Design und Positionierung
Seit Oktober 2016 ergänzt der Toyota C-HR (X10) als auffällig gezeichnetes Kompakt-SUV das Programm von Toyota. Die coupéartige Dachlinie, stark konturierte Flanken und hoch gesetzte hintere Türgriffe lassen den Crossover deutlich eigenständiger wirken als Wettbewerber wie Kia Niro, Mazda CX-30 oder Nissan Qashqai. Einen direkten Vorgänger gab es nicht, der C-HR schließt die Lücke zwischen Corolla und RAV4 und positioniert sich im SUV-Angebot über dem Yaris Cross und unter dem RAV4. Mit 4.360 mm Länge gehört er zur Kompaktklasse und zielt eher auf ein stilbetontes Auftreten im urbanen Umfeld als auf maximalen Nutzwert.
Innenraum und Kofferraum
Im Innenraum setzt der C-HR das expressiv gezeichnete Außendesign mit schräg verlaufenden Linien und farbigen Akzenten fort, bleibt dabei aber gut bedienbar. In höheren Ausstattungen wirken die Materialien wertig, viele Oberflächen fühlen sich weich an. Vorne sitzen Erwachsene bequem und relativ tief, was ein leicht sportliches Fahrgefühl vermittelt. Auf der Rückbank mindern die ansteigende Fensterlinie und die flach verlaufende Dachkante das Raumgefühl, groß gewachsene Mitfahrer stoßen schneller an Grenzen. Der Kofferraum der Hybridversion bietet 377 Liter Volumen, wirkt für ein SUV eher knapp und zudem wenig praktisch zugeschnitten. Eine hohe Ladekante und eine nicht sehr breite Öffnung erschweren das Beladen, die begrenzte Zuladung und die geringe Anhängelast schränken den Nutzwert zusätzlich ein.
Antrieb und Fahrverhalten
Im weit verbreiteten Vollhybrid arbeitet ein 1,8-Liter-Benziner mit einem Elektromotor zusammen und stellt 90 kW bereit. Das stufenlose Automatikgetriebe treibt ausschließlich die Vorderräder an. Der Antrieb fokussiert klar auf Effizienz statt Dynamik und spielt seine Stärken vor allem im Stadt- und Pendelverkehr aus. Kurze elektrische Abschnitte, häufiges Rekuperieren und das harmonische Zusammenspiel der Aggregate halten den Verbrauch meist zwischen fünf und sechs Litern Super auf 100 Kilometer. Auf der Autobahn verliert der Hybrid etwas von seinem Vorteil, bleibt aber sparsamer als viele vergleichbare Benzin-SUV. Im Teillastbereich arbeitet der Motor leise, bei kräftiger Beschleunigung lässt das Getriebe ihn deutlich aufdrehen. Das komfortorientierte Fahrwerk filtert Unebenheiten ordentlich weg, zeigt in schnell gefahrenen Kurven jedoch spürbare Seitenneigung. Ein kleiner Nickel-Metallhydrid-Akku ermöglicht nur kurze elektrische Phasen, unterstützt aber regelmäßig beim Anfahren. Neben dem 1,8-Hybrid standen ein 1,2-Liter-Turbobenziner und ab 2019 ein stärkerer 2,0-Liter-Hybrid zur Wahl.
Sicherheit und Assistenz
Beim Insassenschutz erreicht der Toyota C-HR (X10) im Crashtest fünf Sterne. Eine steife Fahrgastzelle, Front-, Seiten- und Kopfairbags sowie ein Knieairbag für den Fahrer senken das Verletzungsrisiko. Isofix-Halterungen mit Top-Tether erleichtern die Kindersitzmontage auf der Rückbank. Zum Sicherheitsumfang zählen ein Spurhalteassistent und ein Kollisionswarnsystem mit automatischer Notbremsfunktion, das auch Fußgänger erkennen kann. Verkehrszeichenerkennung, Tempobegrenzer und Fernlichtassistent entlasten im Alltag, die Stabilitätskontrolle arbeitet zusammen mit standfesten Scheibenbremsen und sorgt für gut kontrollierbare Fahreigenschaften. Breite C-Säulen schränken die Sicht nach hinten ein, eine Rückfahrkamera und ein Querverkehrwarner helfen beim Rangieren. Mehrere Rückrufe betrafen etwa Kraftstoffpumpe oder Kabelbaum und wurden in den Werkstätten abgearbeitet, in Pannenstatistiken fällt vor allem die Starterbatterie als Schwachpunkt auf.
Ausstattung und Alltag
Als Lounge-Variante richtet sich der C-HR an Käufer mit Komfortanspruch. Weich unterschäumte Oberflächen und ein eigenständig gezeichneter Armaturenträger prägen den Innenraum, ohne die Bedienung zu komplizieren. Eine Klimaautomatik und ein Infotainmentsystem mit Touchscreen gehören meist zur Ausstattung und ermöglichen Smartphone-Anbindung mit solider Klangqualität. Gegen Aufpreis ergänzt ein Navigationssystem die Technik, optional erhältliche Ledersitze mit Sitzheizung steigern Langstreckenkomfort und Anmutung. LED-Scheinwerfer und Leichtmetallräder unterstützen den wertigen Eindruck, zusätzliche Assistenzpakete erweitern das Sicherheitsniveau. Im Alltag profitiert der C-HR von seinen kompakten Abmessungen und dem kleinen Wendekreis, die Übersicht nach vorn gelingt gut, während die schmalen hinteren Fenster eine Kamera fast unverzichtbar machen. Die Hybridtechnik hält die Kraftstoffkosten vor allem im Stadtverkehr niedrig, Unterhalt und Versicherung bewegen sich im Mittelfeld, der Werterhalt gilt als solide.
Fazit
Der Toyota C-HR (X10) kombiniert ein eigenständiges Design mit effizientem Hybridantrieb und umfangreicher Sicherheitsausstattung. Der klare Fokus auf Stil, Stadtverkehr und Effizienz führt jedoch zu Abstrichen bei Kofferraum, Anhängelast, Zuladung und Rundumsicht. Im urbanen Alltag präsentiert sich der C-HR als sparsames, zuverlässiges und unkompliziertes Kompakt-SUV, das sich besonders für designorientierte Nutzer eignet, die den maximalen Nutzwert nicht in den Vordergrund stellen.