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Eine Collage aus vier Autos: McLaren MP4-12C, Audi R8, Nissan GT-R, Ferrari F430
Quelle: McLaren, Audi, Nissan, Ferrari | Collage: mobile.de
McLaren, Audi, Nissan und Ferrari zeigen, wie unterschiedlich der Weg zum Supersportwagen ausfallen kann: vom britischen Kleinserienhersteller bis zum japanischen Großserienmodell.

Das Wichtigste im Überblick

  • Der Zustand und die Wartungshistorie beeinflussen den Wiederverkaufswert stärker als die reine Laufleistung.
  • Bekannte Schwachstellen wie beim GT-R-Getriebe lassen sich vorab in Foren recherchieren.
  • Die laufenden Kosten unterscheiden sich je nach Marke deutlich und sollten in die Kaufentscheidung einfließen.

Ein Supersportwagen bleibt für die meisten ein Traum. Gebraucht rückt er aber plötzlich in greifbare Nähe. Von Audi R8 bis Ferrari F430: Wir zeigen dir sieben Modelle, ihre Stärken, Schwächen und was du beim Kauf beachten musst.

Audi R8 V10 ab 43.000 Euro

Ein blauer Audi R8 V10 fährt auf einer Landstraße.
Quelle: Audi
Die zweite Audi-R8-Generation teilt sich die Plattform mit dem Lamborghini Huracán: ein Erbe aus der engen Zusammenarbeit beider Marken.

Der Audi R8 war 2006 der erste Supersportwagen der Marke. Er entstand technisch eng verzahnt mit Lamborghini.

Sein 5,2-Liter-V10-Saugmotor leistet je nach Baujahr zwischen 525 und 620 PS, treibt serienmäßig alle vier Räder an und liefert einen unverwechselbaren Sound.

Geeignet für

  • Technikfans, Alltagsfahrer mit Sportwagen-Wunsch, Autofahrer mit Allrad-Vorliebe

Nicht geeignet für

  • Sparfüchse beim Werkstattbesuch, Minimalisten, die auf Understatement setzen

Der R8 spielte bereits in mehreren Marvel-Filmen mit, u. a. als Dienstwagen von Tony Stark alias „Iron Man“.

Vorteile

  • Solide Verarbeitung dank Manufakturbau in den Böllinger Höfen
  • Ersatzteile und Werkstätten sind vergleichsweise gut verfügbar
  • Alltagstauglicher als viele Konkurrenten aus Italien

Nachteile

  • Der Allradantrieb erhöht Gewicht und Wartungsaufwand
  • Hoher Kraftstoffverbrauch im zweistelligen Bereich
  • Frühe Modelle mit V8-Motor bieten weniger Prestige als die V10-Version
Blauer Audi R8 Sportwagen steht auf Asphalt vor einem modernen Gebäude mit Glasfassade und Pflanze im Topf.
Blauer Audi R8 Sportwagen steht auf Asphalt vor einem modernen Gebäude mit Glasfassade und Pflanze im Topf.
Audi R8 V10

Der Audi R8 V10 kombiniert einen Mittelmotor-Sportwagen mit Alltagstauglichkeit und quattro-Allradantrieb.

Lotus Esprit V8 ab 50.000 Euro

Ein schwarzer Lotus Esprit V8 fährt auf einer Landstraße.
Quelle: Lotus
Erst 1996 spendierte Lotus dem Esprit einen Biturbo-V8. Zuvor musste ein Vierzylinder-Turbo für den nötigen Vortrieb sorgen.

Der Lotus Esprit V8 kam 1996 als erster und einziger Achtzylinder der Baureihe auf den Markt.

Sein 3,5-Liter-Biturbo-V8 leistet 354 PS. Bei einem Fahrzeuggewicht von deutlich unter 1.400 Kilogramm sorgt das für einen bissigen Antritt.

Geeignet für

  • Sammler, Liebhaber britischer Sportwagen-Geschichte, Fahrer ohne Platzbedarf

Nicht geeignet für

  • Familien, Vielfahrer mit Gepäck, Automatik-Fans

Nur 10.500 Exemplare des Lotus Esprit entstanden zwischen 1976 und 2004.

Vorteile

  • Geringes Gewicht sorgt für direkte Fahrdynamik
  • Extrem geringe Stückzahl macht ihn zur echten Rarität
  • Markantes Keilform-Design aus den Siebzigern, das bis zuletzt Bestand hatte

Nachteile

  • Kein Automatikgetriebe erhältlich
  • Kaum Kofferraum, selbst für zwei Golftaschen reicht der Platz nicht
  • Ersatzteile sind wegen der geringen Produktionszahlen schwer zu bekommen
Ein roter Lotus Esprit steht in einer Hofeinfahrt.
Ein roter Lotus Esprit steht in einer Hofeinfahrt.
Lotus Esprit

Der Lotus Esprit steht für konsequenten Leichtbau und ein Fahrgefühl, das nah am Rennstreckenerlebnis liegt.

