellose Ladeschale mit 25 Watt Ladeleistung, die jetzt zum Fahrersitz hin ausgerichtet ist.
Vor- und Nachteile des Audi A3
Pro
- Großes, modernes Curved Display mit umfassendem Funktionsumfang
- Adaptiver Fahrassistent plus mit Ampel-Erkennung serienübergreifend verfügbar
- Breites Motoren- und Karosserieangebot für unterschiedliche Ansprüche
Contra
- Klimabedienung wandert komplett ins Touch-Menü
- Weniger physische Tasten, dadurch unterwegs weniger intuitiv bedienbar
- Verlängerung der Online-Dienste nach drei Jahren kostenpflichtig
Einordnung: Generationen, Facelifts und Updates
Der Audi A3 gehört seit Jahren zu den festen Größen der Kompaktklasse. Die aktuelle Generation erhielt zuletzt 2025 eine Überarbeitung des Exterieurs. Bei der jetzigen Modellpflege steht der Innenraum im Fokus.
Mit dem neuen Cockpit-Layout gleicht sich der A3 der Bedienphilosophie größerer Audi-Modelle wie Q4 und Q7 an. Die hatten ihr Interieur-Design bereits zuvor umgestellt.
Die sportlichen Varianten S3 und RS 3 erhalten außerdem neue digitale Tagfahrlichtsignaturen sowie eigene Badges im Singleframe-Kühlergrill.
Welche bekannten Probleme gibt es beim Audi A3?
Da die überarbeiteten A3-Modelle erst ab Mitte September 2026 ausgeliefert werden, liegen zur Modellpflege 2026 noch keine Erfahrungswerte oder Rückrufe vor.
Für die aktuelle A3-Generation, Baureihe 8Y mit Marktstart 2020, gab es in den vergangenen Jahren jedoch mehrere Rückrufe, vor allem wegen Sicherheitsgurten, Airbags und elektrischen Steckverbindungen.
Der bekannteste Fall betrifft die Sicherheitsgurte: Rund 20.500 A3- und RS-3-Modelle weltweit (davon 6.700 in Deutschland) waren betroffen, gebaut zwischen November 2018 und Januar 2022.
Bei Fahrzeugen mit schaltbarem Frontgurt arbeitete die Gurtspule nicht zuverlässig, sodass die Vordersitze im Ernstfall möglicherweise nicht die volle Rückhaltekraft entwickelt hätten.
Betroffene Halter erhielten in der Werkstatt kostenlos beide vorderen Sicherheitsgurte ersetzt, geführt unter dem Aktionscode 68I2.
Zwei weitere Rückrufe drehten sich um Innenraumsicherheit und Antrieb. Rund 5.644 Fahrzeuge der Baujahre 2021 und 2022 mussten nachgebessert werden, weil der Beifahrerairbag falsch zusammengelegt war und im Ernstfall nicht die volle Schutzwirkung entfaltet hätte.
Bei den A3- und Q3-Plug-in-Hybriden konnte eine defekte Sicherung bei weltweit 24.450 Fahrzeugen der Baujahre 2020 bis 2022 im Fall eines Kurzschlusses in der Hochvoltbatterie ein Brandrisiko auslösen.
Zahlenmäßig am größten fiel der Rückruf von 137.573 Fahrzeugen der Modelle A3 und Q2 mit den Baujahren 2019 bis 2023 aus: Hier war eine Steckverbindung am Sicherungsträger unsauber montiert. In Deutschland war dieser Rückruf mit lediglich 29 betroffenen Fahrzeugen kaum relevant.
Beim ADAC-Test fiel zudem auf, dass die Materialqualität im Innenraum gegenüber dem Vorgänger nachgelassen hat und der Kunststoff-Mix nicht mehr besonders hochwertig wirkt.
Bei der neuen Bedienlogik der Modellpflege 2026 kritisieren mehrere Fachmedien, dass die Klimasteuerung nun komplett per Touch erfolgt und die Blindbedienung während der Fahrt dadurch schwerer fällt. Immerhin bleibt am Lenkrad eine mechanische Scrollwalze erhalten.
Vor dem Kauf eines gebrauchten A3 lohnt sich zusätzlich ein Blick in die Rückruf-Datenbank des Kraftfahrt-Bundesamtes, weil sich die Datenlage dort laufend ändert.
Fazit: Für wen lohnt sich der Audi A3?
Der Audi A3 bleibt mit der Modellpflege 2026 ein vielseitiger Begleiter für alle, die ein digitales, gut ausgestattetes Kompaktfahrzeug suchen und mit reiner Touch-Bedienung im Innenraum leben können.
Für Vielfahrer mit langen Autobahnstrecken sind der leistungsfähige adaptive Fahrassistent plus und die breite Motorenpalette ansprechend. Fahranfänger und Stadtfahrer profitieren besonders von den erweiterten Parkassistenten.
Wer hingegen Wert auf physische Tasten und eine besonders einfache Bedienung legt, sollte vor dem Kauf unbedingt eine Probefahrt einplanen.
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