Karosserie und Konzept
Der 2017 eingeführte Suzuki Ignis (MF) knüpft an die früheren Generationen des Modells an, interpretiert das Konzept aber klar als kleinen Crossover. Im Vergleich zum eher kombiartigen Vorgänger wirkt der Wagen kantiger und betont mit hoher Bodenfreiheit seinen SUV-Charakter, bleibt von den Abmessungen her jedoch ein Kleinstwagen. Mit 3.700 mm Länge, 1.690 mm Breite und 1.595 mm Höhe passt der Ignis gut in enge Parklücken. Die Bodenfreiheit von 180 mm und der Allradantrieb erleichtern Fahrten auf Schotterwegen oder verschneiten Straßen.
Innenraum und Variabilität
Vorn sitzen Fahrer und Beifahrer trotz kompakter Außenmaße überraschend bequem. Der hohe Einstieg und die aufrechte Sitzposition entlasten besonders ältere Menschen. Weit öffnende Türen verbessern den Zugang, die Übersicht nach vorn gelingt gut. Breite C-Säulen schränken die Sicht nach schräg hinten jedoch ein.
Im Fond fällt das Platzangebot knapp aus. Vor allem die Kniefreiheit bleibt begrenzt, zudem steht die Lehne relativ steil. Die verschiebbare Rückbank schafft wahlweise etwas mehr Beinraum oder zusätzliches Ladevolumen, kaschiert die grundsätzliche Enge aber nicht. Der Kofferraum fasst 204 Liter und wächst bei umgelegten Rücksitzen auf bis zu 1.086 Liter. Für die Fahrzeugklasse bietet der Ignis damit ordentlich Platz. Eine hohe Ladekante und ein unebener Boden ohne optionalen Zwischenboden schmälern jedoch die Alltagstauglichkeit beim Beladen.
Antrieb und Fahrkomfort
Der 1,2-Liter-Benziner harmoniert mit dem geringen Gewicht von 945 kg und sorgt im Stadtverkehr für ausreichend Durchzug. Auf der Landstraße fährt der Ignis unangestrengt, auf der Autobahn fehlen bei voller Beladung jedoch Reserven für spontane Überholmanöver, sodass häufig zurückgeschaltet werden muss.
Die Lenkung arbeitet leicht, wirkt aber nicht besonders präzise. Bei höherem Tempo stellt sich ein etwas synthetisches Fahrgefühl ein. Die Federung zeigt sich eher straff und filtert kurze Stöße nur begrenzt, lange Wellen verarbeitet das Fahrwerk ruhiger. So entsteht ein insgesamt fahrsicheres, aber wenig komfortorientiertes Gesamtpaket. Im Vergleich zu früheren Generationen erscheint der Antrieb moderner und effizienter, verzichtet aber auf stärkere Motorvarianten.
Sicherheit und Assistenz
Beim Thema Sicherheit legt der Ignis gegenüber älteren Modellen deutlich zu. Eine stabile Struktur, mehrere Airbags und elektronische Helfer bilden ein stimmiges Sicherheitsniveau. Notbremsassistent, Spurhaltewarnung und Müdigkeitserkennung gehören in dieser Ausführung dazu und erhöhen besonders im dichten Stadtverkehr den Schutz. Im Crashtest erzielte das Modell mit Sicherheitspaket eine hohe Wertung, was den technischen Stand der Konstruktion bestätigt. Kritisch bleiben die nur durchschnittlichen Bremsleistungen und die eingeschränkte Sicht nach hinten, die mit einer Rückfahrkamera deutlich angenehmer ausfällt.
Fazit
Der Suzuki Ignis (MF) richtet sich an Käufer, die ein sehr kompaktes Fahrzeug mit erhöhter Sitzposition und optionalem Allradantrieb bevorzugen. Er punktet mit praktischem Nutzwert, einfacher Technik und überschaubaren Unterhaltskosten. Schwächen zeigen sich beim Platz im Fond, beim Geräuschkomfort und bei der Materialanmutung. Im Umfeld von Fiat Panda 4x4 oder Kia Picanto wirkt das Konzept sachlich und eigenständig. Insgesamt bietet der Ignis einen kleinen Crossover, der vor allem im Stadt- und Umlandbetrieb vielseitig einsetzbar bleibt, sofern die genannten Kompromisse akzeptiert werden.