Ferrari 360 Modena ab 68.000 Euro

Ein silberner Ferrari 360 Modena steht vor einem grünen Hügel.
Quelle: Ferrari
Mit dem 360 setzte Ferrari erstmals konsequent auf eine komplette Aluminium-Karosserie statt auf klassischen Stahlbau.

Der Ferrari 360 Modena löste 1999 den F355 ab und ist bis heute der meistverkaufte Sportwagen in der Geschichte der Marke.

Der 3,6-Liter-V8-Mittelmotor leistet 400 PS bei 8.500 Umdrehungen pro Minute und beschleunigt den Wagen in 4,5 Sekunden auf 100 km/h.

Geeignet für

  • Ferrari-Einsteiger, Liebhaber italienischen Designs, Fahrer mit Werkstatt-Vertrauen

Nicht geeignet für

  • Sparsame Vielfahrer, Personen ohne Zugang zu Markenwerkstätten

Vom 360 Modena entstanden neben Coupé und Spider auch das seltene Sunroof Coupé sowie ein einziges Einzelstück namens Barchetta.

Vorteile

  • Als Basismodell einer Erfolgsbaureihe entsprechend gut dokumentiert
  • Aluminium-Chassis sorgt für geringes Gewicht und hohe Steifigkeit
  • Wahl zwischen klassischer Handschaltung und F1-Schaltwippen

Nachteile

  • Wartung und Inspektionen bei Ferrari-Spezialisten sind kostenintensiv
  • Ältere Elektronik kann bei hoher Laufleistung Probleme bereiten
  • Als Spider durch das höhere Gewicht etwas weniger spritzig
Ein schwarzer Ferrari 360 Modena steht vor einer Betonwand.
Ein schwarzer Ferrari 360 Modena steht vor einer Betonwand.
Ferrari 360

Der Ferrari 360 gilt als einer der ersten Ferrari-Sportwagen mit Aluminium-Chassis.

Nissan GT-R R35 ab 70.000 Euro

Ein weißer Nissan GT R fährt auf einer Landstraße.
Quelle: Nissan
Die Transaxle-Bauweise des Nissan GT-R platziert das Getriebe an der Hinterachse und sorgt so für eine ausgewogene Gewichtsverteilung.

Der Nissan GT-R trägt seit seiner Markteinführung 2007 den Spitznamen „Godzilla“.

Sein 3,8-Liter-V6-Biturbo leistet je nach Baujahr zwischen 485 und 600 PS. Das AWD-Transaxle-Getriebe verteilt die Kraft situationsabhängig auf beide Achsen.

Geeignet für

  • Technikfans, Fahrer bei jedem Wetter, Tuning-Interessierte

Nicht geeignet für

  • Käufer, die viel Wert auf exotisches Design legen

Vorteile

  • Hohe Traktion dank elektronisch geregeltem Allradsystem
  • Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in weniger als drei Sekunden
  • Technik gilt als robust und für Tuning geeignet

Nachteile

  • Getriebe kann bei hoher Laufleistung Verschleißerscheinungen zeigen
  • Kraftstoffverbrauch liegt bei über elf Litern kombiniert
  • Optik gilt als weniger extravagant als die italienischer Konkurrenten
Ein weißer Nissan GT R steht auf einem Parkplatz.
Ein weißer Nissan GT R steht auf einem Parkplatz.
Nissan GT-R

Der Nissan GT-R verbindet einen Biturbo-V6 mit einem ausgeklügelten Allradsystem.

Lamborghini Gallardo ab 75.000 Euro

Ein neongelber Lamborghini Gallardo Spyder fährt auf einer Landstraße.
Quelle: Lamborghini
Das elektrisch betätigte Stoffverdeck des Lamborghini Gallardo lässt sich in wenigen Sekunden öffnen und macht aus dem Allradler einen echten Cabrio-Sportwagen.

Der Lamborghini Gallardo war von 2003 bis 2013 das meistgebaute Modell der Marke, insgesamt entstanden 14.022 Exemplare.

Der V10-Mittelmotor mit Allradantrieb leistete zunächst 500 PS und steigerte sich im Lauf der Produktion auf bis zu 570 PS.

