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VW Jetta

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Daten

Daten

An Motoren mangelte es dem VW Jetta nie, waren es doch stets die des technischen Zwillings Golf. Der Standard beim Jetta sind aktuell der 1,4-Liter-TSI und der 2,0-Liter-Diesel, als Einstiegsmotor dient ein 1,2-Liter-TSI-Benziner. Der 125 PS starke 1,4-Liter-Turbobenziner lief in Tests unter sieben Liter auf 100 Kilometer und bekam dabei nicht nur viel Lob für seine Sparsamkeit, sondern auch für seine Laufruhe und sein dynamisches Durchzugsverhalten. Alle Ausstattungsvarianten, ab Werk mit einer manuellen Schaltung ausgerüstet, können mit einem Doppelkupplungsgetriebe erworben werden. Im Regelfall ist dies das 7-Gang-DSG, für den großen 150-PS-Diesel hat Volkswagen das 6-Gang-DSG vorgesehen. Der Jetta Hybrid ist als Einstieg in die Plug-In-Mobilität eine Alternative zum reinen Verbrennungsmotor.

  • bekannt souveräne Antriebspalette
  • sparsame und leistungsstarke Diesel und Benziner
  • Hybrid-Variante verfügbar
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Test

Test

Der überdurchschnittlich große Kofferraum, das durchdachte Raumangebot, die intuitive Anordnung der Bedienelemente und die solide Verarbeitung – der VW Jetta hat über alle Generationen bei Tests gut bis sehr gut abgeschnitten. Antriebstechnologie und Fahreigenschaften standen wie bei Volkswagen üblich ebenfalls selten in der Kritik, im Gegenteil. Im Vergleich mit direkten Konkurrenten wie den Stufenheckversionen von Mazda3 oder Ford Focus attestierten Fachleute dem Jetta stets mindestens Augenhöhe oder sahen ihn häufig sogar vor den Mitbewerbern. Im Euro-NCAP-Crash-Test wurde der Jetta VI mit fünf von fünf möglichen Sternen bewertet, einzig beim Fußgängerschutz sahen die Tester Optimierungsbedarf.

  • durchdachtes Platzangebot
  • bewährte Qualität
  • gutes Sicherheitskonzept
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Preise

Preise

Nach dem Facelift 2014 war in Deutschland nur noch ein Jetta-Modell als Neuwagen bei den Händlern erhältlich, es handelte sich um den 105-PS-Benziner, Einstiegspreis ab 21.725 Euro. Zur Orientierung: In Österreich, wo die verschiedenen Varianten des Jetta weiterhin als Neuwagen erhältlich sind, stand das günstigste Jetta-Modell 2017 mit 24.750 Euro in der Liste, das teuerste – der große 2,0-Liter-Diesel (150 PS) mit 6-Gang-DSG – startete bei 34.060 Euro. Für den beliebten 1,4-Liter-TSI-Benziner (125 PS) mit Handschaltung (Comfortline) waren 26.600 Euro veranschlagt. Zum Vergleich: Ein gebrauchter Jetta mit ähnlicher Ausstattung, zwei Jahre alt und mit geringer Fahrleistung wäre auf dem Markt um bis zu 10.000 Euro günstiger zu haben. Die Neuwagenpreise beim Jetta orientieren sich eher am Passat-Segment, als Gebrauchter ist das Alltagsauto von Volkswagen ein echtes Schnäppchen.

  • recht hohe Neuwagenpreise
  • günstige Gebrauchte
  • Wahl zwischen drei Ausstattungslinien  
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Beschreibung

Serienbeschreibung

Weltweit ein Verkaufsschlager, in Deutschland ein Ladenhüter: Der VW Jetta ruft seit seiner Markteinführung im Jahr 1979 unterschiedliche Reaktionen hervor. Auf dem nordamerikanischen Markt ist die Mittelklasse-Limousine seit vielen Jahren als sportlicher Stadtflitzer überaus beliebt. Der Jetta ist in den USA und in China konstant eines der am meisten nachgefragten Modelle von Volkswagen – teilweise weit vor seinem Technikspender Golf.


Vorderansicht - schräg
Großer Golf und kleiner Passat – der Jetta ist beides!
Seitenansicht

Auf dem deutschen Markt konnte sich der Jetta dagegen nie durchsetzen, daran änderten auch die zwischenzeitlichen Namensänderungen in „Vento“ (3. Generation, 1992-1998) und Bora (4. Generation, 1998-2005) nichts. Dabei ist die viertürige Stufenheck-Limousine von Volkswagen zwar ursprünglich für einen älteren, solventen Kundenkreis gedacht gewesen, ein „Rentner-Mobil“, wie böse Zungen behaupten, ist der Jetta aber dennoch nicht. Ab der 6. Generation, seit 2010 auf dem Markt, verfügt die klassische Limousine über eine vom Golf unabhängige und am Passat orientierte Optik. Gleichzeitig steht dem Jetta die VW-Motorenpalette zur Verfügung. Die 2,0-Liter-TSI- und -TDI-Motoren machen aus dem äußerlich betulich wirkenden Stufenheck-VW einen agilen Untersatz mit Fahrspaß. Darüber hinaus sprechen weitere rationale Gründe für den Jetta: Der Kofferraum ist für ein Fahrzeug der unteren Mittelklasse überaus groß und die Verarbeitung ist mehr als ordentlich. Gut für Gebrauchtwagenkäufer: Der Jetta wird weniger nachgefragt als der Golf, die Preise sind für ein VW-Modell entsprechend moderat.