Geeignet für

  • Erstkäufer eines Lamborghini, Fahrer mit Wunsch nach Individualisierung

Nicht geeignet für

  • Käufer mit begrenztem Wartungsbudget

Der Gallardo wurde von den Fachmagazinen „Quattroruote“, „Car“ und „Sport Auto“ noch am Ende seiner Bauzeit mit Bestnoten in Handling und Fahrfreude bewertet.

Vorteile

  • Breites Angebot an Varianten von Coupé bis Spyder
  • Hohe Individualisierbarkeit über das „Ad Personam“-Programm
  • Gute Alltagstauglichkeit für einen Lamborghini

Nachteile

  • Werkstattkosten liegen spürbar über dem Durchschnitt
  • Als Einstiegsmodell der Marke etwas weniger exklusiv als die Zwölfzylinder-Modelle
  • Kein Scherentüren-Design, das andere Lamborghini-Modelle auszeichnet
Ein weißer Lamborghini Gallardo steht in einem Händler-Showroom.
Ein weißer Lamborghini Gallardo steht in einem Händler-Showroom.
Lamborghini Gallardo

Der Lamborghini Gallardo war über zehn Jahre lang das meistverkaufte Modell der Marke.

McLaren MP4-12C ab 85.000 Euro

Ein orangefarbener McLaren MP4-12C fährt auf einer Straße.
Quelle: McLaren
Das Herzstück des McLaren MP4-12C, die sogenannte MonoCell aus Carbon, wiegt trotz ihrer tragenden Funktion weniger als 80 Kilogramm.

Der McLaren MP4-12C, ab 2013 nur noch 12C genannt, war die erste komplette Eigenentwicklung des britischen Herstellers seit dem legendären McLaren F1.

Der 3,8-Liter-V8-Biturbo leistete anfangs 608 PS, später wurde die Leistung per Software-Update auf 625 PS angehoben.

Geeignet für

  • Technikaffine Käufer, Fahrer mit Interesse an Formel-1-Technologie

Nicht geeignet für

  • Käufer, die auf große Stückzahlen und einfache Ersatzteilversorgung angewiesen sind

Insgesamt entstanden vom MP4-12C nur rund 3.500 Exemplare, bevor er 2014 vom McLaren 650S abgelöst wurde.

Vorteile

  • Chassis aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff sorgt für geringes Gewicht
  • Formel-1-Technologie wie „Brake Steer“ verbessert die Fahrdynamik
  • Besitzer erhielten das Leistungs-Update oft kostenlos

Nachteile

  • Elektronik und Sensorik gelten als reparaturanfällig
  • Geringe Produktionszahl erschwert die Ersatzteilbeschaffung
  • Wertentwicklung verlief bisher wechselhafter als bei Ferrari oder Lamborghini
Ein schwarzer McLaren MP4 12C steht vor einem roten Backsteingebäude.
Ein schwarzer McLaren MP4 12C steht vor einem roten Backsteingebäude.
McLaren MP4-12C

Der McLaren MP4-12C legte mit seiner Carbon-Monocoque-Bauweise den Grundstein für spätere Modelle.

Ferrari F430 ab 90.000 Euro

Ein roter Ferrari F430 fährt auf einer Landstraße.
Quelle: Ferrari
Die überarbeitete Aerodynamik des Ferrari F430 sorgt bei 300 km/h für rund 280 Kilogramm mehr Anpressdruck als beim Vorgängermodell.

Der Ferrari F430 löste 2004 den 360 Modena ab. Er übernahm von der Formel 1 Technologien wie das elektronische Sperrdifferenzial E-Diff und den Lenkrad-Schalter „Manettino“.

Der 4,3-Liter-V8 leistet 490 PS und beschleunigt in vier Sekunden auf 100 km/h.

Geeignet für

  • Käufer mit Fokus auf Fahrdynamik, Ferrari-Kenner mit größerem Budget

Nicht geeignet für

  • Sparsame Vielfahrer, Käufer ohne Zugang zu Ferrari-Werkstätten

Der Motor des F430 teilt sich trotz gemeinsamer Basis keine Bauteile mit dem Vorgängermodell 360 Modena.

Vorteile

  • Formel-1-erprobte Fahrdynamik-Systeme serienmäßig an Bord
  • Aluminium-Chassis kombiniert Steifigkeit mit geringem Gewicht
  • Pininfarina-Design gilt als zeitlos

Nachteile

  • Hoher Verbrauch von über 15 Litern kombiniert
  • Wartungskosten liegen im oberen Bereich der Vergleichsgruppe
  • Als jüngstes Modell in der Liste meist am teuersten in der Anschaffung
Ein roter Ferrari F430 steht auf einem Parkplatz.
Ein roter Ferrari F430 steht auf einem Parkplatz.
Ferrari F430

Der Ferrari F430 überarbeitete den Vorgänger 360 Modena spürbar bei Motorleistung und Elektronik.

Günstige Supersportwagen: technische Daten

ModellLeistungDrehmomentVerbrauch kombiniertNeupreis (damals) abGebrauchtwagenpreis ab
Audi R8 V10 (performance RWD)419 kW/570 PS550 Nm13,0–12,9 l/100 km149.000 Euro43.000 Euro
Lotus Esprit V8260 kW/354 PS400 Nmkeine belastbaren Werksangaben83.700 Euro50.000 Euro
Ferrari 360 Modena294 kW/400 PS373 Nm17,9 l/100 km222.000 DM (rund 113.500 Euro)68.000 Euro
Nissan GT-R R35419 kW/570 PS637 Nm11,8 l/100 km99.900 Euro70.000 Euro
Lamborghini Gallardo (LP 560-4)412 kW/560 PS540 Nmca. 14,0 l/100 km (Alltag: eher 20 l)190.000 Euro75.000 Euro
McLaren MP4-12C460 kW/625 PS572 Nm11,7 l/100 km200.000 Euro85.000 Euro
Ferrari F430360 kW/490 PS465 Nm15,2 l/100 km175.000 Euro90.000 Euro

Lohnt sich der Kauf eines gebrauchten Supersportwagens finanziell?

Ein gebrauchter Supersportwagen ist selten eine reine Geldanlage, kann sich aber wertstabiler verhalten als ein durchschnittlicher .

Modelle wie der Lamborghini Gallardo oder der Ferrari 360 Modena haben in den vergangenen Jahren an Wert zugelegt, weil die Produktion eingestellt wurde und die Nachfrage nach Youngtimern steigt.

Wichtig ist der Zustand. Ein lückenloses Scheckheft und regelmäßige Inspektionen wirken sich stärker auf den Wiederverkaufswert aus als die reine Laufleistung.

Achte außerdem auf Sondermodelle und limitierte Editionen. Sie behalten ihren Wert meist besser als Basisversionen, weil ihre Stückzahl von vornherein begrenzt ist.

Rechne trotzdem mit laufenden Kosten: Wartung, Reifen und Versicherung liegen bei Supersportwagen deutlich über dem Niveau eines gewöhnlichen Fahrzeugs, auch wenn der Kaufpreis attraktiv erscheint.

Worauf sollte ich beim Kauf eines gebrauchten Supersportwagens besonders achten?

Ein Blick unter das Fahrzeug lohnt sich immer. Undichte Differenzialgetriebe oder Kühlmittelverlust zeigen sich oft erst bei genauerer Prüfung.

Frage nach der Wartungshistorie. Bei Modellen wie dem Nissan GT-R sind Kupplungskorb und Getriebeausgangslager bekannte Schwachstellen, die sich in Foren nachlesen lassen.

Lass dir eine Probefahrt mit kaltem und warmem Motor zeigen. So erkennst du frühzeitig, ob Aggregate im Betrieb ungewöhnliche Geräusche entwickeln.

Ziehe bei teureren Modellen eine unabhängige Prüfung durch einen Sportwagen-Spezialisten in Betracht. Die Investition zahlt sich häufig aus, weil versteckte Mängel schnell hohe Folgekosten verursachen.

Vergleiche außerdem mehrere Angebote. Die Preisspanne für dasselbe Modell kann je nach Ausstattung, Laufleistung und Region erheblich variieren.

Wie unterscheiden sich die Unterhaltskosten der einzelnen Modelle?

Die laufenden Kosten hängen stark von Marke und Motorkonzept ab. Italienische Modelle wie Ferrari und Lamborghini gelten traditionell als kostenintensiver in der Wartung.

Der Audi R8 gilt im Vergleich als etwas alltagstauglicher, weil Ersatzteile und markenübergreifende Werkstätten leichter verfügbar sind.

Beim Nissan GT-R lassen sich viele Arbeiten auch außerhalb spezialisierter Werkstätten durchführen, was die Kosten in der Praxis oft senkt.

Der Kraftstoffverbrauch aller Modelle liegt deutlich über dem eines normalen Pkw. Rechne bei den meisten Fahrzeugen mit zweistelligen Literwerten auf 100 Kilometer.

Auch Versicherung und Reifen schlagen spürbar zu Buche. Große, leistungsstarke Reifen verschleißen schneller und sind entsprechend teurer als Standardgrößen.

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