 

 

Es ist eine Frage der Perspektive: Ist der VW Jetta eher der große Bruder des Golf? Oder der kleine des Passat? Wer im Jetta immer nur einen „Rucksack-Golf“ gesehen hat, wird dem Modell wenig abgewinnen können. Verglichen mit der Fließheckvariante ist er als Neuwagen teurer, gleichzeitig – so die wiederholt geäußerte Kritik – wurde bei Materialien, Verarbeitung und Ausstattung gespart.

 

Über fast 40 Jahre gelang es Volkswagen nie, dem Jetta in Deutschland ein positives Image zu verpassen. Er galt als bieder und profillos, daran änderten auch zwischenzeitliche Namensänderugen in „Bora“ und „Vento“ nichts. Seinen größten Verkaufserfolg feierte die Mittelklasse-Limousine in ihrem Debütjahr 1979 mit deutschlandweit immerhin rund 90.000 verkauften Einheiten. Danach erlahmte das Interesse der Käufer. 2014 lagen die Neu-Zulassungszahlen in Deutschland nur noch im dreistelligen Bereich. Mitte 2016 resignierte Volkswagen und stellte den Verkauf in Deutschland komplett ein.

 

Ganz anders ist die Wahnehmung des Jetta im Rest der Welt. In den USA und in China gehört der VW Jetta seit Jahren zu den meistverkauften VW-Modellen, noch weit vor dem Golf. Weltweit ein Exportschlager, in Deutschland ein Exot – haben die Deutschen dem Jetta unrecht getan?

Der Jetta: eine Frage der Perspektive

Auf den beiden großen Absatzmärkten USA und China sind Stufenheckmodelle traditionell beliebter als in Deutschland. Deshalb punktet der Jetta gegenüber dem Golf. Auch wird der Jetta außerhalb Deutschlands überwiegend positiv wahrgenommen. In den USA beispielsweise gilt er als kompakter Stadtflitzer, andernorts als der weniger kostspielige Bruder des Passat. Die 6. Jetta-Generation ab 2011 ist mit einer Länge von 4,65 Metern so groß wie ein Passat B5 (1996-2005), der Fahrgastraum bietet entsprechende Beinfreiheit, der Kofferraum erlaubt mehr als 500 Liter Zuladung. Dass der im mexikanischen VW-Werk Puebla hergestellte Jetta mit Hartplastikteilen im Fußraum und an den Türen wenig Wohlfühlatmosphäre ausstrahlt, stört die pragmatischen amerikanischen Kunden nicht. In China gilt der dort als „VW Sagitar“ vermarktete Jetta für die Mittelklasse als Einstieg in die begehrte VW-Autowelt.

 

Exot und Exportschlager

 Die ersten beiden Jetta-Generationen zwischen 1979 und 1992 wurden noch als Zwei- und Viertürer angeboten, ab der 3. Generation stellte Volkswagen das Modell ausschließlich in der viertürigen Variante her. Seit 1998 (4. Generation) gab es für einige Märkte zusätzlich einen optisch und technisch an den Golf Variant angelehnten Jetta-Kombi. Ebenfalls seit der 4. Generation spendierte Volkswagen dem Jetta eine vom Golf zunehmend eigenständige Karosserie. Der Jetta VI ist in den Ausstattungslinien „Trendline“, „Comfortline“ und „Highline“ auf dem Markt, 2013 kam der „Jetta Hybrid“ hinzu, der zusätzlich zum 1,4-Liter-TSI-Motor über einen Elektromotor mit 27 PS verfügte. In der Fachpresse bekam das Konkurrenzprodukt zum Toyota Prius überwiegend gute Noten, allerdings schreckte der Einstiegspreis von knapp 32.000 Euro viele potentielle Kunden ab. 2014 wurde der Jetta im Rahmen einer Modellpflege noch einmal aufgewertet, neue Rückleuchten und eine neue Frontpartie schärfen das Profil, optional waren endlich auch Xenon-Scheinwerfer mit dynamischem Kurvenlicht im Programm.

 

Wie alle Jetta-Modelle greift auch die aktuelle Baureihe bei der Motorisierung auf den bekannten VW-Motorbaukasten zurück. Für den Jetta VI haben die Wolfsburger vier TSI-Benziner und zwei Dieselaggregate vorgesehen, die Leistungsspanne reicht von 105 bis 150 PS, bei Vorgängermodellen ging es auch mal bis zu 200 PS. Serienmäßig werden die Fahrzeuge mit einem 6-Gang-Schaltgetriebe ausgeliefert, gegen Aufpreis übernimmt auch beim Jetta eine DSG-Automatik den Gangwechsel. Stabile Motoren, ein komfortables Fahrwerk, viel Platz, und die Bedienelemente dort, wo man sie erwartet – rational betrachtet versammelt der Jetta viele Argumente auf seiner Habenseite.

 

Auf der anderen Seite hat Volkswagen bei diesem Modell allerdings stets darauf verzichtet, die allerneueste Technik einzubauen – die war regelmäßig dem großen Bruder Passat vorbehalten. Wer also beim Thema Konnektivität und Assistenzsysteme immer das Beste am Markt besitzen möchte, ist beim Jetta definitiv falsch. Wer dafür ein anspruchsloses, verlässliches und vielseitig einsetzbares Fahrzeug sucht, der sollte einen näheren Blick riskieren. Ab 2018 soll es eine siebte Generation des Jetta geben, dann auf Basis des Modularen Querbaukastens (MQB) von Volkswagen und mit optischen Anleihen beim Coupé VW Arteon. Im Visier haben die Wolfsburger Autobauer bei ihren Planungen vor allem erneut die nordamerikanischen Kunden. Deutschland spielt in den Überlegungen zum Jetta VII bislang keine Rolle. Auf deutschen Straßen wird der Jetta also wohl ein Exot bleiben.